Schmierige Tage

Es sind schmierige Tage, diese Tage – und die Nächte sind ein Dilemma für sich, die mich auch am Tag nicht loslassen. Wie sollten sie auch, wüssten sie doch mit ihren Klauen sonst nichts anzufangen. Das Unbekannte geht mir ungeheuer auf die Nerven. Wie kann man eine Fleischmaschine nur derart verhöhnen, ihr immer nur das Gefühl geben, sie hätte für sich selbst etwas entdeckt, für sich selbst etwas evaluiert, die schiefen Sandmäuerchen am Strand durch eigenes Denkmanöver vor das Meer gepflanzt, das nun gar nicht zu bemerken scheint, dass der Gegner an Land mit seiner Plastikschaufel unüberwindbar ist. Die Welt erinnert mich durchaus an eine Weißwurstpelle, die im Aschenbecher des Hofbräuhauses liegt. Ich habe die Geschichte schon erzählt, wie einst dort Beutelschneiderinnen, die sich als Klofrauen ausgaben, das Schwanzkommando, das gegen die Wände pisste, dirigierte. Nur waren das keine schmierigen Tage, sondern lebendige Höfe in einem Taschenuniversum. Zumindest von hier aus gesehen.

Spintisera

Zunächst war es nur seine rechte Hand, die in einem Buch verschwand, und er dachte sich nichts dabei, da er übermüdet und unkonzentriert las. Es musste ihm also nur so vorgekommen sein, als wäre die Hand beim Umblättern verschwunden. Im nächsten Augenblick war alles wieder wie gewohnt und er fühlte das raue Papier mit seinen Fingerkuppen. Doch blieb das eingenartige Gefühl zurück, für kurz eine Reise unternommen zu haben, und der Holzgeschmack auf seiner Zunge sprach ebenfalls dafür, dass etwas anders war als zuvor. Plötzlich glaubte er die Worte schmecken zu können, die er gerade gelesen hatte oder im Begriff war noch zu lesen, er wusste, wie vergänglich die Eindrücke von einer festen und gelehrigen Sprache waren, und wie es im Buch selbst aussehen musste, so beladen zu sein, übervoll an Bedeutung; und das alles nur wegen einer kaum zu bemessenden Zeitspanne, während der er sich eingebildet hatte, er griffe in den Kern der fremden Existenz, die er bisher nur als Fetisch oder Nutzobjekt verstand, als Medium, das den Geist in einer Trance badete, die selbstverständlich war und darüber hinaus voller merkfähiger Gedanken, aus der Gruft der Vergangenheit herangeweht, aus den Nischen der Körperlosigkeit und des bloßen Einfalls. Er versuchte es erneut, bei vollem Bewusstsein, aber das Buch, das wieder Gegenstand geworden war, wies seine erwartungsvoll tastende Hand zurück. Die Verhältnisse waren geklärt; und er konnte zwar tun, was immer mit einem Buch anzufangen ihm in den Sinn kam, das metaphysische Momentum jedoch schien verloren. Während er weiterlas,um zu erahnen, welche Zaubersprüche seine Hand durch Materie gezogen und seinen Geschmack entfacht hatte, bemerkte er, wie die Oberfläche des Blattes in eine Dreidimensionalität glitt und dahinter sich Buchstaben drehten und verrenkten wie im Veitstanz. Ein ganzes Alphabet an dicken Bäuchen und schlanken Hälsen räkelte sich auf einem gepflegten Rasen, zum Turnsport versammelt, bis er erkannte, dass es sich um Fracks und Ballkleider handelte, die um Leiber geschlungen waren, die geschnitzten Figurinen ähnelten. Ihre Bewegungen blieben abstrakt und im Grunde nicht nachvollziehbar. Außer diesem beweglichen Tableau sah er nichts, denn er wusste ja dass er las und sich die Zeichen in seinem Schädel eine merkwürdige Pläsanterie erlaubten. Auch schmeckte und roch er wieder Holz, zu dem sich Gallussäure und Speck gesellte, denn natürlich hatten seine unvorsichtig unsauberen Finger seit der letzten Mahlzeit kein Handwasser gesehen und etwas Fett auf die Kanten und den Umschlag übertragen. Doch das Atmen fiel ihm leichter in seiner ungelüfteten Stube, denn hier stand, dass jeder, der sich bewegte, auch etwas Luft zugefächelt bekam. Er sah, wie die Buchstaben atmeten, wie sie groß wurden und wieder in ihre ursprüngliche Form zurückfederten, wie sie Lerchenstimmen lauschten, um dann die Bedeutung für ihn zu turnen, weshalb er überhaupt wusste, dass es sich eben um diesen Vogel handelte.

