Ein perfekter Tag: Lou Reeds Transformer

1972 befand sich Lou Reed an einem Scheideweg. Zwei Jahre zuvor hatte er mit The Velvet Underground eine der bahnbrechendsten Rock-Bands aller Zeiten verlassen und musste nun heftige öffentliche und kommerzielle Kritik einstecken, weil sein erstes Soloalbum ein Flop war – einer Sammlung von älteren Outtakes seiner ehemaligen Band, dem es an der thematischen Brillanz seiner besten Arbeiten mangelte.

Lou Reed

In Großbritannien hatte jedoch ein neues Phänomen die Oberhand gewonnen: Glam Rock. Eine Bewegung, die Elemente des rebellischen Charakters des Punk aufnahm, aber mit Pailletten und Androgynität versah. Eine Bewegung, die sich außerdem stark auf den Einfluss von Velvet Underground stützte.

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Eine Schifffahrt, die ist tödlich / Elizabeth C. Bunce

Heute habe ich das Vergnügen, euch den vierten Band der Myrtle Hardcastle-Reihe vorzustellen. Wir haben bisher alle Abenteuer von Myrtle hier begleitet und wenn ihr noch mehr Informationen über die Hintergründe der Reihe haben wollt, dann findet ihr die Sendungen kompakt und informativ ebenfalls im Magazin oder überall dort, wo ihr eure Podcasts hört. Heute geht es um Eine Schifffahrt, die ist tödlich von Elizabeth C. Bunce. Der Originaltitel ist wie immer sprechend und lautet diesmal In Myrtle Peril, abgeleitet von In Murder Peril, denn Bunce setzt in in ihren Titel für Murder stets den Namen Myrtle ein, was in der deutschen Übersetzung leider nicht so funktioniert.

Obwohl die Reihe um die zwölfjährige Myrtle Hardcastle, die im viktorianischen England ihre Fälle löst, für Kinder gleichen Alters angepriesen wird, hege ich starke Zweifel, ob eine junge Leserschaft tatsächlich das Zielpublikum sein kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand in diesem Alter begreift, was überhaupt vor sich geht. Das ist nicht etwa eine negative Kritik, ganz im Gegenteil. Elizabeth C. Bunce hat auch im vierten Buch einen ganz hervorragenden Stil, der ziemlich viele Bücher der sogenannten Erwachsenenliteratur alt aussehen lässt. Tatsächlich haben wir es hier mit Cozy Crime zu tun, eine jugendliche Detektivin ändert daran nichts.

Myrtle, Originalcover
Szene vom Originalcover; Algonquin Young Readers

Bunce recherchiert ihre Hintergründe stets sehr gut, und wenn man ihren kleinen Zusatz am Ende des Buches liest, dürfte es sich wie ein heimliches Vergnügen anfühlen, all die historischen Details zu kennen. Die Fußnoten, in denen die Etymologie bestimmter Wörter erklärt wird, geben dem Leser einen Einblick in Myrtles Denken und bilden ihn ebenso weiter wie die lateinischen Überschriften der Kapitel.

Inspiriert von dem in der Realität verschollenen Schiff Mary Celeste, das sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Eine Schiffahrt, die ist tödlich zum 150. Mal jährte, hat Elizabeth in ihren Krimi ein verschollenes Schiff namens Persephone eingebaut, eine britische Brigantine, deren kleine zehnköpfige Besatzung zusammen mit dem Rettungsboot des Kapitäns verschwindet, darunter auch die junge Tochter des Kapitäns, eben genau wie damals bei der Mary Celeste.

Das aufzudeckende Geheimnis in diesem Buch ist, wie in den anderen Myrtle-Bücher auch, recht vielschichtig. Es ist auch diesmal gar nicht so einfach, vor Myrtle herauszufinden, was genau vor sich geht. Das ist bei Krimis, die sich an Erwachsene richten, wesentlich einfacher. Ein befriedigendes Rätsel allerdings ist heutzutage ein wahrer Schatz. Und auch das macht dieses Buch zu etwas Besonderem, auch wenn ich zugeben muss, dass es nicht mein Lieblingsabenteuer der Reihe ist. Aber das sind eher Fragen des Geschmacks und keine der Qualität.

Myrtles Vater, Staatsanwalt von Swinbourne, ist in einen heiklen neuen Fall verwickelt, und Myrtle und Miss Judson werden gebraucht, weil es hierbei um ein junges Mädchen geht, deren Nöte erst einmal verstanden werden müssen. Vor etwa 10 Jahren verschwand das Schiff Persephone auf dem Weg nach Australien, und an Bord des Schiffes befanden sich Kapitän Snowcroft, seine Frau Audrina und seine kleine Tochter Ethel. Mr. Hardcastle wurde gebeten, sich um den Nachlass von Viscount Snowcroft zu kümmern, der ohne Erben starb – es sei denn, Mrs. Snowcroft oder die kleine Ethel werden irgendwie doch noch gefunden. Wenn nicht, will die Eisenbahn das Land haben und die Suche nach Erben könnte Jahre dauern.

