Die drei ??? und die rätselhaften Bilder / William Arden

Bouquinist

Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass das bisherige Werk von Dennis Lynds, der unter dem Pseudonym William Arden in der Serie der drei Detektive arbeitet, ein solides, unspektakuläres Mittelmaß darstellt, während seine gegenwärtigen Kollegen – Nick West, M.V. Carey – sowohl die Höhen als auch die Tiefen ausloten.

Die ersten drei Bücher von Lynds – Der Teufelsberg (1968), Der lachende Schatten (1969), und Die schwarze Katze (1970) – sind eher Kost, die auf Nummer sicher gehen und den jugendlichen Detektiven Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews wenig Neues bieten. Wenn Nick West mit Der unheimliche Drache (1970) vielleicht den Tiefpunkt der Serie vorgelegt hat – sich dann aber mit dem ausgezeichneten Der rasende Löwe (1971) rehabilitieren konnte, während dann Carey den Post-Robert-Arthur-Höhepunkt Die singende Schlange (1972) schrieb, ist es doch so, dass Ardens Beiträge im Augenblick noch schwer einzuschätzen sind.

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Leseversuch in der Cucina Toscana

siss kempten
Cucina Toscana
Cucina Toscana, Hildegardsplatz, Kempten

Kaffee ist ein Stück Lebenskraft. Auch wenn ich meinen Konsum in den letzten Jahren etwas eingeschränkt habe, die Atmosphäre, die sich im besten Fall um den Kaffee dreht, war nie ganz von der Hand zu weisen. Bücher und kulinarischer Esprit haben sich schon immer gut vertragen, und was den Kaffee betrifft: Es gäbe tausend Geschichten zu erzählen. Dafür bräuchte man fast einen eigenen Blog. Nun wohne ich mit Kempten zwar nicht in einer kulturellen oder literarischen Hochburg (das ist Bayern und insbesondere das Allgäu im Allgemeinen nicht), aber es ist ein ganz außergewöhnliches Städtchen, in dem man sich wohlfühlen kann. Also dachte ich mir, ich schaue mir die kleinen Oasen, die es dann doch gibt, etwas genauer an. Vielleicht mit einem Buch in der Hand (ich habe mir inzwischen wieder angewöhnt, überall Bücher mitzunehmen und zu lernen, überall und in jeder Situation zu lesen, ob im Gehen oder Stehen). Das bedeutet eine völlige Veränderung meiner Lesegewohnheiten, denn mein Ausgangspunkt ist, dass ich sogar mit Ohrstöpseln in meiner Wohnung sitze, weil ich nicht den geringsten Lärm ertrage. Aber was wäre das Leben ohne Abenteuer?

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Die drei ??? und die singende Schlange / M. V. Carey

Bouquinist

Mary Virginia Carey sollte im Laufe der Zeit mehr Bücher in der Serie der drei Detektive schreiben als jeder der vier anderen Autoren, die daran arbeiteten, aber mit Die flammende Spur (1971) hatte sie zunächst einmal einen etwas wackeligen Start. Wird sie mit ihrem zweiten Titel, Die singende Schlange (1972), in besserer Form sein?

Wenn man bedenkt, dass die einzige wirkliche geographische Konstante in diesen Geschichten der Schrottplatz von Jonas und das darin versteckte Hauptquartier der drei Detektive ist, muss man Carey zunächst einmal dafür loben, dass sie einen neuen Weg gefunden hat, dieses Universum mit dem stattlichen Jamison-Anwesen, dem Zuhause der jungen Allie Jamison, die von ihrer exzentrischen Tante Miss Patricia Osborne betreut wird, auf bisher ungeahnte Schauplätze auszudehnen. In einem Bruch mit der Tradition, wenn auch nur für kurze Zeit, wird Allie, die diesmal die jugendliche Freundin in diesem Abenteuer sein soll, zunächst nicht gerade als sympathische Figur eingeführt: Ihr erster Auftritt ist von Unnahbarkeit geprägt, der bald eine gewisse Aggressivität folgt, als Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews ihr Pferd erschrecken und sie daraufhin abgeworfen und verletzt wird.

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Der letzte Sündenesser

Wenn Teile der Kulturgeschichte über die Zeit hinweg von Generation zu Generation geflüstert werden, verändern sich die Einzelheiten der Erzählung jedes Mal ein wenig – die Bedeutung verschiebt sich, wird manchmal verschleiert oder geht ganz verloren – bis die Geschichte ein köstliches Gewirr aus Tatsache, Erfindung und Magie ist.

Die Folklore der Sündenesser ist die geflüsterte Variation eines Spiels, das wir als „Stille Post“ kennen, und irgendwie trifft das auf alles zu, was früher einmal geschehen sein soll. Wir kennen es nur aus Erzählungen und unserer Imagination, die uns dabei hilft, die Dinge in unterschiedlichen Variationen ständig neu zu gestalten. So auch hier.

Schottisches Begräbnis
Schottisches Begräbnis im 19. Jahrhundert: The Print Collector/Print Collector/Getty Images

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