Schlitter

Die Straßenlaternen haben zugenommen
So sichtbar wie eine Traube sich gegen eine Staffelei lehnt
Um dabeizusein wenn alles zusammenbricht
Oder nicht
Es wäre ohnehin so weit gekommen und die
Altertümlichen Schreine, die tagein tagaus mit der
Post versendet werden ohne je wirklich anzukommen
Meist stehen sie als Herde zusammen um
Eine alte Badewanne herum der Tradition wegen zwischen
Bohnenranken, die hinauf führen in unbekanntes Blau

Wir hörten der Welt beim Angeln zu, so mancher
Fisch ist hier zuhause und arbeitet seinen Schuppen entgegen
Nur die Hand krallt sich in die Nacht, die nur
In kurzen Hosen der Einladung Folgeleisten wollte
Aber ohne Dampf waren auch die Drüsen machtlos
Es gab kein Schlitterfest mehr – und in den Annalen
Taucht ein solches Fest zu keiner Zeit auf
Vielleicht unter anderem Namen, etwas mit Kufen
Gelinde gesagt

Ähnliche Beiträge

  • Qualität der wilden Macken

    Subkultur. Nur wenn man sich unsichtbar
    Oder Unscheinbar macht, fährt man mit.

    Zunächst sitzt ein Kleid auf einer Bank,
    Angezogen von Füßen, die von Schuhen nicht
    Eingekesselt
    (es ist etwas Seltsames an
    Füßen, sie erweitern das
    Geschlecht).

    Die Landschaft ist ein Streifen mit der
    Zunge, aber mit den Füßen auf der Erde,
    Auf der Bank und dem Kleid,
    Erkannten dich die Glockenblumen wieder.
  • Wolf aus Erz: 1 Todesfels

    Sie hörten vom Tod nur flüstern. In ihre Spanbrettbude, die sich den ausladenden Flur erobert hatte, drangen die Geräusche eines Zeitpunkts nur sporadisch ein, mischten sich mit Träumen, die noch vormundan das verwirrende Spiel mit ihrer gegenwärtigen Existenz trieben.

    Jedes Wochenende knallte mindestens ein Auto, für alle Insassen stets tödlich, gegen den Stein, auf dem ›Granitwerk Vates‹ stand. Darunter befand sich, ebenfalls gemeißelt, ein Pfeil, der die Richtung vorgab, in der der Steinmetzbetrieb an der Eger zu finden war.

    Mehr lesen „Wolf aus Erz: 1 Todesfels“
  • Gen Haubenschloßpark

    Man kommt nur dann außer Haus, wenn man außer sich gerät und weder plant den Ort noch den Weg. Dann gerät man außer Haus wie ein Abenteurer und seine Konkubine (oder wie eine Dame und ihr Kofferträger); wartet auf die Kutsch, die vielleicht nicht fährt und steigt dann in eine ein, die sich von Weitem schon als die gleiche wie immer erkennen lässt. Es gibt da dieses Mangrovengeflecht im Gehirn, das aussieht, als käme man nie hindurch. In Wahrheit sind es Treppensteine, die hinauf führen; dafür wurden sie gemacht, es ist ihr Begehr und Dasein.

    Treppen

    Was dachtet ihr Römer, als ihr euch eine Stadt vorstelltet, die es noch nicht gab, die hier noch nie gewesen ist und die ihr vielleicht nie kennen lernen werdet?

    Kempten Anhoehe
  • Dort beim Hexenkraut

    Gerüchte ziehen durch das Land. Bodennah kriecht der feuchte Dunst, der von den Zungen platscht, über die Felder, und damit verderben sie dem Morgen die Schönheit der aufgehenden Sonne. Die Waldlaubsänger sirren in den frisch mit Tau bezogenen Baumbetten mit dem Zwielicht um die Wette, flappen um ihre Koje herum, bringen ihre Hymnen den Würmern dar, den großen Ernährern, die aus der Erde ragen, dem Humus, dem Sand.

    Fressen oder gefressen werden.

    Mehr lesen „Dort beim Hexenkraut“
  • Ich bin die Nacht: 13 Die Nacht hat Tausend Augen

    Thamyris, dem die Musen in einem Wettstreit, den er verlor, die Leier zerbrachen und das Augenlicht nahmen : das ist mehr als Influenca, weil man früher an den Einfluss der Sternkonstallation auf den Ausbruch der Epidemie glaubte, und jetzt ist die Katastrophe (unsere Welt) ein Ergebnis des Wissens, das expansiv ist, und nicht konservierend wie der Mythos.

    Mehr lesen „Ich bin die Nacht: 13 Die Nacht hat Tausend Augen“