… werde etwas kochen (und sie nam einen teig und knettet und sods fur seinen augen und kocht im ein gemüse), ich weiß noch, wie am Besteck ich hing (Messer Gabel Leffel) das mir erst richtig Esslust machte, weil die visuelle Laune mit der olfaktorischen etwas durcheinander ging; es war (und wir stopften uns Knödel in den Muhund) ein regelrechtes Dampfen, Jackie & Goldie hießen die beiden Sittiche, aber sie sprachen nicht und wir begruben sie bei den jungen Kiefern. Vielleicht fehlt DAS & das waldgrüne Schneidbrett, in dieser Küche zu viern. ›Die Allegorie ist die Paraphrasierung eines bewußten Inhalts‹, steht auf den Schuppen eines Karpfens zu erkennen, mehr leuchtet nicht ein, mehr Flecke gibt es nicht, mehr Tisch mehr Bein. Im Sitzen wird der Magen schlapp, ich habe herausgeschmeckt was du kochen wolltest, habe den Geruch gespürt, der aus dem Wasser schwappte auf zarte Teller, angereicherte Biester, der Salat blüht in den Schalen, viel Nelke (in den Apfel gesteckt) / danach ging jeder seiner Wege / innen, außen. Poliertes Silber = Das Besteck mit den schwarzen Griffen
man nehme : und würfle alles in den Tiegel, laß es richtich schwappen & murren & brödeln / Lor Beere / Wach Holder / Cardamamsel zitzel litzel
Oevre
weder kann ich dem begriff „gedicht“, noch der „lyrik“ etwas abgewinnen. das „poem“ ist internationaler ausgerichtet und definitiver, außerdem ist es ein fundamentaler begriff.
Gondel
Hinter mir brillt die Sonne, schmähschmettert brennendheiße, achGott : knutheiße Fingerzippel vonner Wand wech aufmeim Rükken. Ich steh so da, so steh ich da & yep : uhu=riniere schlenkernd mitter Hüpfte in die Gondeln rein, pisseundpisse : in die Gondel rein, zwikk zum Schluss die Schinkenpacken (in der Mitte dark gefaltet) an=hei!=nander, um auch noch die kompleksbehafteten Droppen ausser Blase zu scharren – in die Gondel rein (schüttl mich nafreilich selber gut foll, lass den Haut-fleisch=Schlauch noch etwas in der goldnen Backblech=Wärme hängen, hängt ja gutest da). Du Gondel!
Pissstand
Ach Du liebes Pisschen!, hier sah ich einst, die Schuhe wollten bei jedem Schritt kleben bleiben, zerbröckeltes Glas knirschte unter den Sohlen, bröselte weiter und nistete sich sogar tief in den Gummibelag oder das Leder ein, die Frischluft wollte gar nicht dazu kommen, den Qualm abzuwedeln, wenn sich die Türe öffnete, um einen neuen Gast in den Schankraum zu spülen, einen betrunkenen hinaus oder ins Pissoir, wo man den Kopf einziehen musste, um durch die Zarge – immer der Nase nach – zu treten, wo früher einmal hochhoheitliche Ponys ihre Äpfel fallen ließen – Jauchäpfel fallen nicht weit vom Stall, die Rinne von heute nimmt’s mit Segen -, eine Alte, die, obwohl in der Hocke befindlich, redlich schwankte, dabei sich abmühte, ihre Brunze in die Rinne zu schleudern und gleichzeitig nicht ihren dicken Moltonrock zu besudeln. Das Schauspiel, ganz und gar nicht stumm begleitet von ächzendem Kläffen, kam mir derart merkwürdig vor, dass jegliches Blasen-Völlegefühl keinen Bedarf mehr hatte, auf sich aufmerksam zu machen, und ich, erstarrt wie ein Porzellanmännchen, ein verhexter Voyeur, der Entleerung bis zum Ende beiwohnte, ohne wahrgenommen zu werden. Nun wusste ich in jener Zeit nur von Sagen und Legenden, dass sich die Frauenschaft immer und ausschließlich auf die Schüssel hockte, nämlich um beiderlei Notwendigkeiten von sich zu lassen, aber diese hier schien sich vielleicht nicht daran zu erinnern, oder in ihr kochte der reine Trotz ein Feuer, das doch eigentlich niemanden versengte, mir selbst auch nur ein weiteres Rätsel aller Existenz auftrug.
Ein Blick, der nach dir späht
Der Pfeifer an den Toren der Dämmerung
Dieses flatternde Gewebe
geistreichen Skizzismus schaukelndes
Träumen zufällige freie Katenation
da gabs die Türe wie eine Säge.
