Richtung Hütte der Baba Yaga

Inwanderers : Fels schwappt aus dem Auge; wer gräbt in einem Groß=Grab=Landstrich – dessenungeachtet – gräbt in dem, was blutgedüngt; die Anderen laufen nur umher; wer barfuß ginge, erhöhte sein unheilvolles Leben ! (zög’ es ein wie tiefgesessenen Nasendotter, von ganz unten; spricht Bände – heißt : viel; ein stilles Land, weil man sich selber hören kann.) Es fiepert gleich, ein eigenes Fieber (man hält’s noch für Erregung). Wanderer! – das hast du nicht gewußt (ich stelle mir wie folg=fogel=for : Ich wander’, komm’ angesimmert wabbelnder Luft, zermäure, stoße mich : „Gehst du da hin ?“ – „Ich gehe dahin!“)

Standort: 1997, Graupelheim, rechts an der Spähwand vorbei Richtung Hütte der Baba Yaga

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  • Die Sammlung

    Geschrieben von A. Anders

    Sie hat einen diskret versteckten Reißverschluss am Fuß.

    Ich habe viele Fotografien, wenn Sie mehr brauchen.

    Es gibt auch zwei Augenhaken und einen Draht zum Aufhängen.

  • Airus

    Wie verrückt geht es zu in den inneren Absichten, zürnende Wolken, weil ich zögere, zu notieren, werde blass, so dass ich deine Figur entdecken (unter den Wolkendecken) kann, da wie du oben liegst, ich unten dich sehe, zornende Luftschneise, Airus, Airus, Aehre der Höh’, Regen zaunt den Wanderer (ich Wanderer) ein und lässt ihn nicht seine Trockenheit ausschwitzen. Geh durchnässt wie ein bitterer Gedanke, nähm’ das neue Blatt von einem Stapel, die Zeit, ich grüßt’ sie dort, ich hielt’ mich auf in der Erinnerung nur kurz, dann wurde sie das Erbleben, der Sack, mit dem man weitergeht und gellt (man ist so laut), aber kaum wäre die Semisphäre leiser, würden wir vielleicht nicht, oder vielleicht gar nicht einmal, zweimal existieren, brotnötig, dass ich jetzt in alle 4 Himmelsrichtungen blicke, in 8 Erdrichtungen, in 16 Höllenkreise, in 7 Keller, macht zusammen 35.
    Wir destillieren uns ein Universal=Panazee, crepusculum matutinum : die Morgendämmerung der alten Bücher, Rhythmus von Systole & Diastole. Und wenn hinter all den Stürmen der Äther lauert? Das riesige Gesicht, der halbgebrochene Zahn?

  • Warum ein wilder Ritt nicht zum Ufer führt

    Das Irrsein spricht in glatten Talern,
    es biegt Bäume im Wind und achtet nicht auf das
    Ungemach, verborgen noch in Schloten und hinter
    mesmerisierenden Worten. In der Nacht stehen die
    Stühle still auf all ihren vier Hufen, gereinigt von
    den Ärschen des Tages, die sich im Sitzen Visionen
    ihrer Zukunft erdenken. Unter den Brücken gefriert
    die Luft in den Lungen, ein Ziel ist auch ihnen
    unbekannt. Sie beben stets über einem Orkan,
    zwischen den Gliedern nur ein Seufzen.

    Lichter, wunderdicht
    Armengebein, Finder von
    Trassen

    Die Szenarien der Taubheit sind angebrochen – nichts bleibt
    außerhalb einer endlos rollenden Straße gesichtsreif, nichts
    streitet sich über den Tag oder das darin verborgene Wunder.
    Als gäbe es nichts zu tun scheinen die Häuser leer, so
    legen sich die Dörfer in die Mitte, dorthin, wo früher
    die Muttersau ihren Ferkeln zum Brunnen wurde. Um die
    Gassen wird ein Gedanke geführt – Halt sucht er vergeblich
    am blanken Mauerwerk, dem Holzgestade ringsherum.

