allerlei zu versuchen

achja asfaltschleim, eine bitumie
bergteer, satanspech gegen aller
lei gebrechen (sie gingen die end
lose allee entlang unter den
schwarzen platanen) musik ála
zingarese betäubte die ohren in
ihrem halfter, zum schumann'schen
rotationstachistoskop, mit dem
der umfang der aufmerksamkeit
gemessen werden soll

ist nicht so / daß wir kühlen könnten
ist nicht so / daß wir ober=räubern
abrammen, umtafeln, um tafeln
herum : waffeln / daß wir
ohnsägliches gespür, entrinnen
mimenzwecke im spiegelfleisch
hören wir bitteren fuchsjagten zu

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  • Erstes surreales Märchen (als Dialog)

    M: Würdest du von goldnem Mottenstaub mich umringt wissen – wie wäre dann dein Vorschlag, unter rettende Trauben zu eilen? Oh, und start müsste es außerdem sein.

    A: Du würdest nicht wissen, wie dir geschieht! Es wär‘ dir, als bekämst du die Motten.

    M: Die mir, wie gehabt, unter den Biberpelz fahren, um die Kissen zu kitzeln, die ich einst unter meiner Haut versteckte? Aber kannst du mir nichts Bessres raten, als tatenlos die Falle zuschnappen zu lassen?

    A: Nein, von solchen Motten kann die Rede nicht sein! Ich sag dir, wenn ich’s täte, du schnapptest nach mir, schnapptest mit den Händen hier und dort, schnapptest als wolltest du sie, die Motten, fangen, die dich streifen mit wimpernem Aug‘, hie und da, hie und da dich kitzeln, denn du sähest mich nicht. Doch ich nähme von dir das goldene Puder und knetete draus dir zwei Schuh, die dich windgeschwind ins Tal der Zwölfmittagsuhr bringen, zu den Wölflingswiesen und Käfermarien. Dort, wo der Schleierbaum steht. Denn nur unter diesem kann ich dir erscheinen.

    M: Dann ist Windeseile geboten, das Mopezoid aus dem Kerker zu holen und mit ihm – fusch – hinweg gerast, durchs Tal der drei Glocken (wo man einst eine Jungfrau hat Jungfrau sein lassen, bis sie dann als Jungfer starb), über die Hügel der glorreichen Witzschänke (die heute keinen Wirt mehr findet, des maroden Kellers wegen), und hin zum Schleierbaum, den ich mit dir zusammen doch in meiner Kindheit ersann (als ich noch nicht der Körper war, sondern nur ein Raunen unter Liebesfenstern.). Du wartest, ja?

    A: Ja hört’s denn nicht zu?! Was will es faul die Räder mühen, der Stadt eine Küss-meinen-Staub-Wolke zu hinterlassen. Nein, der Staub muss zu Teig, der Teig zu deinen Schuhen werden, die dich zu mir bringen. Von meiner Hand zu deinen Füßen. Denn ohne das, bleibt Staub nur immer Staub. Und sei er noch so golden. Es vermengt sich nichts.

    M: Aber ich hatte doch nur geschwinde Winde im Sinn. Da muss ich gleich gestehen, wie mir die Sockpocken erst jüngst kuriert wurden, so dass ich vielleicht ignoriert habe, was da Gutes unter mich zu bringen sei. Aber ich will es noch einmal versuchen: trompete die Füße an und bewedel‘ sie dann mit Eukalyptuslikör. Und dann eile ich. Per pedes, versteht sich, so nämlich, wie mir geheißen! Ja.

  • Kein großer Rummel

    Der Mond sank nicht aus sich selbst heraus unter seine Achse
    Manche Bretter stapelten sich zuletzt und von oben hatte man
    Ein ganz anderes Gesicht. Nummernlose Wolken. Kein Halsband
    Kein großer Rummel. Überhaupt nichts das man
    Zur Kenntnis zu nehmen sich befleißigte um Nutzen zwischen
    Den Käferleichen auf dem Rücken wippend also doch
    Noch nicht ganz Leichen zu verstecken.

    Die Vertrautheit verschwindet wie ein Naturgesetz und
    Mit einem Mal. Man sieht es nicht kommen weil es nicht kommt
    Schon immer dagewesen schleicht es um nichts anderes als
    Einen Knopf der an eine Hose gehört um die Abteilungen
    Geschlossen zu halten die sonst ja übervoll die Bäuche aus
    Ihren eigenen Fenstern hängen müssten. Das mit den Wegen
    Ist nur ein Gerücht. Dass sie sich beim Gehen formen.

    Nur die Attraktion der anvisierten Punkte pfadet einen Weg und
    Treibt die inneren Gäue wie eine Urlandschaft vor sich her
    Die Milch gibt wenn man sie höflich danach fragt und nicht
    Einfach in ihrem Wasser rührt. Manche Baldowereien müssen
    Unbedingt vor dem Essen ausgeführt werden – niemand denkt
    Wenn der Bauch nicht denkt. Und niemand kniet wenn
    Das Knie nicht kniet.

  • Gefahr in der Nachbarschaft

    Der Mensch, der da in unserer Nachbarschaft haust, fiel mir zuerst auf, weil er das Fernsehprogramm nachsprach. Ich kam gerade heim, vollbepackt mit Tüten, weil ich mein Roll-Dingens vergessen hatte, und lief unter seinem Fenster vorbei, wo er, gekleidet wie eine Schaufensterpuppe, der man die Klamotten falsch rum angezogen hatte, vor seinem Apparat hampelte und versuchte, die jeweiligen Stimmlagen zu treffen. Sie werden verstehen, dass sich sofort die Kundalini-Schlange der Angst meinen Buckel hinauf schob. Man hört ja oft, dass das bereits die Vorstufe zum Massaker sein könnte. Jetzt ist der, hab ich erfahren, ein Buchhalter. Mehr lesen „Gefahr in der Nachbarschaft“

  • Ludus

    Jeder geht seinen eigenen Weg des Verstummens.
    Ich kam aus der Tiefe eines verdichteten Meeres,
    Urgrund schwarzleuchtender Schlacke,
    trat flackernd an das Ufer,
    den dunklen Reptilien gleich,
    um wieder in die Schwärze hinabzusteigen,
    die niemanden kennt, die niemand kennt.
    Ich war so unbedeutend
    nur einen Atemzug ich selbst.

    Aus den Kelchen zusammen mit den Bienen
    in den Nektar verbissen, abschüssig das Bad,
    die Pfütze kleine luftschnappende Hälse,
    blaue Lippen.
    Aufragend die zerfallenen Pfeiler, Vasen aus Gips.
    Die Nymphen, nass, wogen in künstlichen Wellen,
    sehen den Bock unbehaart, sein Fell über einem Stuhl.