Inspektor Jury schläft außer Haus / Martha Grimes

In unserer Rubrik Buchbesprechungen kommen wir heute zu Martha Grimes und ihrem ersten Band der Inspektor Jury-Reihe: Inspektor Jury schläft außer Haus. Im Original „The Man with a Load of Mischief“. Das Buch erschien 1984 und die ganze Reihe ist in England angesiedelt, obwohl die amerikanische Autorin dort nie gelebt hat, aber begeistert ist vom englischen Flair.

Vielleicht ist es für einige Leser noch zu früh, Martha Grimes als klassische Autorin zu bezeichnen. Mit 84 Jahren ist sie immer noch sehr aktiv und veröffentlicht im Durchschnitt ein Buch pro Jahr. Für ihre Jury-Reihe wurde sie mit dem Nero Award des Wolfe Packs  ausgezeichnet, jener literarischen Vereinigung,  die sich den Arbeiten Nero Wolfes verpflichtet fühlt und ähnlich wie die Mystery Writers of America mit ihrem Edgar jährlich einen Preis vergibt. 2012 gewann sie eben dort den Edgar Grand Master Award. Sie hat allein in den USA rund 10 Millionen Bücher verkauft und ist in 17 Ländern veröffentlicht worden. In Deutschland ist sie sehr beliebt, denn dort wurde vor ein paar Jahren eine Fernsehserie ausgestrahlt, die auf ihrer Richard-Jury-Reihe basiert.

Zu schreiben begonnen hatte Grimes erst mit etwa 50 Jahren. Vorher kämpfte sie gemeinsam mit ihrem Sohn gegen eine Alkoholsucht an. Und auch dann hatte es noch einige Jahre gedauert, bis sie zum ersten Mal auf den Bestsellerlisten auftauchte. Erst mit 60 Jahren verdiente sie ernsthaft Geld mit ihrer Arbeit. Dennoch wird Martha Grimes von allen Seiten dafür gelobt, wie sie den traditionellen britischen „cosy mystery“ aufgefrischt, und vielleicht sogar neu erfunden hat.

Cosy Mystery – Gemütliche Krimis

Ihre Richard-Jury-Bücher gehören sicherlich zu den gemütlichen Krimis. Leichte, entspannende Lektüre, die großartigen – typisch englischen – Humor bietet, aber auch viel Blut, Mord und Totschlag.  Grimes Geschichten spielen in der Regel in malerischen Dörfern und weisen eine lange Liste schrulliger Charaktere auf, doch die Themen können durchaus ernst und beunruhigend sein. Verlassenheit, Einsamkeit, zwanghafter Neid und Gier, Kinder, die für sich selbst sorgen müssen, verkümmerte romantischen Beziehungen – ihre Palette umfasst alle menschlichen Probleme. Ihr ausgeprägtes Gespür für Orte, ihre geschickte Komik und ihre witzigen Charakterstudien werden ebenfalls hoch geschätzt.

Richard Jury arbeitet bei New Scotland Yard, wird aber bei seinen Ermittlungen oft von Melrose Plant unterstützt, einem wohlhabenden Aristokraten, der seinen Sitz im Oberhaus aufgegeben und auf seine Titel verzichtet hat. Unterstützt werden die beiden von einer Reihe Figuren, die auch Charles Dickens entworfen haben könnte, und die ihnen helfen – oder sie vielleicht auch behindern. Dazu gehört Sergeant Wiggins, Jurys hypochondrischer Handlanger, der alles über die neuesten Gesundheitstrends weiß. Plants Mitbewohner in Long Piddleton tauchen immer in irgendeiner Form in der Geschichte auf, und sie sind alle äußerst exzentrisch und oft ärgerlich: der Besitzer des Antiquitätengeschäfts, der kleinkarierte Buchhändler, die reiche, aber großzügige Witwe, Melroses nervige und erbschleicherische Tante Agatha und viele mehr. Auch Jurys Nachbarn verdienen eine Erwähnung, wie Mrs. Wassermann, die Holocaust-Überlebende, die als Mutterfigur fungiert und übermäßig nervös auf Sicherheit bedacht ist; und die glamouröse Carole-Anne, eine Frau unbestimmten Alters, die als Wahrsagerin in Covent Garden arbeitet und Jury regelmäßig in Verlegenheit bringt.

