Der Highgate-Vampir

Paranormal

Unsere Geschichte spielt auf dem Highgate Cemetery, einem der „Magnificent Seven“ Londons. Der Begriff bezieht sich auf die sieben prächtigen Friedhöfe der Stadt, die im 19. Jahrhundert errichtet wurden und wegen ihrer aufwendigen landschaftlichen und architektonischen Gestaltung als „glorreich“ bezeichnet werden.

Highgate London

Die neugotische Nekropole in Highgate wurde 1839 eröffnet und ist die letzte Ruhestätte von etwa 170.000 Menschen. Karl Marx, Douglas Adams und George Michael gehören neben unzähligen anderen Prominenten zu den bemerkenswerten Bewohnern. Mehr noch als vergleichbare Friedhöfe ist Highgate seit langem für Spuk und paranormale Phänomene bekannt, eine Tatsache, die in den frühen 1970er Jahren in der öffentlichen Vorstellungswelt explodierte.

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Die Wahrheit über Berkeley Square

Bouquinist
Das Buch der Geister und Spukhäuser

Im kalten Februar 1868 veröffentlichte Rhoda Broughton, die walisische Nichte von Sheridan Le Fanu, ihre erste Geistergeschichte: „The Truth, The Whole Truth, and Nothing But the Truth“ (Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit) – eine schauerliche Episode, die auf Gerüchten beruhte, die an den Londoner Kaminen über ein Haus in Mayfair kursierten (dazu später mehr). Diese Sammlung von Briefen zwischen zwei wohlhabenden Frauen, die den subtilen häuslichen Horror von Henry James und die unerklärliche Gewalt von William Hope Hodgson vorweg nimmt, ist in ihrem schaurigen Realismus ein Jahrhundert vor ihrer Zeit angesiedelt.

Hier ist es das erschütternde, emotionale Ende, das die Ereignisse ins Unnatürliche kippen lässt – wenn Jane Austen sich in Mary Shelley verwandelt. Zuerst gibt es ein wenig Klatsch und Tratsch, aber nichts Besonderes. Das ist es, was die letzten Seiten so beunruhigend macht. Broughton hat oft versucht, das Grauen aufzuspüren, das im Häuslichen lauert – die geheimen Ängste, Verdrängungen und die Wut, die sich in den dunklen Räumen der Köpfe und Herzen der Frauen der britischen Gesellschaft verbergen. Äußerlich war alles gepflegt, ordentlich und akzeptabel, aber unter den Dielen auch des gesündesten Hauses können Leichen verrotten.

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Zu folgen ist unmöglich

Ich schrieb – stets und immer -, bereits im Kessel der Imaginationen, bereits nach diesem Prinzip gestaltet, die Schattenspiele wahrzunehmen, die Unverständlichkeiten, die nie anders zu benennen sein werden als durch die Expansion der Muttersprache. Die Dichtung ist nur Wissenschaft, nicht etwa Literatur, die Verpflichtung, wahrzunehmen. Allein für etwas anderes, nicht für die Menschheit, die es nicht Wert ist, sie im Weltenall zu grüßen. Die fehlerhafte Welt, die unvollständige Natur, der dilettante Aufbau der Schöpfung. Auf der Suche nach Etwas, das diesen gewaltigen Error beseitigen könnte. Der Dichter kann, aber ihm zu folgen ist unmöglich.

Schlechtigkeit des Lebens

Es ist eine schöne Illusion sich in guter Gesellschaft zu wähnen sobald man ein Buch zu lieben lernt, einen Film, ein Musikstück, denn tatsächlich ist man selten der einzige, der sich einer bestimmten Sache annimmt. Jedoch führt das nicht automatisch zu einer wie auch immer gearteten Geselligkeit. Ich für meinen Teil bleibe isoliert, weil es die Welt, in der ich lebe, längst nicht mehr gibt, und so auch die Entitäten dieser Welt nicht mehr existieren, die Spielregeln nicht, die Spiele nicht. Am Horizont tauchen all die Türen auf, durch die ich jetzt gehen könnte, sie alle führen aus der substanziellen Schlechtigkeit des Lebens heraus.

