Geheimnisvoll. Dieses Wort allein erzeugt in uns ein Gefühl von Spannung, ein Kribbeln in den Venen, einen Schub von Neugier im Gehirn. Denn wir sind von Natur aus wissbegierige Wesen. Wir lieben die Herausforderung, verwickelte Probleme zu lösen, verschlüsselte Rätsel zu knacken und unvollständige Puzzles zu vervollständigen. Und kein anderes literarisches Genre weckt diese Neugier und Entdeckungsfreude mehr als der Krimi. Aber im Kern eines jeden faszinierenden Geheimnisses ist auch die kunstvolle Täuschung enthalten.
Wie Poe durch Dupin die Literatur für immer veränderte
Obwohl es in der Literatur seit Jahrhunderten nur so von cleveren Problemlösern wimmelt, von Trickbetrügern über geläuterte Diebe bis hin zu weisen Männern und Polizeipräfekten, versetzte Edgar Allan Poes Detektivgeschichte „Die Morde in der Rue Morgue“, als sie 1841 erschien, die literarische Welt in Erstaunen. In einem Haus in der Rue Morgue (einer fiktiven Straße in Paris) ist ein grausamer Doppelmord geschehen. Mehrere Zeugen bestätigen, dass sie mehrere Stimmen gehört haben, aber niemand kann sich darauf einigen, welche Sprache einer der Sprecher verwendet haben könnte. Es gibt mehrere Hinweise, von denen einer rätselhafter ist als der andere. Die Polizei ist ratlos. Doch C. Auguste Dupin, ein Liebhaber seltener Bücher, löst das Rätsel zu Hause, nachdem er die Details in der Zeitung gelesen hat, und wird so zur ersten echten Detektivfigur der Literatur und löst damit eine Revolution aus, in dem er ein Genres definiert. Er taucht in zwei weiteren Geschichten auf: „Das Geheimnis der Marie Rogêt“, und „Der entwendete Brief“ von 1844.
Ohrendilemma
Es plagt mich seit einem halben Jahr in meinem rechten Ohr, was natürlich von den Anti-Lärm-Pfropfen stammt, die ich mir seit Jahren ins Ohr ramme. Anders ist in einer Welt voller Höllenlärm auch nicht zu schlafen.
Popeye (Der Seemann)
Popeye, der Seemann hatte seinen Höhenflug in der goldenen Ära der Cartoons in den 30er und 40er Jahren. Während andere Trickfiguren (wie Donald Duck oder Bugs Bunny) sich zwar entwickelten und veränderten, aber ihre Popularität nicht unbedingt einbüßten, verhielt es sich bei Popeye anders. Jüngere Leser (falls es die hier geben sollte) werden die Figur kaum mehr kennen, und wenn, dann nur vom Hörensagen durch ihre Eltern. Alle Versuche, die Figur aufzufrischen, sind gescheitert.

Sein Comic-Debüt gab Popeye im Jahre 1929, und wie das so oft der Fall ist, war der Matrose gar nicht als eine Hauptfigur gedacht, sondern eine unter vielen für Elzie Segars Comic-Serie Thimble Theatre (Fingerhut-Theater), die er bereits seit 1919 zeichnete. Dort war Popeye ein einäugiger, deformiert aussehender Matrose mit einer schweren Sprachbehinderung. Die anderen Figuren waren Popeyes große Liebe Olive Oyl, die wie eine Magersüchtige aussah und ein weiterer (viel größerer) Matrosen namens Bluto (später aus rechtlichen Gründen in „Brutus“ geändert). Als Segar diese Figur dann zurückzog, schrieben ihm viele verärgerte Leser und forderten Popeye zurück. Das Ergebnis war, dass Popeye endlich seine Hauptrolle bekam. Es ist später etwas unklar, ob Popeye tatsächlich nur ein Auge hat oder nur schielt (obwohl ihn Bluto in mindestens einem Cartoon als „einäugigen Zwerg“ bezeichnet). Auf den Matrosen verfiel Segar, als zwei andere Figuren seines ursprünglichen Comics – Ham und Castor – beschlossen, auf die Suche nach einer legendären Kreatur namens Whiffle Henn in See zu stechen. Weder Ham noch Castor wussten etwas vom Segeln, also heuerten sie einen Matrosen an, der sie auf ihre Reise mitnahm. Im Strip vom 17. Juni 1929 geht Castor auf einen rauflustigen, einäugigen Mann mit Kapitänsmütze zu und fragt ihn: „Sind Sie ein Matrose?
Jede Kleinigkeit
Die Welt fordert diese Distanz sogar. Sie erhebt den Wanderer in den Status des Odysseus. Doch kein rachsüchtiger Gott wartet auf den Meeren, sondern ein Programm. Die Rätsel sind allgegenwärtig und es scheint, als passe ich mich dem völligen Unverständnis endlich an, anstatt so zu tun, als wüsste die Menschheit tatsächlich etwas, und sei es auch noch so banal. Der Vorteil ist der einer völligen Bewusstseinsverschiebung. Mir erscheint jede Kleinigkeit wichtiger als etwas angeblich großes.
Harry Potter als Horrorthriller
Die Harry-Potter-Reihe von J.K. Rowling hat die Fantasy-Welt im Sturm erobert. Die Bücher haben Leser aller Altersgruppen in ihren Bann gezogen, die sich einig sind, dass es sich um eine Fantasy-Serie handelt. Doch wenn man genauer hinschaut, erkennt man, dass Harry Potter eigentlich mehr Horror als Fantasy ist.
Natürlich gibt es viele Fantasy-Elemente in der Serie, wie Zauberer, Drachen und magische Gegenstände, aber es gibt auch viele Horror-Elemente, die die Serie zu einer spannenden und gruseligen Geschichte machen.

