Es gab Prinzenrolle

Die Gestalt dessen 
der geht
im Neonlicht ver
schwinden sehen

Interstellar sind wir
alle gleich
& Motten & Socken &
500 gestohlene Witze

Pech des Steins
Wurzelschlag des Augenblicks
Es gab Prinzenrolle &
einen Besuch
aus
dem Jenseits

Ähnliche Beiträge

  • Terra finestre

    Was bringst du mir heute, Erzähler,von der Welt bei, die du entwirfst und die ich nirgendwo finden kann? Die Augen sind schon seit dem frühen Morgen geöffnet, eine Falltür in den Tag hinein, der eindringt, sobald die Standuhr kurz innehält. Oft denke ich mir, ich kann, indem ich den Atem anhalte, damit auch die Sekunden verzögern,aber ich spüre, wie das Herz weiterwill. Die Bühne der Mime braucht Licht, nur ein Traum holographiert in das Finster (terra finestre).

    Die Depeschen stecken pünktlich im Briefkasten, um 9 klingelt es an der Tür, aber aufgrund einer Erektion kann ich nicht öffnen, und ankleiden möchte ich mich nicht. Wir leben hier auf einem absonderlich lauten Schach-Feld.

  • Der Schrecken der Reise

    Die Schnecke erfährt ihr Tempo hinter vorgehaltener Hand.
    Heimlich bekommt sie dafür ein Haus, das wie ein Trichter
    Zum Kleinsten und zum Größten hin führt, aber langsam.
    Langsamer als die Farben aus Gesichtern rutschen,
    Die auf der gleichen Strecke unterwegs sind,
    In einem Raum, der abstrakt scheint, mehrteilig,
    Wie es die optische Täuschung oft vormacht,
    Wenn die Perspektive, von der nun alle reden,
    Nicht mehr vorhanden ist, wenn sie dem Ultraschall
    Des Gehörten, dem Infrarot der Nacht, durch ihre Wärmepausen weicht.

    Dann bleiben gesprochene Worte auf der Strecke liegen,
    Keiner kümmert sich um das Gepäck des anderen. Im
    Forst sitzen die Tafeln mit den Umsteigemöglichkeiten fest,
    Behaupten sich nicht gegen Bäume oder Gräser, haben
    Es aufgegeben, die richtige Stelle mit einem X zu
    Markieren. Sie werden kaum aufgedeckt, gefunden werden.
    Deine Hand leuchtet einen Ballon an, aber auch diese
    Geste bringt keine Zeit zurück, die auf der Reise verloren
    Ging. Trotzdem folgen die Vögel dem Licht zurück in
    Ihre Nester, die jetzt, da sie älter sind, bereits
    Vertrocknet und mit eingeworfenen Fenstern einen Tanzsaal
    Abstrakter Gerüche bilden.

    Nehmen wir auch nur ein einziges Muster fort, hebt sich
    Die Distanz bereits wieder auf, alles ist dann nur
    Ein einziger Ort, der Trichter der Schnecke zum
    Kleinsten, zum Größten hin. Dieses mathematische Rätsel
    Schreckt die Reisenden, die wissen, dass sie sich
    Nicht mehr bewegen dürfen. Es steht in ihrem Gepäck
    Geschrieben, aber auch auf unzähligen Urlaubskarten,
    Die an der Wand neben Faltern ihren Platz behaupten.
  • Mummenschanz in großen Hallen

    Könnte doch jemand wie ich dich tragen ins Allerlei-Gespinst,
    So schwer die Träne haftet an den Antlitzen der Statuen,
    Gewöhnlicher war ich nie; und fand Novemberkälte
    Und fand den Winterschmerz in den großen Hallen der Masken,
    Die von einem zum andern wechseln, von der Scham keine Spur
    Zwischen Riffeln und Reue, zwischen Schaum und Kontrast,
    Der die Niederungen hebt wie ein stolzes Gebirg. Geklopft wird
    Lange nicht mehr an die Tore des Mumpenzimmers,
    An den Holzstock, der die Friese ersetzt. Die Schwelle,
    Durch Raunen zum Stillstand gebracht,
    Die Gesellschaft in Bewegung erfrorn.
    Könnte doch jemand wie ich durch die Lustwiege schreiten,
    Es wäre mir all meine Gesichter wert.

