Die Hand des Ruhmes

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Photo Credit: Hulton Archive / Getty Images

Vielleicht kennt ihr diese scheußlichen magischen Gegenstände – abgetrennte Hände von teuflischen Menschen, die in Salzlake eingelegt und getrocknet zu Talismanen verarbeitet werden. Solche Gegenstände tauchen häufig in Rollenspielen wie Dungeons & Dragons auf und geben den Charakteren einen zusätzlichen Bonus. Die Ruhmeshand hat jedoch eine lange Geschichte in Folklore, Mythen und Fakten – und ihr werden weitaus unheimlichere Kräfte nachgesagt als nur eine kleine Spielerei zu sein.

Die Idee der volkstümlichen Ruhmeshand reicht mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurück, wo sie in Zauberbüchern wie dem Kleinen Albert von 1722 und dem Compendium Maleficarum, einem 1608 in Italien erschienenen Handbuch für Hexenjäger, erwähnt wird. Die Methoden zur Herstellung der Hand variieren ebenso wie ihre angeblichen magischen Eigenschaften, aber praktisch alle enthalten die abgetrennte Hand eines gehängten Verbrechers oder manchmal die abgetrennte Hand eines toten Kindes.

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All die toten Dichter (2)

Und der Sterbliche steht da mit nassen, aber stumpfen Augen neben der überirdischen Szene, eingesponnen von Geisterraupen.

Ein Buch, vielblättriges Klee. Ein Buch, mit wilden Ergänzungen, neugefundenes Land, Noval-Acker im Broca-Hirn. Du musst – ich kann’s nicht mehr, sagt Richter, schiebt die Buttensuppe etwas unsauber zur Seite und fragt nach einem Humpen Bayreuther Bier, während die anderen die Tapeten befummeln.

„Brauchen die etwa Stifte?“

Und Schang dreht sich zu Hardenberg und Tieck. „Vielleicht fehlt ihnen der persönliche Bezug zur Tafel, die du feilhältst. Und ich bin’s nun auch leid. Es ist mitnichten angenehm, durch den Nebel zu schwirren, der ja von keinem Stoffe daran gehindert wird, in direkter Weise das Gemüt einzunässen. So ist’s als Geist. Wir hatten noch kurz vorher ein Gespräch, wie es denn wohl gewesen wäre, wenn man Lenzens Reformplan des Militärwesens in Weimar angenommen hätte, der aus einem kühnen Amazonenkorps von ledigen Edelhuren bestehen sollte, als die Nebulnis auch gleich nachließ und uns alle an ein Gasthaus denken ließ, das sich da wie ein zerrissener Traum auftat. Denk an, wir schliefen bis heut‘, und träumten, was wir jetzt würklich vor uns sehen. Eindrucksvoll und garstig. Gib ihnen Stifte, mir bitte einen Humpen! Alles ist mir recht, nur golden muss das Flüsschen sein!“

Der Struwwelpeter (Die schwarze Pädagogik)

Im 19. Jahrhundert schrieb ein deutscher Psychiater und Schriftsteller ein Kinderbuch, das, würde es heute veröffentlicht, einen unerhörten Skandal hervorrufen würde.

Man schrieb das Jahr 1845, der Autor war Heinrich Hoffmann, und das Buch hieß Der Struwwelpeter. Es ist das verrückteste Buch, das je in Deutschland erschienen ist, in dem jede darin enthaltene Moralgeschichte darauf abzielt, kleine Kinder zu gutem Benehmen zu erziehen.

Heinrich Hoffmann

Während die meisten Eltern das Buch heute als verstörend empfinden würden, liebten die Eltern von 1845 das Buch und fanden es unglaublich lustig. Der Struwwelpeter enthält zehn sehr kurze, aber schonungslose Geschichten. Im Gegensatz zu anderen Gutenachtgeschichten werden hier kleine Kinder für bizarre Fehler und schlechtes Benehmen hart bestraft.

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All die toten Dichter (1)

Wenn das Scheiterfeuer ausfährt, Arme in die Luft walzt und sündengeschwärzt die Grasnaben höllenheiß anlangt, trocknen die schweißverzerrten Gesichter, fallen in sich zusammen, blähen sich neu auf. Mit den Lippen springend führt die Hand den läppischen Wein zum Maule der offenen Kehlen. Aber auch Mineralwasser stehen bereit : Pyrmont, Eger, Karlsbad, Sauerbrunn, Seltz, Fachingen. Aus dem rembrandtschen Feuer hallen Rufe : Man will ins Diesseits brechen, die Aufgabe ist durchaus groß; so sind zwar die Gestalten der langen Nacht nur Boten, die Nachricht aber ist dringlich.

