Der Graf von Saint Germain – Der Unsterbliche

Wer war der Graf von St. Germain? War er unsterblich oder gar ein Zeitreisender? Außer ihm selbst weiß das wohl niemand. Tatsache ist, dass er seine Zuhörer oft in Erstaunen versetzte, wenn er Erfindungen beschrieb, die im 18. Jahrhundert noch unbekannt waren – die Eisenbahn und das Dampfschiff. Woher wusste er davon?

Der Graf von Saint Germain gilt als berühmter Abenteurer des 18. Jahrhunderts, der in ganz Europa als „der Wunderliche“ bekannt war. Über seine Abstammung ist nichts Genaues bekannt, auch sein Tod liegt im Dunkeln. Voltaire, ein Zyniker, der sich nicht leicht beeindrucken ließ, charakterisierte ihn – im Angesicht Friedrichs des Großen – als „den Mann, der alles weiß und nie stirbt“.

Nach Zeugenaussagen lebte er mindestens zweihundert Jahre und hatte sein Aussehen kaum verändert.

Der Graf tauchte plötzlich aus dem Nichts auf. Sein Leben lang umgaben ihn Intrigen und Gerüchte über magische Kräfte. Er soll über achtzig Pseudonyme gehabt haben, und auch der Name Saint Germain war wahrscheinlich nicht sein richtiger.

Zum ersten Mal taucht er 1710 auf, bezeugt durch den Komponisten Jean-Philippe Rameau und die junge Gräfin von Geordie, die ihn als einen Mann von vierzig bis fünfundvierzig Jahren beschreiben. Über die folgenden zwei Jahrzehnte ist kaum etwas bekannt, außer dass er ein enger Vertrauter von Madame de Pompadour war und großen Einfluss in den Freimaurerlogen und anderen Geheimbünden seiner Zeit hatte.

Zwischen 1737 und 1742 hielt sich Saint Germain am Hofe des Schahs von Persien auf, wo er vermutlich einen Teil seiner umfangreichen Kenntnisse über Diamanten erwarb. 1743 erschien er am Hof von König Ludwig XV. und war für seinen großen Reichtum und seine alchemistischen Fähigkeiten berühmt. Er selbst behauptete, den Stein der Weisen gefunden und Diamanten hergestellt zu haben sowie in den Himalaya gereist zu sein, um die Menschen zu finden, die „alles wissen“. Er fügte hinzu, dass „man in den Pyramiden studiert haben muss, wie ich es getan habe“, um hinter sein Geheimnis zu kommen. Er sagte auch, dass er durch den Weltraum gereist sei. „Ich bin eine sehr lange Zeit durch den Weltraum geflogen. Ich sah Kugeln, die Welt drehte sich um mich und zu meinen Füßen“. Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Ich reiste durch die Zeit und fand mich unbewusst in fernen Ländern wieder. „

Der Graf galt als Visionär – er erzählte von Erfindungen aus der Zukunft. Er konnte sich vor Zeugen unsichtbar machen und plötzlich erscheinen, wann und wo er wollte.

1744 wurde der Graf in England wegen Spionage verhaftet, aber nach einem Verhör wieder freigelassen. In den Jahren 1745 und 1746 lebte er am Wiener Hof wie ein Fürst und war „geistreich und hochbegabt“. Er wurde nicht nur als sehr reich beschrieben, sondern sprach neben mehreren europäischen und arabischen auch orientalische und klassische Sprachen und war ein ausgezeichneter Geigen- und Klavierspieler. Außerdem war er Vegetarier und trank nur gelegentlich Wein.

Den Höhepunkt seines Ruhmes erreichte er zwischen 1747 und 1760 am Hof Ludwigs XV., vor dem er Diamanten schliff und vermehrte. Dort wurde ihm ein Labor für seine alchemistischen Experimente zur Verfügung gestellt. Die siebzigjährige Gräfin von Geordie war sehr überrascht, dass Saint Germain noch genauso aussah wie bei ihrer Begegnung vor fünfzig Jahren.

Von 1762 bis etwa 1773 erschienen in ganz Europa Berichte über seinen wissenschaftlichen und politischen Werdegang: „Ein außergewöhnlicher Mann, der Eisen in ein Metall verwandeln konnte, das für die Arbeit des Goldschmieds mindestens so gut und schön ist wie Gold“.

In Venedig besaß er eine Fabrik mit hundert Arbeitern. Das Unternehmen beschäftigte sich mit der Herstellung von Leinen, das wie Seide aussah.

Zwischen 1774 und 1784, nach dem Tod Ludwigs XV., warnte er Ludwig XVI. und Marie Antoinette vergeblich vor einer „Riesenverschwörung“, auf die er durch seine Einblicke in Freimaurer- und Illuminatenkreise aufmerksam geworden war.

Danach lebte er hauptsächlich in Deutschland. Dort soll er sich zusammen mit seinem Schüler und Gönner Prinz Karl von Hessen-Kassel in Freimaurer-, Rosenkreuzer- und Templerkreisen engagiert haben.

Am Hof von Karl von Hessen-Kassel erkannte der Graf erstmals, dass er alt wurde. Am 27. Februar 1784 soll er plötzlich in den Armen zweier Mägde gestorben sein, die Beerdigung soll am 02. März 1784 stattgefunden haben, was auch in den Kirchenbüchern von Eckernförde vermerkt ist. Doch als sein Sarg einige Tage später wieder geöffnet wurde, war er leer!