Fürchte in der blinden Mauer
einen Blick, der nach dir späht
Die Einsamkeit langer Distanz
Diese Allmacht der Augen; ich sehe mich wie folgt darin um: Donner rührt sich trocken. Nicht eingreifen in das Wahrscheinliche, das Wunder fordern, unverstehbar bleiben, Menschen auslachen, 1 Pudding kochen, während man sich von fern betrachtet. Zur Baba Yaga gehen auf einen Trunk, aber auch wieder fortkommen. Jede Sprache hat ihr Wort, da ist das Wort selber zur Sache geworden, sagt Hugo Ball. Heute am 14. Juli 1916. Omelette. Wichtig: Eier vor dem Mehl, die Füllung mit Pariser Champignons. Wir können sagen, was wir wollen (das ist das Eigentliche), die einen kümmert’s, die anderen kümmert’s nicht (das ist das Eigentliche), der eine sagt’s der andere hört’s (das ist das Eigentliche), von Mund zu Ohr (das ist so eigentlich). Da zittert die Luft vor lauter Gesagtem und eigentlich ist das gut gesagt. Kotelett erinnert den Speiser an seine urzeitliche Neigung, das Fleisch gleich aus dem lebenden Tier zu beißen, sehr umständlich diese Situation: dem Ren hinterherrennen, versuchen, es mit einem Brandeisen vorzugaren, noch im Laufschritt (das Kotelett macht es uns einfacher, hält still). Der Knochen stimuliert einige tiefe Stellen im Großhirn, im Primitivhirn, im Althirn klar: im Meisterhirn, im Sündengrau.
Der Tod des Georg Heym
Zum Beispiel Georg Heym, der unter der glatzigen Eisdecke die Einbruchstelle wiederzufinden sucht, pocht und klopft, die Augen aufreißt, schon wie ein Gespenst, die Haare Algen, um das Kalkgesicht schwebend, haariges Wasserschweben, im Wasser schwebendes Haar, jedes Wort eine Sprechblase ohne Worte darin, angefüllt mit ranzigem Sauerstoff und stumm.
Soll das Eis doch kommen. Es wird in der Zeit rückwärts geschmolzen. Lava pockert und stockert, aber sie rührt sich nicht, erhitzt wie ein Schnellkochtopf mit verstopftem Ventil, aufgeblähte Edelstahlwände, dünn wie Aluminiumfolie, aber das Ventil sitzt auf dem Deckel herum mit verbrühtem Hinterteil, kratzt sich vielleicht einmal, wischt sich die Stirn mit einem Taschentuch. Wie heiß es heute ist! Stopft sich die nächste Pfeife anstatt ZU EXPLODIEREN UND ALLES MIT SICH ZU REISSEN. Oh Frühling im Geisternebel, Götterfall im Sonnenlicht! Kein Lauern in den tiefen Regionen des Brunnens, nur freudiges Wasser einst vergossen über Stein, der Stein ist ewig, Stein bleibt ewig unter anderen Steinen, gehalten eine Feige, geküsst einen feigen Mund, Leiber, die wandeln, Leiber, die sich wandelten.
Für 635 Gulden erwarb der Wunsiedler Bürgermeister Georg Christoph Leers das Schloss für seinen Schwiegersohn Johann Stephan Martin Landgraf. Und der riss nach dem Einschlag der Kanonenkugel die Reste ab und verwandelte alles in einen Garten.
Flaum der Nacht
Ich kann’s nicht, wenn’s mich erklimmt,
aber danach genauso wenig oder noch
weniger, als wäre der Stollen der
Länge wie der Breite nach vollkommen. So
kann der Rat nicht eindringen in
die Brust, die schläft, aber zuvor
alles unternimmt, sich unter ein
gewisses Niveau zu senken. Überhaupt
ihr Senken ist es, das mich bisweilen
auffahren lässt, um zu verstummen.
So natürlich ist der hinzugewonnene
Schmerz nicht, der zu blühen beginnt,
wenn die Nacht längst aus ihrer
Schale Schandtaten entlässt, die kaum
mit großartigen Referenten versehen
von alten Vasallen kündet oder das Bett
anzündet, um in der Corona
spazieren zu gehen. Man wüsste es
längst, wenn die Tage sich so
kennzeichnen, wie es besprochen wurde.
Ihr vorzeitiges Auffinden wäre
dann ein Makel.
Die Manegen wehen in ihren Körnern, ihr
Braungehalt rinnt talwärts, quakt sich an.
zeugen rufen an, bestätigen ihr Bild
von ihr, ein Zahlenkoloss, schließlich
eine Rede. Entsetzlicher Brei flutet
die Töpfe, Kettenwinkel in den Spannen.
Die Übertreibung zieht Höcker nach sich.
Gambrinus
Die Schlange biss sich in den falschen
Schwanz; welche Wechselwirkung können wir
uns nicht vorstellen? Die Sauberkeit des
Magens war ihr Thema, von dem sie selbst dann
nicht abließ, als ihr bereits Grübchen wuchsen,
gefüllt mit Tupfen aller Tugenden, sagen wir :
einer Oase, die sich stets sorgenvoll bereit
hielt, als könnten wir das jemals vergessen.
