Elric von Melniboné

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Elric ist grüblerisch und in sich gekehrt, krank durch die Traditionen, aus denen er stammt, und zugleich ein Produkt dieser Traditionen. Im Gegensatz zu anderen Helden, die ein eigenes Reich erobern und anstreben, wird Elric in den Adel hineingeboren und gibt diese Verantwortung ab. Er ist das Produkt einer dekadenten Rasse in ihrer Dämmerung, die von einem weltumspannenden Königreich zu einer einzigen Insel geschrumpft ist. Er verbringt ebenso viel Zeit damit, Wesen mit magischen Kräften zu beschwören, wie damit, sie zu bekämpfen, und sein Schutzgott Arioch ist einer der Fürsten des Chaos, der eine sehr aktive Rolle in Elrics Schicksal spielt. Elric ist weit davon entfernt, ein athletischer Kämpfer zu sein, da er zunächst auf bestimmte Kräuter angewiesen ist, um seine Kräfte zu erhalten, ohne die er fast hilflos wäre. Schließlich erhält er das lebende Schwert Sturmbringer, das zwei eher unangenehme Eigenschaften besitzt: die Lust, Seelen zu verschlingen, und die Neigung, die Menschen zu töten, die Elric zu beschützen versucht.

Elric

Mit anderen Worten: In jedem anderen Buch würde er wahrscheinlich als sympathischer Bösewicht enden. Doch Moorcock verleiht diesem ansonsten unmenschlichen Charakter eine eigene Menschlichkeit, die den Leser in seinen Bann zieht. Elric stellt den Status quo in Frage, trifft überraschend falsche Entscheidungen (z. B. überlässt er den Thron seinem Cousin, der ihn gerade ermorden wollte) und verrät oder tötet jeden, der ihm nahesteht. Dass Elric an sich zum Scheitern verurteilt und schwach ist, tut seinem Charakter keinen Abbruch. Im Gegenteil, gerade seine Schwäche macht einen Großteil des Buches aus und regt den Leser dazu an, ihn zu begleiten.

Es wäre zu einfach zu sagen, dass Elric das genaue Gegenteil eines anderen großen Helden der Pulp-Ära ist: Conan. Wo Conan ein Barbar ist, ist Elric ein Produkt der Zivilisation. Wo Conan ein Reich erobert, gibt Elric auf. Wo Conan sich letztlich nur auf seine natürlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten verlassen kann, ist Elric auf Kräuter, Magie und seine dämonisch schwarze Klinge, den Sturmbringer, angewiesen. Während Conan die Götter meidet, ist Elric auf sie angewiesen. Außerdem sind Elrics Abenteuer vielfältiger als die der berühmten Schöpfung von Robert E. Howard. Elric ist nie auf der Suche nach einem einzelnen Schatz, und seine Ziele gehen typischerweise über das bloße Überleben hinaus. Aber sowohl Elric als auch Conan sind Entdecker ihrer fantastischen Welten, und beide haben es ihren Schöpfern ermöglicht, lebendige Umgebungen zu schaffen, in denen ihre Charaktere interagieren können.

Elric ist auch die bekannteste Inkarnation des Ewigen Helden von Michael Moorcock. Dahinter verbirgt sich das Konzept, dass ein und dieselbe Seele mehrmals und überall im Multiversum geboren werden kann, um für das Gleichgewicht zwischen Gesetz und Chaos zu kämpfen. Moorcocks Einführung eines Multiversums führte zu der interessanten Idee, dass Elric Seite an Seite mit anderen Inkarnationen seiner selbst kämpfen konnte, obwohl seine Erinnerungen an solche Abenteuer oft verblassten, sobald sie vorüber waren. In der Tat lässt sich leicht auf Moorcocks Einteilung in Ordnung und Chaos verweisen (die sich deutlich von Gut und Böse unterscheidet), die sich in der Popkultur wiederfindet, sei es in Roger Zelaznys Amber-Zyklus oder in den verschiedenen Warhammer-Spielen.

Obwohl Elric erst nach der Blütezeit der Pulp-Magazine entstand, ist der Einfluss von Moorcocks Werk auf künftige Generationen von Fantasy-Autoren unübersehbar. Und durch die Verbindung von Sword & Sorcery und High Fantasy (mit einem deutlichen Schuss Dark Fantasy) ist es leicht zu verstehen, warum Elric seine anhaltende Anziehungskraft auf die Fans behalten hat.

