Revier bissiger Bereitschaft

Wir dürfen sie nicht verstehen, die Weisungen -
Alles schläft hier -
In diesem zyklopischen Haus,
Riegel am Gatter, vorgeschoben, angerostet,
Nicht zu öffnen von nur einer Hand,
Von nur einem Willen gedacht,
Noch nicht in eine Wunschblase gepustet.

Die Hinterlassenschaft erzählt von früher, von Wegen,
Die in einen unterirdischen Garten führten,
Dort Trunkentrinkerei, nicht töricht genug,
Gemetzel zu werden,
Die wiederkehrende Angst gelöscht.

Die Blumen mit rasenden Augen,
Schnell beweglichen Lidern, dem
Absatz nicht entkommen, der
Kinderhand, fettberingt -
Süße Klopse, ein Streichelzoo aus Tüten.
Kommt lieber nicht von dort!

Ähnliche Beiträge

  • Vor der Erfindung der Pulvermaske

    Geschrieben von A. Anders

    Aufgrund des Durcheinanders und der Angst,
    dass die Zeit Haarpulver erzeugen könnte,
    befinden sich in den Ecken Medaillons und Tröster-Krawatten.

    Es ist absolut exquisit.

    In diesem romantischen Kit dreht sich alles darum,
    elegante Epochen der Vergangenheit zu romantisieren
    und mit Rosen zu vermischen.

    Es gehört zur Nostalgic Essence Collection.

    Sie sehen keine Fälschungen mit angeblicher „Weichzeichnung“
    oder selbstgemachten zerstörten Stoffstrümpfen.

    Einseitig sind noch die alten Halterungen für den Himmel vorhanden. – Dieser fehlt jedoch.

    Er wurde früher in die Kupferwanne gelegt, um den Badegast vor der Hitze der darunter liegenden Brände zu schützen. Man konnte ihn aufhängen oder hinter einen alten Spiegel klemmen.

    Gekauft wurde er vor vielen Jahren von einer wundervollen Dame mit langen irisierenden Hahnenfedern und einer glorreichen fliegenden Krähe in einem kleinen Dorf zwischen Bergerac und Monbazillac in der Dordogne.

  • Jeder Spuk ein Manifest

    Ich weiß nicht, ob es hier begann. Denke ich darüber nach, gibt es weder einen Anfang noch ein Ende, nur die sichere Entropie.

    Jeder Spuk ist, für sich genommen, ein Manifest der Aufzeichnung gewaltiger Gefühlsregungen, die im Augenblick des äußersten Schreckens eine unauslöschliche Spur hinterlassen. Aber auch die Zeugnisse, die nicht der Tragödie oder dem Grauen entspringen, sind noch vorhanden. Sie sind nur nicht dazu gedacht, wahrgenommen zu werden, damit die schwarzen Blüten selbst besser zur Geltung kommen. Doch diese Spielart der Ewigkeit ist nichts im Vergleich zu jenen Vorkommnissen, die keine andere Neigung zu haben scheinen, als die Tore ins Chaos zu bilden – hinaus und hinein. Diese Tore haben eine ähnliche Funktion wie das Filtersystem, das unser Bewusstsein vom Unterbewusstsein trennt. Es ist eine Sache, über die Möglichkeiten der Materie zu sprechen, aber es ist etwas völlig anderes, über die Möglichkeiten des ganzen Universums zu sinnieren. Möglichkeiten, die nirgendwo anders hinführen als in den Wahnsinn.

  • Auch nur ein Hund

    Und die Ursel näht den Knopf an und die Ursel kann auch kochen. Königsberger Klopse. Das ist das Beste von ihr. Zunächst die Pellkartoffeln kochen. In der Zwischenzeit die Zwiebeln fein würfeln und in zehn Gramm Margarine glasig dünsten. Da huscht sie um den Tisch herum und ganz verstohlen blickt der Kurt auf seinen angenähten Knopf. Abgekühlt zum Hack geben. Das frische Hack hat der Herr Lekywizc selbst durch den großen Fleischwolf gedreht. Zuvor hat er selbst das Kalb entleibt. Davor hat er es selbst aus dem Uterus gerissen. Davor hat er es selbst gezeugt.

    Das Hack mit dem Ei, Paniermehl, Pfeffer und Salz gut vermischen.

    Mehr lesen „Auch nur ein Hund“
  • Notiz an ihn mit Mondkindkrone

    Geschrieben von A. Anders

    Der einzige Grund,
    warum Sie das Weiß unter meinem Rock sehen können, ist,
    dass ich nicht bemerkt habe, dass mein Kleid feststeckt.
    Das Blau reicht bis zum Boden,

    aber es eignet sich nicht,
    um einen Stern abzuklopfen,
    weil ich Sie noch immer liebe.

  • Renate is fatsching yu

    Früher hoben wir alte Zeitungen auf, um das vermaledeite Feuer anzubekommen, wenn die krustigen Zahnstocher partout kein Wölkchen von sich gaben. Oder um auszugleichen, dass wir uns keine Unterwäsche leisten konnten. So eine Schlagzeile über der Mutterbrust sorgte nicht selten für Lacher, wenn man auf Hippie-Partys klein Kurt nach dem milchigen Gesöff schnappen ließ wie ein Bullkarpfen nach der Mücke im Wind. Die Ecken pulten wir dann immer zwischen die Fettfalten, damit ja nichts abrutschte. Auf die Idee, daraus Gedichtchen zu formen wären wir niemals gekommen. Häkeln, Stopfen und Nähen war unser Beruf, liebe Gendertussen – wenn ihr mir diese moderne Höflichkeitsfloskel gestattet! Hatten wir keine Wolle, trennten wir eben alles wieder auf. Heute eine Socke, morgen ein Pullover, übermorgen Handschuhe. Dem gedruckten Zeug einen Hauch altertümlicher Handarbeit zu verpassen, erfreut mein in die Jahre gekommenes Kümmerherz so sehr, dass ich mir gleich einen Dornkat erlauben werde, um mein Glück ja niemanden spüren lassen zu müssen. Denkt immer daran, liebe Dichterlein: Renate is fatsching yu!