enzymenklirre

makroskop. gefügeuntersuchung
(640fache vergrößerung)
ätzung schliffen korngrenzen für
merkwürdige schleifvorgänge (metall-
garne) die kenntnisse des apoll
vom belvedere vorausgesetzt, ignudi
ist die grenze zwischen malerei u. skulp
tur, profeten sybillen, sündenfall
vertreibung aus zwickeln u. lünetten
(i für ich kompostiere in nur eine richtun
g) sherlocks regen
pulsar in klemmen (in der klemme=klamm)
teedeckel fallen okay (old kinder hook) fallen sie halt
der stärkere kakao steht rechts
polterdipolter=leben

onduliertes geschlechtshaar, ange
gilbt dann rostrot, die 25 mätressen
(aus mätressen=quark) in
bocksboiteln schlürfen das rotwässrige
aus dem hals, der einem zuber gleicht
einem dünnschichtspeicher (aufge
dampfter magnetschicht), binärwerte
eins und null, schreibleitungen,
singender lichtbogen, den rammfilter
ins trockengestein schlagen

Ähnliche Beiträge

  • Das Lorebuch

    Jemand trat aus der Wand, und ihm war es nicht anzusehen. Wäre es
    nicht möglich, dass die Lichtfelder, die uns beständig umkreisen,
    aus den Schalen kleiner Flusskrebse gewonnen werden? Das Inventar
    wird zu jeder vollen Stunde geflutet, die verstreuten Symbole
    nehmen wir beim Verlassen des Raumes vorsorglich mit uns, der Eintritt
    in den Tag ist frei; das Geländer entlang, aufrecht in Etappen –
    wenn du auf das Wasser deutest, beruhigt sich nicht nur das Bild
    von all den eingezäunten Stränden, auch die Hiebe
    gegen den Türstock werden leiser, denn jetzt kann man
    durch alle Hindernisse schreiten, für den heimlichen
    Besuch haben wir nur Wein eingekauft.

    Für wen sind all die Gruben nützlich, von schwarzgrauen Blumen
    berankt an der Südseite einer Schneise hangend, barfüßige Gräfinnen
    zogen dort ihre nimmermüden Kreise, Ausschau haltend nach den Dingen,
    die vom Tal zu ihnen hinaufwehten und in einem Korbgeflecht gesammelt
    an die hiesigen Gräser verfüttert werden konnten, solange
    die Schlappen im Gartenhaus an der Grenze zum Nichtmehrsein verblieben.
    Andersherum wäre das Ärgernis verströmter Nächte untragbar geworden.
    Die Lüfte eigneten sich kaum dazu, mit ihnen eine Unterhaltung zu beginnen,
    eingesackt und versunken änderten sie ihre Lebensansichten
    mit einer Unvorhersehbarkeit und einem Takt, der nicht zu tanzen war.

    Wie immer auch die Giraffe in den siebten Stock befördert wurde,
    konnten wir nicht erkennen. Von außen erschien das Gebäude wie
    aus Regen gezimmert und mit Schiffsplanken verblendet, was allerdings
    später geschehen sein musste. Die Zeitfolge versprach uns
    eine Beobachtung sonderer Güte, doch als wir ankamen, stolzierten bereits
    behütete kleine Zauberer auf dem Boulevard und kein Geld dieser Welt
    hätte ausgereicht, die prachtvolle Straße zu überqueren. Die Aussichtspunkte
    wurden bewacht von hohen Tonnen, bewaffnet mit je einem Arm
    aus der Werkstätte des großen Doktor Faust. Hinter den Türen
    standen Mäuse, die sich im Vogelsang übten, und unsere Ohren waren
    nicht vorbereitet auf das Gezeter dieser anscheinend so filigranen Entourage.

    Die Aufzählung einiger Banalitäten versandete, während
    der Druck der imaginierten Leitungen dem ein oder anderen zu Kopf stieg.
    Sorglosigkeit hatte es sich mit weiten Ärmeln bequem gemacht
    und nur die Verschwiegenheit der Wolken gewährleistete eine Ansicht von oben. Dennoch trieben die Baumstämme in diesem abgenagten Fluss
    und erkletterten das Land, sobald man sie brauchte, um einen neuen Wald zu geben.

    Es war kein weiteres Gedeck nötig, denn sie wussten, was alle wussten:
    Der Tagtraum zog nach Norden, von wo er einst gekommen war. Man erzählte sich, dass der große Abgrund mit seinen erhabenen Metaphern
    nicht mehr so schön anzusehen war wie in ihren Kindertagen; eine Vermutung,
    die den Anwesenden viel Leid ersparte, aber nicht,
    wenn man alles wissen wollte und dazu bereit war, all das zu erwähnen.