Tony Quinn – Die schwarze Fledermaus

Die Schwarze Fledermaus ist ein eher unbedeutender Pulp-Held, an den man sich dennoch gut erinnert. Er gehörte zur „dritten Welle“ der Pulp-Helden, die alle auch Comic-Figuren hätten sein können, und erschien in Black Book Detective, herausgegeben von Ned Pines Pulp-Reihe „Thrilling“.

Die schwarze Fledermaus trug ein ähnliches Kostüm wie Batman, der etwa zur gleichen Zeit (1939) auf den Markt kam, was wahrscheinlich einer der Gründe ist, warum die meisten Menschen sich überhaupt an ihn erinnern.

Bei all den neuen Geschichten über die Schwarze Fledermaus ist es wichtig, dass die Leute verstehen, wer die Figur wirklich ist, und vielleicht dazu angeregt werden, die Originalgeschichten zu lesen.

Wie bereits erwähnt, war die Schwarze Fledermaus Teil der „dritten Welle“ von Pulp-Helden, die 1939 begann. Diese Figuren zeichneten sich dadurch aus, dass sie bunter und comicartiger waren. Obwohl die Schwarze Fledermaus aus einer eigenständigen Idee heraus entwickelt wurde, konnte sie aufgrund ihres Outfits leicht mit Batman verwechselt werden.

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Nightmare on Elm Street und seine Hintergründe

A Nightmare on Elm Street ist einer der besten Horrorfilme der letzten 40 Jahre. Wes Cravens Film aus dem Jahr 1984 über einen Verrückten, der Teenager im Schlaf heimsucht, war einfallsreich … und jagte den Menschen Angst ein.

Doch Craven erfand die schaurige Handlung nicht einfach so. Die Idee zu A Nightmare on Elm Street kam dem Regisseur durch einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 1981 mit der Schlagzeile „Alpträume als Ursache für Tod von 18 Laoten vermutet“. Die Krankheit wurde als „Asian Death Syndrome“ bekannt, weil die meisten Betroffenen südostasiatischer Abstammung waren, insbesondere laotische Hmong. Die Betroffenen schrien im Schlaf und starben.

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Urban Fantasy – Teil 2: Geburt eines Genres

Im vorigen Beitrag sprachen wir über die Definition der urbanen Fantasy und ihren Ursprüngen. Nun wollen wir mal sehen, wie dieses Genre entstanden ist und warum es so populär wurde.

Charles de Lint, der Pionier der urbanen Fantasy

Das allererste Werk der Urban Fantasy war wahrscheinlich der 1984 erschienene Roman „Moonheart: A Romance“ von Charles de Lint. Den Begriff Urban Fantasy gab es damals allerdings noch nicht. Urban Fantasy wurde 1997 von John Clute und John Grant in ihrer Encyclopedia of Fantasy als Texte definiert,

„in denen die phantastische und die herkömmliche Welt interagieren, sich kreuzen und zu einer Geschichte verschränken, die sich signifikant um eine reale Stadt dreht.“

Ironischerweise war die Serie, die das Genre begründete, nicht in einer realen Stadt angesiedelt, sondern in einer imaginären. Newford, das von Charles de Lint erfunden wurde, stellt eine typisch amerikanische Stadt dar, mit seinen wohlhabenden Wohngebieten und Slums, seinen Stränden und Brachflächen und natürlich seinem ausgedehnten Netz von unterirdischen Tunneln. Die Newford-Serie begann mit der Kurzgeschichte „Uncle Dobbin’s Parrot Fair“, die 1987 zum ersten Mal in Isaac Asimovs Science Fiction Magazin erschien. 1993 wurden mehrere Kurzgeschichten von Charles de Lint, alle in Newford angesiedelt, von Terri Windling zusammengestellt und unter dem Titel „Dreams Underfoot“ veröffentlicht.

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Urban Fantasy – Teil 1: Die Quellen des Genres

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Was ist Urban Fantasy?

„Das Göttliche. Das Verrückte. Das Fantastische oder sogar das Spirituelle. Wie auch immer der Begriff lautet, die Menschen haben ein tiefes Bedürfnis, eine größere Realität jenseits unserer weltlichen Existenz zu erblicken.“

Diese Aussage von Damien Walter besagt, dass die urbane Fantasy das Fantastische ins Alltägliche überführt – das ist gleichzeitig auch die kürzeste Definition des Genres, die man sich denken kann. Mit anderen Worten: Die urbane Fantasy bringt Mythologie und Überlieferung in einem modernen Rahmen zur Geltung. Und es war Charles de Lint, der dieses Genre Anfang der 90er mit ins Leben rief.