    Endlich kam ich zu den großen Hallen, die das Verschwinden nicht nur markieren, sondern das Verschwundene auch beinhalten. Man erzählte sich, dass alles, was je verschwunden war, sich hier wieder einfand, in einer der unzähligen Kammern, die so angeordnet waren, dass sie – wie Hilberts Hotel –  in die Unendlichkeit ragten. Nie würde irgendjemand feststellen können, ob keine oder unendlich viele Gegenstände hier versammelt sind, oder gar unendlich mal unendlich viele. Allerdings könnten sich die verschwundenen Dinge verändert haben; was immer sie einmal darstellten, es könnte die Zeit oder der Eigensinn dafür gesorgt haben, daß man sie nicht mehr wiedererkannte. Ein verlorener Knopf, dessen Bestimmung es einst war, eine Strickjacke im Verbund mit anderen Knöpfen auf der Knopfleiste vorne auf der Brust zu verschließen, könnte in diesen großen Hallen zu einem komplexen Türschloß geworden sein, das einen geheimnisvollen Raum vor Zutritten schützt. Seine Aufgabe mag immer noch passiv sein, aber sein Stolz wird ihm auch nur die Erwähnung eines Knopfes in seiner Gegenwart verdrießlich erscheinen lassen, weshalb es völlig unangebracht wäre, den Schließmechanismus nach seiner etwaigen Vergangenheit zu fragen, um den Knopf, den es vielleicht nirgendwo anders mehr zu kaufen gibt, wiederzufinden.  Mehr lesen „Mummenschanz in großen Hallen“

  • Das Lorebuch

    Jemand trat aus der Wand, und ihm war es nicht anzusehen. Wäre es
    nicht möglich, dass die Lichtfelder, die uns beständig umkreisen,
    aus den Schalen kleiner Flusskrebse gewonnen werden? Das Inventar
    wird zu jeder vollen Stunde geflutet, die verstreuten Symbole
    nehmen wir beim Verlassen des Raumes vorsorglich mit uns, der Eintritt
    in den Tag ist frei; das Geländer entlang, aufrecht in Etappen –
    wenn du auf das Wasser deutest, beruhigt sich nicht nur das Bild
    von all den eingezäunten Stränden, auch die Hiebe
    gegen den Türstock werden leiser, denn jetzt kann man
    durch alle Hindernisse schreiten, für den heimlichen
    Besuch haben wir nur Wein eingekauft.

    Für wen sind all die Gruben nützlich, von schwarzgrauen Blumen
    berankt an der Südseite einer Schneise hangend, barfüßige Gräfinnen
    zogen dort ihre nimmermüden Kreise, Ausschau haltend nach den Dingen,
    die vom Tal zu ihnen hinaufwehten und in einem Korbgeflecht gesammelt
    an die hiesigen Gräser verfüttert werden konnten, solange
    die Schlappen im Gartenhaus an der Grenze zum Nichtmehrsein verblieben.
    Andersherum wäre das Ärgernis verströmter Nächte untragbar geworden.
    Die Lüfte eigneten sich kaum dazu, mit ihnen eine Unterhaltung zu beginnen,
    eingesackt und versunken änderten sie ihre Lebensansichten
    mit einer Unvorhersehbarkeit und einem Takt, der nicht zu tanzen war.

    Wie immer auch die Giraffe in den siebten Stock befördert wurde,
    konnten wir nicht erkennen. Von außen erschien das Gebäude wie
    aus Regen gezimmert und mit Schiffsplanken verblendet, was allerdings
    später geschehen sein musste. Die Zeitfolge versprach uns
    eine Beobachtung sonderer Güte, doch als wir ankamen, stolzierten bereits
    behütete kleine Zauberer auf dem Boulevard und kein Geld dieser Welt
    hätte ausgereicht, die prachtvolle Straße zu überqueren. Die Aussichtspunkte
    wurden bewacht von hohen Tonnen, bewaffnet mit je einem Arm
    aus der Werkstätte des großen Doktor Faust. Hinter den Türen
    standen Mäuse, die sich im Vogelsang übten, und unsere Ohren waren
    nicht vorbereitet auf das Gezeter dieser anscheinend so filigranen Entourage.

