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  • Stille

    A: Fangen Sie einfach an. 
    D: Ich habe Angst.
    A: Vor was?
    D: Vor nichts.
    A: Was ist nichts?
    D: Die Ungebärde. Der musiklose Automat. Laute Frauen zerstückeln Orpheus.
    A: Haben Sie das denn gesehen?
    D: Ja! Sie nicht?
    A: Wieso sind die laut?
    D: Sie kennen die Stille nicht. Stille ist Empfang.
    Ich empfange dich in meiner Stille. Ich zerstückele dich nicht.
    Nicht in meinem Haus. In meinem Hauthaus hält die Sprache an.
    Bewegen sich Zweige. Bewege ich mich.
    Manchmal instabil. Weil Lärm droht.
    A: Was für Lärm? Und wieso droht er Ihnen?
    D: Applaus!
    Weil die klatschen und applaudieren wollen.
    Weil sie analysieren wollen, was von der Musik übrig geblieben ist.
    Für ihr Gehör.
    Deswegen sind die so laut, wenn sie ihn zerstückeln.
    Sie hören die Musik der Stille nicht mehr.
    Nicht den Wald. Nicht den Berg. Das Meer. Die Wüste.
    Sie müssen selbst laut sein.
    Sonst sind sie nirgends.

  • Nachruf an H. L.

    Geschrieben von A. Anders

    Es ist nicht sicher, Schwester,
    dass wir uns erinnern,
    wie wir uns fanden.

    Es ist nicht sicher,
    dass wir uns wiedererkennen,

    die wir uns suchen
    auf nunmehr anderen Wegen
    anderntags.

    Es ist nur sicher,
    dass wir sie gehen.

    Nicht sicher

    Es ist nicht sicher Bruder
    daß wir uns finden
    die wir uns suchen
    daß wir uns sehen
    wenn wir uns begegnen
    daß wir uns erkennen
    wenn wir uns lieben
    daß wir uns wiedererkennen
    anderntags

    (Hanna Leybrand)