Urban Fantasy ist ein junges, lebendiges Genre der spekulativen Literatur, das erst in den letzten Jahren zur Reife gelangt ist.

Besonders beliebt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, gibt es mittlerweile jedoch auch die sogenannte Adult Urban Fantasy. An sich ist es ein hybrides Subgenre an der Schnittstelle zwischen Fantasy, Horror, Science Fiction, Hardboiled-Krimis, Thriller und Romantik. Man könnte auch sagen, dass die urbane Fantasy ein Liminalgenre ist und dort zur Blüte gelangt, wo sie sich mit anderen Genres trifft, an der Grenze zwischen Alltäglichem und Phantastischem, Natürlichem und Übernatürlichem, zwischen Technik und Magie. Jede dieser Geschichten beinhaltet einige übernatürliche Wesen und / oder Menschen mit magischen Fähigkeiten, die ihre Wurzeln aber immer auch in der Realität haben.

Einige urbane Fantasy-Serien sind in naher Zukunft angesiedelt oder in einer alternativen Realität, in der übernatürliche Kreaturen der Welt ihre Existenz offenbaren. In True Blood, der TV-Serie, die von Charlaine Harris‘ Sooki-Stackhouse-Serie inspiriert wurde, erlaubte die Erfindung des synthetischen Blutes den Vampiren, friedlich mit den Menschen zusammenzuleben – zumindest theoretisch. In dieser Serie finden wir die üblichen übernatürlichen Kreaturen, die man in einer Fantasy-Geschichte erwarten kann: Feen, Vampire, Werwölfe, Gestaltwandler, Dämonen usw.. Andererseits scheut die Serie keine wirklichen sozialen Probleme: Drogenmissbrauch, Rassismus, religiöser Fanatismus und Intoleranz im Allgemeinen.

In einigen urbanen Fantasy-Serien existiert das Übernatürliche am Rande der menschlichen Gesellschaft, und paranormale Kreaturen koexistieren mit Menschen, ohne unsere Gesellschaft zu bedrohen. In anderen Serien jedoch bedroht das Übernatürliche das Überleben unserer Zivilisation. In der Serie Stadt der Finsternis von Ilona Andrews zum Beispiel zerreißt Magie das Gewebe unserer technologischen Gesellschaft und zwingt den Menschen zur Anpassung. In dieser nahen, postapokalyptischen Welt gehört das, was früher als übernatürlich galt, heute zum Alltag.

Elfen spielen Gitarre in Rockbands, Goblins durchstreifen die unterirdischen Tunnel unserer Städte, und die Toten steigen aus den Gräbern, um die Lebenden zu quälen oder zu verführen. Diejenigen, die auf dieses Genre herabsehen und es als bloßen Eskapismus abtun, wären überrascht, wenn sie etwas über seine Quellen erfahren würden. Ja, meine Damen und Herren, wie wir sehen werden, ist die urbane Fantasy von nobler Abstammung!

Der Unterschied zwischen Urban Fantasy und Paranormaler Romantik

Gibt es einen Unterschied zwischen urbaner Fantasy und paranormaler Romantik? Das ist eine strittige Frage. Theoretisch sind das verschiedene Genres, aber in Wirklichkeit ist es schwierig, sie zu trennen. Jim Butchers Serie Die dunklen Fälle des Harry Dresden ist zweifellos urbane Fantasy, während die Black Dagger-Serie von J. R. Ward gewöhnlich zu den paranormalen Romanzen gezählt wird. Aber was ist zum Beispiel mit der Mercy Thompson-Serie von Patricia Briggs? Viele Buchreihen, die zum Genre der urbanen Fantasy gehören, haben auch eine gehörige Portion Romantik unter ihren Hauptbestandteilen, aber das ist nicht immer der Fall.

Grundsätzlich ist urbane Fantasy für jeden, der eine gute, fantasievolle Geschichte zu genießen weiß, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung oder ethnischer Zugehörigkeit. Das Genre ist so vielfältig, dass jeder in der Lage sein sollte, Urban Fantasy, die seinem Geschmack entspricht, zu finden.