Die beiden Ermittler haben ein gutes Arbeitsverhältnis, obwohl sie sich wie Pech und Schwefel gegenüberstehen. Jury ist nachdenklich, sensibel, sehr verschlossen und hat Pech in der Liebe. Plant ist ein eher skurriler und amüsanter Charakter. Er ist leichtlebig, intelligent, gesellig und nicht so nachdenklich wie Jury. Er hat etwas von Dorothy L. Sayers‘ Lord Peter Wimsey an sich.

Auf die Frage, warum sie die meisten ihrer Romane in England spielen lässt, erklärte Grimes, dass dies die Art von Büchern ist, die sie gerne liest:

„Es ist mir nicht in den Sinn gekommen, die Romane woanders spielen zu lassen. Wenn ich nach England fahre – und das tue ich ein-, zweimal im Jahr – bleibe ich nie sehr lange. Ich mache mir keine Notizen. Ich bin fasziniert von den dortigen Namen. Die Namen der Dörfer, der Straßen. Namen, die mich aus irgendeinem Grund wirklich ansprechen. Die einzige Recherche, die ich betreibe, ist die zufällige Suche nach einem Pub, dessen Namen ich einfach fantastisch finde. Und dann gehe ich hinein – das ist die Recherche.“

Das ist umso ergreifender, wenn man bedenkt, dass die Autorin eine trockene Alkoholikerin ist und daher nicht das köstliche Bier in den Kneipen trinken kann, die sie inspirieren.

Will man die Art ihrer Romane etwas näher bezeichnen, drängt sich als erstes der Vergleich mit ihrer Landsfrau Elizabeth George auf, die ihre Krimis ebenfalls in Großbritannien ansiedelt. Doch ihr Humor und ihre genaue Beobachtungsgabe sind eher mit denen von Louise Penny vergleichbar, und die gelehrten Randnotizen erinnern an P. D. James. Außerdem kann sie ebenso gut über das kleinstädtische Amerika mit seinen kleinlichen, grausamen und exzentrischen Charakteren und Geheimnissen schreiben, wie sie in ihre Emma-Graham-Serie beweist.

Für diejenigen, die neu in die Jury-Serie einsteigen und sie nicht in der richtigen Reihenfolge lesen, können sie verwirrend und etwas gewöhnungsbedürftig sein. Wie Penny scheint sich auch Grimes in ihren neueren Büchern von den Krimis zu entfernen und sich mehr den Charakterstudien zuzuwenden, und sie seziert die Unzulänglichkeiten nicht nur von Einzelpersonen, sondern einer ganzen Gemeinschaft. Die Ermittlungen werden in vielen Gesprächen geführt – in Kneipen oder Teestuben – und das kann sich manchmal ständig wiederholen, da Hypothesen aufgestellt, diskutiert und wieder verworfen werden. Der wissenschaftlich Interessierte wird sagen, dass die Bücher in keiner eindeutigen Zeit verankert sind: Die Figuren scheinen nie zu altern, sie scheinen keinen Zugang zu den neuesten Geräten zu haben und passen doch auch in kein Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Wer also nach einer gehörige Portion Realismus – was immer das auch sein mag – sucht, wird dieses verbrecherische und zeitlose Zauberland kaum zu würdigen wissen.

Aber gerade diese zeitlose Qualität und die Konzentration auf die Beziehungen sind es, die bestimmte Leser bezaubern und unterhalten und sie immer wieder zurückkommen lassen werden.

Die Bücher sind bei Rowohlt erschienen.

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    New American Library hingegen war ein Taschenbuchverlag, der die Macht der Genreliteratur verstand. Sie investierten erheblich mehr in Kings Karriere als es Doubledy je getan hatte. Für Doubleday war King eine Überraschung, für New American Library war er eine Marke.

