Ich kenne eine Stadt

Ich kenne eine Stadt, älter als Tell Brak, Jericho, Uruk und Çatal Hüyük, die man weder ausgraben noch beweisen kann, die manchmal am Horizont auftaucht wie eine Fata Morgana, ganz gleich, wo auf der Welt man sich befindet. Straßenlos ging man über die Dächer, glitt durch eine Luke ins Haus, begrub die Toten unter dem Fußboden, aß auf ihnen, saß auf ihnen, ging wieder hinauf zum Basar, Kamelmilch zu tauschen gegen Datteln.

Ich kenne eine Stadt, die einsame Wanderer anlockt (ein Jerusalem der toten Seelen), kein Weg führt aus ihr heraus, man gerät immer wieder in ein anderes Quartier, so dass der Wanderer glauben mochte, diese Stadt sei endlos.

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    Antwort des Baches

    Wenn aber ich die Erde abwärts streife
    der Kleider lose, nackt und bloß
    mich lege in den Wiesengrund
    da alles in sich Kosmos ist
    erspähe ich ein Wunder
    gebäre ich mich selbst

    auf die Frage

    Was ist zu tun, der Wurzel Tiefe zu begreifen
    der Wurzel Festigkeit zu hören
    der Wurzel Durst allzeit zu stillen

    Ich trample auf den Nerven deiner Ahnen
    Genien und etruskische Todesdämonen
    Menschen tragen Flügel
    dort die Welt weit ist
    dort die Welt versteckt ist

    Wenn etwas aus der Tiefe fragt:

    Was ist das für ein Mund
    der dort hinunterführt?

    Antwortet etwas darüber:

    Der Zivilisationengrund
    ist Armengrab
    Ein offener Mund

    Der hält den Rachen auf
    Der frißt sich durch den Bauch
    Der Erdenkinder Untergang
    Der Menschenfeind im Überschwang
    Danieder speichelt er und frißt
    Es ist der Mund, der niemals küßt

    Aber höre auch dies:
    (Es sind die Gesänge der Vril)


    Siehst du dich in Farben voller Flieder (aus dem Meer der Blüten)
    voller Duft von all den Blumen (die nicht immer Flieder sind)
    die erhoben hoch (so hoch der Grenzen Unwahrscheinlichkeit)
    dort enden wo du lebst? (Doch nur, falls du verstehst)
    Heißt man dich willkommen (denn ein Gast bist du schon längst)
    wo der Tod nur Wächter ist (und wo die Welt findet ihr Ende)
    wenn du längst vergessen bist?
    Es sind Sonnen die nie strahlen (die nie dort sind, wo du warst)

    Hörst du diese Klänge (wie von Tausenden von Chören)
    die dich rufen, dich begleiten (in der Welt, die fremd dir ist)
    Fühlst du, wie der Wind
    der dich berührt (der dich begleitet)
    der dich zähmt (der dich umnachtet)
    weise kreist, geheimnisvoll?

    Jetzt mußt du dich niederlegen
    erregter Mensch

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