Goethe in Weimar

„Wie ist Euch? Habt Ihr noch nie jemanden pissen gesehen?“
Schwankenden Standes sprach Goethe das Mägdlein an. Sein offenes Hemd lotterte weit über seinen Hintern, und er hielt sich mit der linken Hand am Mauerwerk fest, während er mit der rechten seinen Habicht bediente, den er dem Mädel, das so gar nicht imstande war, wegzulaufen, prompt tröpfelnd zu zeigen wusste. Die Sauferei aus den dreckigen Grabkübeln war noch lange nicht beendet. „Weimar! jetzt werden die Genies erst wach!“ Er packte sich dann aber doch ein, und ging in Wellen an ihr, die sie da immer noch stand, vorbei – nicht ohne sie, wie er dachte, auf den Mund zu küssen, traf aber nur die Nase und das ganze obere Gesicht. Sie selbst wehrte sich nur insofern, als dass man nachher hätte sagen können, sie ließ es nicht arglos über sich ergehen.

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    Auswahlbibliothek:

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    Nadja
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