    Die Lebkuchen gaben ihre angestammte Position auf, verließen
    die senkrechte Seite des Hauses und kullerten auf den Steg, an dem
    die unförmigen Objekte festgetaut auf Nachzügler warteten. Sollte
    der Zeitpunkt gekommen sein, würden sie erneut hier stehen und
    Ausschau halten nach dem Glück, einst heimisch in ihren ausgelaugten
    Taschen. Es gab ein Gesetz, das Wanderschaft verbot, und wer sich daran
    hielt, bekam statt welker Blumen eine neue Disziplin zugeteilt. Die
    Körper wurden straff durch fein gemahlenen Marmor, die Rezepte standen
    in hölzernen Lettern unter den Dielen, graviert mit ungehöriger Tiefe;
    oft fing sich das Wasser darin und versuchte,
    noch vor dem Morgengrauen zu entkommen.

    Von der Geschichte geht der originelle Trick aus, so zu tun,
    als wäre sie nicht das Paradebeispiel des Fiktiven; als Zeuge
    ist sie vielleicht hinfällig, ihr Argument liegt jedoch darin,
    überall dort aufzutauchen, wo man Doughnuts im Zehnerpack für einige
    wenige Groschen ergattern kann. Die Fahrt dorthin wird unterbrochen
    durch sanfte Flugangst, die sich mit musikalischer Unterstützung
    steigern lässt. Wer die Erfindung der Momente einfriert, wird
    wissen, wohin er sich zu wenden hat, wenn das angereicherte
    Material zur Debatte steht. Mit einem Verrat kann immer dann
    gerechnet werden, wenn sich die Summe aus wenigen Teilen
    zusammensetzt, die sich in Nähkästchen verstecken lassen.

    Beim Gehen verlor sie einen Schuh, der sich silber glitzernd
    von ihrem Fußschiff löste und augenblicklich erhob, um auf
    ein gesprenkeltes Hausdach zu schweben. Obwohl ihr Gang jetzt
    etwas läppischer war als zuvor, erreichte sie die anvisierte
    Kreuzung noch vor der Zeit, die ihr zur Verfügung stand, drehte
    sich mehrmals im Kreis und löste sich dann in ihre Bestandteile auf.
    Aus geöffneten Fenstern entwichen die Gerüche einiger Kochkünste
    und versammelten sich an Ort und Stelle. Der Tumult hatte längst
    auch die geheimen Nischen erreicht, ob sie nun überdacht waren oder
    nicht. Das Pulver, das daraus entstand, genügte den hier lebenden
    Nasen für ein weiteres Jahr ihrer Effizienz. Ihrer Beschleunigung
    war es zu verdanken, dass die Kassen gefüllt und das Trapez
    mit dicken Schnüren gespannt blieb.

    Die Art und Weise wie eine Wand zurückstarrt, sollte in nocturnen
    Untersuchungen festgehalten werden. Zunächst mag die Freude
    ungetrübt sein, die Wand vor unliebsamen Zusammenkünften schützen;
    man gibt sich eifersüchtig, wenn sie sich ihren freien Tag nimmt,
    um einmal in der Woche den Tango der Argentinier einzustudieren.
    Doch dann beginnt das Unwohlsein wie ein verkannter Spruch tief in
    den Eingeweiden zu rumoren. Man möchte sich erheben und einen
    Schürhaken schwingen, um der peinlichen Stille gebührend zu begegnen.
    Was man dann jedoch zustande bringt, ist kein nennenswerter
    Gesichtsausdruck, kein plötzliches Schluchzen oder Innehalten, man
    marschiert im Zimmer auf und ab und wirft verstohlene Blicke zur Vitrine.

    Wer die Gefahr kommen sieht, kann durchaus noch die Hand ausstrecken,
    um das Seil, das zur Glocke führt, zu ziehen. Ein neues Zeitalter
    einzuläuten, sagst du, ist der richtige Zeitvertreib nach einer
    langen Nacht der Wunder. Doch das Gebirge, das sich nähert, das in all
    seinen Formen unnachgiebig danach trachtet, den Schlund zu verstopfen,
    wird nicht verstehen, warum deine Hand sich zurückzieht, um im Sumpf
    nach Machtmonopolen zu graben. Ein Schritt mag genügen, um über
    schönere Exemplare sprechen zu können. Du müsstest nur einmal
    da gewesen sein und zugesehen haben, wie das Schiff in schlüpfrigen
    Reimen davon sang, gegebenenfalls entkommen zu wollen. Die Melodie
    einzelner Takte verkommt auch hier zu einer reinen Schneelandschaft.