Da also verlassen sie ihre Schatten wie Pflaumen, die von Bäumen purzeln. Es sind all die toten Dichter und sie fordern ein Buch. Nur Goethe, der Verächter noch im Jenseits, fehlt. Dafür steht der kopflose Schiller Spalier gleich neben Richter, der mich, seinen Landsmann, neugierig anschielt.

Für diesen seltsamen Besuch habe ich mir einen Vorrat angelegt: Bärendreck, Hefekringel, Puffmais, Rahmstrudel, Zuckermus, Süßholz, Knusperflocken, gedeckte Apfeltorte, Molossol, „verlorene Gier“, Knuddelflecke, Buttensuppe, Pumpernickel. Für ein Bade sind’s zu viele der entrückten Musensöhne. Wer hätte nicht schon gern mit den Geistern der Vergangenheit Zeit in einem Nymphenkübel verbracht? Doch ich befinde mich in der Umgebung nur schlumpiger Moderne, wo Haarhecken und von der Schere abgenagte Nägel dem Abguss regelmäßig einen Pfropf aufsetzen.

Die Angst vor Freitag, dem 13ten

Es gibt einen Fachbegriff für die weit verbreitete Neurose, die wir alle kennen: die Angst vor Freitag, dem 13ten. Er hört auf die mundgerechte Bezeichnung Paraskavedekatriaphobie. Aber woher kommt diese abergläubische Assoziation, und wie hat sie sich durchgesetzt? Die Wahrheit ist, dass niemand genau weiß, woher die Idee stammt, dass Freitag der 13te ein Unglückstag ist. Es wird jedoch vermutet, dass die Angst auf einen nordischen Mythos zurückgeht.

Aus welchen Gründen auch immer hat sich die Zahl 12 in vielen Kulturen im Laufe der Geschichte als „vollständige“ Zahl durchgesetzt: Es gibt 12 Monate im Jahr, 12 Tierkreiszeichen, 12 Götter des Olymp, 12 Söhne Odins, 12 Aufgaben des Herkules, 12 Hindu-Schreine, an denen Shiva verehrt wird, 12 Nachfolger Mohammeds im schiitischen Islam und 12 Stämme Israels.

Freya
Die Göttin Freya mit ihrem von Katzen gezogenen Streitwagen.

In der römischen Mythologie war der Freitag oder der 6te Tag der Woche der schönen, aber eitlen Göttin der Leidenschaft – Venus – zugeordnet. Als die Skandinavier begannen, die römische Art der Benennung von Tagen zu übernehmen, wurde Venus mit Frigga oder Freya übersetzt. Freitag ist eine offensichtliche Ableitung des Namens dieser Göttin. Doch mit der Übernahme des Christentums durch die nordisch-germanischen Stämme wurde Frigga fortan geächtet und in den Erzählungen gezwungen, auf einem einsamen Berggipfel zu leben. Außerdem wurde sie zur Hexe erklärt, da ihr Haustier eine schwarze Katze war. Der Glaube besagt, dass die verschmähte Göttin jeden Freitag ein Treffen mit 11 anderen Hexen und dem Teufel einberief, um das Leben der Menschen in der kommenden Woche zu stören. Aufgrund dieser Theorie von der Zusammenkunft des 13-köpfigen Hexenzirkels nannten die Skandinavier den Freitag noch jahrhundertelang „Hexensabbat“.

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Schwert und Zauberei

Genre- und Subgenre-Labels gibt es aus gutem Grund – um die Leser mit der Art von Literatur zu verbinden, die ihnen gefällt. Zumindest heutzutage obliegt eine solche Kategorisierung eher den Vermarktern und Buchhändlern als einer tatsächlichen Unterscheidung durch Fans oder Autoren. Aber das war 1961 definitiv nicht der Fall, als Mitglieder der Robert E. Howard-Fangruppe, der Hyborian League, erkannten, dass sie einen Namen für jene besondere Art von Geschichten brauchten, die sie gerne lasen und schrieben. Die Frage, wie genau man diese Geschichten nennen sollte, stellte der junge Aufsteiger Michael Moorcock, und beantwortete der erfahrene Schriftsteller Fritz Leiber:

„Ich bin mir mehr denn je sicher, dass dieses Feld Schwert und Zauberei genannt werden sollte. Dies beschreibt die Punkte des kulturellen und übernatürlichen Elements genau und unterscheidet es auch sofort von Mantel und Degen (historischen Abenteuergeschichten) – und (ganz nebenbei) auch von den Mantel und Dolch (internationale Spionage)-Geschichten!“

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