Bunce greift hier im kleinen auf ein Motiv aus Charles Dickens Bleak House zurück, wo im Fall Jarndyce gegen Jarndyce genau das passiert und das Erbe schließlich von den Anwaltskosten aufgezehrt wurde.

In unserem Fall wurde ein Mädchen namens Sally Cooke, das der vermissten Ethel sehr ähnlich sieht, ausfindig gemacht. Sally behauptet, keine Erinnerungen an das Schiff zu haben, sondern nur, dass sie als Kaufmannstochter in Australien aufgewachsen ist, aber wenn sie beweisen kann, dass sie tatsächlich Ethel ist, wird sie ein Vermögen erben.

Während ihr Vater außer Gefecht gesetzt ist, will Myrtle genau das herausfinden. Eine schlimme Mandelentzündung und eine Operation bringen Mr. Hardcastle ins Krankenhaus, wo er kurz darauf behauptet, Zeuge eines Mordes gewesen zu sein. Die Krankenschwestern und der Arzt schieben das als Halluzination aufgrund des Morphiums, das er gegen die Schmerzen bekommt, beiseite.

Diesmal ist es an Myrtle, die verantwortungsvolle Erwachsene zu sein und ihren Vater vor Schaden zu bewahren. Die Frage ist: Können sie und Miss Judson das Rätsel lösen und ihren Vater beschützen? Kann sie beweisen, dass Sally in Wirklichkeit Ethel ist? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und was haben die Broschüren für die Internatsschule in Vaters Schreibtisch zu suchen?

Dies ist ein weiteres unterhaltsames Myrtle-Abenteuer, auch wenn es etwas zögerlich beginnt. Erst nach der Hälfte des Buches gibt es tatsächlich eine Leiche. Es dauert sogar noch länger, bis man die Identität des Opfers und das Motiv für den Mord herausfindet.

Myrtle macht in ihrer altklugen Weise erneut richtig Vergnügen. Diesmal verzichtet sie auf kindisches Verhalten, das in den letzten Büchern ihre Glaubwürdigkeit durchaus untermauern konnte. Schließlich ist sie ja ein Kind.

Diesmal wird der Spieß jedoch umgedreht und Myrtle ist gezwungen, sich wie die Erwachsene in der Familie zu verhalten. Ihr Vater ist derjenige, der sich diesmal kindisch verhält, Wutanfälle bekommt und darauf besteht, dass er Zeuge eines Mordes geworden ist, obwohl erst einmal nichts darauf hindeutet. Dann aber wendet sich das Blatt und es liegt an Myrtle, ihren Vater in Sicherheit zu bringen, bevor der Mörder es auf ihn abgesehen hat.

Myrtles Gouvernante Miss Judson steht auch diesmal mit ihrem gewohnt gesunden Menschenverstand an ihrer Seite. Köchin ist diesmal ebenfalls in die Detektivarbeit involviert und sie ist wirklich gut darin. Sie ist es, die die Leiche an einem sehr ungewöhnlichen Ort findet. Tante Helena ist erneut so formidabel wie früher. Sie ist besessen von der möglichen Snowcroft-Erbin und himmelt das Mädchen an. Caroline Munjal spielt kaum eine Rolle in der Geschichte, aber Mr. Blakeney ist wieder dabei, um Mr. Hardcastle bei seiner Arbeit zu helfen und die Damen ebenfalls bei ihrer Detektivarbeit zu unterstützen. Die Reporterin Genie führt ihre eigenen Ermittlungen über die richtigen Nachrichtenkanäle durch, hat aber ansonsten nicht viel beizutragen.

Die Bände erscheinen bei Knesebeck.

Das Geheimnis des Glockenturms / Elizabeth C. Bunce

Elizabeth C. Bunce erzählte einmal die Geschichte, wie wie auf den Namen Myrtle kam. Das ist deshalb interessant, weil alle Titel im Original das Wort „Myrtle“ anstelle von „Murder“ beinhalten, was in der Übersetzung leider verloren gegangen ist. So heißt der erste Band, der bei uns bei Knesebeck erschienen ist „Mord im Gewächshaus“, in Wirklichkeit aber „Premediated Myrtle“ anstatt von Premediated Murder, also vorsätzlicher Mord. Der zweite Band – „Mord im Handgepäck“ heißt „How to get away with Myrtle“ anstelle von „Wie man mit Mord davonkommt“ – und der Band, um den es heute hier geht, nennt sich „Cold Blooded Myrtle“, anstelle von Kaltblütiger Mord. Übersetzt wurde der Titel mit „Das Geheimnis des Glockenturms“.

Myrtle war tatsächlich ein simpler Versprecher ihres Ehemanns, der Elizabeth Bunce einen Artikel über einen vorsätzlichen Mord vorlas und das Wort „Murder“ so herausbrachte, dass es sich wie der Name unserer Detektivin anhörte. Es dürfte klar sein, dass Myrtle etwas zu sagen hatte und sich auf diesem Wege bemerkbar machen wollte.

