Ich bin, von dir genommen, in den kleinsten Winkeln deines Raumes daheim. Meine schwarzen Augäpfel sind die Dunkelheit der Welt gewöhnt. Kein Augenweiß. Nichts Irisierendes, das isoliert betrachtet werden kann und will. So hocke ich einfach da und nehme wahr, wie ein Haus Zeit konserviert. Mein Mund, eine Melasse, die Fliegen fängt. Denn das, was sie nicht fängt, wirft sie auf Wunden. Ins hypnotische Meer der Mütter greift meine Seele fingerlang. Das immer Kleinste der Kleider ist ins Nichts geweht, an den Rändern verwoben mit mir. Ich wringe, stehend im weißen Sand, mein Kleid, dein rotes Meer.
die Gestalten trieften als unsere Sonne erklang auch schon nah das Pferd, das einstige Steppentier aus dornigen Winden gereift. Jetzt auf zu einer Hochburg, neben den Zinnen dehnen sich Lücken als Krähe umschwebt man sie leicht, als bloßer Blitz verfehlt man sie. Der Staub wurde sich seines Wesens bewusst und die Ziele keiften sich stetig an ob des Gelingens außerordentlicher Figuren, die man schon die morsche Treppe – ums Eck wird’s wirklich eng, so eine Fuge, ein unmöglicher Raum, in sich abgeschlossen durch Sperrgut
Die andere Geschichte nannte sich die vom ›Schnackelhupfer‹, und die entstammte keiner archaischen Resteverwertung. Vielleicht war sie einst wesentlich harmloser als das Märchen vom Hägelmoo gewesen, zumindest aber war sie realer. Und sie spielte um den Badeweiher herum. Nackt, nur mit Gummistiefeln an den weißen dürren Beinen, hieß es, tanzte dort ein alter, ekelhafter Schmerbauch herum, sobald sich Kinder sehen ließen, knetete seinen riesengroßen Sack und schlenkerte sein Gemächt durch die Luft. Er meckerte wie ein Ziegenbock und roch wie verdorbene saure Sahne. Aber wirklich gesehen hatte ihn niemand.
Alles rinnt mit der Zeit den kosmischen Bach hinunter. Das gilt ganz besonders für ein lumpiges Leben.
Eigentlich wäre die Dame fast ersoffen, wenn nicht ein Lastwagen sie herausgezogen hätte, als schon der Sumpf derart nach ihr gierte und demzufolge um sich griff, um sich das lebendige warme Fleisch zu greifen. Feuer und Hunde in weißem Taft, wenn man die Augen schließt, Plüschbalkone ringsherum.
Als ob sie den Gesang studierten, schrien die Pärchen, die sich dort sonnten, ihre formanten Töne ineinander, erschufen Klangquadrate und Sinuskurven voller Zauber.
An den Händen, die aus dem dickflüssigen Meer ragten, erkannten sie sich wieder. Die Hände, mit denen sie sich besprochen hatten unter dem Einfluss der deformierten Sekunden, die wie Seifenblasen laut schmolzen, Speichel zurück ließen, kenterten.
Die Sätze wachsen wasserlos, sind Waisen ohne Quelle; morgen sagt sie ein anderer, jetzt aber konzentriert sich der Insekteninstinkt auf die Beute. Schmerz des Hungers, Wahn der Lust.
Es ist nicht einerlei, was das Spinnentier sagt. Die Kleider klebten an ihr und durch ihre Poren drückten sich Moose, Schleimsand, Kraut, die Augen riesengroß, schwarz, rund: oxidierte Schädeldecke; ihre dünnen Stelzen bohrten sich in die Erde, mit halber Kraft voraus.
Der Lastwagen beschleunigte sauerstoffgegräßig, sie fasste die Anhängerkupplung; voller Schmiere das starke steife Stück. Zwischen ihren Fingern glibschte das Maschinenöl, spritzte ihr Reste ins Gesicht, der Auspuff föhnte ihr Haar zu einer ehernen Skulptur nach hinten.
Als sie dann auf der Straße lag, keuchte das dunkle, fordernde Loch mitten in ihrem Gesicht. Autos hupten in langsamer Vorbeifahrt. Sie gehörte niemandem, sie gehörte jetzt niemandem mehr.