Tarock der Läufer und Fänger

Im Titel stehts bereits, was ich sagen will. Aber das ist natürlich ne faule Aussage von mir. Das weiß ich. Ich bin weltfaul und der meisten meiner Artgenossen überdrüssig. Das wiederum lässt tief blicken. Stille psychoanalytische Fischrachenanalyse.

Zelfieblume

Ich entwerfe gerade ein Tarock für das, was bisher noch „Sandsteinburg“ heißt und irgendwo in Schubladen, unter Schränken und in meinem Schädel umherfledert. Genommen werden Figuren, Symbole und Szenen aus ihr. Das bedeutet zwangsläufig: Ich muss auch eine eigene Legende zu den Karten entwerfen. Ein absolut sinnloses Unterfangen, zu dem die Hochlebe-Luftpuppe der Kunst eine ihrer blonden Strähnen zwischen zwei ihrer Finger zwirbelt, um sie zwischen Nase und Oberlippe zu klemmen, sobald sie schweinsnaserümpfend ein Fischmaul mimt. Zimpel commonzenzes.

Das ist die Karte mit der es begann.

Ähnliche Beiträge

  • Vor der Erfindung der Pulvermaske

    Geschrieben von A. Anders

    Aufgrund des Durcheinanders und der Angst,
    dass die Zeit Haarpulver erzeugen könnte,
    befinden sich in den Ecken Medaillons und Tröster-Krawatten.

    Es ist absolut exquisit.

    In diesem romantischen Kit dreht sich alles darum,
    elegante Epochen der Vergangenheit zu romantisieren
    und mit Rosen zu vermischen.

    Es gehört zur Nostalgic Essence Collection.

    Sie sehen keine Fälschungen mit angeblicher „Weichzeichnung“
    oder selbstgemachten zerstörten Stoffstrümpfen.

    Einseitig sind noch die alten Halterungen für den Himmel vorhanden. – Dieser fehlt jedoch.

    Er wurde früher in die Kupferwanne gelegt, um den Badegast vor der Hitze der darunter liegenden Brände zu schützen. Man konnte ihn aufhängen oder hinter einen alten Spiegel klemmen.

    Gekauft wurde er vor vielen Jahren von einer wundervollen Dame mit langen irisierenden Hahnenfedern und einer glorreichen fliegenden Krähe in einem kleinen Dorf zwischen Bergerac und Monbazillac in der Dordogne.

  • Eins: Nacht ohne Morgen

    Es gab Erste. Diese Ersten waren viele. Sie hatten sich daran gewöhnt, ihre Hände verschollen zu wissen. Ihr Mund von einem weißen Band fortgetragen, das vor ihren blass marmorierten Stirnen davonwehte, während sie sich ins Dunkel drehten ohne jemals wiederzukehren und für immer dort stehen blieben, von wo aus sie gerufen worden waren. Unbewusst streifen die, deren Namen noch unausgesprochen nicht zu Asche zerfallen sind, sie in den Straßen und auf den Feldern. Das Einzige, was sie von ihnen wahrnehmen, so sie wach und vermöge sind, ist allenfalls ein eisiger Luftzug, der rückwärts in der Zeit all die Türen verschließt, die jene sich zeit ihres verbleibenden Lebens offenzuhalten gedenken.

    Es würden Weitere folgen – bis bald kein Name mehr in dieser Welt vorhanden, ich jene noch geschlossene Tür passieren muss.

    Ich habe Angst – denn:

    Müsste ich dann fortan und ewig in diesem in der Fremde drohenden Meer bestialisch aufgepellter Herzen wandeln, würde ich die Götter wohl bitten, mir das Licht von der Haut zu nehmen.

    Ich müsste dunkeln, um im Dunkel zu sein.

  • LiveBook/Lorebuch-Kooperation

    Das LiveBook greift selbstverständlich auch aus den visuell gestalteten Seiten hinaus und manifestiert sich in weiteren Texten, die nicht unbedingt einen Weg ins fertige Werk finden müssen. So geschehen (unter der heutigen Arbeitsatmosphäre) beim Gespann ENDLICH SCHULD / SCHWEREMUT, wobei letzter Text in die Sammlung LOREBUCH aufgenommen werden wird.

  • Zu folgen ist unmöglich

    Ich schrieb – stets und immer -, bereits im Kessel der Imaginationen, bereits nach diesem Prinzip gestaltet, die Schattenspiele wahrzunehmen, die Unverständlichkeiten, die nie anders zu benennen sein werden als durch die Expansion der Muttersprache. Die Dichtung ist nur Wissenschaft, nicht etwa Literatur, die Verpflichtung, wahrzunehmen. Allein für etwas anderes, nicht für die Menschheit, die es nicht Wert ist, sie im Weltenall zu grüßen. Die fehlerhafte Welt, die unvollständige Natur, der dilettante Aufbau der Schöpfung. Auf der Suche nach Etwas, das diesen gewaltigen Error beseitigen könnte. Der Dichter kann, aber ihm zu folgen ist unmöglich.

  • Tet Corporation ist überall

    TET
    Die Tet Corporation ist eine Unternehmensorganisation, die zu drei Zwecken gegründet wurde: um die Rose an der Second Avenue und der Forty-Sixth Street zu schützen, um Stephen King zu schützen und um das Wachstum der Sombra Corporation und der North Central Positronics zu verhindern. Moses Carver war seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1977 bis 1997 Präsident des Unternehmens, als er den Titel an seine Tochter Marian Carver weitergab. Im Jahr 1999 war das Unternehmen fast zehn Milliarden Dollar wert.
  • Subsistenz ( I put a spell on you)

    Ich zog meinen Mantel aus, steckte die Hörgeräte in eine der Taschen. Hatte den Tag, jedes Wort nun bewältigt, obwohl ich nichts bewältigen wollte. Nein, ich wollte nichts bewältigen. Auch gingen mich diese Worte nichts an. Ich versuchte wieder etwas fern der Regulierung wahrzunehmen. Meine Ohren haben solchen Dingen immer den Vorzug gegeben. Das Unhörbare wahrgenommen. Das Nichtgesagte. Die stumme Liebkosung, die sich manchmal durch ein labendes Flüstern verrät, zu dem sie wird und so doch zur Welt kommen will. Ich sehnte mich alltäglich nach dem großen Hörverlust, der mich endlich ausgliederte. Ich lief durch den Flur unserer Gespräche. Das dauerte. Dauerte, je mehr ich mich in ihnen verlor. Draußen wuchs Schnelleres. Hier drinnen wuchs ich. Der Teppich dämpfte meine Schritte. Die Muster durchwandelten sich gegenseitig, durchwandelten ihren roten Wirt, formierten sich jedoch gleich wieder, die Energien, die Wärmen, die meine Fußabdrücke hinterließen, zu nutzen, sie zu speichern. Sie wollten nicht den Körper, der in sie schritt. Er gehörte nicht zu ihnen. Hier, wo wir waren, waren wir. Hier wurde der Alltag nicht bewältigt, wurde nichts hart berührt. Wurde nichts unempfänglich gemacht. Hier streiften wir die Dinge mit unserer Anwesenheit. Ich kniete mich ins Rot hinein. Die Wärme gab die Haut wieder frei. Muster leckten sie wach.