Bunce kanalisiert in ihren Romanen geschickt die Energie britischer Detektivgeschichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damit ist sie zwar nicht allein, aber während zum Beispiel Robin Stevens in seiner Wells und Wong-Reihe eher den Stil von Agatha Christie als Vorbild nimmt, arbeitet Bunce feministische Themen ein, die häufiger bei Dorothy L. Sayers zu finden sind. Myrtle selbst ist ihrer Zeit weit voraus und kann sich mit Hilfe von Miss Judson, Dr. Munjal und einigen anderen sympathischen Erwachsenen auf eine Weise weiterentwickeln, die vielen Mädchen ihrer Zeit verwehrt blieb – und wir sprechen hier vom viktorianischen Zeitalter.

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Szene vom Originalcover; Algonquin Young Readers

In „Das Geheimnis des Glockenturms“ stößt unsere Ermittlerin auf ihren ersten ungeklärten Fall aus der Vergangenheit, etwas, das sich als Cold Case in unseren Jargon gearbeitet hat. Vor Jahren verschwand eine Studentin des örtlichen Colleges unter mysteriösen Umständen, und es wurde nie eine Spur von ihr gefunden. Ein Mord zu Beginn des Romans erinnert an dieses alte Geheimnis, und Myrtle, Miss Judson und die Katze Peoney machen sich auf den Weg, um eine verwickelte Geschichte von Geheimgesellschaften, kryptischen Botschaften, lang vergrabenen Geheimnissen und einem auf Rache sinnenden Mörder zu entwirren.

Diese Folge spielt in der Weihnachtszeit in Myrtles kleinem englischen Dorf Swinbourne. Festtagskrimis haben eine lange Tradition in der Kriminalliteratur, und viele unserer modernen Festtagsbräuche haben ihren Ursprung im viktorianischen Zeitalter.

Myrtle ist immer noch so impulsiv, entschlossen und unnachgiebig wie eh und je. Aber nachdem sie nun bereits mit mehreren Morden konfrontiert wurde, hat sich ihre Sicht auf die menschliche Natur definitiv erweitert. In mancher Hinsicht scheint sie verständnisvoller zu sein, aber manchmal ist sie sogar noch misstrauischer gegenüber jedem. Jeder, dem sie begegnet, scheint mörderische Absichten zu haben. In „Das Geheimnis des Glockenturms“ wird Myrtle in ihren bisher persönlichsten Fall hineingezogen, in dem es auch um ihre verstorbene Mutter geht. Myrtle ist in einem Alter, in dem sie beginnt, ihre Eltern als Menschen mit Vergangenheit und Geheimnissen zu sehen, und vielleicht auch mit weniger liebenswerten Eigenschaften. Sie lernt ihre verstorbene Mutter hier aus einer anderen Perspektive kennen.

Die Myrtle-Hardcastle-Krimis bringen jungen Lesern nicht nur den Spaß an klassischen Detektivgeschichten nahe, sind aber so hervorragend geschrieben und recherchiert, dass sie auch von erwachsenen Liebhabern der gemütlichen Krimis mit Gewinn gelesen werden können. Zum Beispiel sind den einzelnen Kapiteln wie gewohnt Auszüge aus Myrtle Hardcastles Handbüchern vorangestellt. Das sind in jedem Buch andere und in diesem Roman konsequenterweise jene mit dem Titel „Die moderne Julzeit – Ein historischer und wissenschaftlicher Diskurs über Weihnachten & seine altehrwürdigen Traditionen“. Myrtle gibt auch gleich das Datum an, wann sie dies notiert hat, nämlich 1893.

Ihre Erzählung in der ersten Person zeigt – wie auch besagte Notizen und zahlreiche Fußnoten – ein äußerst aufgewecktes, sehr gebildetes und intelligentes Mädchen, von dem man auch deshalb gerne etwas erfährt, weil sie einen sehr feinen Humor besitzt. Auch dieses Buch ist vollgepackt mit historischen Kuriositäten, neuen Charakteren, neuen Blickwinkeln auf vertraute Mitglieder der bereits bekannten Besetzung und weiteren fabelhaften Schauplätzen des 19. Jahrhunderts, denn englische Dörfer haben viele Geheimnisse, denen es sich lohnt, auf den Grund zu gehen.

Es versteht sich von selbst, dass ich auch den dritten Band der hervorragenden Myrtle-Hardcastle-Reihe nicht nur jüngeren Lesern, sondern allen, die klassische Krimis lieben, ans Herz legen will. Die Bände erscheinen bei Knesebeck.

Die Symbolik der Maske des roten Todes

Prospero jagt der Gestalt hinterher, die durch jeden einzelnen Raum schreitet, bis sie schließlich den letzten Raum erreicht. Prospero stellt die geheimnisvolle Gestalt dort, die sich zu ihm umwendet und dieser schließlich tot zu Boden sinkt. Die Adligen reißen dem Fremden die Maske herunter und müssen erkennen, dass er kein Gesicht hat. Er ist der Rote Tod persönlich. Selbstverständlich sterben sie alle.