Die Domäne der heißeren Zerstörung hatte das Land ergriffen, in das er jetzt hineintrat und ihm war es, als fiele er von einem heißen Sommermonat in ein kaltes Kneippbecken, um ihn vom Leben selbst zu kühlen, denn als er gerade noch das Grün einer wilden Botanik durchstreifte, war er von einer Sekunde zur nächsten der blühenden Pflanzengesellschaft verloren. Noch dachte er, dass sich das Land schnell verändert haben musste, während er in Gedanken war, denn der Keim aller Trostlosigkeit steckte in diesem abrupten Wechsel, und es wollte ihm gar nichts nützen, dass er zunächst instinktiv zurückschreckte und überrascht hinter sich blickte: der Eindruck blieb nämlich bestehen, so als habe er sich mit der Vorstellung des Üppigen selbst getäuscht. Er war wie so oft an eine Seifenblase gekettet, die von innen unzerstörbarer anmutete als das von außen der Fall war. Diese zerstobene Blase ließ ihn jetzt die Wahrheit erkennen und zum ersten Mal in seinem Leben fragte er sich, wo er war und wie er dort hin gekommen sein konnte. Seine Vergangenheit war ein plötzlicher Morast, bestehend aus Winkelzügen einer unzuverlässigen Erinnerung, die ihn bedrängte und zur Selbstbefragung nötigte, ob er sich nicht ebenfalls seine Wanderungen eingebildet haben könnte, ob er nicht wie im Traum nur durch Fassaden eines Gedankenpulvers gefallen war, dessen Millionen Körner ihm eine feste Welt vorgegaukelt hatte. Womöglich war er farbenblind geworden, oder war er es schon immer gewesen? War denn die Erinnerung überhaupt in einer Strecke zu fassen, im Vorbeigleiten der Geschehnisse, die wie Gebäude in Reih und Glied am Saum einer Straße aufgeknüpft standen, einer Trabantenstadt so ähnlich wie er selbst der fernen Beschreibung eines nur vage wahrgenommenen Tiers?

Nachgast-Omen (Strophe 11)

Das Firmament ist so nah und deutlich, dass man
sich eine Scheibe davon abschneiden könnte, mit einem
hohlen Messer mit viel Luft in der Mitte und einem
eigenständigen Glühen, das alles im Umkreis von kaum
zu berechnender Größe in ein Handtuch aus Licht beugt. Die
Schatten spenden Formen, wenn dieses Licht weicht, aber die
Dinge geben keinen Aufschluss darüber, wie sie wirklich beschaffen
sind, sie sind schwer zu tasten aber noch weniger zu sehen.
Mit verstopften Ohren hätten wir ein besseres Gefühl für ihr
Vorhaben. Wir könnten ihre Höhe berechnen und eine Parkbank
installieren, um immerfort daran zu erinnern.