    Die Aufzählung einiger Banalitäten versandete, während
    der Druck der imaginierten Leitungen dem ein oder anderen zu Kopf stieg.
    Sorglosigkeit hatte es sich mit weiten Ärmeln bequem gemacht
    und nur die Verschwiegenheit der Wolken gewährleistete eine Ansicht von oben. Dennoch trieben die Baumstämme in diesem abgenagten Fluss
    und erkletterten das Land, sobald man sie brauchte, um einen neuen Wald zu geben.

    Es war kein weiteres Gedeck nötig, denn sie wussten, was alle wussten:
    Der Tagtraum zog nach Norden, von wo er einst gekommen war. Man erzählte sich, dass der große Abgrund mit seinen erhabenen Metaphern
    nicht mehr so schön anzusehen war wie in ihren Kindertagen; eine Vermutung,
    die den Anwesenden viel Leid ersparte, aber nicht,
    wenn man alles wissen wollte und dazu bereit war, all das zu erwähnen.

    Die Lebkuchen gaben ihre angestammte Position auf, verließen
    die senkrechte Seite des Hauses und kullerten auf den Steg, an dem
    die unförmigen Objekte festgetaut auf Nachzügler warteten. Sollte
    der Zeitpunkt gekommen sein, würden sie erneut hier stehen und
    Ausschau halten nach dem Glück, einst heimisch in ihren ausgelaugten
    Taschen. Es gab ein Gesetz, das Wanderschaft verbot, und wer sich daran
    hielt, bekam statt welker Blumen eine neue Disziplin zugeteilt. Die
    Körper wurden straff durch fein gemahlenen Marmor, die Rezepte standen
    in hölzernen Lettern unter den Dielen, graviert mit ungehöriger Tiefe;
    oft fing sich das Wasser darin und versuchte,
    noch vor dem Morgengrauen zu entkommen.

    Von der Geschichte geht der originelle Trick aus, so zu tun,
    als wäre sie nicht das Paradebeispiel des Fiktiven; als Zeuge
    ist sie vielleicht hinfällig, ihr Argument liegt jedoch darin,
    überall dort aufzutauchen, wo man Doughnuts im Zehnerpack für einige
    wenige Groschen ergattern kann. Die Fahrt dorthin wird unterbrochen
    durch sanfte Flugangst, die sich mit musikalischer Unterstützung
    steigern lässt. Wer die Erfindung der Momente einfriert, wird
    wissen, wohin er sich zu wenden hat, wenn das angereicherte
    Material zur Debatte steht. Mit einem Verrat kann immer dann
    gerechnet werden, wenn sich die Summe aus wenigen Teilen
    zusammensetzt, die sich in Nähkästchen verstecken lassen.

    Beim Gehen verlor sie einen Schuh, der sich silber glitzernd
    von ihrem Fußschiff löste und augenblicklich erhob, um auf
    ein gesprenkeltes Hausdach zu schweben. Obwohl ihr Gang jetzt
    etwas läppischer war als zuvor, erreichte sie die anvisierte
    Kreuzung noch vor der Zeit, die ihr zur Verfügung stand, drehte
    sich mehrmals im Kreis und löste sich dann in ihre Bestandteile auf.
    Aus geöffneten Fenstern entwichen die Gerüche einiger Kochkünste
    und versammelten sich an Ort und Stelle. Der Tumult hatte längst
    auch die geheimen Nischen erreicht, ob sie nun überdacht waren oder
    nicht. Das Pulver, das daraus entstand, genügte den hier lebenden
    Nasen für ein weiteres Jahr ihrer Effizienz. Ihrer Beschleunigung
    war es zu verdanken, dass die Kassen gefüllt und das Trapez
    mit dicken Schnüren gespannt blieb.

