Swamp Thing: Der Sämann

Swamp Thing: Der Sämann

Alec Holland aka Swamp Thing ist eine der aufregendsten Figuren der ganzen Comicwelt. In der Geschichte dieses Comics gab es viele Höhen und Tiefen, sein letzter eigener Auftritt fand im neuen DC-Universum (New 52) statt, in „DC-Rebirth“ gibt es ihn nur als ein Nebenprodukt (früher war Constantine derjenige, der ihn in seiner eigenen Serie besuchte, jetzt ist es genau andersherum). Der letzte Run um das Swamp Thing stammte von Charles Soule, der damals noch ein recht unbekannter Autor war. Er übernahm die Serie des neuen DC-Universums von Scott Snyder, der hier allerdings weit unter seinem Können blieb und nur halbherzig bei der Sache war.

So menschlich, wie wir sein wollen

Und auch wenn Soule im ersten Sammelband „Der Sämann“ noch ein paar Startschwierigkeiten zu haben schien, lieferte er in der Folge einen atemberaubenden Run ab und stampfte fast alles ein, was zu dieser Zeit bei DC erschien. „Der Sämann“, der dann erst im nächsten Sammelband wirklich eine große Rolle spielt, ist hier noch eine Marginalie, und so scheint es, als sei der Titel bereits der Hinweis auf die Saat, die Soule hier loslässt. Sein erster Band strotzt vor Ideen und Anfängen und es mag auf den ersten Blick aussehen, als würde er sich verzetteln. Tut er aber nicht. Seine Saat geht eben erst etwas später auf. Und er zieht uns Leser ohnehin gleich in den Bann, denn Soule macht Swamp Thing dadurch zu einem überzeugenden Charakter, weil er uns das Herz eines Menschen und die Handlungen eines Monsters vorstellt. Swamp Thing scheint Held und Schurke zugleich zu sein, was ohnehin eine ungewöhnliche Art ist, einen Hauptprotagonisten zu präsentieren.

Soules Eröffnungsmonolog erinnert uns daran, dass sein Vorgänger eine Pflanze war, die dachte, sie sei menschlich, und dass er ein Mensch ist, der denkt, eine Pflanze zu sein. Swampy fühlt sich von Metropolis angezogen, weil er mit Menschen zusammen sein will, die ihn daran erinnern, wie es sich anfühlt, Mensch zu sein. Aber er geht auch in diese Stadt, weil er Superman sprechen und ihn fragen will, warum er mit so viel Macht, die er hat, beschließt, sich wie ein Mensch zu verhalten. Superman antwortet, dass er sich mit den Menschen verbindet, indem er ihnen hilft.

(c) DC

„Wir sind keine Monster – wir können so menschlich sein, wie wir sein wollen“, sagt Superman, und in diesem Satz liegt Soules ganzes Verständnis für diese Figur. Von Anfang an gelingt es Soule, die notwendige Nähe zwischen dem Leser und Swamp Thing zu erzeugen.

Der Sämann

Soule kontrastiert das, indem er Swamp Thing die Arbeit des Sämanns rückgängig machen lässt. Das Wenige, das wir bisher über ihn wissen, ist, dass er in Wüstenregionen reist, um die Erde fruchtbar zu machen. Das klingt nicht nach dem Werk eines Schurken. Swamp Thing – der Avatar des Grüns, die natürliche Lebenskraft des Planeten – tut, was ihm gesagt wird, wie ein gedankenloser Soldat, indem er die Arbeit des Sämanns zerstört, weil dessen Kraft vom Grün abfließt (eine Handlung, die fast derjenigen in Robert Vendittis Green Lantern entspircht, wo ein Wesen namens Relic versucht, die Lanterns zu stopppen, da ihre Ringe das Lichtreservoir des Universums verbrauchen); Soule schrieb zu dieser Zeit die Red Lantern-Serie, deren Handlung dann in die Green Lantern-Serie überging). Es ist verständlich, dass Swamp Thing die Arbeit des Sämanns rückgängig macht, da sonst die Ökologie dieses speziellen Bereichs gestört wird, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass die Aktionen von Swamp Thing Tausende von Menschen das Leben kosten

Die Superman-Geschichte hat zwar seine Momente in der Begegnung der beiden Figuren, und sogar mit Scarecrow, dessen Angstgift Swamp Thing versehentlich die Metropole angreifen lässt. Aber trotz seiner Kürze ist es immer noch eine Geschichte, die nicht viel zu erzählen hat. Im Grunde genommen war das Treffen mit Superman der Grund für diese erste Erzählung, in der uns noch einmal die unglaubliche Kraft des Swamp Thing vor Augen geführt wird (auch wenn das gar nicht notwendig ist).

