Flaum der Nacht

Ich kann’s nicht, wenn’s mich erklimmt,
aber danach genauso wenig oder noch
weniger, als wäre der Stollen der
Länge wie der Breite nach vollkommen. So
kann der Rat nicht eindringen in
die Brust, die schläft, aber zuvor
alles unternimmt, sich unter ein
gewisses Niveau zu senken. Überhaupt
ihr Senken ist es, das mich bisweilen
auffahren lässt, um zu verstummen.

So natürlich ist der hinzugewonnene
Schmerz nicht, der zu blühen beginnt,
wenn die Nacht längst aus ihrer
Schale Schandtaten entlässt, die kaum
mit großartigen Referenten versehen
von alten Vasallen kündet oder das Bett
anzündet, um in der Corona
spazieren zu gehen. Man wüsste es
längst, wenn die Tage sich so
kennzeichnen, wie es besprochen wurde.
Ihr vorzeitiges Auffinden wäre
dann ein Makel.

Die Manegen wehen in ihren Körnern, ihr
Braungehalt rinnt talwärts, quakt sich an.
zeugen rufen an, bestätigen ihr Bild
von ihr, ein Zahlenkoloss, schließlich
eine Rede. Entsetzlicher Brei flutet
die Töpfe, Kettenwinkel in den Spannen.
Die Übertreibung zieht Höcker nach sich.

Ähnliche Beiträge

  • Schweins drüber

    Ich hatte ja immer alles, was mir gefiel, und es gefiel mir besonders dann, wenn jemand zu mir sagte, dass ich nicht bräuchte, was ich da wollte, oder sogar schon hatte, aus heiterem Himmel, der nicht einmal dunkler wurde, als er mir das Gewünschte sozusagen sogar aufdrängte. Keiner wusste, wie es dem heiteren Himmel gelang, sich in meine Stube zu schleichen, denn da musste eine Menge Unbehagen überwunden werden, als da wären rostige Nägel, in die man treten konnte, schwingende Wassereimer, oder eben, je nach Experiment, grandiose Dämpfe oder gar Folterinstrumente, um aus feindlichen Steckenpferden sonder Gnaden die ulkigsten Geständnisse zu pressen, wie ein Beispiel mich anmerken läßt, wer der erste Bespringer dieser oder jener Amme gewesen (da logen die doch am Anfang immer, und manche schwiegen bis in den Besen hinein, was bei uns selbst dem Tode gleicht). Wer also dies, und wer also das, und ob überhaupt, und wenn, dann wo, so dass man es auch finden kann – das wurde erfragt. So ging es auf und ab und hin und wider, oder immer und zu, bis ich ganz voller Geschenke war, die mir ja an sich niemand wirklich geschenkt hatte, wobei das auch schon wieder nicht stimmt, denn ich veranlasste mit der gottgnädigen Alchimie, obwohl ich noch gar nichts davon wusste, dass mich das Universum nicht aus den Augen ließ.

    »Schweins drüber«, sagte der Magister Vollpferd, »Schweins drüber, woher es kommt, wenn es kommt.«

  • Maskenpampe

    In einem maskierten Universum ist der klare Verstand eine Verwässerung der Illusion, so machen wir ihn unrein und der Schmutz will unsere Augen schützen vor den Dörfern, die nach uns geworfen werden.

    Man kann sich dann am besten sehen, wenn man sich nicht erwartet, ein Flirren in den Winkeln der Dimensionen, die ihre Handtücher falten. Diese ganzen Farben schau schau. Im Innern der Blutbahn fängt man sich an den Wänden wieder ein. Ich habe schon einmal gesagt, dass ich es brauche. Ein Heldenepos liegt auf dem Küchentisch. Bring es doch bitte nach nebenan.

  • Ein Hungerleider am Straßenrand: 2 Die Nasen blutiger Häuser

    Es detonieren Bomben, aber nicht hier. Mächtige Rauchwolken treten aus dem Tal, von oben schön zu sehen. Tinte trifft auf Wasser, nur umgekehrt. Das Cydonia-Gesicht wühlt sich aus dem Dunst heraus, bläht die Flügel, verendet in einem Golfschläger.

    Die Milch: frisch und fett, euterwarm. Beinahe hätte der Wanderer sich erbrochen, beugte sich schon, die linke Hand in der Nähe des Magens tastend, in seiner Kehle schon Luft und Gas und Speichel, sowie ein wohliges Rülpsen. Dabei dachte er an den Turm, der zum Himmel stank, dachte an Raha.

