Gott ist abgehauen – Und ein rauchender Priester muss ihn finden

Band 1 mit Jesse Custer

Es gibt sehr wenige Ausnahmen, denen es gelingt, erhebliche Änderungen gegenüber der Vorlage vorzunehmen und dennoch die Fans bei der Stange zu halten. Bei „The Walking Dead“ werden die großen Todesfälle aus den Comics stets anders inszeniert, womit die Fans im Großen und Ganzen zufrieden sind, da sie so im Ungewissen bleiben. „Gotham“ hat so gut wie jeden Aspekt von Batman fröhlich verändert, behält aber die Zuneigung der Fans, weil seine Pulp-Comic-Ästhetik die Heimatstadt des Dunklen Ritters so treffend einfängt wie keine Adaption zuvor (außer vielleicht „Batman: The Animated Series“).

Es gibt Serien, die spielen lieber im seichten und sicheren Element. Und dann gibt es Preacher. Als die Adaption der legendären Vertigo-Comics von Garth Ennis und Steve Dillon das Licht der Welt erblickte, war schnell klar: Das hier ist keineswegs das übliche dümmliche Fernsehen. Es ist eine gottlose, blutgetränkte Odyssee durch das amerikanische Hinterland, die alles zertrümmert, was man über Religion, Moral und Superhelden zu wissen glaubte.

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