Durch die Art und Weise, wie Poe in fast allen seinen Arbeiten mit Zeichen, Hinweisen und Symbolen arbeitete, beeinflusste er die europäische Avantgarde, hauptsächlich die französische, maßgeblich. Ein Beispiel. Sehen wir uns die sieben farbkodierten Räume etwas genauer an, die von Osten nach Westen verlaufen. Sie sind so beschrieben, das sich leicht der Lauf des Lebens aus ihnen herauslesen lässt. Beginnend mit der Geburt (blau), Kindheit (purpur), Jugend (grün), Reife (orange), Alter (weiß), dem nahen Tod (violett), und dem Tod selbst (schwarz/rot).

Der siebte Raum, in den Prospero den Fremden jagt, repräsentiert also den Tod. Zunächst stirbt Prospero selbst, am Ende der Geschichte aber alle, die den Raum betreten haben.

Poe machte keinen Hehl daraus, dass er Allegorien verabscheute, weil diese den Leser von der Wirksamkeit des Effekts ablenke. Und dieser Effekt ging ihm bekanntlich über alles. Aber wie so oft, hielt sie Poe nicht an seine eigenen Prämissen, die er aufstellte (um genau zu sein, hielt er sich an keine einzige).

Die Erzählung weist keine Charaktere auf, die die glaubwürdige Auslegung einer Allegorie zuließen. Nur Prospero spricht. Sein Name deutet auf Glück und Fröhlichkeit hin, was ironischerweise natürlich nicht der Fall ist. Innerhalb seiner Abtei hat er sich eine Welt nach seinen Vorstellungen erschaffen, mit Masken, die seinen eigenem Geschmack angemessen sind. Diese „Figuren“, die um ihn herum tanzen, sind so sehr ein Produkt des Prinzen Phantasie, dass Poe sie eine „Vielzahl an Träumen“ nennt.

Trotzdem gibt es Deutungsmöglichkeiten. Die Farben der Räume wurde bereits angesprochen, aber auch die Zahl 7 offenbart ihre Symbolik recht eindeutig. Sieben Stationen kennt das Leben, die alte Welt kannte sieben Wunder, man kannte sieben Zeitalter, es gibt sieben Totsünden – überhaupt ist die Zahl 7 eine mystische Zahl. Der Maskenball (oder Tanz) erinnert an die Totentanz-Motive in der bildenden Kunst, die seit dem 14. Jahrhundert immer wieder bearbeitet wurden; hier führt ein Skelett die Leute ins Grab, so wie Prospero seine Gesellschaft ebenfalls in den Tod führt.

Eindrücklich unterbricht das Schlagen der gewaltigen Uhr aus Ebenholz die Erzählung gleichermaßen wie die Feierlichkeiten auf dem Papier. Und obwohl die Uhr ein Objekt ist, gibt Poe ihr menschliche Züge, wenn er von „Lungen, aus dem ein Ton kommt, der überaus musikalisch ist“ und von einem „Gesicht“ spricht.

Poe ist bis in die heutige Zeit hinein ein unfassbares Genie, auch wenn die Untersuchungen über ihn und sein Werk selbst ganze Bibliotheken füllen. Gerade diese Unfassbarkeit macht auch die lang anhaltende Faszination aus, die gleichermaßen von ihm wie von seinem Werk ausgeht. Es ist das Rätsel seines Geistes, in dem sich wie bei keinem anderen Schriftsteller der latente Wahnsinn in einer Begabung äußert, die nie wieder erreicht wurde und wohl auch nie wieder erreicht werden kann.

Das Haus am Meer

Die Tatzen zitterten über den Sand, bevor das blaue Meer folgte und die Abdrücke wieder verschlang. Nur das Flackern einer jahrtausendalten Geschichte, die sich so lange wiederholt, bis der Strand abgeschliffen ist. Doch vorher muss der Brunnen werden. In Wirklichkeit zieht sich nämlich das Meer zurück und hinterlässt nur seine Schattenwelten.

Sehr früh schon huschte sie in Kleidern aus dem Haus, gefolgt von der dünnen Luft, die sich über Nacht in ihrer Kammer aufgetürmt hatte ohne entweichen zu können. Natürlich wusste sie auch diesmal nicht, wo sie graben sollte, ein Traum aber hatte ihr gesagt, die Tiefe warte bereits auf das Eisen des Spatens.

Das Meer rauschte unbekümmert ihres angestrengten Gebarens vor und zurück. Nichts deutete auf eine kommende Wüste hin, doch sie hatte sie bereits im Salz geschmeckt. Einen Tag mehr, einen anderen weniger. Vor und zurück. Einen Brunnen vor dem Meer zu bauen schien die einzige Lösung zu sein, also hieb sie so fest sie konnte in den Sand, aber schon waren die Tatzen über der ersten kleinen Kuhle und ebneten alles wieder ein. Wenn sie doch nur wüsste, wo sie graben sollte.

