Die nodöse Krätze, die uns am Leben schabt, hat nur das dauernde Zucken der Glieder, eines dem anderen zu Hilfe eilend, um es erfolglos zu berühren, im Sinn, und hat gewonnen, wenn der so Befallene sich schon im Angesicht des Irrsinns das Fleisch unter die Fingernägel gräbt. Da sind die schauerlichen Erscheinungen der verblichenen Ahnen, die Sauerkirschblätter oder Goldregen in ihren Porzellanpfeifen paffen, ansonsten aber still in ihren jeweiligen Ecken stehen, wo sie alles überschauen können was sich ihnen nähert oder sich von ihnen entfernt, trügerisch nach Puderzucker riechend, dem einzig schmeichelhaften Firn, dem sie sich noch entsinnen können, komm schon hübsch herüber, auf allen Kuchen liegt der weiße Staub, nimm dir nur, und nimm dir weiter, wir sind alles gewesen, wir sind gewesen, was du heute bist, wir hatten nur die Dinge, die uns betrafen, nicht so sehr aus den Augen verloren. Der Traum, den man nicht selbst ruft, ist eine schäbige Pflanze, die unter dem strengen Regen bricht.
M: Sie sagten, Sie hätten rote Arbeit an ihm verrichtet. Wie meinen Sie das?
F: An seinem Körper. Ich habe ihm die Kehle aufgeschnitten. Habe meine Hände in sein noch warmes Blut getaucht. Nur ins Blut, nicht in dich. Immer nur ins Blut, niemals in dich, habe ich mir immer wieder gesagt, um es auszuhalten.
Tanze, Konz, Tanze in der Milch menschlicher Kindheit!
Brosamen-Skizze, Katarakt-Design, Wildflächenstraße, Reh-Hirsch kreuzt beim Rasieren das Waschbecken des Grauens. Her mit der Hand, du Wildwuchs der Posaune! An den Schunkel-Liedern erstickt die Gefällige Masse, der Spasmen-Fanclub. Das Blöde Licht spottet der Morgenwäsche, dem Eingeölten After, der rasierten Zwetschge.
So ein Tag, so butterbroten wie heute. Im Porno Kino : Minnie Maus mit Dildo.
Das Veloziped ronderte und rumpte über die Schlank anzusehende Straße ohne Kurve, ohne Gerade, ohne Teer, ohne Fuß Gänger, überhaupt gab es keine Straße & Das Veloziped war vielmehr ein Bein in Socken, Oder zwei Beine, vom Rumpf getrennt, die über Ein Waschbrett stompten & Geräusche machten, Als würde Seifenlauge gemischt. Aber hinten Krächzte ein Hahn, stellen Sie sich das vor!
Fand der Metzger seinen Dollar wieder, den er In einer Schweine-Fud vor dem Finanzamt versteckt hatte? Aber ja, Konz, aber ja! Gegrillt Eines Tages & ganz speckig.
„Kettjupp!“
Worte der Freude, auch bei einem, der Mit dem Messer tapeziert Blutwände & Bänke, Tische, Spülbecken, Eimer, Nußschalen, Girlanden, Nähnadeln, Zwirnkammern, Büchsengemüse, mexikanische Hemden, Politikerfratzen, Scharniere, Windeln, Tagträume & Wochenenden.
Setze dich nieder Mit einer Dose Bier & Quantisiere!
Die Klospülung betätigen, um das Meer rauschen zu hören, eine Palme Aus Scheiße modellieren. Das bist du, Der aus der Ordnung für die Ordnung Wieder in der Ordnung unterkam. Du
Befehligst eine Armee; die Soldateska besteigt Dich königlich, spritzt das Fieber unter deine Haut & wartet, bis du zum Transport bereit bist.
Gummistern in den Himmel, Wenn kein Stern da ist, ein Gummistern zu sein, oder Wenn kein Himmel da ist, das Licht ausknipsen.
Knipsen & schalten sind Geschwister, Gummistern ist nur ein Wort wie Jedes andere. Kennen Sie Hui Buhs Gesammelte Werke? Dort steht der Verwandlung nichts im Wege.
Was bringst du mir heute, Erzähler,von der Welt bei, die du entwirfst und die ich nirgendwo finden kann? Die Augen sind schon seit dem frühen Morgen geöffnet, eine Falltür in den Tag hinein, der eindringt, sobald die Standuhr kurz innehält. Oft denke ich mir, ich kann, indem ich den Atem anhalte, damit auch die Sekunden verzögern,aber ich spüre, wie das Herz weiterwill. Die Bühne der Mime braucht Licht, nur ein Traum holographiert in das Finster (terra finestre).
Die Depeschen stecken pünktlich im Briefkasten, um 9 klingelt es an der Tür, aber aufgrund einer Erektion kann ich nicht öffnen, und ankleiden möchte ich mich nicht. Wir leben hier auf einem absonderlich lauten Schach-Feld.