Die Quellen der Urban Fantasy

Der Pionier der heutigen urbanen Fantasy war Charles de Lint, ein Schriftsteller, Poet, Folklorist, Künstler, Songwriter und Performer (laut seiner offiziellen Biographie). Sein erster Roman Moonheart: A Romance erschien 1984, so dass wir dieses Jahr als Ausgangspunkt unserer Zeitreise betrachten können.

Der unmittelbarste Vorläufer der urbanen Fantasy war die Horrorgeschichte, insbesondere der Vampirroman, wie ihn z.B. Anne Rices in ihren Vampire Chroniken (beginnend mit Interview mit einem Vampir, 1976) etabliert hat. Tatsächlich ist es schwierig zu sagen, wo das Vampir-Subgenre endet und die urbane Fantasy beginnt. Horrorliteratur bringt ebenfalls mythologische Kreaturen in einem modernen Setting unter. Der Hauptunterschied liegt in der Atmosphäre der Geschichten; während Horrorliteratur sich auf das Schreckliche und Makabre konzentriert, ist die urbane Fantasy in der Regel leichter im Ton und legt mehr Wert auf Weltenbau.

Die Entwicklung der traditionellen Fantasy in den 60er und 70er Jahren trug ebenfalls dazu bei, den Weg für die urbane Fantasy zu ebnen. Einige Autoren begannen, Science Fiction und Fantasy, Technologie und Magie zusammenzubringen. Bemerkenswert waren in dieser Hinsicht die Amber-Chroniken von Roger Zelazny (1970), die mit Corwin beginnen, der in einem Krankenhaus in New York aus dem Koma erwacht. Er hat Amnesie, findet aber bald heraus, dass er nicht von der Erde stammt. Er ist Mitglied einer übermenschlichen Königsfamilie, die über eine Welt namens Amber herrscht. Ebenfalls findet er heraus, dass unsere Realität nur ein „Schatten“ von Amber ist, und dass es unendliche Parallelwelten gibt, die „Schatten“ genannt werden, durch die die Fürsten von Amber zu reisen vermögen.

Dank Autorinnen wie Ursula Le Guin und Anne McCaffrey traten damals weibliche Protagonistinnen in Fantasy-Geschichten auf. Überhaupt begannen Frauen eine aktivere Rolle in der Fantasy zu spielen und waren nicht mehr nur Mädchen in Not, die darauf warteten, aus irgendeinem Kerker gerettet zu werden.

Die Romantische und Viktorianische Ära

Gehen wir nun noch etwas weiter zurück in die viktorianische Zeit. Dort finden wir viele Bücher mit magischen Objekten oder Kreaturen wie Geistern, Vampiren oder übernatürlichen Doppelgängern. Einige dieser Bücher wurden zu Klassikern, z. B. Sheridan Le Fanus In a Glass Darkly (1872), Robert Louis Stevensons Dr. Jekyll und Mr. Hyde (1886), Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray (1891), Arthur Machens Der große Gott Pan (1894), Bram Stokers Dracula (1897), und Henry James‘ Die Drehung der Schraube (1898).

Dieses Interesse am Übernatürlichen war nicht neu. Wenn wir weiter in der Zeit zurückgehen, stellen wir fest, dass sich auch romantische Autoren für das Phantastische interessierten. Das Chagrinleder (1831) von Honoré de Balzac ist ein gutes Beispiel dafür. Aber auch Theophile Gautiers Novelle Die tote Geliebte (1836). Hier wird die Geschichte einer wunderschönen Frau erzählt, die in Wirklichkeit ein Vampir ist und sich in einen Priester verliebt. Kann man ein besseres Beispiel paranormaler Romantik des 19. Jahrhunderts finden?

Jetzt erreichen wir das 18. Jahrhundert, stoppen unsere Zeitmaschine und sprechen über den Schauerroman. Diese Art von furchterregenden Geschichten gewannen in den 1780er Jahren an Popularität, erreichten im Jahr 1800 ihren Höhepunkt und fielen 1820 allmählich wieder in Ungnade. Der gotische Roman war mehr als der Vorläufer der Horrorliteratur – er legte den Grundstein für alle Genres, die wir gemeinsam als „spekulative Fiktion“ kennen, einschließlich der Fantasy. Der gotische Roman hat viele Ähnlichkeiten mit der urbanen Fantasy: das Eindringen des Übernatürlichen in den Alltag, die ständige Präsenz von Spannung und Angst, und – wichtig – weibliche Protagonisten. Der Hauptunterschied besteht darin, dass gotische Schauergeschichten meist im Mittelalter angesiedelt waren, während urbane Fantasy-Geschichten in der Gegenwart oder der nahen Zukunft spielen.