    Mehr lesen „Ein Hungerleider am Straßenrand: 2 Die Nasen blutiger Häuser“
  • Zerberus sucht sich das Weite

    Alle Höllenhunde zu mir und um mich herum, der Fährmann schmilzt in seinem Kahn. Es sollte ein Brückenfest geben, die Flüsse der Unterwelt waren reich geschmückt und dann : eine Prozession kriecht bergan und schleudert Federn in die Luft, die sich binnen Sekunden in graue Geier verwandelten und davonstoben, um sich den fliegenden Würmern zu widmen, die in ihrem Bauch wimmerten und keuchten, so dass ein Lied von ungeahnter Traurigkeit entstand. Die Köpfe des Hundes waren Legion, nicht drei, wie man mir sagte. Die Kutte des Fährmannes brannte – es war ein gar heiterer Scherz, den Boten in einen Phönix zu verwandeln, der er freilich nicht war, weshalb er mit seiner ledrigen Hand – nicht knöchern, wie man mir sagte – in die schwarzen Wasser griff und sich sehr langsam beregnete. Nun hatte er Gäste in seinem Totholzkahn, die nicht zu spät ans andere Ufer gelangen wollten. Man hatte ihnen eine spektakuläre Überfahrt zwar versprochen, aber sie empfanden die feurigen Lichtkaskaden unpassend gegenüber ihrem Ableben. Sollte Dante recht behalten, würden sie das Gasthaus noch vor dem Hund erreichen, der sich nun bückte, um über seine vielen Köpfe zu springen, denn die Last war offenbar. Sie konnten schon den hell erleuchteten Eingang sehen, wo sich ein fetter Wirt gerade bückte, um ein oder zwei Augen aufzuheben, die aus der Tür gefallen waren. Nichts war mehr an seinem Ort, und wenn man etwas suchte, musste man vorher einen windigen Dämon beschwören, der gerne die Ohren als Bezahlung nahm. War Hören uninteressant geworden in den Ecken und Kanten und Fugen und Nuten? Nicht zur Gänze, doch die pochende Luft wurde jetzt durch eine größere Antenne in die richtige Abfolge transzendiert. Die Worte waren Bilder geworden, die sich auf allen glänzenden Dingen zeigten. Karl, der hier nun Charon genannt wurde, fischte aus seinem Kleiderschrank ein neues Kostüm; ein Boot mit vielen Wendungen. Die Gäste staunten ihn an, mussten sich aber selbst in die Ruder beugen, während der springende und sprungende Hund nur noch ein paar seiner sinnlosen Köpfe zu überspringen hatte. Wie aber wollte er sich ohne diese zum Mahle setzen, wie die Knochen in kleinste Brocken beißen, wie das sinistre Fleisch aus den Pfannen schlotzen? Und er nutzte seinen Schlund, nicht das Maul, wie man mir sagte, um zu schlingen und zu würgen, bis die Magensäure die Opfergabe ganz und gar in sich versenkte.

    Können wir, verehrter Karl jetzt endlich zum Gasthaus gebracht werden, bevor die verdammte Töle uns den Appetit so ganz verdorben hat?

    Das Fass lief dem Fährmann über und er beseitigte die Seelen mit einem Handstreich aus seinem Gefährt, die sogleich von den finsteren Wogen aufgeleckt wurden, denn unter ging man hier nicht, wie man mir sagte, man trieb wie ein Kork ganz obenauf, bis sich irgendwo eine Zunge fand, die das Gasthaus wie ein Traum erscheinen ließ.

  • Mistsudel

    Neben den Bachrunsen biegen sich bucklig die Zweige der Lärchen mit ihrem Säbelwuchs. Sie bedecken mit ihrer Dachung das Blattgefieder, vernähen anhand ihrer grünen Nadeln den blauen Himmel mit dem Ende ihres dreckigen Saums. Und der Ort erscheint mir wie mit Schritten abgemessen, zurückgelassen für ein anderes Ziel vor Ewigkeiten. Für das Ziel, zu bleiben. Endet der Horizont, weicht man aus in ein nächtliches Dasein, beendet den Mistsudel der Realität mit der einfachen Gabe, sich ausknipsen zu können.

  • Der Hungerleider am Straßenrand: 3 Ödmarken der Dunkelheit

    Die Städte sind Wunden, eine ist so gut wie die andere. Sie bluten nicht, sie verwesen. Niemand ist imstande, sich vor den Fängern zu schützen. Der Geruch ist unbeschreiblich.

    Aus den Trümmern herauslugen: rechts eine Anhäufung aus Staub, sieht aus wie Vogelsand, darin winden sich noch Mauerreste, die Straße ist nur eine zerhackte, schwärende Schlange, vor langem schon gestorben. Sie stutzt, verzögert den Schritt, sieht ihn aber nicht im Schatten des Mauerwerks stehen.

    Mehr lesen „Der Hungerleider am Straßenrand: 3 Ödmarken der Dunkelheit“