
[…] „ein solcher riegenkerl saß einmal und goß knöpfe, da kam der teufel gegangen, grüßte und fragte „was machst du da“? – „ich gieße augen.“ – Grimm, Deutsche Mythologie, Band 1
Culture Lab

[…] „ein solcher riegenkerl saß einmal und goß knöpfe, da kam der teufel gegangen, grüßte und fragte „was machst du da“? – „ich gieße augen.“ – Grimm, Deutsche Mythologie, Band 1


Heute geht es um Wolfgang Hohlbein und seinen Hexer von Salem. Das war eine Roman-Serie, die von 1985 bis 1987 im Bastei-Verlag erschien, vorher aber schon im legendären Gespenster-Krimi startete, auch wenn es dort nur zu sechs Ausgaben kam. Später wurde die Serie im Taschenbuch weitergeführt und zum Schluss wurden 24 überarbeitete Bücher daraus. Hohlbein musste sich in vielen kindischen Kommentaren der Kritik aussetzen, dass er sich ordentlich bei Lovecraft bedient hat. Interessanterweise ist das genau der Sinn der Sache, aber im Gegensatz zu den Vielen, die heutzutage versuchen, wie Lovecraft zu klingen oder sogar Lovecraft zu sein, spinnt Hohlbein eine ganz eigene Variante im kosmischen Horror zusammen, die natürlich auf Unterhaltung abzielt – auf was denn sonst? Ich möchte mir an dieser Stelle die Serie eine Zeitlang anschauen und beginne mit dem Buch Die Spur des Hexers. Hohlbein hat erst 1990 den eigentlichen Beginn seiner Geschichte veröffentlicht. In diesem Prequel treffen wir Robert Craven nur am Rande an, denn er ist dort erst drei Jahre alt. Hauptakteur ist demnach dessen Vater Roderick Andara.

Innerhalb der heiligen Hallen der NWOBHM gibt es Kultbands, die im Sand der Zeit vergraben liegen und als großes Geheimnis gelten. Die britischen Ritual sind eines davon: Sie wurden 1973 gegründet, waren Zeitgenossen solcher Titanen wie AC/DC und Motörhead, spielten mit ihnen sogar schon 1975 im selben Pub (The Red Cow).
In jenen Jahren hatten es selbst Legenden wie AC/DC oder Motörhead schwer, in Bars zu spielen und sich bekannt zu machen, sie wurden schlecht bezahlt, wurden wegen der Musik, die sie spielten, von Radiostationen boykottiert; und trotz dieser Schwierigkeiten nahm die Geschichte der Rockmusik und des Metal ihren Lauf. Besagte Bands veränderten alles. Allerdings kann man das nicht von Ritual behaupten. Das lag vor allem daran, dass sie keinen revolutionären Sound wie ihre übrigen Kollegen im Gepäck hatten. Aber das ist nicht alles. Irgendein Unglück schien über der band zu schweben, das nicht mit herkömmlichen Pannen zu beschreiben ist. Zum Beispiel wurde auf ihrem Debüt nicht mal das Bandlogo abgedruckt, weshalb man glaubte, die Band hieße so wie ihr Album: Widow. Erst zehn Jahre nach Ihrer Gründung lag ihre erste Scheibe vor. Und die entstand unter prekären Bedingungen, so dass sie einen recht miesen Sound aufweist. Das einzige Glück, das Ritual beschieden war, ist die Tatsache, dass sie zu einer Kultband wurden.

Man kann ohne Umschweife sagen, dass Twisted Tower Dire eine der wichtigsten Bands des US-Power Metal sind. Das liegt nicht alleine an ihrer hervorragenden Musik, sondern vor allem daran, dass sie da waren, als keiner mehr etwas von traditionellem Heavy Metal wissen wollte. 1995 gegründet, veröffentlichten sie 1999 ihr Debütalbum The Curse of Twisted Tower und blieben bis in die 2000er Jahre sehr aktiv. Sie starteten ihre Karriere also am absoluten Nullpunkt des Genres. Bis auf wenige Ausnahmen gab es kaum Aktivitäten in diese Richtung. Es war dunkel, und Twisted Tower Dire waren das Licht in dieser Dunkelheit und die Fackelträger des amerikanischen Power Metal, die dazu beitrugen, ihn überhaupt am Leben zu halten. Als Band haben sie eine lange und intensive Geschichte, gefüllt mit großen Anteilen an Erfolgen und Tragödien gleichermaßen. Seit acht Jahren hat man nun kaum mehr etwas von der Band gehört, aber die Wartezeit ist vorbei. Mit Wars of the Unknown kam Anfang des Jahres ihr sechstes Studioalbum heraus.

In den 80er Jahren haben einige sehr interessante Werke der Fantasy ihren Ursprung. Stephen King begann sein gewaltiges Epos Der dunkle Turm, Stephen R. Donaldson legte seinen Thomas Covenant vor. Und es gab noch andere, die heute zur Grundlage dieses Genres zählen, alles in allem aber war es ein Tasten im Dunkeln. Die meisten Autoren zeigten sich von Tolkien inspiriert, der wie ein Magnet alle Ideen an sich zu reißen schien. Deutsche Autoren waren ohnehin nicht auf dieser Landkarte verzeichnet. Einer von ihnen machte aber gleich in seiner Anfangsphase dann doch von sich reden: Wolfgang Hohlbein. Und scheinbar brauchte der Mann keine Anlaufzeit, denn mit dem ersten Buch seiner Enwor-Saga brach er nicht nur mit der Tradition Tolkiens, sondern demonstrierte auch gleich jene ungeheure Fabulierlust, die ihm nicht nur Lob einbrachte.
Traum: Ich in einem Raum ohne Möbel, außer dem Tisch, an dem ich sitze. Mir gegenüber ein Mann, der eine Zeitung studiert. Er ist mir fremd und wartet auf den Bus (oder auf den Zug). Derweil sind zwei Handwerker mit der Tapete beschäftigt. Sie schneiden Steckdosen und Lichtschalter aus. Sie ist weiß und augenscheinlich aus uralten Tagen, schwer mit einem stilisierten, leicht glänzenden Muster.
Nach vier Tagen mit interessanten Symptomen, die meine Stimme etwas in Mitleidenschaft zogen, geht es mir heute wieder etwas besser. Ich bin recht gut durch diese apokalyptische Stimmung gekommen, aber natürlich wird diese so schnell nicht enden. Es wäre aber falsch zu behaupten, die Misere, die sich seit einem Jahr zeigt, hätte mir gar nichts ausgemacht, schließlich muss ich doch dann und wann das Haus verlassen, um etwas einzukaufen. Ich kann mir nicht alles schicken lassen. Mir war der Kontakt mit vielen Menschen schon vor der Pandemie ein Graus, doch mittlerweile ist es schierer Ekel. Natürlich lege ich meine Einkäufe in die früheste mögliche Stunde, aber man kommt nie ganz davon. Ich wünschte mir eine eigene Infrastruktur für Hochsensible.