Dumdidum Wisch


Ich bin verwirrt / zerzaust / in Unordnung / höchst durcheinander,
singt Bowie, der in diesem Song das Steuer einer Blondine überlässt … Es ist der erste Song des Soundtracks. Das erste Lied, das wir im Film zu hören bekommen, der damit beginnt, dass wir bei Nacht eine Straße entlang fahren, von der wir nicht wissen, wohin sie führt. Wir sehen nur die gelben Streifen, die Fahrbahnmarkierung, sonst nichts. Wir sehen nur, was der Lichtkegel der Scheinwerfer uns sehen lässt. Wir sitzen in einem Auto, von dem wir nicht das Gefühl haben, dass wir es sind, die es steuern. Wir wissen auch nicht, wieso wir darin sitzen. Es ist, als fahre es von selbst. Und das tut es, das kann ich Ihnen jetzt schon verraten, auch wenn wir später sehen, dass es Fred ist, der am Steuer sitzt. Es scheint, als hätte sich David Lynch diesen Song zum Anlass genommen, die Geschichte eines Mannes mit dem Namen Fred Madison (grandios gespielt von Bill Pullman und seinem Sax) zu erzählen, der einen Horror erlebt, den ich für den ultimativen Horror halte, der in den beiden Geschlechtern Mann und Frau keimt, seit sie sich ihrer bewusst wurden. Seitdem sie ihre Augen, ihre Sinne füreinander öffneten.
Mehr lesen „Lost Highway – funny how secrets travel“K: Oliverio hat gesagt, sie, der Tod, kann ihn noch nicht haben. Verstehst du das?
F: Ja, ich kann Oliverio verstehen.
K: Wieso?
F: Er sucht die Frau, mit der er fliegen kann. Deswegen kann sie ihn noch nicht haben.
K: Fliegen ist toll!
F: Ja, sehr sogar! Alle wollen fliegen. Brauchen den Anderen dazu. Nur Kinder allein können das noch und nur für sich. So wie du. Sonst nur Vögel, Insekten und Fabelwesen. Erwachsene brauchen sich gegenseitig.
K: Aber was ist mit der Frau, mit der er fliegen kann? Wo ist sie?
F: Sie sitzt im Dunkeln, nackt auf einem Stuhl, die Beine gespreizt. Sie weiß, wie wunderschön das Fliegen ist. Hat ihre Hand auf ihr Geschlecht gelegt. Damit es nicht wegfliegt, weißt du. Sie muss es schützen. Für sich und Oliverio. Lauscht den Geräuschen der Welt. Spürt nur die Wärme. Die Brustkorbhebung. Die Brustkorbsenkung. Sie denkt an Oliverio. Weint. Auch weil sie weiß, wenn sie ihre Hand auf die Brust legt, dass sich durch die abgegebene Wärme ihre Milchgänge weiten. Gänge, durch die vielleicht nie etwas fließt. Strahlenförmige Galaktogänge sind das. Denn Milch, erst wenn sie austritt, erhält durch das Sonnenlicht ihre stillende Farbe, in der alle Farben sind.
K: Warum aber ist sie wegen ihm traurig, wenn sie doch mit ihm fliegen kann?
F: Na, weil das Fliegen eben schön ist. Weißt du doch! Und manchmal weinen wir Erwachsenen auch dann. Weinen, wenn uns etwas stärkt, wenn es uns gut tut. Aber du hast Recht! Denn ja, sie ist deswegen auch traurig. Weil sie noch mehr als mit ihm zu fliegen auch den Boden mit ihrem Geschlecht berühren will. Auch dafür braucht sie ihn. Allein kann sie das nicht. Und sie will es auch nur, weil sie beide fliegen können. Weil er ihr diese Kraft gibt. Ich kann Oliverio verstehen. Verstehst du ihn jetzt auch?
K: Ja! Er ist ein bisschen wie ich.
(K: Kind; F: Frau, mit der Oliverio fliegen kann)
Geschrieben von A. Anders
Rosa und energetisch
ist diese wirbelnde Depression,
so perky.
Ihre Mutter mag nicht davon beeindruckt sein,
aber es macht Spaß und ist ein bisschen unhöflich.
Es ist ein historisch inspiriertes Stück,
das nicht zum Taillentraining geeignet ist.
Somit ist es leichter für eine Dame,
sich selbst an- und auszunehmen.
Daher kann Ihre Bleibe in Form einer Sanduhr-Figur
entweder nur mit vorderer Schnürung
oder Rückenschnürung hergestellt werden.
Vor allem dort, wo das Glas etwas dicker ist,
und man die errötende rosa Farbe sehen kann.
Gönnen Sie sich oder jemandem, den Sie heute lieben, etwas Neues.
Die Farbe ist lieb, der Verkauf ist final!
Keine Tränen, Seiten- und Eckbekleidungen,
die den Raum schmerzlich vergrößern.
Nur ein paar Füchse und der Farbverlust Ihrer Augen.

