enzymenklirre

makroskop. gefügeuntersuchung
(640fache vergrößerung)
ätzung schliffen korngrenzen für
merkwürdige schleifvorgänge (metall-
garne) die kenntnisse des apoll
vom belvedere vorausgesetzt, ignudi
ist die grenze zwischen malerei u. skulp
tur, profeten sybillen, sündenfall
vertreibung aus zwickeln u. lünetten
(i für ich kompostiere in nur eine richtun
g) sherlocks regen
pulsar in klemmen (in der klemme=klamm)
teedeckel fallen okay (old kinder hook) fallen sie halt
der stärkere kakao steht rechts
polterdipolter=leben

onduliertes geschlechtshaar, ange
gilbt dann rostrot, die 25 mätressen
(aus mätressen=quark) in
bocksboiteln schlürfen das rotwässrige
aus dem hals, der einem zuber gleicht
einem dünnschichtspeicher (aufge
dampfter magnetschicht), binärwerte
eins und null, schreibleitungen,
singender lichtbogen, den rammfilter
ins trockengestein schlagen

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  • Regen in der Stadt

    Regen in der Stadt, er bringt die Oberflächen zum Glänzen
    (reinigt die Skulpturen menschlicher Behausung)
    der Wetterbericht, der Sturm nicht angekündigt, der sich über Mülleimer hermacht, wie ein zorniges Kind Zweige von den Bäumen der Alleen bricht und die herabstürzenden Tropfen in jeden Winkel wirbelt, wer in den Betten liegt
    – Es geht etwas vor
    wird durch das Trommeln gegen die Fensterscheiben und heruntergelassenen Rolladen dazu ermuntert, sich tiefer in den Schlummer zu begeben, niemand wagt sich um diese Zeit freiwillig nach draußen, sag es mir, wo bist du gewesen
    – Wo gehst du hin
    wenn du dich aus dem Atelier schleichst, wenn du
    (wie ich weiß)
    im Werkzeug wühlst, was uns trennt, was uns noch nicht trennt, die Nacht das Zepter in der Hand, wie es aussieht, wird es einen neuen Tag nicht geben
    -Ein Traum
    wenn es gut geht, läuft es auf ein Unentschieden hinaus, die Sonne brennt ein diffuses Licht in die Schwärze, ohne sich auch nur einmal sehen zu lassen, das Ergebnis ist ein nebelverhangener Schleier, der wie eine Glocke über allem hängt
    (kein Traum, sondern)
    niemand ist da, um die Gestalt in dem knöchellangen Mantel zu beobachten, die dem Wind trotzt, ihre linke Hand faßt den Kragen enger, als würde sie sich selbst würgen, die rechte trägt einen hellen Ballon, torkelnd kommt das Wesen, sich weit nach vorne beugend die Straße entlang, hält im Torbogen kurz inne und müht sich weiter zum Rain, seit 1478 das Festgelände, dort findet es, was es sucht
    – Da geht etwas vor sich und du wirst mir nicht erlauben, was es ist
    (einen Pfahl, an dem noch lose ein paar Drahtreste hängen)
    der Draht ist unwichtig, aber auf dem Pfahl soll das Ding, das der Mann mit sich führt, seinen Platz einnehmen
    – Sei ruhig, sei wieder ruhig
    vereinzelt tropft immer noch Blut aus dem abgeschlagenen Kopf, rinnt durch den Regen begünstigt das Holz hinunter als er aufgespießt wird
    (werden es morgen wissen)
    der Umfang des Pfostens ist wie eigens dafür geschaffen in den abgehackten Hals zu gleiten, kurz betrachtet der Unheimliche sein Werk, nickt
    (und das Haus hat Schaden genommen)
    und schlenderte an der Unteren Mühle vorbei Richtung Rotmoos, wo er verschwindet
    – Es geht etwas vor
    – Was denn
    sei ruhig, es war nur ein Traum, ein Traum, der dich einlud, vor die Türe zu sehen, aber da war nichts
    – Aber es geht etwas vor
    – Aber da ist nichts, nur ein Wetter
    nur das Wetter gegen das Haus, alter grober Wind, was bläst du so stark
    (alter grober Wind)
    wie eine übermütiges Kind

  • Schlafmähre

    Landschaft verschwimmt mitsamt unseren Körpern zu einem ununterscheidbaren Gewimmel. An der Oberfläche blendet uns das Licht, in der Tiefe verwirrt uns die Fülle, die wir uns nur zu ertasten wissen. Etwas steht uns bevor: wir werden uns von Raupen in Schmetterlinge und Falter verwandeln, von Milch- in Reißzähne.