Es folgte sein von zahlreichen Zeugen bestätigter Auftritt bei einer großen Versammlung von Okkultisten am 15. Februar 1785 in Wilhelmsbad – darunter Freimaurer, Illuminaten und Geisterbeschwörer -, bei der die unterschiedlichen Auffassungen der Logen geklärt werden sollten. Er erschien dort in Begleitung des berühmten italienischen Abenteurers und Alchemisten Cagliostro, des Wiener Arztes Franz Mesmer, der auch als Begründer des „animalischen Heilmagnetismus“ (Mesmerismus) gilt, und des französischen Schriftstellers und Philosophen Louis Claude Saint Martin.

1788 lebte er wieder hauptsächlich in Frankreich und warnte den Adel vor der bevorstehenden Revolution. Doch auch hier wurde er nicht ernst genommen. 1789 reiste er nach Schweden, um König Gustav III. vor einer möglichen Krankheit zu schützen.

Er schien die Menschen, mit denen er verkehrte, über den inneren Sinn des Lebens zu belehren und sie – da er die bevorstehende Revolution voraussah – mit der Aussicht auf die feinstoffliche Welt – das Leben nach dem Tod – zu trösten.

Marie Antoinette sagte er 1793 Tag und Stunde ihres Todes voraus. Die Königin selbst bezeugte, dass der Graf mit seinem Seelenleib (Astralleib) in ihrer Zelle erschien und ihre Seele aufrichtete, indem er ihr die Gewissheit eines glorreichen Lebens im Jenseits gab, was ihr die edle Würde verlieh, als sie die Guillotine bestieg.

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    Mr. Poe war oft sehr schwer betrunken, was man ihm nicht eindeutig ansah. In diesen Momenten trieben seine Dämonen ihm Blüten auf die Wangen und seine Augen zeugten von erhöhter Nervosität. Die Qual der Besessenheit indes wusste er nur zu mildern, indem er die Feder zur Hand nahm, was er aber nur vermochte, sobald die Wirkung des Alkohols im Abklingen begriffen war. Es galt ihm, den richtigen Moment zu erkennen, denn sobald der Zenit des Rausches überschritten war, kam sehr schnell der Kater über ihn, den er nur mit Opium zu lindern vermochte.

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    Dabei ist zu berücksichtigen, dass es niemals eine erschöpfende Aussage über ein Genre geben kann, und so ist auch dies nur ein kleiner Überblick.

    Es gibt so viele verschiedene Arten von Kriminalromanen, dass bereits in den 1920er Jahren eine der ersten „Queens of Crime“, Dorothy L. Sayers, darüber klagte:

    „Es ist unmöglich, den Überblick über all die Krimis zu behalten, die heute produziert werden. Buch um Buch, Zeitschrift um Zeitschrift strömt aus der Presse, vollgestopft mit Morden, Diebstählen, Brandstiftungen, Betrügereien, Verschwörungen, Problemen, Rätseln, Geheimnissen, Nervenkitzel, Verrückten, Gaunern, Giftmischern, Fälschern, Würgern, Polizisten, Spionen, Geheimdienstlern, Detektiven, bis es scheint, als müsse die halbe Welt damit beschäftigt sein, Rätsel zu erfinden, damit die andere Hälfte sie lösen kann.“

    Beginnen wir unseren kleinen Rundgang jedoch mit einer grundsätzlichen Unterscheidung zwischen Rätselgeschichte und Kriminalroman, bevor wir uns einigen historischen Daten zuwenden.

    Dorothy Sayers
    Dorothy Sayers

    Wenn man sich nicht ausschließlich auf die deutsche Terminologie beschränkt, ist es von vornherein angebracht, die hierzulande gebräuchlichen Gattungsbezeichnungen fast ausnahmslos zu verwerfen. Englisch ist die literarische Leitsprache der Populärliteratur, daran ändern auch länderspezifische Besonderheiten nichts. Ein Beispiel von vielen ist die „Mystery Fiction“, also die „Rätselgeschichte“, die hierzulande kaum als Begriff verwendet wird. Stattdessen wird der englische Begriff “Mystery” beibehalten und für eine Form der phantastischen Erzählung verwendet, die eigentlich der Weird Fiction nahe steht, während “Mystery Fiction” zur Kriminalliteratur wird. Diese wäre eigentlich Crime Fiction, die sich wiederum von der Mystery Fiction unterscheidet.

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  • Zu keiner Zeit

    Zu keiner Zeit hat sich die schreibende Zunft und der allgemeine Glaube weniger an der wissenschaftlichen Erkenntnis orientiert, als das Heute der Fall ist. Man ist’s zufrieden damit, dass Newton und Einstein ihnen die Welt erklärt hat, und dass Freud ein wenig Licht ins Bettnässertum gebracht hat, ist wohl auch nicht schlecht. Die Welt indes ist eine andere.

    8.15

    Zweite Stromschlag=Einheit für die immer noch elaborierende linke Schulter nicht wahrgenommen.

    Gestern noch…

    Etwas Fremdartigeres wie Schumann habe ich nie vernommen, und das sogar noch für heutige Verhältnisse. Aber gleichzeitig scheint mir diese Fremdartigkeit durchaus vertraut. Es ist die Zerrissenheit, die ich verstehe, die harmonischen Kühnheiten, mit denen er alle Formgerüste sprengt. In Schumanns Klavierwerken fällt die Wirklichkeit auseinander, hier gibt es kein Gleichgewicht der Kräfte, hier wird das Komplexe des Traumhaften zum allesbeherrschenden Nachklang.