Die Femme Fatale – Hauptfigur des Noir

femme fatale 1

Nebel und Mondlicht, schattige Gassen und Silhouetten – die Welt des Noir ist eine Welt der Intrigen, Geheimnisse und der Spannung. Und die rätselhafte, oft missverstandene Figur der Femme fatale bahnt sich ihren Weg durch diese schattenhaften Geschichten. Diese in Sinnlichkeit und Geheimnis gehüllte Figur ist aus dem Noir-Genre ebenso wenig wegzudenken wie der abgebrühte Detektiv und die kriminellen Straßen der Stadt. Aber was genau ist eine Femme fatale, und warum bleibt ihre Anziehungskraft trotz des Wandels der Zeiten und des Geschmacks ungebrochen?

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Laughing Jack

Langform

„Du hättest dir sicher was Besseres aussuchen können“, schnauzt sie. „Wie soll das die Leute hierher locken?“

„Jill, vertrau mir.“

Ich zwinkere ihr zu, während ich die letzten Styroporteile von der Figur wegblase. „Laughing Jack, wird sie schon zu uns reinlocken. Denk mal drüber nach. Das ist ein nettes nautisches Thema. Plastikkrabben und Hummer, Fischernetze an den Wänden. Aber was ist es wirklich, das diese Kneipe von den anderen unterscheidet?“ Ich grunze, während ich die Attrappe im Erkerfenster platziere.

„Nein, das Ding wird die Kunden verscheuchen! Das ist wie eine dieser alten Bauchrednerpuppen. Es ist so verdammt unheimlich. Mein Gott, Mark, was ist in dich gefahren?“

Ich zögere. Nichts hat mich beeinflusst, sage ich mir. Das Ding hat nicht nach mir gerufen. Ich habe es in einem Wohltätigkeitsladen gesehen. Für einen Spottpreis stand es da. Ich habe impulsiv gehandelt und es für weniger als hundert Scheine gekauft. Nein, es hatte nicht nach mir gerufen. Wie lächerlich wäre das denn?

Eine lebensgroße Schaufensterpuppe, ein unnatürlich rosa bemalter Wachskopf mit einem klappbaren Unterkiefer, der sich im Takt des aufgezeichneten Lachens hob und senkte. Eine Marineuniform aus dem 18. Jahrhundert, eine weiße Kapitänsmütze und eine dünne Seemannspfeife, die in das schwarze klaffende Maul gesteckt wurde, vervollständigten das Bild.

Ich trete zurück und betrachte das Spiegelbild von Laughing Jack im Erkerfenster des Pubs. Es ist zum Hafen hin ausgerichtet und die untergehende Sonne färbt das zurückweichende Meer in Zeiten seltsame Schattierungen von Schwarz, Karmesin und Gold. Die gemalten Augen von Jack starren mich durch das Glas hindurch an. Seltsam. Sie scheinen für einen Moment in ihren Höhlen zu rollen und meine Augen zu fixieren, meine Gedanken zu lesen. Ich schüttle den Kopf, greife nach unten und stecke das Kabel in die Steckdose.

„Mein Gott!“ Jill erschrickt über das Lachen, das im leeren Speisesaal ertönt. Selbst ich stolpere rückwärts, überrascht von der manischen Bewegung des Matrosen. Er strampelt wie ein Roboter, fuchtelt mit den Armen und lacht vom Band, was beunruhigend echt klingt. Kein Hintergrundrauschen, keine Verzerrung.

Ein älteres Ehepaar, das vorbeigeht, erstarrt beim Anblick der Schaufensterpuppe, die im Erkerfenster herumfuchtelt. Die Frau, die mindestens in den 80ern sein muss, hebt ihre Hand von ihrem Rollator und zeigt auf Laughing Jack.

„Sie lächelt“, sagt Jill, und ihre Worte sind wegen Jacks manischem Lachen kaum zu verstehen. Bilde ich mir das nur ein oder wird dieses verrückte Geräusch immer lauter?

„Mark, warum ist sie … Oh Gott, oh mein Gott!“

Der Mann der alten Frau lächelt nicht. Er ist nicht interessiert, versucht sie mit einer knochigen Hand, die sich an ihre Schulter klammert, vom Fenster wegzuziehen.

