Das Rätsel warum

Das Rätsel warum
man in den Gedanken
anderer ist

warum das ein
Rätsel ist

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  • Honey Baby

    Von der Backfront : noch gestern (dunkel war’s, kein Mond schien helle) in den Herbstduft gestiegen, mich hingetastet (obwohl ich doch ein Elektrokleingerät zum Kneten) an den perfekten Honigbatzen, von dreien zwei nach Rachen=Erkenntnis genuß=gut, für die nächsten hellen Tage : noch mehr Honig, noch mehr Zimmet, etwas weniger Nelkenpulver; ach : und Hirschhornsalz fehlte auch diesmal. (Ob ich da mal selbst im Wald?)

  • Sideboard im Loch

    Mich aus dem Chaos zu befreien. Das Grün um mich herum deutet auf den Fluss, den ich quasi vor der Haustür habe. In den Nächten mit Starkregenfall rauscht mich die Energie zumindest vorerst in den Schlaf. Würde ich Schafe am Morgen hören können, wäre ich zuhause. Stattdessen höre ich natürlich Autos, jeder Auspuff ein anderes Ego. Ich selbst könnte mir gar nicht vorstellen, so ein Ding jemals selbst zu manövrieren, dazu fehlt mir dann doch der Geist. Psychisch bin ich natürlich wieder einmal angegriffen, aber in Anbetracht der Umstände ist das nicht eigentlich verwunderlich. Ich lebe in einer Klause, mit mehr Büchern auf dem Boden als im Schrank, bald werde ich klettern müssen. Und trotzdem fehlt mir ein Sideboard unter der Theke. Ein Loch, das eigentlich nur ich wahrnehme, weil es mehr eine freie Stelle ist als wirklich ein Loch. Und Blumen darauf könnten mir den Anblick des Küchentracktes ersparen, wenn ich in der Kiste fläze. Vorausgesetzt ich bleibe hier, das alles.

    Sideboard unter sofortigen Bedingungen organisiert. Manchmal muss es schnell gehen.

  • Zementartiger Quarkkuchen

    Lesetechnisch bleibe ich weiter bei Ricardo Piglia, „Ins Weiße zielen“ und „Falscher Name“ (letzteres ist mir in der Schweiz abhanden gekommen. Und danach dann den Erzählband „Der Himmel“ von Nona Fernández, deren Kurzroman „Die Toten im trüben Wasser des Mapocho“ mir bereits genau jenes Gefühl verschaffte, auf dem ich in jeder Literatur auf der Suche bin. Weil sich das zeit- und länderspezifisch nicht umreißen lässt (außer in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, da finde und suche ich auch nichts), ist das ein schwieriger Prozess, der nicht durch eine Verschlagwortung abgekürzt werden kann. Von äußerster Wichtigkeit ist das, was Massimo Bontempelli 1927 eine „nouvelle atmosphère“ genannt hat, abgeleitet von einem Denken in Bildern, das kein Verhältnis zur linear geordneten Zeitvorstellung kennt. Gerade in Europa ist das Denken in eine eklatante Katastrophe geraten, mit dem die tiefen Schichten der Wirklichkeit schon lange nicht mehr erfasst werden können.

    Obwohl der Tisch, an dem ich schreibe, regelmäßig wie ein Stall abgesprüht und ausgemistet wird, bleibt der kardinale Saustall stets die Konstante. Um 11 der letzte Arzttermin für diesen und nächsten Monat, zur Feier gab es einen zementartigen Quarkkuchen, der die Speiseröhre in einen gut betonierten Abwasserkanal verwandelt.

  • Wieder etwas in der Zeit zurück

    Ich gehe wieder etwas in der Zeit zurück und beschäftige mich mit Erzählungen des 19. Jahrhunderts, die ich eventuelle auch in der Klangschmiede aufnehmen will. Da bin ich nun bei Der Marquise von O… gelandet, diesem „Grundstock für das Kunstjournal Phöbus“ (1807). Allerdings findet sich das Motiv der Erzählung bereits in Michel de Montaignes „Essay über die Trunksucht“ – 1588. Ein ähnliches Thema behandelt Cervantes in der Novelle „Die Macht des Blutes“. Doch sind das nur stoffliche Verwandtschaften, Kleist vertiefte die Problematik auf seine Weise.

  • Mainstream-Mainstreet

    Die Mainstream-Literatur hat mit ihrem Nobelpreis-Skandal einen Schlag in die Fresse bekommen, den ich ziemlich amüsiert zur Kenntnis genommen habe. Damit wird dieser Käse aber wohl nicht endlich beendet sein, der Mainstream lechzt schließlich nach Preisen. Apropos Preise: Das Phantastikon hat den Vincent Sonderpreis in diesem Jahr nicht gewonnen. Da dies ein Publikumspreis ist, war das auch nicht wirklich zu erwarten.

    Mehr lesen „Mainstream-Mainstreet“
  • Zeichen meines schlechten Geschmacks

    In Zeiten von KI und einem widerlich abstoßenden deutschen Kulturbetrieb, bleibt dies hier ein klassisches Weblog, das nicht darauf ausgerichtet ist, irgendjemanden nach dem Maul zu reden. Auch eine wie auch immer geartete Leserschaft ist völlig unerheblich, und tatsächlich ist es besser, wenn niemand von diesem Weblog weiß. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht zugänglich gemacht werden soll. Es mag noch Leser geben, die – so wie ich – diese Welt mit Stumpf und Stiel ablehnen und nach interessanten Geschichten suchen. Manche Artikel (Stories, Poems, Essays, Übersetzungen) mögen elitär erscheinen, andere als reiner Trash. Und so ist es. Ein Empfinden ist immer nur so gut wie das Gehirn des Betreffenden. Die VERANDA war stets eine Art Steckenpferd, den eigenen Interessen nachzugehen.

    Nachdem ich nun das Online-Magazin PHANTASTIKON endgültig eingestellt habe (das geschah fürwahr schon öfter, hielt aber nie lange an), sortiere ich die relevanten Artikel hier ein und verwerfe Überholtes oder Irrelevantes. Doch es bleibt genug übrig. Auch die Audiospuren werden nach und nach eingepflegt. Die VERANDA ist und bleibt ein Zeichen meines schlechten Geschmacks.