Nebelsirene unter Wasser

Langform


Lüge und Manipulation, das sind die Stoffe, aus denen wir die Welt gemacht haben, quasi der Stoff aus dem die Träume nicht sind. Kaum hat Zarias die Augen aufgeschlagen, denkt er wieder an die Veranda. Das kommt in den letzten Tagen wieder häufiger vor. Hat er wirklich daran gedacht, das ganze sei überstanden? Manche Erinnerungen machen einfach für unbestimmte Zeit Urlaub, hängen ihr Tagwerk für unbestimmte Zeit an den Psycho-Nagel und gehen surfen, vielleicht liegen sie in Cancún am Strand, um neue Kraft bei einem Mexican Colada zu sammeln (oder um weiteren Anlauf zu nehmen), aber sie kamen immer wieder zurück. Es gab nichts Verläßlicheres als eine eingesperrte Obsession. Kurz nach der Ankunft seines Bewußtseins im heutigen Tag, hat er das Gefühl, die Träume ziehen weiter, auch wenn er sie nicht mehr mitmachen kann, zu vergleichen mit dem Leben, aus dem man herausstirbt. Die Träume – das Jenseits? Levke hätte das gewußt. Auch an ihn muß er wieder häufiger denken, aber noch nie ist ihm das direkt nach dem Aufwachen passiert, mehr am Abend, an dem sich stets eine philosophische Stimmung breitmacht, der Herbst des Tages. Vielleicht deshalb. Wenn etwas vergeht, schießt Schwarze Galle in den Bauchraum, verbindet sich mit Dung, Schleim und fermentierten Bazillen und schickt das ganze Gemisch ins Oberstübchen, um Melancholia auszulösen, eine Nebelsirene unter Wasser, ein nicht-ortbares Rufen aus einer geisterhaften Ferne. Zarias erhebt sich, aber wach ist er eigentlich nicht. Normalerweise gönnt er sich das Viertelstündchen (nichts ist so trüb in die Nacht gestellt / der Morgen leicht macht’s wieder gut), bevor er in die Möglichkeit vorstößt, die ihm ein neuer Tag anbietet, aber heute kann er nicht mehr richtig liegen. Die Stellungen sind abgenutzt: Bauch, Rücken, Embryo. Komm jetzt, du Faulfleck! Es ist schönstes Wetter! Aber auch wenn es nicht so wäre, das Liegen sollte den nächsten Schritt täglicher Entwicklung tun und zumindest zu einem Sitzen werden.

Ins Nichts hinein

Ich dachte mir immer, dass es so sein könnte, dass ich meine Produktion ins Nichts hinaus stelle, möglicherweise ins Nichts hinein. Dass ich für das Universum schreibe, aus wie vielen Taschen es auch bestehen mag. Schriebe ich nicht, bliebe etwas ungeschrieben. Ein bedeutungsloser Teil, fürwahr, aber ein unentbehrlicher bei der Vollendung des Universums.

Ich bin von dieser Situation angezogen | etwas zu tun und etwas nicht zu tun; ein wurmstichiges Haus mag eine Leier ergeben und die Würmer den Chor einer Menge Leiber

am Ende sind wir Partisanen einer utopischen Welt

Die Morde in der Rue Morgue

Bouquinist

Edgar Allan Poe wird häufig als der Erfinder der Detektivgeschichte bezeichnet. Tatsächlich war er nicht der erste, der eine Kriminalgeschichte schrieb (wie ich bereits in einem anderen Artikel dargelegt habe), aber als Vater der modernen Detektivgeschichte muss man ihn durchaus gelten lassen, allein schon, weil er darüber hinaus auch den Grundstein legte für zahllose Ermittlungsverfahren, die dann im zwanzigsten Jahrhundert tatsächlich mit Erfolg angewandt wurden und noch werden. Poe sah die Art und Weise lange voraus, in der Beweise (und nicht bloße Vermutungen) zu einem gültigen Ziel führen, schuf also nicht nur die Formel für die Detektivgeschichte, sondern auch für forensische Untersuchungen.

Am 20. April 1841 erschien im Graham’s Magazine Edgar Allan Poes „Die Morde in der Rue Morgue“, eine Kurzgeschichte, die weithin als die erste – wirkliche – Detektivgeschichte gilt. Sie handelt von den Ermittlungen in einem brutalen Doppelmord in Paris und stellt die Figur des C. Auguste Dupin vor, eines brillanten Amateurdetektivs, der den Fall mit Hilfe von Logik und Schlussfolgerungen löst.

Die Geschichte zeichnet sich durch ihre komplizierte Handlung und ihre Liebe zum Detail aus, ebenso wie durch die lebhaften Beschreibungen des Tatorts und der beteiligten Personen. Poes Schreibstil ist sowohl prägnant als auch detailliert und ermöglicht es dem Leser, die Ermittlungen Schritt für Schritt zu verfolgen und die Hinweise zusammen mit Dupin zusammenzusetzen.

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Rollender Kiesel

In Zeiten, in denen das Fleisch dem Willen folgt und sich auch ohne Substanz ernährt. Es sind Zeiten, in denen das Wilde in jedem Funken lauert, der manchmal auch ein Tropfen ist, ein Hauch, ein rollender Kiesel.

Pfeif nur, und ich komm‘ zu dir!

Bouquinist

Seine Geistergeschichten veränderten das Genre wie ein galvanischer Schock. In seinem Universum – das ihn als erstklassigen Autor von Geistergeschichten berühmt gemacht hat – gibt es keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse, sondern einen Ort, in dem beide ineinander übergehen und sich vermischen, sich überschneiden und sich gegenseitig beeinflussen. Montague Rhodes James war zutiefst besorgt über die menschliche Korruption – sowohl in der Gesellschaft im Allgemeinen als auch in der Seele des Einzelnen – und dies kommt in seinen besten Geschichten auf erschreckende Weise zum Ausdruck. Die Besessenheit treibt seine Opfer dazu, sich von der Gesellschaft der Menschen zu entfernen und sich einem untoten, antiken Relikt oder Wissen zuzuwenden – einem Artefakt, das an einem windgepeitschten Strand gefunden wurde, einem Schatz, der in einem Klosterbrunnen versteckt ist, einem Buch mit einem geheimen Code, einem überwucherten Heckenlabyrinth mit einer düsteren Vergangenheit oder sogar einem gotischen Puppenhaus.

MR James
James McBryde

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