H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – VIII. Der Hafen

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

VIII: Der Hafen

Zehn Meilen entfernt von Arkham traf ich auf den Weg,
Der an den Klippen entlang über Boynton Beach führte,
Und hoffte, mit dem Sonnenuntergang den Bergkamm zu erreichen,
Der ins Tal und auf Innsmouth hinunter blickt.
Weit draußen auf dem Meer wurde ein Segel eingeholt,
Weiß gebleicht, wie es nur die harten Jahre uralter Winde vermögen,
Aber mit einem Vorzeichen des Bösen jenseits der Sprache versehen,
So dass ich davon absah, einen Gruß und ein Zeichen zu entsenden.

Segel aus Innsmouth! erschallte es in Anlehnung an das alte Renomee
Schon lange toter Zeiten. Doch schon senkte sich
Eine zu schnelle Nacht herab, und ich hatte den Gipfel erreicht,
Von wo aus ich mir so oft die weit entfernte Stadt besah,
Die Türme und Dächer sah ich – aber dort! Das Dämmerlicht
Senkte sich auf dunkle Gassen, so lichtlos wie das Grab!

H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – VII. Zamanns Hügel

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

VII. Zamanns Hügel

Drohend hing der große Hügel über der alten Stadt,
Ein Abgrund, der sich über das Ende der Hauptstraße bog;
Grün, hoch, und bewaldet blickte er düster auf den
Kirchturm hinab, der an der Straßenkreuzung stand.
Seit zweihundert Jahren hörte man nur Geflüster über das,
Was einst auf dem menschgemiedenen Hang geschehen –
Geschichten über auf grausame Weise verstümmelte Tiere,
Einen Hirsch oder einen Vogel, oder über verschwundene Burschen,
Deren Familien längst die Hoffnung aufgegeben hatten.

Eines Tages fand der Postbote das Dorf an dieser Stelle nicht mehr,
Noch wurden die Bewohner oder Häuser jemals wiedergesehen;
Leute kamen aus Aylesbury, um zu gaffen – doch sie sagten,
Dass der Briefträger verrückt geworden sein müsse, wenn er behauptete,
Die gefräßigen Augen des Hügels und seinen weit aufgerissenen Kiefer gesehen zu haben.

H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – VI. Die Lampe

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

VI. Die Lampe

Wir fanden die Lampe in diesen zerschossenen Felsen, kein Priester
Thebens hätte die eingravierten Zeichen zu lesen vermocht,
Und diese beängstigenden Hieroglyphen warnten
Jede lebendige Kreatur der Erde vor diesen Kavernen.
Mehr war da nicht – nur dieses eine eherne Schälchen,
In dem sich Reste eines seltsamen Öls befanden;
Mit einer obskur gemusterten Schriftrolle beschwert und
Voller Symbole, die vage von einer sonderbaren Sünde sprachen.

Wenig interessierten uns die Ängste vor vierzig Jahrhunderten
Als wir unsere schmale Beute davontrugen; und als wir sie
In unserem dunklen Zelt untersuchten, rissen wir ein Streichholz an,
Um das antike Öl zu entfachen. Es loderte auf – großer Gott! …
Aber die gewaltigen Gebilde, die wir in diesem wahnsinnigen
Leuchten erkannten, erfüllten unsere Existenz mit Ehrfurcht.

H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – V. Heimkehr

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

V. Heimkehr

Der Dämon sagte mir zu, mich heim zu nehmen
In das fahle schattige Land, das ich nur vage erinnerte
Als einen hochgelegenen Ort der Treppen und Terrassen,
Umgeben von Marmorbalustraden, die an Himmelswinden nagten,
Während weit unterhalb ein Wirrwarr aus Kuppeln über Kuppeln
Und Turm an Turm sich neben dem Meer erstreckten.
Noch einmal, so sagte er mir, würde ich verzaubert auf
Diesen alten Höhen stehen, um der weit entfernten Gischt zu lauschen.

All das versprach er, und fegte mich durch das Sonnentor,
Hinter die leckenden, flammenden Seen und die rotgoldenen
Throne der namenlosen Götter, die aufschreien werden vor Angst
Wenn das Schicksal sich nähert. Dann erblickte ich
Einen schwarzen Abgrund, gefüllt mit in der Nacht tobenden Wassern:
„Hier lag dein Zuhause”, spottete er, ” als du noch fähig warst zu sehen!”

H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – IV. Erkenntnis

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

IV. Erkenntnis

Es war erneut der Tag gekommen, da ich als Kind
Einst sah – nur einmal – dieses Tal, gespickt mit alten Eichen,
Grau im Bodennebel dort, der schleichend die Konturen
Umarmte, die vom Wahnsinn längst entweiht.
Es war wie damals – ein Pflanzengürtel, in wilden
Schlingen um den Altar gekrallt, auf dem die eingekerbten Zeichen
Den Namenlosen beschworen, zu dem empor Tausend Rauchsäulen
Vergangener Äonen stiegen, ausgeworfen von unreinen Schloten.

