Wir schmierten Welpenbutter auf ein schornsteindunkles Brot Nichts kann uns die Nacht erklären, die im Eise schwelgt Und sich im Fieder wiegt wie leise auch die Motten Von Firsten bluten Hirschdämonen ihre Kabel-Adern leer Walmblechuhren schnabeln turteltaub auf diesem Dach An einem garngesprenkelt kühnen Silberknauf, das Tor, das Tor Ahndungsgepeitscht, Du Miozän, goschen mundlos sich die Jäger wach Tragen Aschefleisch durch Schimmelstein Aus Pferdenüstern steingeworden Atem pumpt hinauf
Soweit das Plündern: Worte sind im Alfa-Bett; zu Wildern kam ich auf die Welt. An einem Tisch (rechts saß das Radio: Siemens – 2SB460GW – auf einem Sockel mit Gamaschen, wartete, bis es sprechen durfte: der Ton kam erste 40 Sek. nach dem Einschalten!) In der Küche: Die Welt lag zugedeckt vorm Herd herum; Form in Schultüten, die bald ihre Zauberwerke, ihr Russisches Brot, ihr Stelldichein/Stelldichan, ihr – : wie viele Augen zeigt der Würfel?, wie nennt man die Karte mit der Muttersau? ›Herr Klebe‹ hieß der Lehrer, viel jünger als ich heute bin, der mich und all die Vielen be-, unter- überrichtete; bespitzelte das Verhalten: Betragen war kein Lernfach. Es gab keine Tafel an der Wand neben Moritz von Schwind; ein Haus gab es mit ABC: Alraun, Bergahorn, Chrysanthemum – dahinter eins mit DEF: Douglasie, Eisenhut, Flammenröschen. Mochte die Sprache (ich) & die Mengenlehre (über der man schön verrückt wird, Herr Cantor, recht hübsch mit bunter Fliege!). So viele Mädchen (in der Menge), dass ich nicht alle auf einmal heiraten konnte, sie mich nicht / wir noch besser in der Mengenlehre aufpassen mussten {} das La-Ladio am Nachmittag – zur Wiederholung kotzerbärmliche Dinge, die auch mit Rohrreiniger nicht aus den Ohren zu bekommen waren, spielte auf vor ›Onkel Tucas‹ leeren Kisten auf dem Schrank (im Schlafzimmer mit dem weiß melierten Schrank) das erste Lesebuch schrieb ich ganz ab und bekam nie wieder Strafarbeit, musste statt dessen das Morgenlied singen – mit eingequetschten Fingern ganz hoch zur Uhr geblickt: da war es 8 Uhr 5 und blieb es 8 Uhr 5 bis ich mich setzte, sang aus ›Des Knaben Wunderhorn‹: ›Das bucklige Männlein‹, ›Es ist ein Schnitter‹, ›Will ich in mein Gärtlein gehen‹.
Standort : Marktleuthen 1975, das Schulgebäude wurde 1915 errichtet, ein Traum wie ein Schloß, daneben der Friedhof.
Wie ein unbewußter Nebel werde ich auftauchen, die Stimmen gleich hinter mir, nahe an den Gestaden, die ich bewandle, nicht faßbar bin ich dort, wo nicht zu fassen, suche mich dort, Wanderer auf der Suche nach den Stimmen, die dir sagen, was ich dir sage, die Stimmen gleich hinter mir, von Eros und Thanatos, den Mysterien der Wirklichkeit (der Nebel) voller Licht, darin die Gewalt des rein fließenden Chaos, Auftrieb, Abtrieb, geschmeidiges Sein durchwebt die Stille. Da du das Gespenst bist, das sich im Walde verirrt, da du der Bach bist, der neben mir geht. Ich fand die frisch erworbene Demut an meiner linken Seite herabtropfen, blutendes Weideland. Ich fand dich stehend; da du wie das Holz gekleidet warst, folgte ich dir. An den blitzenden Augen vorbei, kam ich hinter dir her, verlor deinen Rücken. Auf den Fersen gehend, sprengte Zeit aus dem weichen Boden, als wäre es noch dunkler geworden da im Nest. Das schwarze Licht verblasst zu hellem Grau, dunklem Weiß, vernebeltem Gelb, das aus der Erde stiert.
