Süßes und Bitteres

Sie erhob sich von ihrem Stuhl, als sie mich aus dem Wandschrank kommen sah. Außer Königen, Dichtern und Druiden erhebt sich jeder, wenn er etwas für einen ehrlichen Gruß übrig hat. Es war nicht leicht zu erklären, wie ich dort hineingekommen war. Ihre starren Augen nahmen die Rundungen eines Opfers an, das sich nicht kampflos ergeben wollte.
»Wegen dir bin ich doch gekommen!«, sagte ich neben sie hin, weil sich dort noch ein Platz für Worte fand, blieb aber ganz der berechnende Geminus, ein kleiner Janus über den Türen. In ihr Ohr hinein sagte ich Dinge, die sie hören wollte, bis ihre feingeschwungene Muschel, viel zu zart für ihren großen Kopf, überlief.
In der geheimen Höhle des Herzens sitzen zwei an dem Brunnen des Lebens, das abgetrennte Ich trinkt Süßes und Bitteres, es mag das Süße und es mag nicht das Bittere. Währenddessen trinkt das höchste Selbst Süßes und Bitteres. Es mag noch mag nicht das eine oder andere, das Ich tappt im Dunklen herum, während das Selbst im Licht lebt.
In alten Sprachen sind Wind und Hauch Böen aus Splitter, fragile Kommunikation.
»Du?«
»Ja. Ich bin es wirklich.« Ich durfte sie Schranktüre schließen, ohne dass die Gefahr bestanden hätte, dass sie davonlief. Fraktale Welt, Frakturen des Erlebens; hingestreckt erwachen ihre Finger.
Siziliumhände, Schwefelhauch, Eisenknochen, Aluminiumhaar. Von Vogelbanden begleitet werde ich der Gottesanbeterin anheimfallen.

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    Manchmal Äste
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    erspähe ich ein Wunder
    gebäre ich mich selbst

    auf die Frage

    Was ist zu tun, der Wurzel Tiefe zu begreifen
    der Wurzel Festigkeit zu hören
    der Wurzel Durst allzeit zu stillen

    Ich trample auf den Nerven deiner Ahnen
    Genien und etruskische Todesdämonen
    Menschen tragen Flügel
    dort die Welt weit ist
    dort die Welt versteckt ist

    Wenn etwas aus der Tiefe fragt:

    Was ist das für ein Mund
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    Antwortet etwas darüber:

    Der Zivilisationengrund
    ist Armengrab
    Ein offener Mund

    Der hält den Rachen auf
    Der frißt sich durch den Bauch
    Der Erdenkinder Untergang
    Der Menschenfeind im Überschwang
    Danieder speichelt er und frißt
    Es ist der Mund, der niemals küßt

    Aber höre auch dies:
    (Es sind die Gesänge der Vril)


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