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  • Der Geschirrbeobachter

    „Hier habe ich zumindest ein paar Töpfe“, sagte sie. „Fürs Erste müsste das reichen; ich stelle sie hier vor die Tür, dann muss ich nicht reinkommen.“

    Ich nickte. „Wie lange wird das vorhalten?“

    „Das ist schwer zu sagen …“ Sie schielte die Töpfe an, als habe sie sie noch nie richtig betrachtet. „Ich würde auf zwei Tage tippen, die Teller sind dagegen nur Stunden, aber zusammen mit dem Besteck nähert sich das wieder an. Das bekommen Sie dann alles morgen, bevor die Zeit abgelaufen ist.“

    Ich suchte in ihrem ausgefallenen Gesicht nach einer Antwort, fand aber nichts. Glichen ihre Augenbrauen nicht dem Futhark? Bildeten die haarigen Runen nicht die eigentliche Botschaft für mich? Mehr müssen Sie nicht wissen, sagte sie robust und kompakt, sie war schließlich in der Überzahl und konnte sich ihre Rindviehhaftigkeit leisten.

    Nachdem sie wieder nach nebenan verschwunden war, holte ich einen Stuhl, um die Töpfe zu beobachten. Die Tür ließ ich geöffnet, eine andere Lösung hatte ich nicht, ärgerte mich aber darüber, sie nicht darum gebeten zu haben, die Töpfe in die Küche zu stellen. Jetzt würde es die ganze Nacht Durchzug geben, weil man mir noch keine Fenster eingebaut hatte. In der Probezeit war das natürlich unüblich, man wollte erst sehen, ob ich imstande war, die mir zugeteilten Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen.

    Gegen Abend hörte ich meine Nachbarin eine Arie anstimmen und war dankbar für das Gekreische, denn ich war gerade mit der Innenfläche der Töpfe beschäftigt, als ich kurz wegnickte. Mein Ziel war es, ein für mich bestimmtes Muster zu finden, die Beobachtung des Geschirrs etwas angenehmer zu gestalten, sicher, dass mir das in den folgenden Tagen, wenn mir Teller, Schüsseln und Besteck gebracht wurden, aufgrund der unterschiedlichen Formen, leichter fallen würde.

    Ich konzentrierte mich vor allem auf die ungleichmäßige Verarbeitung, stellte mir vor, wie man in den Töpfen die verschiedensten Gerichte zubereitete und ging im Geiste die Rezepte durch. Zu jeder Delle dachte ich mir eine weitere Geschichte aus und sah die knetige Masse der Hände, die diese Töpfe gegen die Kugelgestalt ihres Kopfes donnerte so lebhaft vor mir, dass ich unter den Wogen der hysterischen Musik aufgrund der Eindrücklichkeit der Vision erschrak. Aus den Fingerklumpen der Nachbarin wurden meine eigenen, dagegen zarten, Dirigentenstäbe. Ich hieb so fest auf ihr gebirgiges Gesicht ein, dass mir sogleich ein gänzlich neuartiges Rezept in den Sinn kam, das ich mir versprach, aufzuschreiben, sobald die Töpfe wieder verschwunden waren.

    So weit ich das zu beurteilen imstande war, gab es im Treppenhaus außer mir niemanden, der sich mit der Beobachtung fremden Geschirrs beschäftigte, aber es gab noch andere Tricks, die Miete zu begleichen. Ich hatte von Wäscheschindern gehört, von Wandstreichlern und Rundläufern, gesehen hatte ich das nie. Gleich fragte ich mich, ob ich meine Arbeit mit meinen Brotzeitpausen verknüpfen könnte, ob ich nicht die Wurst auf dem fremden Geschirr aufschneiden sollte, denn es ging ja vor allem darum, das mir anvertraute Service nicht aus den Augen zu lassen.

    Nur wie sollte ich anschließend alles wieder sauber bekommen? Du könntest den Teller sauberlecken und mit deinem Hemd polieren! Morgen war der Tag, an dem ich das ausprobieren wollte.