Kaffee gibt es in den unterschiedlichsten Höhenlagen, deshalb natürlich auch in Kempten. Wer es gerne hat, dass sein Kaffee nach alten Zeitungsrollen und Druckerschwärze schmeckt, der beehre den Herrn Birnstiel, seines Zeichens freilich kein Kaffee-Ausschenker wienerischer Couleur, sondern hoheitlicher Marketender für Druckartikel aller Art – und einer der letzten einer aussterbenden Zunft.
Heute empfing er den Meister ganz im Blüschen, mit Schlips und ordentlicher Bommelei, festlich und fesch, gekämmt und adrett. Ein stattlicher Zeitungswaren-Vorzeiger (der sich auch mit Tabak, Haschischpfeifen und – nur so zum Spaß – einem Kaffeeautomaten brüsten kann. Man kann sich hier im Laden schlicht über alles unterhalten: Knötchen in der Brust, wo bekommt man ein bezahlbares Hirschgeweih, war die Fußpflegerin heute wieder schick?; bei Presse Birnstiel tobt der Figaro-Gedanke wie sonst nirgends mehr. Hätte Kempten eine Mutter, dann hieße sie Herr Birnstiel. Weiland kaufe ich meine wie auch immer gearteten Heftchen dort, die dann, Opfer jeder Sammlung, irgendwo im Keller lagern. Aber nicht diesmal. Diesmal bin ich auf der richtigen Spur, die da lautet: Hochphilosophie. Im Zeitungsschlabberladen? Oh ja, denn ich habe es auf die Buchrücken der LTBs abgesehen, Kater Karlo als intergalaktischer Schurke. Ist das nicht very well by the way? Tröstet euch: auch wenn der Kaffee für umme war, er schmeckte nicht besser als ein angebohrtes Leitungsloch und ich habe ihn dennoch getrunken. Wird das Auswirkungen auf meine Gesundheit haben? Ich glaube nicht, denn selbst die schlimmste Kloake verwandelt sich in Kempten in ein übersinnliches Tröpfchen aus dem Acheron.
Das Irrsein spricht in glatten Talern, es biegt Bäume im Wind und achtet nicht auf das Ungemach, verborgen noch in Schloten und hinter mesmerisierenden Worten. In der Nacht stehen die Stühle still auf all ihren vier Hufen, gereinigt von den Ärschen des Tages, die sich im Sitzen Visionen ihrer Zukunft erdenken. Unter den Brücken gefriert die Luft in den Lungen, ein Ziel ist auch ihnen unbekannt. Sie beben stets über einem Orkan, zwischen den Gliedern nur ein Seufzen.
Lichter, wunderdicht Armengebein, Finder von Trassen
Die Szenarien der Taubheit sind angebrochen – nichts bleibt außerhalb einer endlos rollenden Straße gesichtsreif, nichts streitet sich über den Tag oder das darin verborgene Wunder. Als gäbe es nichts zu tun scheinen die Häuser leer, so legen sich die Dörfer in die Mitte, dorthin, wo früher die Muttersau ihren Ferkeln zum Brunnen wurde. Um die Gassen wird ein Gedanke geführt – Halt sucht er vergeblich am blanken Mauerwerk, dem Holzgestade ringsherum.
Die Knochen könnte der Mörtel geben, ritzenfest und weniger schmuck als vorgesehen. Die tastbaren Hindernisse fehlen, die Scharten waren nie dazu gedacht, Fenster zu werden. Das Auge glüht sich in ein Bild, ein Streifen der Weltfedern fern der Hieroglyphen auf Toren, Portalen, Stelzen und geschnitzten Männchen. Ich setze mich auf diesen unzugänglichen Stuhl, betrachte über mir die Launen der verirrten Sträucher, gekennzeichnet durch Knoten in den neu erwachten Trieben, mit denen sie die Pfosten sprengen.
Die Menschheit ist ein Klumpen und die Worte reduzieren sich sie sind ein Bestandteil des Irrationalen das alles bestimmt
manchmal feiert sich eine Zusammenkunft der Klicklaute
(Das eines Tages zu sprechen ist ein ständiges Bewegen der Lippen)
Ich weiß auch nicht, was sie alle hatten, auf einmal waren sie fort, ein Ring aus Düften haftete wie Schnee an den Ketten, weiß und Begierig darauf, kalt zu sein Kältebrausen – aber nur farblich – ihr Fragment blieb ihnen erhalten