Noch bevor sich die Sonne sehen ließ, eilte sie zurück ins Haus, denn wer immer sie im Tageslicht gesehen hätte, würde sie eingefangen haben wollen. Drinnen saß sie still, aber nicht regungslos. Niemand kam vorbei und neimand klopfte an die Tür.

Sie war durch einen einsamen Wald gehetzt und verfing sich mit ihren wehenden Haaren so oft an den plötzlich auftauchenden Ästen, dass sie fürchten musste, bald keine mehr zu besitzen, aber zumindest blieb ihr Gefieder intakt. Sie lief im Kreis, aber das wusste sie bereits, bevor sie eine Begegnung mit einem ihrer ausgerissenen Haarbüschel hatte. Es war noch ein weiter Weg bis zum Meer.

Das Haus stand leer als sie es fand, zumindest war es seit Langem unbewohnt. Aber auch das stimmte nicht, denn es hatte auf sie gewartet, was für sie leicht zu erkennen war, als sie die Schwelle übertrat. Sicher hätte es sich gewehrt, wenn es mit ihr nicht einverstanden gewesen wäre. Es hätte sie vermutlich gar nicht eingelassen, denn die Waffen eines Hauses waren vielfältiger Natur, reichten von simplen Alpträumen bis zur gefährlichen Präsenz aufgebotener Geister, die aus der Erde nach oben gerufen wurden oder aus den Wänden traten, um die Art von Verwirrung zu stiften, die dann zu einem Unfall führen konnte.

Was sie aber sah, war Staub, von dem sie glaubte, das er ebenso alt war wie sie selbst. Er bedeckte zentimeterdick den Boden, tanzte vor den Fenstern im einfallenden Sonnenlicht und legte sich auf die zurückgebliebene Einrichtung, die aussah, als wäre sie älter als das Haus. An den Wänden klebten Salzablagerungen, aber das Meer hatte hier keinen Anspruch geltend machen können. Die Trockenheit war keines natürlichen Ursprungs.

Vielleicht wollte das Haus nicht, dass sie einen Brunnen grub, aber genau das würde sie tun, dafür war sie hergekommen. Es behagte ihr nicht, den Staub zu beseitigen und deshalb ließ sie sich Zeit, hörte auf das Ächzen und Stöhnen der Konstruktion, auf ein Zeichen des Missfallens, aber es gab nichts dergleichen. Allerdings war sie nicht verwundert darüber, keine Wasserleitung im ganzen Haus zu finden. Selbst der Abtritt oben unter dem Dach war eine trockene Röhre.

Das Haus verabscheute das Meer und das Meer zog sich zurück. Nur manchmal kamen die Tatzen zum Vorschein, wollten einen Körper aus den Wellen ziehen, der auf das Haus zugekrochen käme, aber noch gelang ihm das nicht.

Die Geschichte der Vampire

Die Geschichte der Vampire ist umstritten. Manche behaupten, sie seien „so alt wie die Welt“. Neuere Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass unser Glaube an Vampire und Untote in 18. Jahrhundert entstand, als die ersten europäischen Berichte über dieses Phänomen erschienen.

Wir wissen, dass 1732 das Annus Mirabilis des Vampirs war. In diesem Jahr wurden 12 Bücher und 4 Dissertationen zu diesem Thema veröffentlicht. Laut dem Gothic-Experten Roger Luckhurst taucht der Begriff „Vampir“ in diesem Jahr zum ersten Mal auf. Archäologische Funde ungewöhnlicher Bestattungen in Europa in den letzten Jahren legen jedoch nahe, dass der Glaube an Vampirismus und Wiedergänger die Menschen schon vor 1500 beschäftigte.

So wird auf einem alten Friedhof in Kamien Pomorski in Polen die Leiche eines 500 Jahre alten „Vampirs“ ausgestellt. Die 2015 entdeckte Vampirleiche wurde in der Weltpresse ausführlich beschrieben. Archäologen bestätigten, dass sie einen Pfahl im Bein hatte (vermutlich um zu verhindern, dass sie ihren Sarg verließ) und einen Stein im Mund (um zu verhindern, dass sie Blut saugte). Noch ältere Bestattungen dieser Art wurden in bulgarischen Dörfern gefunden.

Vampire verkörpern seit jeher die menschliche Angst vor dem Tod. Die Spuren, die diese mythische Gestalt in unserer kollektiven Vorstellungswelt hinterlassen hat, lassen sich über Jahrhunderte bis in den Nahen Osten und nach Südasien zurückverfolgen. Im babylonischen Epos Gilgamesch, genauer gesagt auf der sechsten Tafel, die der Göttin Ischtar gewidmet ist, wird ein Wesen beschrieben, das „fähig ist, anderen das Leben zu nehmen, um sein eigenes zu retten“. Es gibt auch alte griechische Bauernlegenden über Männer und Frauen, die Blut trinken, um jung zu bleiben, und über umherirrende Geister, die große Mengen Blut von den Lebenden trinken, um ihre menschliche Gestalt wiederzuerlangen.

