Neu bezahnt

Ich bin neu bezahnt, nachdem meine Lücken absonderliche Zischlaute hervorbrachten, die es mir unmöglich machten, einen vernünftigen Satz zu vertonen, wobei gerade das Vertonen mir jetzt gar nicht mehr wichtig erscheint, schließlich habe ich genug Beispiele, Nebenspiele, Hauptspiele und Unsinnigkeiten vertont. Zu schweigen von den Podcasts, die noch nicht alle in der Veranda angekommen sind. Das hat Zeit, scheint unwichtig, gerade weil die Veranda im stillen vor sich hin wächst, selbst ein absonderliches Konstrukt ist – ziellos und im Grunde nur dazu da, Tinte zu sparen, die gar nicht gespart werden müsste (denn ich schmiere ohnehin erst in ein Heft, bevor ich taste). Es ist sehr viel Wandel im Gange und paradoxerweise scheint mir nichts wichtiger als ein Gedicht. Als ich mit dem Lorebuch 2018 begann, war es ein Gedicht, das jetzt zu einem Langgedicht wird. Andererseits widerspricht das meinen Momentaufnahmen, der Vorstellung (alles ist Vorstellung), dass ich niemals den gleichen Ton treffe, nachdem ich den Stift beiseite gelegt habe. Das bedeutet: selbst wenn ich fünf Gedichte an einem Tag schreibe (was vorkam, wenn auch selten), sind sie nicht unbedingt in der gleichen Fason, wenn auch doch im gleichen Stil. Das hat mit Zähnen sehr wenig zu tun, spielt sich aber in der gleichen Luft ab, im gleichen Luftraum, insofern man seine Träume nicht auslüftet.

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  • Stund um Stund



    Wenn /
    sie es überhaupt erwähnte, setze sie hinzu,
    / dann
    weil sie betrunken sei. Ihre bloßen
    Fußrücken waren so weiß wie ihre jungen Schultern,
    Kissen und Aschenbecher eingerechnet.

    Hier ist sie,
    rief ein anonymes Mädchen
    und setze sich schnell hin.

    Das Doppelbett war gemacht,
    aber innendrin nicht frisch.

    Maskierte ihr Gesicht, bedeckte ihre Flanken,
    beschürzte ihren Bauch mit Küssen -
    alles durchaus hinnehmbar, solange sie trocken blieb.

    Sie, die alles verlegte,
    wählte flüssig eine lange Nummer.
    Das wäre erledigt.

    Die Straßenlaternen gingen in
    versetzter Reihenfolge aus. Um ihr
    einen leichten Stupser zu geben,
    wurde drei Tage später
    ein Bote bei ihr vorstellig.

    Wie oft waren diese akribischen Meisterwerke
    in Kunstbänden abgebildet? Was gibt es
    Traurigeres? Diese

    automatischen Bilder
    seiner letzten Augenblicke
    sowie
    die Löwentatzen eines Tisches.

    Sie wagte nicht, ihre Arme
    ziellos hängen zu lassen,
    das gleiche Haar, ins Blonde gehend
    oder vielmehr palominofarben,
    auf einer Landstraße von einem
    zurücksetzenden Lastwagen erdrückt.

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    mit einem Muster im Teppich
    in Übereinstimmung.

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    Der Weg, der wirklich zu einem Ziel führt, heißt: Offenbarung. Nur der, der im heimlichen Licht seine Warzen sehen läßt, seine Schuppen, seine Hexenhaare (die sich unter die Makellosigkeit mischen, und die Trotz der Folterbank des Toilettentischchens, auf der sie ausgerissen werden, immer wiederkehren, kann eines Tages von sich behaupten: Ich wurde geliebt wie Lady Olga Roderick, die bärtige Dame. Nicht mit kleiderraubender Leidenschaft, sondern mit dem stillen Einvernehmen des Makels, der die sonderbaren Gelüste anschürt wie einen Heizkessel in den 50er Jahren.

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    »Schweins drüber«, sagte der Magister Vollpferd, »Schweins drüber, woher es kommt, wenn es kommt.«