    Meine Bitte war noch nicht zugestellt, als du die Dinge auf den Tisch
    legtest. Für heute waren wir fertig und zeigten uns gegenseitig das
    freudige Gefühl, das, gestaffelt, vor aller Augen einen glamourösen
    Morgen band, der gar nicht so kalt war, wie wir es besprochen hatten.
    Es stellte sich die Frage, was zu tun sei, wenn all das – diese
    mikroskopischen Sinne und Fürsprachen – nicht mehr dort zu finden
    wären, wo wir sie vermuteten. Gab es diesen latenten Kreis wirklich?
    Oder waren wir alle nur Teufel, gefangen in einem nervösen Rinnsal,
    das von aufgespannten Schuhen tropfte? Die Löcher waren bereits
    groß genug, um nichts mehr damit anfangen zu können. Es waren
    großartige Bilder, die hinter uns standen, aber ihre Sprache
    war neunmalklug, also ließen wir das Ganze einfach sein.

    Als lebten wir in der Spirale mörderischer Weihen, als tauchte
    neues Leben in die blinden Statuetten, ausgefranst und mütterlich treu.
    Es käme auf den Versuch an, hinwegzutauchen, das Gras in seiner vollen
    Pracht auf den nächsten Sommer zu vertrösten, nur um zu erkennen,
    dass wir keine Rösser sind. Der Sternentrunk am Mittag, in ausgespülten
    Kelchen treibt eine neue Form der Reinheit ein Spiel mit unserer
    Wohlgefälligkeit. Das Biest steht stramm, nichts welkt in einer leeren
    Brust, erfindet stattdessen fremde Existenzen in rohen Augenblicken.
    Die Klänge wandern den Flur entlang, hinter uns her schleifen
    die Brocken abgehackter Stunden, denn sie wissen von unserem Schwur,
    zu verweilen.

    Was ich auf der Straße sehe, sind durchgehangene Tauben. Im Licht
    eines unbekannten Spektrums leuchten sie, vom Knick ihrer Rollen
    ausgehend, wie ein Diamant, der im rauschenden Wasserfall eines
    Sauerbrunnens gefertigt, das Tarotbäumchen zur Demut zwingt. Ein
    gelbes Fieber wandelt, durch unzählige Manöver geortet, über die
    Schwierigkeiten einer losgelösten Schienenbahn, einst der stolze
    Besitz immenser Beschleunigung. Das Entsetzen teilt Wege, aber an
    oberster Stelle darf der Kronzeuge nicht fehlen, darf er kein Wort
    von dem verlautet lassen, was wir hier wagen zu besprechen. Es
    könnte sein, dass sonst die Stimmungen siegen und die feine Natur
    der Atempausen chronisch abwinken. Wir können das nicht wollen.

  • Der Solomensch von Java

    Ein Ort, in Länge und Breite begrenzt, nach oben unendlich. Die Abende schossen aufs Dach, also setzten sich die Schindeln auf die Fensterbank, um Goldvögel zu beobachten, von oben nach unten.

    Auf diesen Straßen führen die Löcher an einen Platz, der verborgen im Herzen des Wahrnehmenden liegt, ums Bezaubernde, Zaubern, um Allmagie um uns herum.

    Movemento: bewegt im Raum, Zeitketten anorganisch, Urgesichter, Uhrengesichter, Wildwechselmimik, die schönsten Regenschauer auf einen Blick. Ich bin jetzt niemand mehr und das ist die Knute der Vergeltung.

    Aufgepelltes Rosenrot, die tonnenschwere Last des unbeachteten Geschirrs, die molesten Stufen; kein Stock wird mich führen, kein Geländer mich hangeln.

    Auf und Ab ekstatischer seelischer Zustände, Gleichnisse, Traumgesichte in einem absoluten Tanz.

    Aussehen: wie der Solomensch von Java.

    The Solo Man Of Java

    A place, limited in length and width, infinite upwards. The evenings shot up to the roof, so the shingles sat on the windowsill to watch golden birds, from top to bottom.

    On these streets, the holes lead to a place hidden in the heart of the perceiver, around enchantment, sorcery, all-magic around us.

    Movemento: moving in space, inorganic time chains, primordial faces, clock faces, changing facial expressions, the most beautiful rain showers at a glance. I am nobody now and this is the rod of retribution.

    Peeled rose-red, the heavy weight of the unheeded crockery, the molest steps; no stick will guide me, no railing will shimmy me.

    Up and down of ecstatic mental states, parables, dream visions in an absolute dance.