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    „Ich sehe den Horrorroman als nur einen Raum in einem sehr großen Haus, das man als Spannungsroman kennt. Dieses besondere Haus schließt solche Klassiker wie Hemingways Der alte Mann und das Meer und Hawthornes Der scharlachrote Buchstabe mit ein.“

    Und natürlich seine eigenen Bücher.
    In einem anderen Interview sagte King:

    „Die einzigen meiner Bücher, die ich für unverfälschten Horror halte sind Brennen muss Salem, Shining, und jetzt Christine, weil sie keine rationale Erklärung für all die übernatürlichen Geschehnisse anbieten. Carrie, Dead Zone, und Feuerkind haben mehr mit der Science Fiction- Tradition zu tun … The Stand wiederum steht mit je einem Bein in beiden Lagern …“

    Warum also greift das Horror-Etikett?

    King schreibt über Menschen in Extremsituationen, deren Gefühle von Angst, Schmerz und Hilflosigkeit dominiert werden, die dunkel und drohend selbst dann durchscheinen, wenn noch gar nichts passiert ist. Er ist ein Meister, wenn es darum geht, die Spannung aufrecht zu erhalten. Er verwendet viel Zeit auf die Beschreibung des menschlichen Körpers, verweilt bei den physischen Details der Unvollkommenheit und des Verfalls (Altersflecken, Verwachsungen, Akne, Narben), wie er auch die Körperlichkeit an sich feiert (Sex, Erektionen). Seine Charakterzeichnungen sind mit breiten Strichen gesetzt, im Zentrum stehen meist die körperlichen Makel (Schuppen, Glatzen, schlechte Haut, Fettleibigkeit, Magersucht), was viele seiner Figuren ins Groteske verzerrt. King schreibt viel über Kinder und Jugendliche, seine Hauptfiguren sind in der Mehrzahl attraktiv.

    Es sind diese intensiven Szenen, bestehend aus Sex und Gewalt, den attraktiven Hauptfiguren, und die Betonung der Angst und Spannung, die sein Publikum an den Horrorfilm erinnert, wo Sex, Gewalt, Jugend und Angst sich in der Regel tummeln. Als King seine erfolgreichste Phase hatte, boomte auch der Horrorfilm (1973 – 1986 war die goldene Ära der amerikanischen Horrorfilme), und es ist nicht schwer, das eine mit dem anderen in Verbindung zu bringen. Der Vergleich von Kings Werken mit Filmen ist das, worauf es Kritiker von Anfang an angelegt hatten, und King selbst betonte oft genug, dass er ein extrem visueller Schriftsteller sei, der nicht in der Lage ist, zu schreiben, bevor er nicht die Szene im Kopf hat. Die öffentliche Meinung, King sei ein Horrorschriftsteller, wurde durch die Verfilmungen von Carrie und Shining noch zementiert. Wenn etwas also als „Horror“ vermarktet wird, wenn es die Leute an „Horror“ erinnert, und wenn der Autor kein Problem damit hat, als Horrorschriftsteller zu gelten, dann ist es Horror. Obwohl King darauf hinweist, dass Science Fiction ein besseres Label für seine Arbeiten wäre.

    Feuerkind ist eines der Bücher von King, wo das Label Science Fiction hervorragend passt. Der Roman wurde als Verfilmung ein Flop und seitdem hat sich das Interesse an Firestarter im Laufe der Zeit getrübt. Das ist nur eins von vielen Beispielen, wo ein mieser Film ein gutes Buch quasi ruiniert.
    1976 begonnen, gab King das Buch zunächst auf, weil es ihn zu stark an Carrie erinnerte. Der Hauptcharakter war ein Ebenbild seiner zehnjährigen Tochter Naomi. King war zunächst fasziniert von Pyrokinese und dann von einer Figur wie Carrie White, die ihre psychischen Kräfte an ihre Tochter weitergegeben hatte.

