Honey Baby

Von der Backfront : noch gestern (dunkel war’s, kein Mond schien helle) in den Herbstduft gestiegen, mich hingetastet (obwohl ich doch ein Elektrokleingerät zum Kneten) an den perfekten Honigbatzen, von dreien zwei nach Rachen=Erkenntnis genuß=gut, für die nächsten hellen Tage : noch mehr Honig, noch mehr Zimmet, etwas weniger Nelkenpulver; ach : und Hirschhornsalz fehlte auch diesmal. (Ob ich da mal selbst im Wald?)

Ähnliche Beiträge

  • Abweichungen

    Warum weicht meine Arbeit so sehr von dem ab, was ich lese? Es ist eine einfach zu beantwortende Frage: Ich benutze Sprache als ein Instrument der Wahrnehmung und der Magie. Diese Zeiten sind für den Mainstream aber längst passè. Wenn ich lese, interessieren mich andere Dinge, zum Beispiel, wie mein Unterbewusstsein auf die dargebotene Erzählung reagiert und was sich daraus ableiten lässt. Literatur ist eine völlig persönliche Entscheidung (oder eine völlig individuelle Suche), weshalb auch kein Zweiter jemals die gleichen Bücher lesen wird. Eine Bibliothek ist wie ein Abdruck des eigenen Geistes in der Matrize des Universums. Manches gleicht ihm, manches kommt ihm nahe, aber nichts wird ihm ganz entsprechen können.

    Bis auf wenige Ausnahmen interessiere ich mich nicht für moderne Bücher; die Ausnahme sind eben jene, die zurückgreifen und die Erzählung dort ansiedeln, wo es noch Zeit gab, also vor dem Jahr 2000. Nun, das (angebliche) Fließen der Zeit ist nicht der Punkt, sondern die Substanz der Jahrzehnte.

    Im Sinne von Brian Greene wird das so ausgedrückt:

    „Wenn ich meine Teekanne bewege, ist dieses Gefühl absolut real. Aber das ist auch alles, was es ist. Es ist eine Empfindung.“

  • Kutschen- und Lampenzeit

    Auf keinen Fall dürfen wir die Handschrift verlieren, die uns so eine persönliche Note verleiht, nämlich in dem, was wir wirklich denken. Gedacht wird, möchte ich sagen, mit der Hand. Dass bereits eine Schreibmaschine von selbst arbeitet, ist bekannt. Julien Gracq war es, der seine Lektüre stets mit dem Stift begleitete, und so nannte er eines seiner Bücher „schreibend lesen“.

    Selbst lese ich gerade den dritten Band von David Morrells De Quincey-Trilogie, und was ich darin unter anderem finde, ist eine Zeit in der Schwebe, eine Kutschen- und Lampenzeit. Im Kern der viktorianischen Epoche fühle ich noch alles Rätselhafte des Überlebens, das Neue allein an der Inbetriebnahme der Eisenbahn. Bei solchen Romanen ist es mir, als ginge ein Ducken damit einher, denn man darf sich nicht frontal von dem treffen lassen, was wir als unsere Gegenwart bezeichnen.

  • Heute morgen noch schnell ein Stück meines Fingers abgeschnitten

    Heute morgen noch schnell ein Stück meines Fingers abgeschnitten und Heißa, bald ist Weihnacht da. Gestern schon gepackt, Destination: Pfalz. Das Problem wird nachher wieder sein, mit dem miesesten Unternehmen der Welt konfrontiert zu werden: der Bahn. Könnte ich es mir aussuchen, würde ich lieber einen Bus im Kongo wählen, aber diese Wahl haben wir zum Leidwesen nicht. Unglücklicherweise ist es meine Schreibhand, die verletzt ist, und so muss mir Albera nicht nur beim Kochen, sondern auch beim Schreiben assistieren, so kann ich mich gleich im Diktat üben.

    Wer es sich wünscht, von uns bewünscht zu werden, dem sei eine vollendete Weihnacht!

  • Im Innern des Zyklopen

    Die Uhr mit den bereits verblassenden gilbroten Zeigern saß in der Mitte unter den über die Frontscheibe gebogenen Blechdach. Im Innern des Zyklopen zeigte das Auge jeden Tag fünf nach sieben, die Nachrichten waren wieder der Musik gewichen, der Tag begann mit Alan Parsons‘ Lucifer und gab die Stimmung vor, die bis zum Nachmittag anhalten sollte. Die Fahrt zur Schule, einst ein Hilfslazarett für Amputierte, die wie ein altes Schloss mit ihren 5 Meter hohen Portalen auf uns wartete, war auch die Fahrt zu einem Friedhof, an den der Schulhof grenzte. Die karge Mauer hielt die Toten nicht davon ab, am Unterricht teilzunehmen; ich zählte nicht, wie oft die Totenglocke in die Unterrichtsstunden einbrach. Das Gewusel in den Pausen blieb abstrakt, das Gemäuer furchteinflößend, der Friedhof die eigentliche Lektion.

    Mehr lesen „Im Innern des Zyklopen“