Thorns Bouquet

wo ihr jetzt zu den Windmühlen gelangt
& die Wassermenschen jagt mit Sonar
verachte ich euch tiefer, wünsche euch
die Schrecken jedes einzelnen Fluchs
jeder einzelnen schwarzen Gallsaft=Lippe
aller Zeiten
alle Qualen

es ist der falsche Jasmin, der diesen
Wachtraum verursacht, in dem die
Erkenntnis steckt, daß der Mensch in
seiner Seele eine Welt vergangener
Existenzen trägt

vom fetten Wahn wie
Trauben springen
ein ausge-
peitschter Wurm peitscht hinternlästig
nie näher an den Traum, man
gelangt nie näher hin zum Staub

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    K: Oliverio hat gesagt, sie, der Tod, kann ihn noch nicht haben. Verstehst du das?  

    F: Ja, ich kann Oliverio verstehen.  

    K: Wieso?  

    F: Er sucht die Frau, mit der er fliegen kann. Deswegen kann sie ihn noch nicht haben.  

    K: Fliegen ist toll!  

    F: Ja, sehr sogar! Alle wollen fliegen. Brauchen den Anderen dazu. Nur Kinder allein können das noch und nur für sich. So wie du. Sonst nur Vögel, Insekten und Fabelwesen. Erwachsene brauchen sich gegenseitig.  

    K: Aber was ist mit der Frau, mit der er fliegen kann? Wo ist sie?  

    F: Sie sitzt im Dunkeln, nackt auf einem Stuhl, die Beine gespreizt. Sie weiß, wie wunderschön das Fliegen ist. Hat ihre Hand auf ihr Geschlecht gelegt. Damit es nicht wegfliegt, weißt du. Sie muss es schützen. Für sich und Oliverio. Lauscht den Geräuschen der Welt. Spürt nur die Wärme. Die Brustkorbhebung. Die Brustkorbsenkung. Sie denkt an Oliverio. Weint. Auch weil sie weiß, wenn sie ihre Hand auf die Brust legt, dass sich durch die abgegebene Wärme ihre Milchgänge weiten. Gänge, durch die vielleicht nie etwas fließt. Strahlenförmige Galaktogänge sind das. Denn Milch, erst wenn sie austritt, erhält durch das Sonnenlicht ihre stillende Farbe, in der alle Farben sind.  

    K: Warum aber ist sie wegen ihm traurig, wenn sie doch mit ihm fliegen kann?  

    F: Na, weil das Fliegen eben schön ist. Weißt du doch! Und manchmal weinen wir Erwachsenen auch dann. Weinen, wenn uns etwas stärkt, wenn es uns gut tut. Aber du hast Recht! Denn ja, sie ist deswegen auch traurig. Weil sie noch mehr als mit ihm zu fliegen auch den Boden mit ihrem Geschlecht berühren will. Auch dafür braucht sie ihn. Allein kann sie das nicht. Und sie will es auch nur, weil sie beide fliegen können. Weil er ihr diese Kraft gibt. Ich kann Oliverio verstehen. Verstehst du ihn jetzt auch?  

    K: Ja! Er ist ein bisschen wie ich.

    (K: Kind; F: Frau, mit der Oliverio fliegen kann)

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