    Die Art und Weise wie eine Wand zurückstarrt, sollte in nocturnen
    Untersuchungen festgehalten werden. Zunächst mag die Freude
    ungetrübt sein, die Wand vor unliebsamen Zusammenkünften schützen;
    man gibt sich eifersüchtig, wenn sie sich ihren freien Tag nimmt,
    um einmal in der Woche den Tango der Argentinier einzustudieren.
    Doch dann beginnt das Unwohlsein wie ein verkannter Spruch tief in
    den Eingeweiden zu rumoren. Man möchte sich erheben und einen
    Schürhaken schwingen, um der peinlichen Stille gebührend zu begegnen.
    Was man dann jedoch zustande bringt, ist kein nennenswerter
    Gesichtsausdruck, kein plötzliches Schluchzen oder Innehalten, man
    marschiert im Zimmer auf und ab und wirft verstohlene Blicke zur Vitrine.

    Wer die Gefahr kommen sieht, kann durchaus noch die Hand ausstrecken,
    um das Seil, das zur Glocke führt, zu ziehen. Ein neues Zeitalter
    einzuläuten, sagst du, ist der richtige Zeitvertreib nach einer
    langen Nacht der Wunder. Doch das Gebirge, das sich nähert, das in all
    seinen Formen unnachgiebig danach trachtet, den Schlund zu verstopfen,
    wird nicht verstehen, warum deine Hand sich zurückzieht, um im Sumpf
    nach Machtmonopolen zu graben. Ein Schritt mag genügen, um über
    schönere Exemplare sprechen zu können. Du müsstest nur einmal
    da gewesen sein und zugesehen haben, wie das Schiff in schlüpfrigen
    Reimen davon sang, gegebenenfalls entkommen zu wollen. Die Melodie
    einzelner Takte verkommt auch hier zu einer reinen Schneelandschaft.

    Meine Bitte war noch nicht zugestellt, als du die Dinge auf den Tisch
    legtest. Für heute waren wir fertig und zeigten uns gegenseitig das
    freudige Gefühl, das, gestaffelt, vor aller Augen einen glamourösen
    Morgen band, der gar nicht so kalt war, wie wir es besprochen hatten.
    Es stellte sich die Frage, was zu tun sei, wenn all das – diese
    mikroskopischen Sinne und Fürsprachen – nicht mehr dort zu finden
    wären, wo wir sie vermuteten. Gab es diesen latenten Kreis wirklich?
    Oder waren wir alle nur Teufel, gefangen in einem nervösen Rinnsal,
    das von aufgespannten Schuhen tropfte? Die Löcher waren bereits
    groß genug, um nichts mehr damit anfangen zu können. Es waren
    großartige Bilder, die hinter uns standen, aber ihre Sprache
    war neunmalklug, also ließen wir das Ganze einfach sein.

    Als lebten wir in der Spirale mörderischer Weihen, als tauchte
    neues Leben in die blinden Statuetten, ausgefranst und mütterlich treu.
    Es käme auf den Versuch an, hinwegzutauchen, das Gras in seiner vollen
    Pracht auf den nächsten Sommer zu vertrösten, nur um zu erkennen,
    dass wir keine Rösser sind. Der Sternentrunk am Mittag, in ausgespülten
    Kelchen treibt eine neue Form der Reinheit ein Spiel mit unserer
    Wohlgefälligkeit. Das Biest steht stramm, nichts welkt in einer leeren
    Brust, erfindet stattdessen fremde Existenzen in rohen Augenblicken.
    Die Klänge wandern den Flur entlang, hinter uns her schleifen
    die Brocken abgehackter Stunden, denn sie wissen von unserem Schwur,
    zu verweilen.

    Was ich auf der Straße sehe, sind durchgehangene Tauben. Im Licht
    eines unbekannten Spektrums leuchten sie, vom Knick ihrer Rollen
    ausgehend, wie ein Diamant, der im rauschenden Wasserfall eines
    Sauerbrunnens gefertigt, das Tarotbäumchen zur Demut zwingt. Ein
    gelbes Fieber wandelt, durch unzählige Manöver geortet, über die
    Schwierigkeiten einer losgelösten Schienenbahn, einst der stolze
    Besitz immenser Beschleunigung. Das Entsetzen teilt Wege, aber an
    oberster Stelle darf der Kronzeuge nicht fehlen, darf er kein Wort
    von dem verlautet lassen, was wir hier wagen zu besprechen. Es
    könnte sein, dass sonst die Stimmungen siegen und die feine Natur
    der Atempausen chronisch abwinken. Wir können das nicht wollen.