Romantische Faszination

Die romantische Faszination für Somnambulismus, Hypnose, bzw, organischen Magnetismus beruht auf der Vorstellung, dass sich im Zustand des ausgeschalteten Bewusstseins das Geheimnis einer tieferen Verbindung des Individuums mit der Natur und dem kollektiven Unbewussten in einer immateriellen psychischen Dynamik enthüllen lassen.

Ausgehend davon, dass die die romantische Literatur in Analogie und Dynamik des Unbewussten verstehen konnte erörtere ich drei Aspekte im Besonderen.

Unter der Voraussetzung, dass die Natur als sprachlich-hyroglyphisches Zeichensystem aufgebaut ist und in einem ähnlichen Funktionszusammenhang steht wie die Bildsprache des Traums – nämlich Sprache als Abbreviaturen- und Hyroglyphensprache – erläutere ich mit Hilfe eines eigenen Traumcontents, wie ein Traum zu entziffern ist, indem ich die Unterscheidung zwischen Oberfläche und einer inneren Tiefenstruktur voraussetze. Das Bewusstsein, folglich das oberflächliche Erscheinungsbild wird dabei in Abhängigkeit zu den psychischen Tiefenstrukturen betrachtet.

Es bleibt anzumerken, dass hier entgegen einer psychiatrischen Auffassung die Phänomene von Ichspaltung, Wahnvorstellungen und abweichendem Verhalten aller Schattierungen nicht im Kontrast zu einem normativen Gesundheitszustand abqualifiziert werden, sondern dass diese auch als mögliche Zustände sogenannter Gesunder geläufig sind. Die scharfe Trennung zwischen psychischer Gesundheit und Wahnsinn wird also aufgehoben.

Nur unter dieser Voraussetzung kann erklärt werden, wie es der romantischen Literatur darum ging, Träumen und ekstatischen Wahnzuständen eine höhere Wahrheit abzugewinnen und umgekehrt die alltägliche Vernunft als platteste Form der Geistlosigkeit erscheinen zu lassen.

Noch ausloten: Romantische Texte inszenieren Vorgänge semiotischer Verdichtung und Verschiebung, also das, was Freud später „Traumarbeit“ genannt hat, als Paradigma einer gleitenden Signifikation im literarischen Text.

Weiter: Metapher der Rekurrenz von Höhlen und Bergwerken, in denen keine Kohle, sondern die gewalttätigen, sexuellen, jedenfalls verdrängten Wünsche des eigenen Inneren und der eigentlichen Kindheit gefunden werden.

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    Auswahlbibliothek:

    Die Manifeste des Surrealismus
    Die magnetischen Felder
     (mit Soupault)
    Nadja
    L’amour Fou
     (in einer grottenschlechten Übersetzung bei Suhrkamp)

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    Nicht weiter. Jetzt ist es an uns, die Grube auszuschildern,
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    Wissen wir alle, können wir nicht mehr nur zusehen. Die
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    Schon in den geschichtlichen Fesseln liegt, sich aber rühmt,
    Lichter, die fallen, voneinander unterscheiden zu können, ohne
    Sie zu sehen. Diese Stille kommt einem Kahlschlag gleich,
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    Verfügt werden kann, selbst wenn er nur noch wenig zählt.

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    Noch mit etwas Scheu, dann immer getriebener, bis das Ziel
    Erreicht ist, zerschnitten & zerstampft, lethargisch,
    Unauffindbar für gewesene Generationen, die nur noch
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    Schnee bedeckt die Krone, zweischneidig zieht man
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    Der Wurm, er zieht seinen Darm auf einer Karre. Wenn ich
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    Das Buch der Geister und Spukhäuser

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    Moderne wissenschaftliche Forschungen, insbesondere in den Bereichen Quantenmechanik und Topologie, zeigen erstaunliche Parallelen zu Gilmans Erkenntnissen. Arbeiten über Wurmlöcher, extradimensionale Räume und Multiversum-Theorien bestätigen die damalige fiktive Prämisse auf neue Weise.

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    Mehr lesen „Träume im Hexenhaus / H. P. Lovecraft“