Später in Louisiana trifft Swamp Thing auf eine alte Kreatur namens Capucine, die ihn um Zuflucht bittet. Das ist eine faszinierende Figur, die ebenfalls erst später zur Entfaltung kommt. Hier bekommen wir zunächst eine Rückblende aus einer Vergangenheit, die Jahrhunderte zurückliegt und in der der Vorgänger des Swamp Thing die Regeln für zukünftige Avatare des Grüns festgelegt hat.

Der Whiskeybaum

Der erste Höhepunkt des ganzen Runs ist Der Whiskeybaum, ein Zweiteiler, in dem der Sämann in Fetters Hill aufgetaucht, einem abgelegenen schottischen Dorf, das früher ein florierendes Whiskygeschäft hatte, aber in schwere Zeiten geraten ist. Der Sämann schenkt der Stadt einen unnatürlichen Whiskeybaum, dessen Frucht eine berauschende Bernsteinflüssigkeit produziert, die den Trinker verrückt macht. Dies ist das erste Mal, dass die Handlungen des Sämanns eindeutig auf etwas Negatives hinweist. Während das Swamp Thing versucht, den Schaden wiedergutzumachen, zieht es auch Constantine aufgrund der magischen Präsenz in diese Gegend. Ganz untypisch für ihn, erkennt er nicht, dass der Whiskey, den er trinkt, verflucht und gefährlich ist, und wird selbst zu einer blutrünstigen Person. Leider endet diese Geschichte etwas zu abrupt in einem vierseitigen Finale durch ein Deus ex machina, in dem es dem stark geschwächten Swamp Thing irgendwie gelingt, das Grün zu kontaktieren und jeden, der von dem Whiskey getrunken hat, unschädlich zu machen.

Der Band schließt mit Anton Arcane, der noch im Snyder-Run als Avatar der Fäule eingesetzt wurde. Diese Rolle ist aber nun Abby Arcane zugefallen.In den folgenden Bänden werden wir mehr von ihr sehen. Diese letzte Kapitel erzählt Arcanes Lebensgeschichte in all seiner Grausamkeit.

Jene Charaktere, die schon lange erzählt werden, mögen im Laufe der Zeit inkonsistent wirken. Was bei Swamp Thing jedoch auffällt, ist, dass die Zeichnungen auf einem konstant hohen Level anzusiedeln sind. Angefangen von den frühen Künstlern Bernie Wrightson, Stephen Bissette und Rick Veitch bis hin zu Yanick Paquettes wunderschönem Werk produziert das Kunstteam von „Der Sämann“ (Kano, Alvaro Lopez, David Lapham, Jesus Saiz und Jock) in diesem Buch wunderbare Arbeiten.

Soule bringt Swamp Thing in viele ungleiche Regionen des Planeten – die Wüsten Afrikas, die städtische Metropole, Louisiana, Schottland – und da Swamp Thing aus den Pflanzen dieser Region besteht, ist er in jeder Inkarnation deutlich anders. In der Wüste ähnelt er einem Kaktus; in Louisiana ist er zähflüssiger, um die Sümpfe zu reflektieren; im ländlichen Schottland ist er grüner, um die Wälder zu reflektieren.

Swamp Thing verfügt überall auf der Welt über das Netzwerk des Grüns und seine Reise durch die Welt sieht aus wie eine Trip durch eine alternative Welt. Kano/Laphams Schottland ist besonders reizvoll, da wir hier mit einer erstaunlichen Splash-Seite von Swampy belohnt werden, der so groß ist wie ein Berg, der von einem Wald bedeckt ist, mit einem Wasserfall auf der Schulter. Im Vergleich zu einer früheren Szene, in der er sich auf die Größe eines Auges, das aus einem Baum linst, reduzieren kann, zeigen diese beiden wunderbar gezeichneten Beispiele die Bandbreite, mit der Swamp Thing agieren kann.

Bereits in diesem Band fühlte sich das Swamp Thing wieder frisch an, und in den Folgebänden gelang es Soul auch seine erzählerische Leistung derart zu festigen, dass sein Run zu etwas wirklich Großartigem wurde.

Yuggoth 19 – Die Glocken

ubersetzung
Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Jahr für Jahr hörte ich dieses dumpfe, weit entfernte
Läuten von tiefklingenden Glocken, getragen vom schwarzen Mitternachtswind;
Sie ertönten von keinem Kirchturm, den ich jemals finden konnte,
Aber sie klangen merkwürdig, wie durch eine große Leere getragen.
Ich suchte in meinen Träumen und Erinnerungen nach einem Anhaltspunkt
Und dachte an all die Glockentöne, die meine Visionen trugen;
An das stille Innsmouth, wo die weißen Möwen um einen
Alten Turm herum verweilten, den ich einst kannte.