Selbst das Geschirr umzäunt, selbst die
Sandalen am Fliehen gehindert. So könnte sie
sich doch sehen lassen, oder etwa nicht? So
also sah man sie und sah sie nie wieder
wie an diesem Tag, beinahe nass. Dass er in das
Gewölk von hintenrum hineinfasste und ein
Stück des Wacholders vorfand, unterschied
sich nicht von den Praktiken, die unter dem
Saum stattfinden sollten. Beschmierte Stullen
sind der Preis, also wuchsen sie, je länger
sie vermoderten. Eine Party in einer dieser
alten Telefonzellen mitten im Wald, mitten
im kernigen Moos, Nummern troffen von der
bewegten Masse, die Einschätzung war schwierig.
Um etwaigen Vergiftungen vorzubeugen
kramte sie im Handschuhfach herum, fand
tatsächlich Reste dieser alten Landkarte wieder,
freigesetzte Plakate sozusagen, an vier von
fünf Ecken mit Tesa befestigt, bleich wie ein
Glas Milch, bevor es getrunken wird.
Der Umbra-Täschner
die Umbra=Tasche des Umbra=Täschners, die fettgemordeten Fruchtfinger tappen in einem künstlich angelegten Schleck=Früchtewald, nur die Sektspitze ragt aus dem Leiber=Haus, dem ehemaligen Amöben=Bottich
weitweißwild
(und wieder zurück)
die Geräusche sind jetzt bare Münze, ungläubige Bluttropfen räkeln sich nahe an Tischdecken, das laszive Wummern wird entdeckt & geradegerückt, eine Speerspitze der Nacht schwimmt in kaltem Kaffee, solange warten, bis sich die Brücke nähert, die Schlappen=Ablage beugt sich nahezu undenkbar (und nur halb so konkret) in den euklidischen Raum, sarabendentanzend, im Mittags
Gesicht taucht ein Ulcus aus der zarten Melasse der flüssigen Haut, im Kühlschrank : die letzten Reste der Lindwurm=Schwarte
Die schönste Vollendung unserer Eigentümlichkeit, die okkulte Qualität, vom Pfützen naschenden Symbol wird Wärme unerschöpflich ausgestrahlt (und sternförmig führen die Pfade von Dir fort); und Einer wird unterirdisch hell mit Phosphor betüncht, Sucher des elysischen Gesprächs, mit doppelter Zunge zwar, die er nötiger hat als ein Schatten seine Zweifel, denn er redet von den Schleiern, als gäbe es dahinter keine Überraschung mehr für ihn. Folge den Faltern in den Abgrund, der den Boden nicht erkennen läßt, stochere im Wasser ohne Grund. Dein Traum mag flügge werden, den Du mit Deinen Lenden träumst, die Falter sind Dein Licht im Spiel (und Deine Verletzung wird Erschöpfung sein!), der Urgrund nährt Dich mit Erdtönen. Das uneinholbar Unendliche geht Dir voran. So spricht das Bildnis seines Traumes kurz vor Morgengrauen, wo die Einbildungskraft eine letzte Höhe erklimmt. Man mag hier nur die Augen öffnen können ohne zu erwachen, hineingreifen in das bizarre Wirbeln der Moleküle, die sich Gestalten ausdenken.
Dort in den Lichtfalten weiblichen Adels fehlte ihr nicht der nervöse Ansturm des Nymphenrufs, Urgemächt des augenblicklichen Lebens, als Zeit noch nicht ziellos umherschnellte.
Aber genauso phantomhaft war unsere ganze Begegnung, unser Sein, Werden, und erst recht der Abschied :
wir schieden nicht voneinander, uns gab es von einer Sekunde zur nächsten nicht mehr.
ich komm mit aufmäntelchen gestockert; hierherein hierherein! ein laterniges rufen, brahmanisch irgendwie, so voller sternenlicht, so voller antiker quasare. Allschau : ein weg ins himmelbunte, dornfleischige, blütenwürzige.
Vieler tritte tanz, vieler tanzschritte tritte, luftausgepolstertes singen über ansteigenden gassen, treppwege zu den auster=augen hin. Lispelndes laspelndes lachen stürzt unter die hüte DERER VON, die hüte tragen, da letzte haar krawallt und bäumt sich gegen die see, vom atem angesaugt.
— Das lied : wie ists, wo ists : das lied ?
— Im schneckenkasten eingefasst in blendend weißen taften, die an den spitzen außer sich geraten, flappen, flunkern, flügeln. Man säh da einen engel, meint man, man säh, wie er zum start sich hebt.
Es finden sich jene, die ins unermeßliche steigen, um einen kranz von büsten kauern, der sämann Arepo hält mit mühe die räder, auf der suche, die andauert.