Ich sah den Körper ausgebreitet auf dem feuchten Stein, und wusste,
Jene Gestalten, die sich dort ergötzten, waren nicht von menschlicher Natur;
Ich erkannte diese fremde graue Welt nicht als die meine, denn
Das war Yuggoth, weit hinter dem Sternenmeer gelegen – und dann
Schrie der Körper schrill im Todeskampfe auf, und viel zu spät
Bemerkte ich, dass ich ein Bildnis von mir selber sah.

H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – III. Der Schlüssel

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

III. Der Schlüssel

Ich kann mich nicht erinnern, welch Irrwege durch diese Überreste
Seltsamer Hafengassen mich einmal mehr nach Hause führten,
Doch auf meiner Veranda angekommen zitterte ich, bleich vor Erregung,
Endlich ins Haus zu kommen und die schwere Türe zu verriegeln.
Ich besaß das Buch, das den verborgenen Weg durch die Leere
Und zwischen die raumgreifenden Paravente hindurch beschrieb,
Deren Begehr es ist, die dimensionslosen Welten in Schach zu halten
Und die verlorene Äonen zu ihrer eigenen Domäne zu zählen.

Endlich gehörte mir der Schlüssel zu diesen flüchtigen Visionen
Von Türmen im Abendlicht und dämmrig brütenden Wäldern, die
In den Klüften weit hinter den Grenzen dieser Erde lauerten,
Wie die Erinnerung an die Unendlichkeit.
Der Schlüssel gehörte mir, doch als ich da so murmelnd saß,
Rüttelte etwas – zaghaft noch – am Fenster des Dachstuhls.

H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – II. Verfolgung

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

II. Verfolgung

Unter meinem Mantel hielt ich das Buch unter Mühen versteckt,
Um es an diesem verrufenen Ort vor Blicken zu schützen;
Hektisch klangen meine Schritte durch die alten
Hafengassen, die ich nervös im Auge behielt.
Stumpf-verstohlene Fenster, von fauligen Ziegeln gefasst
Schielten mir nach auf sonderbare Weise, und ich fragte mich,
Was sie wohl verbargen, verzehrte mich alsbald nach einen
Erlösenden Blick auf einen sauberblauen Himmel.

Niemand hatte gesehen, wie ich das Ding an mich genommen – und doch
Hallte ein ausdrucksloses Lachen in meinem verwirrten Kopf,
Ich konnte nur erahnen, welch nachtschattige Welt des Bösen
In diesem von mir erwählten Folianten lauerte. Mein Weg wurde
Immer merkwürdiger – die Mauern alle glichen sich in ihrer irrsinnigen Architektur –
Und weit hinter mir hörte ich das nahende Schleichen heimlicher Schritte

H.P. Lovecraft: Die Pilze von Yuggoth – I. Das Buch

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Darleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971.
Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

I. Das Buch

Düster und nebelicht verlor sich der Ort fast
Im Geflecht alter Gassen nahe der Kais,
Nach fremden Dingen stinkend, aus den Tiefen der See
Mit kranken Schwaden verschnürt, die der Westwind formte.
Unter von Rauch und Frost verschliffenen Rautenscheiben
Lagen die Bücher in Haufen wie die Rinde verdrehter Bäume,
Verrottet von unten bis hinauf zur Krone,
Ein Gemenge längst schon zerfallener Überlieferung.

Verzaubert betrat ich den Platz und langte durch Spinnweben,
Um den nächstbesten Folianten zu ergreifen und darin zu blättern,
Zitternd vor Erregung aufgrund der merkwürdigen Worte, die ihre
Geheimnisse nicht verrieten; so ungeheuerlich, wenn man sie kennte.
Dann hielt ich nach einem Händler alter Dinge Ausschau
Und fand doch nichts als eine körperlos lachende Stimme.

TF Episode #4: Nighttrain – Nachtschatten

Der 1. September 2019 war ein Festtag für alle Liebhaber der Weird Fiction und der Essenz der Horrorliteratur. Tobias Reckermann gab in seinem Imprint Nighttrain eine ungeheuer wichtige Anthologie heraus, die als Reminiszenz an Thomas Ligotti zu verstehen ist. Gleichzeitig war das die Gelegenheit für mich, etwas über den Einfluss Ligottis und die hier versammelten Autoren zu sprechen.

Da ich selbst übersetze und weiß, was das für eine Arbeit ist, darf auch die Leistung von Christian Veit Eschenfelder nicht unterschlagen werden, genau sowenig aber die grandiose Coverillustration von Jörg Vogeltanz.