Stets war ich verwirrt, wenn ich diese weit entfernten Töne fallen hörte,
Bis mich in einer Märznacht der düstere, klirrende Regen
Durch die Tore der älteren Türme zurückrief, dorthin,
Wo die bösartigen Schwingungen sich wie toll gebärdeten.
Die Glocken läutetet – aber sie sprachen von sonnenlosen Gezeiten,
Die sich durch versunkene Täler auf dem toten Meeresboden ergießen.

Yuggoth 18 – Die Gärten von Yin

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Jenseits dieser Mauer, deren altes Gefüge
In moosverdickten Türmen fast bis zum Himmel reichte
Könnte man terrassenförmige Gärten finden, reich an Blumen,
Und in denen Vögel, Schmetterlinge und Bienen schwirren.
Es gäbe Spazierwege und Brücken, die sich über warme
Lotosbecken wölben und die Dachtraufen des Tempels reflektieren,
Und Kirschbäume mit zarten Ästen und Blättern
Vor einem rosa Himmel gelegen, in dem die Reiher schweben.

Alles wäre da, denn hätten sonst alte Träume das Tor
Zu diesem steinernen Labyrinth geöffnet,
In dem sich schläfrige Ströme winden,
Begleitet von grünen Reben, die an gekrümmten Zweigen hängen?
Ich sputete mich – aber als sich die Mauer vor mir erhob, düster und groß,
Stellte ich fest, dass es keinen Zugang mehr gab.

Yuggoth 17 – Eine Erinnerung

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Hier gab es weite Steppen und felsige Tafellandschaften,
Die sich in sternenklarer Nacht fast grenzenlos entfalteten,
Durchwoben von fremdartigen Lagerfeuern, die ihr schwaches Licht
Auf Bestien mit klingenden Schellen an zottigen Bändern warfen.
Weit im Süden neigte sich die Ebene tief und breit
Hinab zu einer dunkel-irren Linie aus Mauern,
Die wie eine riesige Python eines urzeitlichen Tages warteten,
Dessen verlorene Zeit längst erkaltet und versteinert war.

Ich zitterte eigentümlich in der kalten, dünnen Luft
Und fragte mich, wo ich war und wie ich hierher gekommen bin,
Als sich eine verhüllte Gestalt gegen das grelle Licht
Eines Lagerfeuers abhob und sich näherte und mich bei meinem Namen rief.
Als ich auf das tote Gesicht unter der Kapuze starrte,
Ließ ich alle Hoffnung fahren, denn ich verstand.

Jim Butcher: Eiskalt (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 14)

Bouquinist Rubrik
Eiskalt

Eiskalt ist eine hervorragende Fortsetzung der Dresden Files. Das Buch bereichert die Serie in zweierlei Hinsicht und macht die fesselnde Saga um Harry Dresden noch besser als zuvor. Erstens schließt der Band auf spektakuläre Weise die „Unterreihe“ ab, die mit Wandel begann. Als der vierzehnte Band zu Ende ging, waren viele Fragen beantwortet und einige Nebenhandlungen abgeschlossen. Aber nicht nur das, dieses Buch enthüllt auch einen wichtigen Handlungsstrang, der im Grunde alle bisherigen 13 Dresden Files-Romane zu einer einzigen, zusammenhängenden Geschichte macht. Inzwischen gibt es auch Hinweise auf einen noch größeren Sturm, der Harrys Welt künftig heimsuchen wird.

Eiskalt bietet auch eine willkommene Abwechslung in Bezug auf das Setting. Früher gab es eine Handvoll Episoden, die mit Vampiren überladen waren. Das wäre mit der Zeit langweilig und repetitiv geworden. Mit Eiskalt kommt endlich frischer Wind in die Serie, denn wir befinden uns mitten in einem jahrhundertealten Konflikt zwischen Winter- und Sommerfeen.