    Die Knochen könnte der Mörtel geben, ritzenfest und
    weniger schmuck als vorgesehen. Die tastbaren Hindernisse
    fehlen, die Scharten waren nie dazu gedacht, Fenster zu
    werden. Das Auge glüht sich in ein Bild, ein Streifen
    der Weltfedern fern der Hieroglyphen auf Toren, Portalen,
    Stelzen und geschnitzten Männchen. Ich setze mich auf diesen
    unzugänglichen Stuhl, betrachte über mir die Launen der
    verirrten Sträucher, gekennzeichnet durch Knoten in den
    neu erwachten Trieben, mit denen sie die Pfosten sprengen.

    Die Menschheit ist ein Klumpen
    und die Worte reduzieren sich
    sie sind ein Bestandteil des Irrationalen
    das alles bestimmt

    manchmal feiert sich eine Zusammenkunft der
    Klicklaute

    (Das eines Tages zu sprechen ist ein
    ständiges Bewegen der Lippen)

    Ich weiß auch nicht, was sie alle hatten,
    auf einmal waren sie fort, ein Ring
    aus Düften haftete wie Schnee an
    den Ketten, weiß und Begierig darauf,
    kalt zu sein
    Kältebrausen – aber nur farblich – ihr
    Fragment blieb ihnen erhalten

  • Vom Fliegen (Inspiriert von: El lado oscuro del corazón. Von Eliseo Subiela. Und dir.)

    K: Oliverio hat gesagt, sie, der Tod, kann ihn noch nicht haben. Verstehst du das?  

    F: Ja, ich kann Oliverio verstehen.  

    K: Wieso?  

    F: Er sucht die Frau, mit der er fliegen kann. Deswegen kann sie ihn noch nicht haben.  

    K: Fliegen ist toll!  

    F: Ja, sehr sogar! Alle wollen fliegen. Brauchen den Anderen dazu. Nur Kinder allein können das noch und nur für sich. So wie du. Sonst nur Vögel, Insekten und Fabelwesen. Erwachsene brauchen sich gegenseitig.  

    K: Aber was ist mit der Frau, mit der er fliegen kann? Wo ist sie?  

    F: Sie sitzt im Dunkeln, nackt auf einem Stuhl, die Beine gespreizt. Sie weiß, wie wunderschön das Fliegen ist. Hat ihre Hand auf ihr Geschlecht gelegt. Damit es nicht wegfliegt, weißt du. Sie muss es schützen. Für sich und Oliverio. Lauscht den Geräuschen der Welt. Spürt nur die Wärme. Die Brustkorbhebung. Die Brustkorbsenkung. Sie denkt an Oliverio. Weint. Auch weil sie weiß, wenn sie ihre Hand auf die Brust legt, dass sich durch die abgegebene Wärme ihre Milchgänge weiten. Gänge, durch die vielleicht nie etwas fließt. Strahlenförmige Galaktogänge sind das. Denn Milch, erst wenn sie austritt, erhält durch das Sonnenlicht ihre stillende Farbe, in der alle Farben sind.  

    K: Warum aber ist sie wegen ihm traurig, wenn sie doch mit ihm fliegen kann?  

    F: Na, weil das Fliegen eben schön ist. Weißt du doch! Und manchmal weinen wir Erwachsenen auch dann. Weinen, wenn uns etwas stärkt, wenn es uns gut tut. Aber du hast Recht! Denn ja, sie ist deswegen auch traurig. Weil sie noch mehr als mit ihm zu fliegen auch den Boden mit ihrem Geschlecht berühren will. Auch dafür braucht sie ihn. Allein kann sie das nicht. Und sie will es auch nur, weil sie beide fliegen können. Weil er ihr diese Kraft gibt. Ich kann Oliverio verstehen. Verstehst du ihn jetzt auch?  

    K: Ja! Er ist ein bisschen wie ich.

    (K: Kind; F: Frau, mit der Oliverio fliegen kann)