Jetzt sind wir in der Vergangenheit rund 250 Jahre gereist. Ist unsere Reise etwa vorbei? Nicht ganz! Ziehen wir noch einmal am Hebel und wagen uns noch ein Stück weiter. Das Rad der Zeit dreht sich und führt uns ins Mittelalter. Auch dort finden wir Werke, die der urbanen Fantasy ähneln.

Okay, nicht „urban“ im modernen Sinne. Dennoch finden wir Geschichten, Gedichte und Balladen, die uns von magischen Kreaturen oder Gegenständen erzählen, die den Alltag der Menschen durcheinanderbringen. Arthurianische Legenden sind das berühmteste Beispiel dafür. Wer ist schon davon überzeugt, dass Chrétien de Troyes wirklich an die Existenz von magischen Bechern glaubte, als er mit dem Parzival die Gralsgeschichte schrieb? Wahrscheinlich nicht mehr als Neil Gaiman an die Existenz eines unterirdischen London glaubt (oder glaubt er das vielleicht doch?) Für mittelalterliche Autoren war der Gral ein Symbol, eine Metapher, und ich sehe nicht, warum wir die Geschichten über Parzival nicht als eine mittelalterliche Form der Fantasy betrachten sollten.

Unsere Reise geht weiter. Wenn wir weiter in der Zeit zurückgehen, wird es immer schwieriger, Mythologie und Fantasy voneinander zu trennen. Die Römer zum Beispiel nahmen die Religion sehr ernst, da sie Teil ihres Alltagslebens war. Für die Griechen war Herkules keine fiktive, sondern eine historische Figur. Die Menschen glaubten wirklich an Sirenen, Geister und Feen. Hier finden wir die wahren Ursprünge der Fantasy, nämlich den Glauben, dass es neben der Welt, wie wir sie kennen, eine andere Realität gibt, ein magisches Reich, in dem alles möglich ist.

Zusammenfassung

Was haben wir von unserer Reise mitgebracht? Wir haben gelernt, dass die urbane Fantasy zwar ein junges Genre ist, ihre Wurzeln aber bis ins Mittelalter und in die Antike zurückreichen. Sie ließ sich von einigen der größten literarischen Werke der Geschichte inspirieren: dem Gilgamesch-Epos, den Metamorphosen des Ovid, dem Beowulf, dem Parzival von Chrétien de Troyes, Shakespears Sommernachtstraum, und anderen Klassikern.

Auf einer tieferen Ebene können wir sagen, dass die urbane Fantasy ein Genre ist, das uns mit unserer fernen Vergangenheit verbindet. Indem wir die Türen unserer Städte für das Magische und das Phantastische öffnen, hilft uns die urbane Fantasy, die Kulturen unserer Vorfahren zu entdecken, sie verständlicher und für moderne Leser attraktiv zu machen.

Im nächsten Beitrag werden wir über die Entstehung der urbanen Fantasy sprechen und sehen, wie es einer Handvoll Autoren gelungen ist, eines der populärsten Genres der Geschichte zu erschaffen.

Die Angst vor Freitag, dem 13ten

Paranormal

Es gibt einen Fachbegriff für die weit verbreitete Neurose, die wir alle kennen: die Angst vor Freitag, dem 13ten. Er hört auf die mundgerechte Bezeichnung Paraskavedekatriaphobie. Aber woher kommt diese abergläubische Assoziation, und wie hat sie sich durchgesetzt? Die Wahrheit ist, dass niemand genau weiß, woher die Idee stammt, dass Freitag der 13te ein Unglückstag ist. Es wird jedoch vermutet, dass die Angst auf einen nordischen Mythos zurückgeht.

Aus welchen Gründen auch immer hat sich die Zahl 12 in vielen Kulturen im Laufe der Geschichte als „vollständige“ Zahl durchgesetzt: Es gibt 12 Monate im Jahr, 12 Tierkreiszeichen, 12 Götter des Olymp, 12 Söhne Odins, 12 Aufgaben des Herkules, 12 Hindu-Schreine, an denen Shiva verehrt wird, 12 Nachfolger Mohammeds im schiitischen Islam und 12 Stämme Israels.

Freya
Die Göttin Freya mit ihrem von Katzen gezogenen Streitwagen.

