Überall ist Hubertustag

Kam noch nicht um die Ecke (ich) war noch nicht abgenabelt, aber man legte den Rechen nieder, die Spindel die Krüge das Jochbein: das Bein schwang sich (wer hatte) aus dem Sattel / um den Junker anzustarren / gute Kleider / die Mütze maltraitiert / jetzt kann ich’s sagen: überall ist Hubertustag.
Die nächste Minute, die nächste Atempause, der nächsten Nebel, der um eine Begegnung, Bewegung, tanzt, mäandert. Und der Nachhall im Ohr, der sich aufmacht, ein Wort zu werden, eine Sprache des Bewusstseins. Ein langer Tag tritt nackt aus der Umkleidekabine, verschließt seine tückischen Schlösser, die vorher gar nicht da waren, Schlösser ohne Schlüssel.
Lass mich ruhig raus, ich bin der Tag! Hinter dem Nebel ein Pfad; Pferde tragen die Wörter in den Gehörgang, Schall und Wahn, eine Rakete pro Silbe, eine vergnügliche Sperrstunde, ein wirkliches Verständnis, gerade noch geradegebogen, eine Kurve, dann geradeaus, immer geradeaus, bis man da ist, nächstes Ziel. Eine Fahrt, zurück aus dem Blau. Ich bin der Wandrer, du der Riemen, um den Stock gewunden, der mir die Hand fesselt; dem Stocke nach, folge mir! Wie durch ein Wunder kreuzen sich die Wege der Menschen. Es wird nicht gelingen, sich aus dem Wege zu gehen. Das versteht man hinterher immer besser, währenddessen ist es nur phantastisch. Tiefsitzenden Verwebnisse, die ziellos umherschnellen, blinde Schlangen, den Kopf gekappt, zuckende Schläuche, Purpurwasser entlassend, das Leben rinnt aus jedem Ding, das brackige Wasser seiner Leidenschaft, der tiefe und offene Moment seines Seins. Ein verwilderter Garten mit Früchten der Überreife. Früchte, die so süß schmecken, dass man die Fäulnis stets mit isst. Diese Tage gingen vorbei wie ein einziger. Wer bist du? Und er hatte die Wahrheit gesagt. Niemand.

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    muss, leistet Abbitte in den Katakomben,
    barfuß, im Gewand vieler Zeitalter, wartend
    auf das Glucksen der fragilen Spinnweben.

    Wir steigen in die Galerie, kommen an, hinauf die Stufen,
    Stiegen wie Donnerhall. Auf dem Turm
    ein Salto des Speichels, körperwarm
    nur noch Sekunden, ein Weltenall
    fassungslos.

    Dimensionen, hart, wie Gries, der
    durch einen Trichter klingt, hart, wie
    etwas im Mittelpunkt des Feuers, verwegen
    flanierend im Brodem der Umgebung, die
    aus dem Nebel steigt. Gras beugt sich deren
    Schritten, wie sie lacht, könnte dort ein Orchester lauern.

    Etiketten voller Wochentage an Bäume genagelt,
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    befürworten, Kalender jener Steine,
    über die wir gerade reden.

  • Lilith

    Geschrieben von A. Anders

    Ich bin, von dir genommen,
    in den kleinsten Winkeln deines Raumes daheim.
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    sind die Dunkelheit der Welt gewöhnt.
    Kein Augenweiß. Nichts Irisierendes,
    das isoliert betrachtet werden kann und will.
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    und nehme wahr,
    wie ein Haus Zeit konserviert.
    Mein Mund, eine Melasse, die Fliegen fängt.
    Denn das, was sie nicht fängt, wirft
    sie auf Wunden. Ins hypnotische
    Meer der Mütter greift meine Seele fingerlang.
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    ist ins Nichts geweht, an den Rändern
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    stehend im weißen Sand,
    mein Kleid, dein rotes Meer.

  • Der Geschirrbeobachter

    „Hier habe ich zumindest ein paar Töpfe“, sagte sie. „Fürs Erste müsste das reichen; ich stelle sie hier vor die Tür, dann muss ich nicht reinkommen.“

    Ich nickte. „Wie lange wird das vorhalten?“

    „Das ist schwer zu sagen …“ Sie schielte die Töpfe an, als habe sie sie noch nie richtig betrachtet. „Ich würde auf zwei Tage tippen, die Teller sind dagegen nur Stunden, aber zusammen mit dem Besteck nähert sich das wieder an. Das bekommen Sie dann alles morgen, bevor die Zeit abgelaufen ist.“

    Ich suchte in ihrem ausgefallenen Gesicht nach einer Antwort, fand aber nichts. Glichen ihre Augenbrauen nicht dem Futhark? Bildeten die haarigen Runen nicht die eigentliche Botschaft für mich? Mehr müssen Sie nicht wissen, sagte sie robust und kompakt, sie war schließlich in der Überzahl und konnte sich ihre Rindviehhaftigkeit leisten.

    Nachdem sie wieder nach nebenan verschwunden war, holte ich einen Stuhl, um die Töpfe zu beobachten. Die Tür ließ ich geöffnet, eine andere Lösung hatte ich nicht, ärgerte mich aber darüber, sie nicht darum gebeten zu haben, die Töpfe in die Küche zu stellen. Jetzt würde es die ganze Nacht Durchzug geben, weil man mir noch keine Fenster eingebaut hatte. In der Probezeit war das natürlich unüblich, man wollte erst sehen, ob ich imstande war, die mir zugeteilten Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen.

    Gegen Abend hörte ich meine Nachbarin eine Arie anstimmen und war dankbar für das Gekreische, denn ich war gerade mit der Innenfläche der Töpfe beschäftigt, als ich kurz wegnickte. Mein Ziel war es, ein für mich bestimmtes Muster zu finden, die Beobachtung des Geschirrs etwas angenehmer zu gestalten, sicher, dass mir das in den folgenden Tagen, wenn mir Teller, Schüsseln und Besteck gebracht wurden, aufgrund der unterschiedlichen Formen, leichter fallen würde.

    Ich konzentrierte mich vor allem auf die ungleichmäßige Verarbeitung, stellte mir vor, wie man in den Töpfen die verschiedensten Gerichte zubereitete und ging im Geiste die Rezepte durch. Zu jeder Delle dachte ich mir eine weitere Geschichte aus und sah die knetige Masse der Hände, die diese Töpfe gegen die Kugelgestalt ihres Kopfes donnerte so lebhaft vor mir, dass ich unter den Wogen der hysterischen Musik aufgrund der Eindrücklichkeit der Vision erschrak. Aus den Fingerklumpen der Nachbarin wurden meine eigenen, dagegen zarten, Dirigentenstäbe. Ich hieb so fest auf ihr gebirgiges Gesicht ein, dass mir sogleich ein gänzlich neuartiges Rezept in den Sinn kam, das ich mir versprach, aufzuschreiben, sobald die Töpfe wieder verschwunden waren.

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    Kennt viele Namen. Iriswelten, wenn man
    Das Auge sieht. Das Tremolo auf die
    Seite gerutscht, aber vorhanden. Dort
    Treiben die Genüsse ein Spiel mit

    Haselnußzweigen. Da bist du hin, da
    Bist du gewesen. Dort befindet sich Rost
    An den Klinken & auf den Flaschenhälsen.
    Dürre stoppt das Auslaufen einiger Stunden.

    Auch die Tauchbecken wurden mit einem
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    Ein Ausnahmebezirk, Kreis der Geschehnisse

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