Das Buch könnt ihr als Taschenbuch oder eBook hier beziehen.

Natürlich habt ihr auch wieder die Gelegenheit, das Skript für den Podcast nachzulesen, das ich euch auf meiner Webseite zur Verfügung stelle.

In geisterhafter Isolation

Ich schaute nach innen und sah nichts als Phantome, aufgewühlte Erscheinungen, die Verderbnis um meine Seele schnürten. Ich hatte nichts dagegen, denn ich war der ungeschickten Menschheit und ihrer ungehobelten Welt gegenüber müde geworden, wo sie in freudigem Wahn unter einer verlöschenden Sonne tanzten. Ich fühlte nichts als Verachtung für ihre geistlose Ausgelassenheit, mit der sie meine Unzufriedenheit schalten. Ich fühlte mich einzig mit meinen Phantomen verbunden, die um mein Herz herum kreisten und diesem Organ ein tödliches Klopfen beibrachten. Folglich ruhe ich hier, in dieser einsamen und flachen Vertiefung in der Erde, weit entfernt von den Langweilern und ihren Halluzinationen der Freude, ihrem Gekreische armseliger Euphorie, die leuchtenden Augen voller strahlender Dummheit. Ich sank tiefer in die verständige Erde und in ihre diskrete Umarmung, schloss meine Augen vor einem blassen irdischen Licht, um nach innen zu blicken, wo meine Phantome sich in Aufruhr befanden; und ich sah nicht weg, als sie mich mit ihren besorgten Pfoten berührten und mir dabei halfen, mit ihrem Tanz und seinem unirdischen Rhythmus zu verschmelzen, wobei mein sterbliches Herz eine weitere Verlangsamung erfuhr, ein älteres Klopfen, das hinter meinen Augen pulsierte und sie lehrte, sich ein verschleiertes Reich vorzustellen, in dem die Träume krank gewachsen sind. Diese Krankheit, die zum Tode führt, zersetzte mich, und als Phantomteilchen schwebte ich aufwärts in Richtung des nächtlichen Abgrunds; und dann setzte ich mich wieder zusammen und meine Füße fanden sicheren Halt auf der soliden Oberfläche der Friedhofsmauer, auf der ich durch die Nebel der kargen Dämmerung ging, und durch einen dünnen Nebelschleier erblickte ich einen Dämonenstern mit einem Namen, den ich einst kannte, der aber nun vergessen ist – deshalb konnte ich ihn nicht anrufen.

Dennoch gereichte mir seine gespenstische Illumination als Leuchtfeuer, das mich diesen Sims entlang führte, bis ich einen Ort erreichte, an dem sich ein träger Fluss seinen lethargischen Weg bahnte. Ich erblickte die Brücke unter mir, auf der ich den müden Fluss überqueren konnte, um auf der anderen Seite durch ein flackerndes Feld unter einem violetten Himmel zu einem riesenhaften Turm aus gebleichtem Stein zu gelangen; und ich war erstaunt darüber, wie die Oberfläche des Turms schimmerte, als ob er seine Nahrung aus dem Dämonenstern zöge, der seine steinerne Fassade beleuchtete. Ich wusste, dass diese teuflische Brechung von jener Art war, wie ich sie niemals in meiner dumpfen Wachheit erlebt hatte, mit Augen, die nur nach außen sahen; und aus diesem Grunde lächelte ich, weil ich ohne Zweifel wusste, dass ich von der abscheulichen Wirklichkeit befreit war, in der Narren ihre Dummheit feiern. Ich hatte dieses geisterhafte Allerheiligste gefunden, wo meine isolierte Seele in poetischer Dunkelheit träumen konnte. Und so zog ich in Richtung des fahlen Turms, und ich legte meine Schattenhand auf seinen bleichen Stein; und ich stürzte über seine gewölbte Schwelle und floss die gewundenen Stufen hinauf, die mich nach oben, dem violetten Himmel entgegen brachten, wo ein Dämonenstern mich rief. Und in den obersten Gefilden dieses gigantischen Turms fand ich ein gemeißeltes Quadrat, das als grob behauenes Fenster diente, durch das ich meine geisterhafte Essenz beugen konnte; und als ich mich beugte, hielten meine Phantome in ihrem Tosen inne und stürzten aus meinen gespenstischen Augen, trieben dahin und verwandelten sich in einen einzelnen Stern, von dem ein einziger Strahl fiel. Und so quetschte dieser Strahl meine luftige Substanz durch das steinerne Portal; und auf diesem Strahl kroch ich zum Dämonenstern, als er begann, die Züge meiner Phantome anzunehmen, wodurch ich die letzten Überreste meiner Sterblichkeit opferte, um mich der wirbelnden Konklave anzuschließen.