Aber all diese Beispiele sind nur Schatten, die sich im Laufe der Jahrhunderte ansammeln mussten, um dem Vampir eine Gestalt und eine Mythologie zu geben. Es ist offensichtlich, dass schon lange vor dem Mittelalter in weiten Teilen Europas an eine Form des Vampirs geglaubt wurde. Doch erst 1819, als der erste fiktive Vampir, der satanische Lord Ruthven, in einer Erzählung von John Polidori auftaucht, hinterlässt der verführerische romantische Vampir seine Visitenkarte in der feinen Londoner Gesellschaft. Wie hat sich unsere Vorstellung vom Vampir vom ungepflegten Bauern zum verführerischen byronischen Aristokraten gewandelt? Um die Geschichte des Vampirs vollständig zu verstehen, müssen wir ihn bis zu seinen Anfängen im frühen Volksglauben zurückverfolgen.

In den ersten schriftlichen Berichten über europäische Vampire werden diese Wesen als Wiedergänger oder Heimkehrer dargestellt, oft in Form eines kranken Familienmitglieds, das in der unglücklichen Gestalt eines Vampirs zurückkehrt. In solchen Erzählungen dominiert eine „unerledigte Aufgabe“, auch wenn diese nicht weniger trivial erscheint als das Fehlen von Kleidung oder Schuhen als Grund für die Rückkehr ins Leben.

Die Anzahl der Begriffe für den „Vampir“ kann ziemlich frustrierend sein: Krvoijac, Vukodlak, Wilkolak, Varcolac, Vurvolak, Liderc Madaly, Liougat, Kullkutha, Moroii, Strigoi, Murony, Streghoi, Vrykolakoi, Upir, Dschuma, Velku, Dlaka, Nachzehrer, Zaloznye, Nosferatu … die Liste scheint unendlich.

Das Oxford English Dictionary verwendet beispielsweise sieben Seiten, um einen Vampir zu definieren, aber der älteste Eintrag aus dem Jahr 1734 ist hier am interessantesten: Diese Vampire sollen die Körper von Toten sein, belebt von bösen Geistern, die nachts aus den Gräbern steigen, den Lebenden das Blut aussaugen und sie dabei vernichten.

Diese frühen Wiedergängerfiguren haben offensichtlich wenig Anziehungskraft. Im Gegensatz zu Lord Byrons aristokratischen englischen Vampiren sind diese frühen folkloristischen Vampire Bauern und wirken eher wie moderne Zombies. Agnes Murgoci hat diesen Volksglauben weiter erforscht. Sie erklärte 1926, dass die Reise ins Jenseits gefährlich sei – nach rumänischem Glauben dauert es 40 Tage, bis die Seele des Verstorbenen das Paradies betritt. In einigen Fällen wird angenommen, dass sie jahrelang dort verweilt, und in dieser Zeit gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie verstorbene Familienmitglieder dem Vampirismus verfallen können.

Es wurde vermutet, dass der Tod als Junggeselle, durch Selbstmord oder Ermordung dazu führen könnte, dass eine Person als Vampir zurückkehrt. Bestimmte Ereignisse nach dem Tod könnten eine ähnliche Wirkung haben – eine frische Brise, die über den Leichnam weht, bevor er begraben wird, Hunde oder Katzen, die über Särge laufen, oder Spiegel, die in dieser prekären Zeit nicht gegen die Wand gedreht wurden.

Der literarische Bereich

Es war eine Abhandlung des französischen Mönchs Antoine Augustin Calmet aus dem Jahr 1746, die Schriftstellern den Zugang zu einer Reihe von Begegnungen mit Vampiren ermöglichte. Calmet ließ sich von Joseph Pitton de Tournefort inspirieren, einem Botaniker und Forschungsreisenden, der 1702 auf Mykonos einer Plage blutsaugender Vampire begegnet sein wollte. Sein Bericht wurde noch 1741 viel gelesen.

Drei Jahrzehnte nach Tourneforts Begegnung berichtete das London Journal 1732 von einigen Untersuchungen über „Vampire“ in Madreyga in Ungarn (eine Geschichte, die später von John Polidori erzählt wurde). Griechenland und Ungarn stehen in diesen frühen Berichten im Vordergrund – und das spiegelt sich in der romantischen Literatur wider: Lord Byron zum Beispiel macht Griechenland zum Schauplatz seiner unvollendeten Vampirgeschichte „A Fragment“ (1819).

Polidori war es jedoch, der den Stammbaum des Vampirs und seine soziale Stellung schuf. Vor dem aristokratischen Vampir Lord Ruthven von 1819 scheint es noch keinen urbanen oder bildungsbürgerlichen Blutsauger gegeben zu haben. Auch eine räuberische Sexualität wird vom Autor eingeführt. Zum ersten Mal sehen wir den Vampir als Wüstling oder Libertin, als echten „Lady Killer“ – eine Tendenz, die sich bis in unsere Zeit verfeinert hat. Später folgten James Malcolm Rymers „Varney the Vampyre“ (1849) und Ende des 19. Jahrhunderts „Dracula“ (1897). Zwar gab es schon vorher Vampire in der Literatur – zum Beispiel das Gedicht „Der Vampir“ von Heinrich August Ossenfelder aus dem Jahr 1748 und Christabel von Samuel Taylor Coleridge aus dem Jahr 1816 -, aber keiner von ihnen hat so viel Aufmerksamkeit erregt wie Polidoris Werk und sicherlich hat keiner so viel zu seinem Image beigetragen.