    Das Buch liest sich wie eine paranoide, politisch linke Phantasie auf Amphetaminen, die mit der zehnjährigen Charlie McGee und ihrem Vater Andy beginnt. Sie befinden sich auf der Flucht vor einer Regierungsorganisation, die sich „Die Firma“ (The Shop) nennt. Andy und seine Frau hatten in den 60ern an einem Regierungsexperiment teilgenommen, bei dem ihnen die LSD-artige Substanz Lot 6 verabreicht wurde. Die Droge aktivierte ihre latent vorhandenen psychischen Kräfte, die an Charlie weitervererbt wurden. Ihr ist es möglich, allein durch ihre Gedanken, Feuer zu legen, was ihr aber von ihren Eltern als eine böse Sache verboten wurde. Charlies Mutter wurde von der Firma getötet, und Andy hat nur die Fähigkeit, den Geist anderer zu kontrollieren, was allerdings jedes mal, wenn er seine Fähigkeit anwendet, Schäden an seinem Gehirn zurücklässt.

    In die Enge getrieben überredet Andy Charlie, ihre Kräfte von der Leine zu lassen und sie lässt eine friedlich gelegene Farm in einem Inferno untergehen und tötet dabei Dutzende von Agenten auf ihrer Flucht. Ein paar Monate später werden sie von dem Auftragskiller John Rainbird gefangen genommen. Das letzte Drittel des Buches ist eine Chronik dieser Gefangenschaft, wo Rainbird ein Psychospiel mit Charlie beginnt, indem er sich anfangs als einfache Ordonanz ausgibt, um sich mit ihr anzufreunden und ihre Kooperation für die Firma erlangt. Von seiner Tochter getrennt mutiert Andy zu einem übergewichtigen Pillensüchtigen. Alles endet in einer Scheune, wo Charlie Rainbirds Spiel durchschaut und den Tod ihres Vaters mitansehen muss.

    Das klingt nach einer einfachen Geschichte, aber zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere feuert King aus allen Rohren, und so ist sie alles andere als das. Voller Handlungsabläufe, die derart lebendig beschrieben sind, dass sie an verschiedenen Stellen in surrealistische Poesie übergehen (explodierende Hühner rennen umher, Wachhunde werden verrückt vor Hitze und wenden sich gegen ihre Halter), ist der Roman gespickt mit subjektiven Eindrücken der Figuren, die sich in fast schon wahnwitzig lyrischen Ergüssen äußern. King wurde vorgeworfen, er würde sich vor Sexszenen scheuen (Peter Straub sagte einmal: „Stevie hat Sex bisher noch nicht entdeckt.“), aber in Feuerkind ist die grundlegende Geschichte die von Charlies sexuellem Erwachen.

    Es gibt nur wenige Dinge, die kraftvoller sind als die Beziehung zwischen Vätern und Töchtern, die Popkultur hat enorm viel Aufwand betrieben, das Unbehagen der Väter angesichts der Sexualität ihrer Töchter zu thematisieren, angefangen von der Kontrolle, die Väter über den Kleidungsstil ihrer Töchter ausüben wollen. Zu Beginn des Buches ist Charlie ein kleines Mädchen, die an der Hand ihres Vaters spaziert und nicht weiß, was sie zu tun hat. Am Ende des Buches ist ihr Vater tot. Zwar kann sie ihre pyrokinetische Fähigkeit noch nicht voll kontrollieren, die aber ist wesentlich stärker als irgendjemand angenommen hatte, und sie befindet sich auf dem Weg nach New York, um ihre Geschichte zu erzählen.