In der römischen Mythologie war der Freitag oder der 6te Tag der Woche der schönen, aber eitlen Göttin der Leidenschaft – Venus – zugeordnet. Als die Skandinavier begannen, die römische Art der Benennung von Tagen zu übernehmen, wurde Venus mit Frigga oder Freya übersetzt. Freitag ist eine offensichtliche Ableitung des Namens dieser Göttin. Doch mit der Übernahme des Christentums durch die nordisch-germanischen Stämme wurde Frigga fortan geächtet und in den Erzählungen gezwungen, auf einem einsamen Berggipfel zu leben. Außerdem wurde sie zur Hexe erklärt, da ihr Haustier eine schwarze Katze war. Der Glaube besagt, dass die verschmähte Göttin jeden Freitag ein Treffen mit 11 anderen Hexen und dem Teufel einberief, um das Leben der Menschen in der kommenden Woche zu stören. Aufgrund dieser Theorie von der Zusammenkunft des 13-köpfigen Hexenzirkels nannten die Skandinavier den Freitag noch jahrhundertelang „Hexensabbat“.

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Ein Besucher in Van Meter

Paranormal

In der ruhigen, ländlichen Stadt Van Meter in Iowa wurde die heitere Ruhe des späten 19. Jahrhunderts durch eine Reihe beunruhigender Begegnungen gestört, die die Stadt für immer auf die Karte der unerklärlichen Rätsel bringen sollten. Man schrieb das Jahr 1903, und in mehreren aufeinander folgenden Nächten wurden die Bewohner der Stadt Berichten zufolge von einer unheimlichen, geflügelten Kreatur heimgesucht, die ein blendendes Licht aus einem hornartigen Anhängsel auf der Stirn ausstrahlte. Diese Kreatur, die seither als „Van-Meter-Besucher“ bezeichnet wird, soll die Stadt in Angst und Schrecken versetzt und eine Reihe von verängstigten Augenzeugen sowie eine Reihe rätselhafter Fußspuren hinterlassen haben.

Visitor in Van Meter
Das Buch von Noah Voss , Chad Lewis , Kevin Lee Nelson 

Den Berichten zufolge wurde die Kreatur zuerst von einem örtlichen Händler gesehen, der mitten in der Nacht von einem hellen Licht geweckt wurde. Als er der Sache nachging, sah er sich der Kreatur gegenüber, die er als halb Mensch, halb Tier mit großen, glatten Fledermausflügeln beschrieb. Die Kreatur soll von Gebäude zu Gebäude gesprungen sein und einen starken Lichtstrahl aus ihrer Stirn ausgestrahlt haben. In den folgenden Nächten berichteten weitere Einwohner, dass sie die Kreatur gesehen hatten, und jeder Bericht war erschreckender als der vorherige.

Der Höhepunkt dieser Begegnungen ereignete sich in der letzten Nacht, als mehrere mit Gewehren bewaffnete Einwohner der Stadt das Wesen angeblich in einer örtlichen Ziegelei in die Enge trieben. Anstatt sich jedoch zu ergeben oder anzugreifen, soll die Kreatur in eine alte, verlassene Kohlenmine hinabgestiegen und auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein.

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Spuk im Stanley Hotel

Im Herbst 1974 befanden sich Stephen King und seine Frau auf der Durchreise nach Estes Park, einer Stadt in Colorado, 80 Kilometer von Denver entfernt, ein beliebter Sommerurlaubsort und der Sitz des Rocky Mountain National Park, der am Big Thompson River liegt.

Wegen der zunehmend verschneiten Straßen waren sie gezwungen, sich eine Unterkunft zu suchen. Das Stanley, das einst zu den großen alten Damen des Westens gehörte, hatte schwere Zeiten hinter sich und war nur noch ein Schatten der Edwardianischen Zeit, um nicht zu sagen, es war alt und heruntergekommen. Als die Kings ankamen, erfuhren sie, dass das Hotel für den Winter geschlossen war – die Saison hatte ohnehin nicht viel hergegeben – und nur noch eine Notbesatzung war übrig, die den sanften Puls des Gebäudes in Betrieb halten sollte. Zahlende Gäste konnte man jedoch unter keinen Umständen ablehnen, und schon gar nicht, wenn es sich um jemanden handelte, der die Aura einer mächtigen Zukunft ausstrahlte Das Paar wurde als einzige Gäste in der Präsidentensuite einquartiert, dem heute berühmten Zimmer 217.

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