Varney hat die zweifelhafte Ehre, in dieser Aufzählung der Sonderling zu sein, denn erstens hat er durch seine Veröffentlichung in den „Penny Dreadful“-Heften weniger literarischen Ruhm erlangt als die anderen, und zweitens sind Varneys Heldentaten, anstatt sich als ein charmanten Vampir zu präsentieren, der mit der viktorianischen Vision der Schauerliteratur verbunden ist, erschreckend genug, um gut zum „Horror“ der Groschenhefte zu passen. Da sich die Darstellung der Vampire jedoch eher in Richtung Gothic als in Richtung Groteske entwickelte, waren unsere Vampirfreunde anfangs vornehme Leute, oft sogar Aristokraten. Vampire sind edel, das ist eine allgemein akzeptierte Vorstellung. Es gibt Ausnahmen (es gibt immer Ausnahmen!), aber es ist eine nachvollziehbare Faustregel. Die Erhebung des Vampirs in den Quasi-Adelsstand begann mit dem Erscheinen von Polidoris „Der Vampyr“, das ursprünglich mit dem irreführenden Untertitel „Eine Erzählung von Lord Byron“ veröffentlicht wurde. „Der Vampyr“ verdankt einen großen Teil seiner Popularität der Berühmtheit Byrons, und man kann sagen, dass die beiden Figuren untrennbar miteinander verbunden wurden. Diese Vorstellung hat bis heute überlebt, was sich unter anderem in Romanen über Byrons Leben als Vampir und in Geschichten über die Entwicklung des Vampirs zeigt, in denen der Dichter immer wieder auftaucht.

Die Anziehungskraft des Vampirs (den Ruthven damals als aristokratische Figur darstellte, der Charme und Verführung ausstrahlte) wurde erst durch den Skandal um die Veröffentlichung von „The Vampyre“ auf ein allgemein anerkanntes Niveau gehoben. Wäre Ruthven nicht zum Synonym für Byron geworden und hätte nicht jede Frau den Dichter kennen lernen wollen, der – wie es schien – die lebende Verkörperung seines eigenen todgeweihten Helden war, so wäre das öffentliche Interesse an Polidoris Roman wahrscheinlich nur von kurzer Dauer gewesen, denn sowohl „Der Vampyr“ als auch Polidori galten bald als „vulgäre Angelegenheit“. Zu vulgär für die spießige viktorianische Mittel- und Oberschicht. Vulgär, weil er „unchristlich“ war; vulgär, weil er zu „sexy“ war: Der Vampir war zu lieblich und reizvoll für seine Zeit, weshalb er gänzlich in die Gothic (und Erotik(!)-Literatur verbannt wurde. Das erklärt natürlich auch, warum der Vampir in der Gothic- und Urban-Fantasy zu Hause ist.

Der vermenschlichte Vampir

In der Tat ist das Vermächtnis von „The Vampyre“ eher ein Zeugnis von Byrons prominenten Wechselfällen und gleicht eher einer literarischen Verunglimpfung des Dichters als einem gotischen Vampirmärchen. Dies zeigt, dass der Vampir regelmäßig eher als Metapher für menschliche Entsprechungen und Beziehungen denn als übernatürliche Schreckensgestalt verwendet wurde. Der Vampir wurde also zu einer Person, und in Bezug auf seine literarische Stellung sollte er nie wieder derselbe sein – zumindest nicht innerhalb des Genres und der davon abgeleiteten Gattungen, in denen seine Identität wirklich ausgearbeitet wurde. Einmal „vermenschlicht“ – weit entfernt vom mondgesichtigen, leichenblassen Vampir, der beim Anblick einer ungeschützten Jungfrau zu triefen beginnt, wie es im reinen Horrorgenre üblich war -, ließ sich der Vampir nicht mehr von seinem Thron stoßen, und obwohl es immer wieder Darstellungen des Vampirs in einem weniger schmeichelhaften Licht geben wird, bleibt das Bild, das uns die englische Romantik so großzügig hinterlassen hat, ein fester Bestandteil unserer Kultur.