    Sexualität und Feuer sind linguistische Zwillinge („Brennende Leidenschaft“, „Das Feuer der Begierde“, „Glimmende Augen“) und es ist ein Freudianischer Witz, dass sie von ihren Eltern das Verbot bekommt, die „böse Sache“ zu tun. Schnell verwandeln sich diese Stellen von Subtext in Blanktext, dann nämlich, wenn Rainbird sich ihr widmet, um „ihre Verteidigung zu durchdringen“, sie „wie einen Safe zu knacken“ und um sie zu töten, während er ihr tief in die Augen schaut.
    „Es ist eine sexuelle Beziehung“, sagte King später über diese beiden Figuren in einem Interview. „Ich wollte das Thema eigentlich nur streifen, aber es macht den Konflikt nur noch monströser.“
    Als ihre Hemmungen fallen, ihre Fähigkeit einzusetzen, genießt Charlie ihre neuentdeckte Stärke, die ihr besondere Privilegien einbringt und sie zum Mittelpunkt eines jeden Mannes im Buch macht. Wiederholt wird darauf hingewiesen, dass, wenn sie ihre Kräfte nicht zu beherrschen lernt, sie die Welt zerstören könnte; ein Klischee über die weibliche Sexualität (wenn sie einmal anfangen, hören sie nicht mehr auf). Als Charlies Sexualität mehr und mehr erwacht und eindeutiger wird (sie hat sogar Träume, in denen sie nackt auf einem Pferd zu John Rainbird reitet), werden auch die heimlichen Wünsche der Männer, die Kontrolle über sie ausüben, selbstzerstörerischer. Andy versucht einen letzten Ausbruch mit Hilfe seiner Gabe, was aber im Unterbewusstsein der Opfer ihre geheimen Obsessionen entfesselt und sich in Selbstzerstörung äußert. Für Dr. Pynchot, dem zuständigen Psychiater von Charlie und Andy äußert sich das Verdrängte in Form eines Missbrauchs, den er einst durch Kommilitonen erleiden musste. Seine Besessenheit betrifft den „Vulva-ähnlichen“ Abfallzerkleinerer. Er kleidet sich mit der Unterwäsche seiner Frau und tötet sich, indem er die Hand hineinsteckt, während er läuft. Der Kopf der Organisation, Cap Hollister wird von eingebildeten, glitschigen Schlangen heimgesucht, die überall auf ihn warten, um ihn zu beißen.

    Eines der stärksten Bilder des Buches ist Charlie, wie sie vor der brennenden Scheune steht, nachdem die Wildpferde durch die Holzwände gebrochen sind, ringsherum die verwüsteten Utensilien der Armee, ihr toter Vater hinter ihr, grenzenlose Freiheit vor sich. Ein kraftvolles und kitschiges Bild von einer jungen Frau und ihrem sexuellen Erwachen. Weit entfernt davon, lächerlich zu sein.
    Feuerkind war das mittlere seines „Werk-Trios“ zu dieser Zeit, bestehend aus Dead Zone, Feuerkind und Cujo. Für welches man sich auch entscheiden will: zu diesem Zeitpunkt ahnte die Welt noch nichts von Cujo …

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    Mitchell ist ein Autor, der seine Geschichten gerne faltet, für den die Wirklichkeit nicht von Zeiten und Räumen dominiert wird. Aber diese “Faltungen” sind immer auch Erlebnisfragmente der Protagonisten, die hier verdichtet werden.

    Für die Mitchell-Kenner gibt es gleich zu Beginn eine Begegnung mit der “mondgrauen” Katze, die bisher in jedem Buch auftaucht, aber diesmal ist sie tot, die Augen von dicken Fliegen besiedelt. Die Nachricht ist klar: Hier gibt es keine Hilfe, niemand wird kommen, um den Tag zu retten.

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    Die Geschichte hat alle erzählerischen Elemente, die die Fans der Serie kennen, und eine Handlung, die so komplex ist wie die der langen Fantasy-Romane, deren Autoren sich selbst sehr ernst nehmen. Doch Butcher nimmt sich selbst nicht immer so ernst, und gerade deshalb gelingt es ihm, eine beeindruckend ausgewogene Geschichte zu erzählen. Nicht umsonst ist dies ein Meilenstein der Urban Fantasy. Und es gibt einen Grund, warum die Dresden-Files neben dem Herrn der Ringe das Werk sind, das fast inflationär kopiert wird.

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