Die Dresden Files sind eine sehr erfolgreiche Reihe, und das liegt an verschiedenen Faktoren. Selbst wenn man nur ein Buch der Serie gelesen hat, bleiben die Charaktere im Gedächtnis, weil Butcher sie von Beginn an mit Leben erfüllt, egal, wie nebensächlich sie zunächst erscheinen. Außerdem hat die Serie, die in Chicago spielt, einen starken Neo-Noir-Charakter, den viele Leute sehr anziehend finden. Die wahre Stärke dieser Serie liegt jedoch in Butchers Fähigkeit, im Laufe der Zeit immer bessere Geschichten zu erzählen und sich von Band zu Band zu steigern. Ein Beispiel: In den früheren Teilen hatte es Harry oft mit Monstern zu tun, die viel stärker waren als er. Wie gelang es ihm, sich aus diesen Schwierigkeiten zu befreien? Er griff auf seine „innere Stärke“ zurück und fand plötzlich (und auf wundersame Weise) eine Kraft, die ihm half, die Kämpfe zu gewinnen. Als Jim Butcher in den ersten beiden Büchern dieses Handlungselement „innere Stärke finden“ einsetzte, war es noch nachvollziehbar. Aber als er kurz davor war, diesen Deus ex Machina-Plot zu oft zu wiederholen, um seinen Helden aus der Patsche zu helfen, war die Gefahr des Klischees fast schon in Reichweite. In den letzten Bänden dieser Reihe hat Butcher jedoch den monströsen Kopf des Klischees, der in diesen Büchern aufkeimte, erschlagen, als er anfing, Harrys Nemesis, deren Kräfte in einer anderen Liga spielten, ihm ziemlich viel Schaden zuzufügen. Wenn Harry in den letzten Büchern in Schwierigkeiten geriet, konnte er sich entweder mit seinem Verstand oder mit Hilfe seiner Freunde befreien. Diese Änderung der Erzählweise brachte Wendungen und Überraschungen in die Geschichten, aber auch ein echtes Gefühl der Gefahr für unsere Helden.

In Eiskalt hat Jim Butcher seine Erzählkunst noch einmal gesteigert, denn diesmal geht die Geschichte nicht nur rasend schnell voran, sondern die Handlung selbst ist völlig unvorhersehbar. Gerade wenn man denkt, dass Harry alles im Griff hat, wird die Geschichte im nächsten Absatz plötzlich von einer Überraschung überrollt und macht dann eine 180-Grad-Wendung.

Als neuer Winterritter ist Harry nun die rechte Hand von Mab, der Winterkönigin. Das verleiht ihm eine Menge Macht, die seine angeborenen magischen Fähigkeiten noch verstärkt – beeindruckend, wenn man bedenkt, wie gefürchtet er ohnehin schon ist. Aber Mab hat sicher auch Pläne mit ihm. Pläne, die er vielleicht ausführt, vielleicht aber auch nicht, denn ein einfacher Befehlsempfänger war er noch nie.

Mit vielen der üblichen Anspielungen auf Spider-Man und Star Wars, von denen Butcher offensichtlich ein Fan ist, bekommen wir das Gefühl, dass die Dinge fast wieder normal sind… fast. Vergessen wir nicht, dass Harrys Freunde ihn für tot hielten. Er hat keinen Ort mehr, den er sein Zuhause nennen könnte, und eine Zeit lang war er tatsächlich so gut wie tot. Sein Humor ist noch intakt, nur etwas düsterer geworden. Seine Einstellung zum Leben ist sicherlich getrübt nach der Zeit, die er im Niemalsland verbringen musste, um zu genesen und wieder zu sich selbst zu finden.

Wir sehen ihn zusammen mit den meisten Nebenfiguren wieder, andere werden in diesem Band zwar erwähnt, aber wir sehen nichts von ihnen. Neue Kreaturen und Charaktere tauchen auf, und wir betrachten Harrys Welt mit ganz anderen Augen und erleben sie viel düsterer als zuvor. Was die Charaktere betrifft, so ist Cat Sith sicherlich der interessanteste der neuen Garde, der allerdings noch nicht gänzlich erschlossen ist.

Auch einige gewöhnliche Menschen werden sich in diesem Buch für immer verändern, sie alle zu nennen, würde zu unnötigen Spoilern führen. Dennoch werde ich hier eine Art Pseudo-Spoiler einfügen. Es gibt einen sehr leidenschaftlichen und lang erwarteten Kuss zwischen Harry und einer anderen Figur. Er endet nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, aber ich verstehe, dass Butcher diese Möglichkeit für ein anderes Mal offen lassen will.

Yuggoth 16 – Das Fenster

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Das Haus war alt und zeigte seine abgetragenen, verschlungen Flügel
Auf eine Weise, die niemand jemals auch nur zur Hälfte zu fassen vermochte,
Und in einem kleinen Raum etwas weiter hinten befand sich
Ein seltsames, mit altem Stein versiegeltes Fenster.
Dort ging ich ganz allein in einer traumgeplagten Kindheit,
Wo die Nacht undeutlich und schwarz regierte;
Durchtrennte die Spinnweben mit einer seltsamen Furchtlosigkeit
Und mit einem jedes Mal wachsenden Staunen.