    Appearance: like the solo man of Java.

  • Die Vorstellung, dass Gleichgewicht…

    Dort schwebte ich; heute ist es ein Wunder,
    Wie frei damals der Äther das Dorf zu trinken wusste,
    Ich (wenn Sie mir gestatten, 'Ich' zu sagen)
    Mit Honigperlen nieder riesle, als ein Bruder
    Des nächsten Grashalmes unter die Wolkendecke sank.

    Die Häuser und Gehöfte erblühten neben mir,
    Als wäre die Erdkugel Saat, der steife Wind
    Das Rätsel allen Lebens, so auch der endlosen Straße.
    Führt sie dich hin, führt sie dich zurück in der Zeit,
    Erhebt sich über die gedankliche Miniatur, die so

    Klein ist, dass ich noch darin lebe, die Kerzen
    Entflamme, die Flammen berühre - mögen sie mir
    Beleuchten, was hinter den raunenden Stimmen steht,
    Und mich heute so beobachten wie damals, ratlos.
    Ich bin in mehreren Träumen zuhause, in roten Beeren,

    Deren Kerne eine Süße enthalten wie ihre Grenzen nicht,
    Obwohl diese irrlichtern; nie die ganze Figur,
    Vielmehr eine Peripherie der lauteren Gedanken, die
    Sich mit den Wurzeln eingegraben haben. Der Geruch
    Des auswendigen Saftes sträubt sich, davonzufliegen,

    Die Hand nimmt dieselbe Farbe an wie beim
    Pflücken der köstlichen Lippen von den Büschen.
    Die Horizonte erscheinen hintereinander, getrennt
    Nur durch die Unruhe der Gezeiten, Ebbe und Flut des
    Himmels und der Bäume, die ihre Wächter nach vorne

    Schicken, um zu beschützen, was man kaum sieht, das
    Neue Moos in Rehfarben, mit Augen wie Sternen, mit
    Ohren wie Furchen im Acker der endlosen Trophäen.
    Was der Geist hier vor dieser Kulisse entfacht
    Ist das Rätsel völliger Einnahme, Rätsel der Gerüche,

    Der Flüsse (wohin treibt es sie, wenn sie vor der
    Nächsten Kurve stehen und zurückweichen, wissend, dass
    Wir uns wiedersehen?). Am Ende des Dorfes ändern
    Sich die Gebäude, tragen ihre alten Kleider auf, wenn
    Sie niemand ansieht, niemand mit ihnen rechnet.

    Dann werden sie still wie ein Schlaf, der sich von
    Regnerischen Tagen erholt. Den Flüssen gleicht nur
    Der Schienenbus, der zwischen den Felsen nach
    Erinnerung sucht und seine Fenster geschlossen hält,
    Um nichts von seiner Ankunft zu verraten, aber auch,

    Damit das wechselhafte Wetter nichts mit sich nimmt,
    Das Jahre später nicht mehr in den Briefen auftauchen wird.
    Noch ein Tag, und wir erkennen, wo wir nie
    Gewesen sind. Wo wir nie sein werden wächst das Gras
    Nicht, stehen die Elemente still. Auch deshalb hängen

    Fremde Bilder an der ausgebeulten Wand, die ihre
    Scherben einteilt, sich vormittags vor den Vögeln versteckt;
    Niemand außer mir berührt die Brücke von dieser Seite aus,
    Erinnert sich an den abgetragenen Sand, an die sengende
    Sonne im Kamin, das Zittern der Rauchschwaden

    Vor Buchseiten, die unsere Namen ergeben. Abermals
    Rufe ich dich, du kommst durch das Fenster mit
    Blanken Verzierungen, veränderten Worten, mit Spindeln
    Und Dochten, die zur Erklärung neigen. In der
    Hand hältst du ein Programm aus farbloser Asche,

    Gesammelt von der Treppenstufe, wo ich lebe.
    Im Haus zetern Falter gegen die Scheiben, die
    Versprochen hatten, ihre Winkel niemals zu verändern.
    Distelschatten belagerten die Kellertür, die zu ahnen
    Ich dich bat. Ein Meridian zieht achselzuckend vorüber,

    Die Taschen voller Tauben, eingesperrt in immer
    Kleiner werdenden Zimmern ohne Türen. Tageszeiten
    Erheben sich von ihren Bänken und trotten nach Hause,
    Bezahlen aber nicht, was sie beobachtet haben. Am
    Nächsten Tag stehlen wir endlich den Mut,

