in diesem Moment zogen alle los, um Fliegen zu fangen. Ob man sich barbrüstig, still hinsetzte, um die Insekten anzulocken, oder ob man einen Grusel-Krimi faltete, um Blut an Blut zu binden, das blieb frei.
Der große Baum ist selbstverständlich ein Ameisenbaum.
Die Ameisen jedoch sind incommunicado, der Baum ein Hosenbodengerüst.
Die Nacht fiakert zurück und hinterlässt einen Sägenschärfer aus Hebanz in der Nähe des Sägewerks an der Hohen Mühle, das auf seinem Gelände auch eine Fischzucht ermöglicht, deren Ergebnisse dann in Buchen-, Weiden-, Erlen-, Birken-, Pappel-, und Eschenspäne in den Schlot gehängt werden, um heißzuräuchern. Fleischrauch erhebt sich und bildet Fischskelette in der Luft, vergänglich wie ein Ameisenleben. Der Fischfang hat hier eine seltsame Tradition, ungewöhnlich für ein Land, das sich so weit entfernt vom Meer befindet (obwohl sich im Präkambrium eine stolze Schwemme hier einsam fühlte).
Wenn / sie es überhaupt erwähnte, setze sie hinzu, / dann weil sie betrunken sei. Ihre bloßen Fußrücken waren so weiß wie ihre jungen Schultern, Kissen und Aschenbecher eingerechnet.
Hier ist sie, rief ein anonymes Mädchen und setze sich schnell hin.
Das Doppelbett war gemacht, aber innendrin nicht frisch.
Maskierte ihr Gesicht, bedeckte ihre Flanken, beschürzte ihren Bauch mit Küssen - alles durchaus hinnehmbar, solange sie trocken blieb.
Sie, die alles verlegte, wählte flüssig eine lange Nummer. Das wäre erledigt.
Die Straßenlaternen gingen in versetzter Reihenfolge aus. Um ihr einen leichten Stupser zu geben, wurde drei Tage später ein Bote bei ihr vorstellig.
Wie oft waren diese akribischen Meisterwerke in Kunstbänden abgebildet? Was gibt es Traurigeres? Diese
automatischen Bilder seiner letzten Augenblicke sowie die Löwentatzen eines Tisches.
Sie wagte nicht, ihre Arme ziellos hängen zu lassen, das gleiche Haar, ins Blonde gehend oder vielmehr palominofarben, auf einer Landstraße von einem zurücksetzenden Lastwagen erdrückt.
Seine dicke Schuhsohle mit einem Muster im Teppich in Übereinstimmung.
Fieber indessen verwandelt Denksport in Stoff für Albträume. Blindekuh wurde nackt gespielt, manchmal schüttelte die Polizei einen Voyeur aus einem Baum.
Das Aufblitzen der Scheinwerfer eines sich nähernder Knudson-Taunus fräst für kurze Zeit einen gespenstischen Schein in die Nacht. Die Häuser entlang der Schlossstraße wirken wie übriggebliebene Kulissen aus Alain Resnais ›Letztes Jahr in Marienbad‹, wo die Komposition stets wichtiger ist als die Aktion, die Sinneseindrücke persönlicher als die Interpretation. Ansaugen, Verdichten, Arbeiten, Ausstoßen. Ein Schattenregister.
Gitternetz der Beobachtung: Verschwunden ist das, was die Pupille nicht streift, ein ungesehener Winkel, möglicherweise ein Scheunentor, ein Stein unter der Brücke, ein Grashalm im Wasser neben dem eigenen Gesicht.
Der Mond sieht Adam, wie er sich unter fetten Daunen noch einmal den Tag in einer Art Wiederholung ansieht. Sein Blick schwappte am Nachmittag aus dem Küchenfenster, wo Simone und Katjanka an der ollen Ulme herumschaukelten, bis sie nahezu in den Horizont davonflogen. Das Seil knirschte, als wolle es zerfasern und sich in Luft auflösen, das Hinterteil mit allerhand kinetischer Energie aufgeladen. Die Ulme hält sich wacker, Jahresminuten verschwinden. Hätte er doch nur gewusst, dass Zeit auch vergeht (und nicht nur die Tage), Adam hätte die Minuten seines Stillstands noch intensiver genutzt. Aber auch so prägte er sich ein, wie sich die Sandalenpaare über sein Haupt schwangen und den Höhepunkt erreichten (als schaukelten die Mädchen über ihn hinweg statt nur davon). Die Seile knirschten und knirschten und der Tag schmeckte nach kandierter Tamarinde – oder nach erhitztem Stein – so genau ließ sich das nicht sagen.