Im dunklen Trüb

Früher eine Schänke, Quellen aus Mondlicht, ein Splitter der Ver­ gangenheit. Hier wurde weder Licht noch die Luft selbst gelüftet, die Gäste sprachen Double Dutch, flüsterten laut, hatten sich nichts zu sagen und sagten sich nichts zum tausendsten Mal. Das Strand­ gut eines Sommerplatzes: den Elenden gab man gastfrei. Sie stand in der Ecke und sah mich früher als ich sie, stand in meinem Rücken, die­ ser weiten Fläche, ein Fächer für Blicke, weder die Kleidung, die man trägt, noch die Haut widersteht dem Stechen eines in Gedanken arrangierten Blickes. Sie stand da und stand verborgen, karge Mauern hüllten sie ein, Gedanken ohne Gestalt, ohne ein Wort, ein Bild. In der Mitte flackerte ein entsetzlich fun­zeliges Licht, das sich für eine Sonne hielt. Im Keller siechte das Wasser eines Brun­nens, darin keimte die Erinnerung wie in einem Aquarium Escheri­cha Coli, geisterhaft tauchte aus der Tiefe all das empor, was man längst kannte: sich selbst zu fassen bekam man sich nicht.

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  • Vor der Erfindung der Pulvermaske

    Geschrieben von A. Anders

    Aufgrund des Durcheinanders und der Angst,
    dass die Zeit Haarpulver erzeugen könnte,
    befinden sich in den Ecken Medaillons und Tröster-Krawatten.

    Es ist absolut exquisit.

    In diesem romantischen Kit dreht sich alles darum,
    elegante Epochen der Vergangenheit zu romantisieren
    und mit Rosen zu vermischen.

    Es gehört zur Nostalgic Essence Collection.

    Sie sehen keine Fälschungen mit angeblicher „Weichzeichnung“
    oder selbstgemachten zerstörten Stoffstrümpfen.

    Einseitig sind noch die alten Halterungen für den Himmel vorhanden. – Dieser fehlt jedoch.

    Er wurde früher in die Kupferwanne gelegt, um den Badegast vor der Hitze der darunter liegenden Brände zu schützen. Man konnte ihn aufhängen oder hinter einen alten Spiegel klemmen.

    Gekauft wurde er vor vielen Jahren von einer wundervollen Dame mit langen irisierenden Hahnenfedern und einer glorreichen fliegenden Krähe in einem kleinen Dorf zwischen Bergerac und Monbazillac in der Dordogne.

  • von der fliederprecht (ein gehippe von nippel)

    sie duckt von unten hebt sies auf
    wo noch und nöcher nochen graben
    es könnte sein dass wie der wutz
    ein ei entlarvt sich schönerwetter dinge tun

    wie uff der blitz und nocheinmal
    auf einmal zweiereigerauff
    gibt elend in die knochen
    da plumpert gerte wie der wisch
    und fortan ist das zeug so nass

    ein willste ewig brüllt herauf
    und lotst und lottert wie der lotse
    down zu graben wo der wolf
    in manniglich manier ganz schau

  • Der neue Brieföffner

    Lieber Herr Munkulus,
    meine neueste Erfindung haben Sie sich noch gar nicht angesehen! Es handelt sich dabei um einen Brieföffner, der keine Briefe öffnet sondern sie erhört, der also deren Inhalt öffnet, mit dem, was da steht Vögel füttert, die dann den Wortlaut singen.
    Anbei der Brieföffner, zwei Batterien und ein Vogel der Gattung Pflaumenkopfsittich, den sie bitte kurz unters kalte Wasser halten, um ihn zu aktivieren.

  • Fort ist Glückes Hildebrand

     : was ich schrieb, trieb mich weiter in den Abgrund, in die Kellergefüge kein schöner Land, wohl nicht mehr und nie mehr wie aus idealen Erzählungen entnommen, kein Rätsel außer dem des Lebens, kein Bleiben außer dem Vergehen, den gewaltigen Umbrüchen auf einen Pukt gebracht, geschrumpft, so klein wie man es bei dieser Größe vermutet. Die glatten Wände sind des Geistes Tod, die schlanken Gärten voller Steine, die sich unendlich wiederholen, eine Kloake in hohen Stiefeln

    ich setze einen Fuß über die Schranke
    Ich glaube nicht, dass man einen abgestimmten Ort verlassen sollte,
    wo jeder Baum einen Namen trägt und Zeuge von uns allen ist

    Als ich las, las ich von Zeremonien, ich las von Morden
    (diejenigen, die einen Abdruck hinterlassen)

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    Place des Innocents: In der Rue Pierre-Lescot stand ein Koloss, eine griechische Skulptur aus Daidalus’ Werkstatt. Wuchtige Feuerstöße forderten das Staunen der Menge ein. Hier stand Babylons Sirrusch, einst abgebildet auf dem Ishtar-Tor, jetzt frei und gewaltige Hitze freisetzend. Warum hast du so große Hände, warum hast du so einen großen Mund?

    Ein ganzes Bestiarium tanzte zähnebleckend. Pudel befanden sich auf ihren Hinterpfoten, aufgehübscht mit selbstgestrickten Pullovern in grellen Farben, Zwerge trommelten auf Bärenköpfen herum. Zunächst trat der Riese mit einer struppigen, großmäuligen Teufelsmaske auf. Die Schellenklingeln an den Füßen der Harlekin-Leute überschlugen sich. Dann legte er seinen grellroten Kapuzenmantel ab, während die Harlekins ihr Charivari durch die Gassen trugen.

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