Einen Tag später brachte ich die Maurer dorthin, um herauszufinden,
Welche Aussicht meine düsteren Vorfahren gemieden hatten,
Aber als sie den Stein durchbohrten, brach ein Luftstrom
Aus den fremdartigen Hohlräumen, die jenseits des Steines gähnten.
Sie flohen, aber ich schaute hindurch und fand entfaltet all
Die wilden Welten vor, die auch in meinen Träumen tobten.

Yuggoth 15 – Antarktos

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Tief in meinem Traum flüsterte der große Vogel Sonderbares
Von einem schwarzen Kegel inmitten der polaren Ödnis;
Einsam und trostlos, von sturmgepeitschten Äonen zerschlagen
Und verunstaltet über die Eisdecke gedrängt.
Bis hierher drang keine lebendige Erdform je vor,
Und nur blasse Polarlichter und schwache Sonnen
Glühen auf diesem zerklüfteten Felsen, dessen Ursprünge
Von den Älteren Göttern nur schwach erahnt werden.

Wenn Menschen je einen Blick darauf werfen sollten, würden sie sich
Lediglich fragen, welch komplexen Aufwurf der Natur sie da erspähten.
Aber der Vogel erzählte von ausgedehnteren Gebieten, die unter
Dem kilometerlangen Eisschleier kauern und brüten und abwarten.
Gott helfe dem Träumer, dessen wahnsinnige Visionen
Die toten Augen in den Kristallgraben dort unten entdecken!

Yuggoth 14 – Sternwinde

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Es begibt sich zu einer besonderen Stunde der Dämmerung,
Meistens im Herbst, wenn der Sternenwind einsetzt.
Die Straßen auf den Bergkuppen sind restlos menschenleer,
Aber sie reflektieren das frühe Lampenlicht, das aus behaglichen Räumen dringt.
Die toten Blätter eilen in seltsamen, fantastischen Wirbeln dahin
Und Schornsteinrauch kraust mit fremder Anmut umher,
Die Geometrie des Weltalls achtend,
Während Fomalhaut durch den Südnebel schaut.

Dies ist die Stunde, in der mondsüchtige Dichter davon wissen,
Welche Pilze in Yuggoth sprießen, und welche Düfte
Und welch Farbenrausch von Blumen die Kontinente Nithons erfüllen,
Wie bei keinem irdischen Gartenschlag je gesehen.
Doch für jeden Traum, den diese Winde uns vermitteln,
Fegen sie ein Dutzend weiterer unserer Träume hinweg!

Die drei ??? und das Aztekenschwert

Bouquinist

Mit Die drei ??? und das Aztekenschwert präsentiert William Arden ein weiteres Abenteuer der beliebten Detektivserie. Das Original erschien 1977 unter dem Titel The Mystery of the Headless Horse, was im Deutschen nicht ganz genau übernommen wurde. Der titelgebende „kopflose Reiter“ erweist sich hierbei nicht als übernatürliches Phänomen, sondern als eine kopflose Statue, die den ersten Hinweis im Fall liefert. Dabei dürfte es sich um eine bewusste Anspielung auf die Figur des kopflosen Reiters aus diversen Volkslegenden handeln – unter anderem auf Washington Irvings berühmte Erzählung The Legend of Sleepy Hollow (1820), die eine der ersten großen amerikanischen Geistergeschichten ist. Doch während Irving tatsächlich eine übernatürliche Atmosphäre schuf, bleibt Arden ganz im realistischen Bereich des Detektivgenres, wobei hier der Abenteuercharakter noch stärker im Fokus steht.

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Die drei ??? und der Tanzende Teufel / William Arden

Bouquinist

In der Nachbarschaft von Peter Shaw hat sich eine seltsame Diebstahlserie ereignet, und die drei Detektive werden von der Nachbarstochter Christina (für 50 Cent) beauftragt, ihre verschwundene Puppe zu finden.  Als sie an einem kühlen, nebligen Abend eine Falle aufstellen, sehen sie nicht nur den Dieb, sondern auch eine furchterregende Erscheinung, die dem Verbrecher die Flucht ermöglicht. Durch den geschickten Einsatz von Justs Walkie-Talkie finden sie sein Versteck und das Diebesgut, treffen aber auch auf den Tanzenden Teufel, ein Monster, das ihnen am Strand erscheint.  Just kommt zu dem Schluss, dass der Verbrecher etwas sucht, das er noch nicht gefunden hat, und erklärt, dass der Fall gerade erst begonnen hat. Aber was sucht der Dieb – und was hat das mit dem Schrecken des Tanzenden Teufels zu tun?

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