Käsemilben

In all der Zeit hatte ich DIE VERANDA nicht so in Betrieb wie es in long terms sinnvoll gewesen wäre, um sich wie eine Käsemilbe durch Raum und Zeit zu drücken. Die Schwächen überwiegen, auch wenn man sich einbildet, nicht zu kriechen, sondern zu schreiten. Da wir eine verdammte Spezies sind, schreitet hier niemand mehr. Ich kann mich der Sache des Flusses nicht erwehren, der Belanglosigkeit menschlichen Daseins nicht entkommen, jetzt, wo wir keine Deutungshoheit über einen Wahrheitsgehalt mehr haben. Nun, er stand uns zu keiner Zeit zu. Das Spiel ist ein hochprozentiges, denn wir müssen uns diese Kavernen selbst schaffen, in denen wir blind wuseln und nach einem Lichtchen suchen, das nur durch unsere brennenden Gestalten installiert werden kann.

Nichtsdestotrotz ist die Beschäftigung mit Tälern und Bergen das vorherrschende Streben. Gruppen, die sich für Wölfe in ihrem Gebiet halten dürfen an sich bedauert werden, Kleinkinder im platschenden Wasser plantschen mit feuchten Ärmchen um ihr kleines Leben.

Im Hintergrund: Thelonious Monk. Underground.

13.31

In Form gebrachte Gedanken. Ich nutze ein weites Spektrum des Geheimnisvollen ganz im romantischen Stil. Aber eben in einer Welt, in der das neuerdings unbekannt ist, weil CERN ja erst vor ein paar glimmenden Jahren die Realität verändert haben soll.

Sterblichkeit ist keine Option im Hier und Jetzt der Jugendfrische, den schwarzen Krauser dick und locker gedreht. Die Geschehnisse des Lebens bekommen ihre Bedeutung posthum. Das Passende wird installiert – eine literarische Technik, die entweder nicht auf die Ereignisse referiert oder an seiner statt einen Bedeutungshof einberuft, der die ganze Erzählung zu einem Konzept werden lässt: das der verlorenen Freunde, das der eigensinnigen Wahrnehmung, d.h. unbenommen einer gemeinschaftlichen Schein-Wahrnehmung. Das Leben ist ein Mischereignis und besteht meist aus Luft. Rauch, Fetzen musikalischer Untermalung – oder zumindest sich kumulierender Geräusche. Ohne den, der erzählt, wird aus den kleinen Ereignissen nichts; natürlich gibt es die oft zitierte „Alltäglichkeit“ nicht, sie ist nur ein Maschinengeist. Manche Autoren wollen diskutieren, der Dichter aber will es nicht.

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