    Sie erschien recht früh, bückte sich und nahm die Töpfe wieder an sich, ohne ein freundliches Wort an mich zu richten. „Es wird heute schlimm werden“, sagte sie ohne Mitleid in der Stimme. „Ich habe mehr Geschirr, als ich dachte.“

    „Wann werden Sie es mir bringen?“

    „Machen Sie sich jede Sekunde darauf gefasst.“ Sie ging davon, und ich konnte endlich meine Türe schließen. Todmüde setzte ich mich in den Gartenstuhl, den ich am Straßenrand gefunden hatte.

  • Teile von Teilen

    Wo wohnst du?
    aus Gewohnheit sich zu Hause wähnen, vom Wahn getrieben, da zu sein, also zu wohnen, nicht herzukommen, hinzugelangen, dahin langen, langmachen, das Quartier zu verlagern, dann genauso unsicher um die Hindernisse zu galoppeln, anstößig herumzusitzen in Eierschalen, die gleich mitgebracht, da wird geteilt, meinliebermann, Teile von allen Teilen genommen, die ewige Halbiererei, bis, wie beim Regenwurm, alle Teile lebendig sind, und alle eigenen Gedanken fleddern wie Leichen, ausgegorene, platzende, fertiggedachte
    Gedanken, sterbende Prozesse aufgeschichtet zu einer Menge Ungereimtheiten das richtige Dressing, ich in allem oder nichts, Brombeerfallen an der Wasserseite, nur mit Harnisch
    zumindest zu bekriechen, ein wilder Garten ohne ejakulierenden Pan, wenn ich nicht drin bin, kann ich auch nicht drin sein, oder mich drin sehen, hinter Bretterumzäunung, da der Kuß deines dämlichen Grinsens, da mein regennasses Hin und Her, die Göttin watet bis zu den Knöcheln im Sperma herum, sagt irgendwann

    – Der Nächste
    die Existenz ist nur behauptet, da muß man schon ran, dieser Quadratmeter Luft gehört mir nach oben hin unendlich, wo die Luft dann sowieso aufhört, kalte Welt, in der man
    die Wärme verteidigt, kalte Welt, in der man die Wärme verloren hat und wieder sucht, mit einem diversen Angebot an Schatten, die noch echte Schatten sind, Oasen der Verstecktheit so mancher Bullenbeißerei. Erst im Angesicht des Phantastischen, wenn die menschliche Vernunft ihre Kontrollmacht verliert, vermag sich das tiefste Empfinden des Seins zu äußern. Was ist, wenn wir uns in den Gegenstand verwandeln, den wir am häufigsten Benutzen, wenn wir in all dem weiter leben, was uns einst gehörte & etwas bedeutete,
    wenn das, was wir dann sind, Macht über jene bekommt, die diese Gegenstände nicht in Ruhe lassen können

  • Ludus

    Jeder geht seinen eigenen Weg des Verstummens.
    Ich kam aus der Tiefe eines verdichteten Meeres,
    Urgrund schwarzleuchtender Schlacke,
    trat flackernd an das Ufer,
    den dunklen Reptilien gleich,
    um wieder in die Schwärze hinabzusteigen,
    die niemanden kennt, die niemand kennt.
    Ich war so unbedeutend
    nur einen Atemzug ich selbst.

    Aus den Kelchen zusammen mit den Bienen
    in den Nektar verbissen, abschüssig das Bad,
    die Pfütze kleine luftschnappende Hälse,
    blaue Lippen.
    Aufragend die zerfallenen Pfeiler, Vasen aus Gips.
    Die Nymphen, nass, wogen in künstlichen Wellen,
    sehen den Bock unbehaart, sein Fell über einem Stuhl.
  • Hexrabella

    Sie traf ihre Vorbereitungen im Gestank verfaulender Abfälle. In der Nacht zankten sich Schatten um die Überreste des Tages, die unbedacht zurückgelassen wurden. Sie verschonten die Hütte nur weil Esrabella dort lebte. Schwarzes Leben meidet schwarzes Leben.

    Die Einladungen waren verschickt, sie würde die Geschichten der anderen zu hören bekommen. Sie würde nicht mehr allein sein und auch ihnen erzählen, was sie dachte und warum sie so lange damit gewartet hatte, sie zu versammeln.

    Wenn sie es verstehen, dachte sie, könnte sich alles ändern.

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