Das Fenster, das nun zerspringt, als sie seinen Kopf dagegen schlägt. Immer wieder mit beiden Händen, mit einer Kraft, die ihr Alter und ihre Zerbrechlichkeit verleugnet. Die ganze Zeit über lächelt sie Laughing Jack ekstatisch an. Wieder und wieder. Jeder Stoß des Kopfes ihres Mannes in das zerbrochene Glas und das knackende Holz wird von Jacks Lachen begleitet.

Ein Lachen, das sich nun mit dem der alten Frau in Ton, Tonhöhe und Lautstärke gleichkommt. Es ist das Lachen eines Mannes. Der kahle Kopf ihres Gatten ist zertrümmert.

Blutiger Haufen, der seltsame, nass klickende Geräusche von sich gibt, während er im unnatürlich starken Griff der Frau auf und ab wippt und sich auf dem Fensterbrett entleert.

Der Inhalt sammelt sich, er starrt auf dem Teppichboden und dann fließt er in Richtung Laughing Jack.

Jetzt weiß ich, warum er lacht.

Jetzt weiß ich, warum die Frau lacht und nicht aufhören wird zu lachen, bis sie stirbt.

Was genau wie bei Jill nicht lange dauern wird.

Denn auch ich fange an zu lachen.

Ich greife nach einer langen Glasscherbe, die ich aus dem Erkerfenster gelöst habe, und beginne mit meiner Arbeit.

Daniel Weber: Die zweifelhafte Erbschaft

Bouquinist

s gibt Städte, die größer sind als ihre Landkarte. Wien ist eine davon. Unter den barocken Fassaden, den akkurat nummerierten Bezirken, den Grüften und Kaffeehäusern, rumort seit Jahrhunderten ein anderes Wien: ein Wien der Widergänger, der toten Engel, der verdrängten Träume. Daniel Weber hat diesem unsichtbaren Wien einen Namen gegeben: Phillipsdorf, den „verbotenen 24. Bezirk“.

Was Weber hier entwirft, ist kein Schauplatz im herkömmlichen Sinn, sondern ein lebender Organismus. Phillipsdorf ist das Übermaß der Stadt, das, was sie nicht aushält. Ein Bezirk, der nur existieren kann, weil er offiziell nicht existiert. Schon in dieser paradoxen Logik liegt sein phantastisches Prinzip: ein Ort zwischen Realismus und Wahn, zwischen Topographie und Mythos. Wo die Gothic Novel noch das Grauen in alten Mauern suchte und die Weird Fiction das Fremde als kosmischen Einbruch verstand, kommt bei Weber das Unheimliche aus der Ordnung selbst – aus Wien, das sich im eigenen Spiegel nicht mehr erkennt.

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Die echten Feen entführten Kinder und tranken menschliches Blut

Vergessen Sie Tinkerbell – die Feen der Folklore vergangener Jahrhunderte waren nicht mit denen in den heutigen Geschichten zu vergleichen.

Wenn die meisten Menschen an Feen denken, stellen sie sich vielleicht die glitzernde Tinkerbell aus Peter Pan oder die anderen herzerwärmenden und niedlichen Feen und Feengottmütter vor, die in vielen Disney-Filmen und Zeichentrickfilmen für Kinder vorkommen. Doch diese Kreaturen haben einen viel dunkleren Ursprung – und glichen früher eher untoten, blutsaugenden Vampiren.

In „The Secret Commonwealth of Elves, Fauns and Fairies“ (1682) vertrat der Volkskundler Robert Kirk die Ansicht, Feen seien „die Toten“ oder „eine Zwischennatur zwischen Mensch und Engel“. Diese Assoziation ist in keltischen Überlieferungen besonders ausgeprägt. Lady Jane Wilde verbreitete 1887 folgenden irischen Glauben:

„Feen sind die gefallenen Engel, die von Gott, dem Herrn, wegen ihres sündigen Stolzes aus dem Himmel geworfen wurden … und der Teufel gibt ihnen Wissen und Macht und schickt sie auf die Erde, wo sie viel Böses tun.“