    Einzutreten, wagen es nicht, zu zögern, verbarrikadieren
    Die Risse in der Wand mit Gelüsten unseres Hierseins.
    Er sucht bereits nach unserem Schicksal, heißt es, nach
    Einer Unendlichkeit, die dafür in Frage kommt,
    Den Schlüssel unter die Staubmatte zu legen.
  • Es flüstert da im Dunkeln

    Wie sollte man auch nur ein Wort verstehen, schließlich kommen wir aus dem Nebel. Ich sehe Schatten, die den Raum durchstreifen wie Schwaden der Nacht. Ich verstehe kaum ihr Murmeln ohne im Nachtwind nachzuschlagen, der am Fenster peitscht und peitscht die Liebste aus, dir dort mit Fesseln festgemacht verschmachtet und der Tau aus ihren Poren Eisblumen fallen lässt. Vom Atem sind die Scheiben blind. Ich kenne diesen Traum, ich habe ihn selbst gemacht, als ich der Welt den Rücken kehrte

  • Walden

    Die Idylle in Puddingfarben. Hier leben die, die sich die Hände mit Schnaps waschen, den Kuhstall abschwemmen, das Spiel beobachten, Lust gewinnen, begehren, was sie sehen, sprechen : »Komm rein und bring die Wäsche mit!«; als ob ein Hammer auf die Bergkämme schlägt, ein Meister der Skulpturen, dieser trampelnde Gott; doch wer hat so ein Antlitz je mit eigenen Augen gesehen, vom Feuerrot umzingelt wie die wunderliche Walküre, die dem Einen harrt? Der Wind bläst die Laken vom Gestänge, das Hanfseil pfeift polyphon auf allen Flöten des Pan das Lied einer Begegnung, die Mädchen holen Wäsche ein und decken Töpfe zu, die Gärten werden abgesperrt, die Läden schon geschlossen.

    Eingepfercht in die Freiheit mit Balkon, ausgesetzt der Stadt und deren ameisenartigen Bewohnern, observiert durch die Klänge dünner Wände, hingegeben der Evolution, Vielfalt der Skelette, atemlose Wunderwelt, Wirtschaftsertragsanimationen, Honigkerzen.

    Etwas ungeplant macht sich das Dorf lang und länger, wird, von Thierstein kommend, zu nahezu vier Ortsteilen, wird zweimal von der Autobahn gestreift, was für so ein kleines Idyll eine große Schweinerei ist; man hört das Rauschen der Blechlawinen bis zum Rondell, die Vögel überlagern nicht mehr den entsetzlichen Wirbel, die Zeit reißt auf, aus einer Welt, die vorher nicht existierte, quillt Blut, das ziemlich nach Eiter stinkt.

    Aber damals, wenn er mit Carlos zum Rondell ging, um dort vielleicht zu rasten, um dann womöglich noch ein Stück weiter in einem obskuren Gasthaus zu verschwinden (wenn es zum Beispiel Milchbrätlinge und Steinpilze gab), vergaß er nie, zu den Ameisen hinüberzuschlendern, die hier ihre Version von einem Tal der Könige hingestellt hatten, um sie zu grüßen und eine Weile beobachtend im Duft des Waldes zu stehen; die Lupinen reckten in die Höhe und Adam ertrank beinahe in ihrem Violett, weil er nicht größer war als die aufgeschossensten der Blumen. Da war nichts, was die Stille störte, die Vogelstille; die alte Bundesstraße hatte nichts von einer verfluchten Naht (zwei Welten, die sich niemals friedlich begegnen werden); Pandoras Büchse ist geladen : sie hat Scheiße und Verrecken mitgebracht (etwas ungeplant), aber sie ist schön und würde lieber Anesidora sein, denn mit ihrem Bauhelm sieht sie wirklich etwas lächerlich aus.

    Stell dir vor, du gingst spazieren und sähest dich selber mit angstverzerrtem Gesicht auf dich zulaufen.

    In all den Nächten gab es keine ausgelassene Stimmung, nicht die Heiterkeit, wie eine Sau durchs Dorf getrieben, in den zynischen Ursprung des Gelächters hinein. Die Zeit schrumpfte zu einer festen Kapsel zusammen. Ein Meuchelmorgen lässt uns waten in finsterem Gemäuer.

  • Gen Eden

    Geschrieben von A. Anders

    Ich ziehe an zwei Bändern, die rot aus meinem Sternum herabhängen,
    ich ziehe an einer von Hand in meinen Brustkorb gelegten Schleife.

    Ich tue das, weil es mir in den Sinn kommt,
    als ich im Spiegel sehe, dass sich kleine Buchstaben auf meinen Lippen profilieren.

    Mehr lesen „Gen Eden“