weltfall

wir schauen der welt beim verfall in die zellen die verfallen es ist womöglich ein grosz geschrei auf den wänden sitzend herunterfließend bounce bounce

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  • Lit-Life

    Anmerkung, März 2025: Auch wenn die Veranda ein Reboot erfahren hat, dachte ich mir, dass ich am ersten Eintrag im Jahre 2005 festhalten sollte, weil es doch ein Schlüsselmoment war. Es gibt einen weiteren im Jahre 2014, der zur Entstehung des Phantastikon-Magazins beitrug. Namentlich die Übersetzung eines Interviews, das Matt Cardin mit Thomas Ligotti geführt hatte. Seine freundliche Erlaubnis, diese Übersetzung anzufertigen, löste eine ganz neue Ära des Bloggens für mich aus, die zwar am Ende nirgendwo hinführte, mich aber eine Zeitlang gut beschäftigte.

    Mein Tag hat 24 Stunden. Ich muss davon abziehen die Zeit, die ich zum schlafen, zum kacken und für die Ernährung benötige. Warum ich dennoch nicht mehr Output habe: Ich pflanze die Worte, ich schreibe sie nicht. Natürlich wird das in erster Linie in der Lyrik offenbar; wie das im Roman ausschaut, wird man im März überprüfen können.

    Ich habe nichts anderes vor, als mich völlig und außerordentlich in die Literatur hineinzubegeben, zu lesen oder zu schreiben. Tatsächlich verlasse ich das Haus nur wenn der Hund pissen muß und wenn, dann nehme ich einen Notizblock mit. Keine Sekunde darf mir entweichen.

    Das ist auch der Grund, warum ich keine Zeit für Geselligkeiten habe. Ich will alleine sein, damit meine Gedanken nicht gestört werden.

  • Die Strümpfe bei Hofe

    Nick ertappte sich selbst dabei, wie er im Regen saß, und das Schauspiel der fallenden Tropfen beobachtete. Nichts hätte ihn heute Abend zurück in seine Kammer gebracht, denn er wollte nicht etwas hören, was nicht gleichzeitig zu beobachten war.

    Wärst du unsichtbar, mein lieber Regen, ja, auch dann müsste ich mir eine Gestalt für dich ausdenken. Vermutlich würde ich Fingerknöchel nehmen, ich wüsste ja nicht, dass du Wasser bist.

    Mehr lesen „Die Strümpfe bei Hofe“
  • Gumbo Variationen

    Es war Frank Zappa, der mich gestern, beim Hören seines Albums „Hot Rats“ auf die Idee der heutigen Speisekarte gebracht hat. Nämlich durch seinen Song „The Gumbo Variations“. Und tatsächlich träumte ich mich in der Nacht durch New Orleans. Es ist unklar, wie viele Gumbo-Variationen es geben mag, aber fest steht, dass es seit heute eine weitere gibt. Die Okra-Schoten gab es hier natürlich nicht, aber ich habe das mit Nelken und Lorbeer kaschiert. Der Rest ist dann aber tatsächlich vorhanden.

    Mehr lesen „Gumbo Variationen“
  • Höllenlärm

    Die Arbeit erarbeitet sich gegenwärtig von alleine. Vornehmlich lese ich Texte ein, das schult den Rachen und ist – so die Erfahrung – ein guter Zusatz zur Schrift, die dadurch eine weitere Dimension bekommt.

    Für meinen linken „Höllenarm“ habe ich eine Muskelspritze erhalten, die den Dauerschmerz nur für einen bestimmten Bewegungsradius eindämmt. Aber ich sitze ja hauptsächlich vor den Maschinen und Geräten, um dem Wort zu huldigen.

  • Besorgungen um zehn

    Ich gehe auf der Straße und gebe vor, ein Auto zu sein, was man mir scheinbar nicht abnimmt, sonst wäre kein Hupkonzert aufgekommen. Unbeeindruckt blinke ich (hat man kein recht auf Langsamfahrt?) nach alter Herren Sitte mit dem linken Arm. Ich muss gar nicht aussteigen, um den Laden zu betreten, bin bereits das Ausgestiegene höchstselbt. Heute bedient wieder die blonde, feiste Nachbarin, die nach ihrer Schwangerschaft vor über zehn Jahren nie wieder in eine gewisse Windschnittigkeit zurückfand. Außerdem gibt es ja noch das zweite, das jüngere Kind.

    Mehr lesen „Besorgungen um zehn“
  • Falsche Ahnung

    Ich erhaschte heute nach einer sehr langen Pause einmal wieder einen Hauch einer anderen Welt. Keine Welt, die man sich imaginiert, sondern in der ich einst zugange war. Man mag es fälschlicherweise Vergangenheit nennen, aber wie ich schon einmal betonte, ist nichts je vergangen. Das Wort selbst ist ein Hilfskonstrukt, um unser Bewusstsein nicht zu Fall zu bringen. Eine Ahnung kam mich an, während ich auf dem Fahrrad saß, unterwegs Richtung Pflanze, die ich gießen musste, nach der ich überhaupt sehen musste, und die ich in Folge dessen ins Kunstlicht stellte, weil sich Trauermücken an ihr gütlich taten. Diese Ahnung ist jedoch – so vermute ich – falsch, vor allem, weil diese Art der Erfahrung sich bisher immer als falsch herausstellte. Zumindest in der Version dieser Welt. Ich könnte jetzt natürlich behaupten, ich sei zu sehr in anderen Welten unterwegs und könne deshalb mit den Informationen hier nichts anfangen, doch das ist schwer zu evaluieren.