Lady Jane Wilde

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Nachgast-Omen (Erweiterung)

Gesättigt sind die Trauben nur dann, wenn sie von
vielen Gläsern erzählen können. Eine Fertigkeit krönt
sich selbst, wenn sie funktioniert, durch vibrierende
Nerven Kontakt aufnehmen kann. Die Bravour des
Zerquetschens auf die richtige Weise. Der Geschmack liegt um
die Zuckermoleküle herum, aber der Kern wird dennoch
verfehlt, außer bei der passenden Musik. Sie darf von
Blaskolben stammen, aus Blech geformt wie ein Rohr
oder aus den Mineralien der Schlacht um Aufmerksamkeit.
Der kleine Nebel und ein Schloss – beides dürfte genug sein.

Ich hätte mir durchaus vorstellen können, die Kluft zu
überspringen, aber wer würde dann an meiner statt in
die Klamm fallen, wer würde zerschmettern an den Pilzen,
Dornen und Stacheln, an den Fieberabenden, den
lerchenfreien Tagen, nur um etwas Abstand zu gewinnen
vor der eigenen Unbekümmertheit, auf einer Gartenparty
eingeladen zu sein heißt nicht, sein Haus verlassen
zu müssen, man schickt einen Geist, der nie ermüdet,
aber zum Lohn verlangt, den Dachboden unter sich
aufteilen zu dürfen. Man müsste allein aus Vernunftgründen
fähig sein, ein fremdes Gewissen zu belasten,
während man selbst versucht, seine Lampe zu reparieren.

In alten Zeiten drehten sie Filme vor einem Scheunentor
und standen selbst nicht einmal hinter der Kamera, sondern verloren
sich an die blauen Wiesen rund um das Gehege perlmuttern
glänzender Faksimiles. Manches währt ewig, wenn man
nicht aufpasst. Am besten eignen sich Ersatzteile, die man
nicht füttern muss. Dabei kommt nichts anderes heraus als eine
mittelscharfe Praline, angefüllt mit all den wilden Worten,
die nie den Staub durchdrangen, die Farben sind schmutzig
und gerade deshalb schön, alles in einem gönnerhaften
Schwarz gelagert, bevor es sich im Schrank verliert.

Neu bezahnt

Ich bin neu bezahnt, nachdem meine Lücken absonderliche Zischlaute hervorbrachten, die es mir unmöglich machten, einen vernünftigen Satz zu vertonen, wobei gerade das Vertonen mir jetzt gar nicht mehr wichtig erscheint, schließlich habe ich genug Beispiele, Nebenspiele, Hauptspiele und Unsinnigkeiten vertont. Zu schweigen von den Podcasts, die noch nicht alle in der Veranda angekommen sind. Das hat Zeit, scheint unwichtig, gerade weil die Veranda im stillen vor sich hin wächst, selbst ein absonderliches Konstrukt ist – ziellos und im Grunde nur dazu da, Tinte zu sparen, die gar nicht gespart werden müsste (denn ich schmiere ohnehin erst in ein Heft, bevor ich taste). Es ist sehr viel Wandel im Gange und paradoxerweise scheint mir nichts wichtiger als ein Gedicht. Als ich mit dem Lorebuch 2018 begann, war es ein Gedicht, das jetzt zu einem Langgedicht wird. Andererseits widerspricht das meinen Momentaufnahmen, der Vorstellung (alles ist Vorstellung), dass ich niemals den gleichen Ton treffe, nachdem ich den Stift beiseite gelegt habe. Das bedeutet: selbst wenn ich fünf Gedichte an einem Tag schreibe (was vorkam, wenn auch selten), sind sie nicht unbedingt in der gleichen Fason, wenn auch doch im gleichen Stil. Das hat mit Zähnen sehr wenig zu tun, spielt sich aber in der gleichen Luft ab, im gleichen Luftraum, insofern man seine Träume nicht auslüftet.

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