Vom Pfefferminzkwas recht stark betaumelt – so günstig kam ihm heut‘ die Wahrsagerei – stürzte er zunächst in die Hagebutte, ein »verdammichte Hatschepetsche« auf den violetten Lefzen, als es noch einen Stock tiefer ging, was ihn dann endgültig stürzen ließ, die Faust mit widerborstigen Nüsschen gefüllt, die ihn sofort an Ort und Stell‘ bejuckten. In zweifacher Hinsicht oben (weil er ja lag und weil er in die Grub‘ gefallen, die ihm ganz merkwürdig die Nase düngte) wurden lautstark die letzten Verabredungen für die Nacht krakeelt, man wollte sich sputen, der Sonne zuvor zu kommen, die sonsten durch die dürren Holzstreben der abgefaulten Läden dem Zecher gern ins vom Lid kaum getrutzte Auge piekst.
Ein Stündlein noch, vielleicht auch zwei – der Nachtwächter wär‘ für nüchterne Ohren klar, wenn auch sich trollend, noch zu hören – dann stünd‘ der Tag wie ein zyklisch heimsuchender Creditor und vergessen wär‘ das Vergessen, mit dem man sich heut‘ beschäftigt hat. Die einen schleppten sich dann aufs Feld, die anderen zum Prachern und wieder andere fläzten sich, dickberingter Augen zum Trotz, in die Beamtenstube, um das tägliche Quint Qual und Pein in das Volks zu kotzen. À propos kotzen : wie der Meister Vollpferd das so denkt, merkt er seinen Kragen warm bespuckt, denn in der Dunkelheit, da kann man sagen, was man wilt, macht er sich in der gauchigen wässrigen Erde recht gut als ebensolche. Ihm dreht die Welt »jetzt erkenn‘ ich dich, ventus contortus et rotatus, jetzt ist das Standbild still, und wie du mir erscheinst, so bist du«. Hachje, es naht sich schon der nächste und speit ihm auf die juckend‘ Hand. Der Alchimist schafft es nicht, sich zu rappeln, erkennt aber, während er versucht, dem Pfuhl zu entkommen, und ihm der verbrauchte Hirsebrei in die Manteltasche läuft, gefurzten (oder gerülpsten – wer kann das jetzt noch sagen?) Ingwer, etwas Nelke hockt darauf, Muskat, Galant, Kardamom und Zimt. Das will ihn also nicht trügen, man hat eine feine Küche hier beieinander. Schon ist er auf seinen Vieren, die Säufer schon weitergezogen, setzt‘ sich doch beinahe eine Dirn auf seinen Steiß, um das Wasser abzuschlagen. Mit einem gellenden »der Boden lebt« fährt ihr’s dann aus der Blase, aber nicht im Sitzen. »Ich werde die Zukunft erfinden«, sagt der Meister Vollpferd mit einem anständigen Krächzen, »ich werde sie so gestalten, dass niemand von euch – nein, überhaupt kein Mensch! – es sich im kühnsten Weindelir erdenken kann! Ich – jawohl ich – sorge für das Ende der Geschichte!« Wo man also in lustiger Torkelei den Alchimisten aus der Schissgruob steigen sieht, trollt man sich bald, weil man ihn für einen Dämon hält, der, wie bekannt, auf Abtritten erscheint.
2
Da kam ins Dorf einer, den hatte man von weit her geholt, der trank viel und verströmte den Geruch einer angesengten Ziege, die in ihrem eigenen Kot verging. Seine Angewohnheit, morgens mit einem angstvollen Luftsprung zu erwachen, das Schwert gezückt, die Augen weit aufgerissen, sprach sich schnell durch den Mund der Wirtin Gildema herum, bei der er unterm Dachstuhl hauste, bevor er ins Schloss hinüberzog. Die Landbevölkerung erschauerte, denn auch wenn ein Solcher im Stande sein soll, für den Markgrafen Friedrich Metall zu transmutieren, muss man davon gehört haben, dass solche Leute Kinder fressen (man denke an den Gilles de Rais). Sollte so einer Einzug halten dürfen in diesem schönen Gebürg, sich unter den Hiesigen bewegen, ratend, rätselnd, wo er den Honig hinschmieren wollen würde, wenn der Ofen bei 300 Grad gähnte und den Braten forderte? Der da so ankam, nannte sich Meister Vollpferd, gerade weil er einen ganzen Eimer leeren konnte – man möcht‘ nicht nachdenken, was da drinnen. Und so ging die Mär, dass er die jungen Weibsen um ihren Urin bat, dass denen bald der Schädel platzen musste vor Rötung. Wirr redete der außerdem:
»Eins, und es ist zwei; und zwei und es ist drei;
und drei und es ist vier; und vier und es ist drei;
und drei und es ist zwei; und zwei und es ist eins.«
Als der Meister aber einmal den gebrochenen Haxen des Bauern Wiegand wieder richtete, verstummte bald der Hohn und man stellte ihm den Urin in Milchkannen vor die Tür.
Es ist eine grundlegende Erfahrung, die man machen kann, nämlich dass die Lebenden nicht wissen dürfen. Die Wenigen, die dennoch wissen, sind von jeglicher Gesellschaft ausgeschlossen; Wissende, ja Weise, sind den Toten näher. Deshalb sind die Menschen aufgrund ihrer schier unbegreiflichen Dummheit nicht eigentlich zu verurteilen. Man meide sie besser, wenn man es kann. Gelingt das nicht, spiele man mit ihnen wie mit einer jungen Katze. Das erfrischt die Muskulatur.