
In Modianos Roman aus dem Jahr 2007 schwebt eine rätselhafte junge Frau namens Jaqueline durch den Text, die von den meisten nur „Louki“ genannt wird. Als wir ihr zum ersten Mal begegnen, heißt es, an ihr sei nichts Gewöhnliches. Tatsächlich geistert sie durch die Erzählung wie ein Geist oder eine missgebildete Präsenz, die darauf wartet, in die Handlung einzugreifen, aber aus irgendeinem Grund nicht in der Lage ist, die anderen Figuren voll in die Handlung einzubeziehen.
Aber das zentrale Thema des Romans ist nicht wirklich Louki und ihre Beziehung zu den verschiedenen Erzählern, sondern das Konzept der „Fixpunkte“ bzw. das Fehlen solcher Fixpunkte in ihrem Leben. Fixpunkte halten uns in unserer jeweiligen Realität fest, aber wie Patrick Modiano in seinem gesamten Werk gezeigt hat, werden im Nachkriegsmilieu alle Bezugspunkte verdächtig, vor allem jene, die wir in der Erinnerung verorten. So wird das Leben seiner Figuren immer wieder neu durchdacht und im Geflecht seiner Erzählungen neu fixiert.
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Sehr guter Zusatz. Bereichert das ganze enorm. Danke!