Gut Tisch will Weile haben

Gut Tisch will Weile haben. In meiner Klause gibt es zwar einen Tisch, aber den benötige ich für die Büroschreibmaschine, meine Zettel, Ablagen, Typoskripte. Anfangs ging ich dazu über, zum Essen alles wieder abzuräumen, aber das brachte mir entsetzliche Gemütszustände bei. Und irgendwann ging das dann nicht mehr, es wurde auf dem Boden gegessen.

Näher am Ursprung vielleicht, die Erde fühlen; aber ich befinde mich nicht auf festgetanztem Lehm, sondern auf einem Plastikbelag, der durch seine Muster Holz simuliert. Überhaupt wird heutzutage alles simuliert, wir leben mit Kopien von Kopien, kaufen lackierten Müll, genähten Müll, essen Müll aus Dosen oder Biomüll. Und wenn nicht Müll, dann wie gesagt, Simulation. Auf dem Flohmarkt, der in der Halle auf dem Viehmarkt alle zwei Samstage im Monat vonstatten geht, blickte ich zumindest hier und da auf einen Stand, der fragmentarisch echtes Equipment anbot, aus einer Zeit zusammengetragen, die nicht auf Simulation basierte. Ich aber benötigte einen Klapptisch, etwas, das manche Menschen vor ihrem Wohnwagen postieren – oder eben in der Viehhalle, um Nippes abzulegen. Angeboten wurden solche Gestelle ja nicht, ich aber hatte das Glück, dass mir ein Trödler begegnete, der mir seine Unterlage nur zu bereitwillig verscherbelte. Man fühlt sich mehr als Mensch, wenn man nicht wie ein Käfer auf dem Boden herumkrabbeln muss, während Tonnen von Büchern links und rechts wahre Schluchten bilden.

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