Tatsächlich eröffnete sich eine ganze Welt von Möglichkeiten, als der Vampir aufhörte, ein Abbild des Bösen zu sein, und sich in einen echten Menschen mit einem echten Leben verwandelte. Vampire können lieben, hassen, töten, zaubern, mit Schwertern oder Pistolen kämpfen, Werwölfe sind ihre Feinde, Königreiche verteidigen, Verbrechen aufklären und die Straßen der dunklen, gesichtslosen Metropolen bewachen. Vampire sind allgegenwärtig, nicht nur in der Urban Fantasy, in der das Paranormale und Übernatürliche allgegenwärtig ist. Von Malum in Mark Charan Newtons „Stadt der Verlorenen“ bis hin zu Anne Rice‘ Lestat scheint der Vampir eine Figur zu sein, die wie ein Rädchen in die Umgebung passt, in der sie sich befindet. Ob es nun an der Popularität der Twilight-Saga (Meyer, 2005-2008) liegt, am Mainstream-Appeal der verfilmten Serie „True Blood“ oder einfach daran, dass der Vampir wieder en vogue ist, eine Art Vampir-Revival hat in allen literarischen Genres stattgefunden.

Das ist nicht unbedingt neu, aber da es sich um ein langlebiges Phänomen handelt, verdient es Aufmerksamkeit. Dasselbe gilt für Zombies und Werwölfe, aber ihre Geschichte ist anders und bei weitem nicht so bipolar wie die des Vampirs. In gewissem Sinne erleben diese „Charaktere“ kein Wiederaufleben ihrer Popularität, sondern werden lediglich als nützliche Figuren anerkannt, mit denen sich interessante und abwechslungsreiche Handlungen aufbauen lassen, die zwar ein bestimmtes Genre verkörpern, aber auch kurze Anspielungen auf andere Genres enthalten. Ein Vampir ist per Definition ein Element der Fantasy, da er entweder mythisch, übernatürlich oder einfach nicht existent ist. Das bedeutet nicht, dass jede Geschichte, in der ein Vampir vorkommt, automatisch Fantasy ist, aber es bedeutet zumindest, dass sie für Fantasy-Fans interessant sein könnte.

Elizabeth Kostovas „Der Historiker“ (2005) und John Ajvide Lindqvists „So finster die Nacht“ (2004) sind gute Beispiele dafür, wie der Vampir nahtlos in die „erwachsene“ Fiktion übergehen kann, während verschiedene Manga- und Anime-Neuerzählungen des Vampirs uns daran erinnern, dass der Vampir für so ziemlich jeden attraktiv ist, der ihn haben will. Obwohl diejenigen, die nach einem historischen „echten“ Dracula suchen, oft auf den rumänischen Prinzen Vlad Tepes (1431-1476) verweisen, von dem Stoker einige Aspekte seines Dracula-Charakters übernommen haben soll, ist die Charakterisierung von Tepes als Vampir ausgesprochen westlich; in Rumänien gilt er nicht als bluttrinkender Sadist, sondern als Nationalheld, der sein Reich gegen die osmanischen Türken verteidigt hat.

All dies zeigt, dass die Geschichte der Vampire umstritten und unsicher ist, unabhängig davon, ob man sie aus wissenschaftlicher oder literarischer Perspektive betrachtet. Die in jüngster Zeit von Archäologen entdeckten „Vampir-Bestattungen“ stimmen jedoch mit Praktiken überein, von denen bekannt ist, dass sie auf den Glauben an den Vampirismus hindeuten (wie das Durchbohren des Körpers, das Nageln der Zunge, das Durchbohren des Herzens und das Einfügen von kleinen Steinen und Weihrauch in den Mund und unter die Fingernägel, um das Saugen und Stechen nach Blut zu verhindern). Diese „Vampirleichen“ tragen also dazu bei, herauszufinden, wie alt unser Glaube an Vampire wirklich ist. Matthew Beresford, Autor des Buches „From Demons to Dracula: The Creation of the Modern Vampire Myth“, stellt fest: „Es gibt klare Grundlagen für den Vampir in der Antike, und es ist unmöglich zu beweisen, wann der Mythos zum ersten Mal auftauchte. Es gibt Hinweise darauf, dass der Vampir aus der Magie des alten Ägypten hervorgegangen ist, ein Dämon, der von einem anderen in diese Welt gerufen wurde“.

Vampire gibt es in vielen Variationen auf der ganzen Welt. Es gibt asiatische Vampire, wie die chinesischen jiangshi (ausgesprochen chong-shee), böse Geister, die Menschen angreifen und ihnen die Lebensenergie entziehen; die bluttrinkenden bösen Gottheiten, die im „Tibetischen Totenbuch“ erscheinen, und viele andere. Die Geschichte der Vampire ist also noch nicht mit Sicherheit zu fassen, und bei der Suche nach dem Ursprung des Unholds sollten wir uns wohl an die Aussage des britischen Vampirologen Montague Summers (1880-1948) halten.

Tesla und die Außerirdischen

Als Tesla mit seiner Behauptung an die Öffentlichkeit ging, er empfange außerirdische Stimmenübertragungen, wurde er dem üblichen demütigenden Spott ausgesetzt, dem UFO-Zeugen heute ausgesetzt sind, wenn sie versuchen, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen. Er blieb jedoch bei seiner Überzeugung, dass die Stimmen echt waren und eine schreckliche Bedrohung für das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, darstellten. Der Herausgeber von Global Communications, Tim Beckley, lieferte weitere Informationen über die Verbindung zwischen Tesla und Außerirdischen.

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