Schon im ersten Band wird uns Voldemort vorgestellt, der ultimative Bösewicht. Er ist nicht nur ein mächtiger und skrupelloser Magier, sondern ein wahres Monster, das vor nichts zurückschreckt, um seine Pläne zu verwirklichen, auch nicht vor dem Mord an Unschuldigen und dem Verrat an seinen eigenen Gefolgsleuten. Voldemort hat keinen Respekt vor dem Leben und nutzt die dunkelsten Formen der Magie, um seine Feinde zu vernichten. Das macht ihn zu einem schrecklichen Gegenspieler. Das allein würde ihn noch nicht zu einem Horror-Charakter machen, aber es gibt noch mehr. Die Serie ist voll von traditionellen Horror-Elementen. Es gibt Gespenster, verhexte Häuser und finstere Kreaturen, die nur einige Beispiele für klassische Horror-Themen sind.
Stephen King: Später

Später ist mittlerweile der dritte Roman, den Stephen King für den Spezial-Verlag Hard Case Crime geschrieben hat. Dieser Verlag lässt den Stil der Pulp-Taschenbücher der 40er und 50er Jahre erneut aufleben und ist im Grunde spezialisiert auf Hardboiled-Krimis, die zu dieser Zeit hoch im Kurs standen, hat sich also zur Aufgabe gemacht, die Lebendigkeit, die Spannung und den Nervenkitzel des goldenen Zeitalters der Taschenbücher wiederzubeleben.
Es versteht sich von selbst, dass die dort erscheinenden Bücher ein phantastisches Coverartwork haben, bei uns ist davon natürlich nichts zu sehen.
Arthur Machen: Der große Gott Pan

Arthur Machen veröffentlichte eine erste Version von Der große Gott Pan im Jahre 1890 im Magazin The Whirlwind; später schrieb er die Geschichte um und erweiterte sie, bis sie 1894 dann, zusammen mit der thematisch sehr ähnlich gelagerten Geschichte Das innerste Licht, als Buch erschien. Es ist eine faszinierende Arbeit, die ihre beängstigende Stimmung hauptsächlich durch indirekte Hinweise speist. Von heute aus gesehen, entdeckt man eine sehr „viktorianische“ Einstellung gegenüber Frauen. Zur Zeit ihres Erscheinens löste die Geschichte durch die angedeutete Sexualität einen regelrechten Skandal aus.
Jim Butcher: Erlkönig (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 7)

Als am 3. Mai 2005 das Hardcover des siebten Bandes der Dresden-Files von Jim Butcher erschien, war er als Superstar der Urban Fantasy gefestigt. Die stetige Steigerung von Band zu Band hatte dafür gesorgt, dass alle seine Bücher auf den Bestsellerlisten zu finden waren. Wenn also der Erlkönig (im Original Dead Beat) als das bisher beste Buch der Reihe gilt, dann liegt das vor allem daran, dass Butcher alles macht, was er schon vorher gemacht hat, aber seinen Handlungsspielraum um ein Vielfaches erweitert. Das bedeutet auch, dass dieses Buch im Vergleich zu seinen Vorgängern ziemlich dick geworden ist, ohne jedoch an Dichte zu verlieren. Zwar lässt sich Butcher hier das eine oder andere Mal mehr Zeit als sonst, aber am Ende siegen der schiere erzählerische Mut und eine Handlung, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.
Stephen King Re-Read: Christine
Als Kind der 50er Jahre haben Autos Stephen King schon immer fasziniert. Da ist Billy Nolans 61er Biscayne in Carrie, Jack Torrance‘ Volkswagen in Shining, die lebendigen Trucks in Rhea M, der Pinto/Hotbox in Cujo, der Killer-Kombi in Raststätte 81, der außerirdische Buick Roadmaster in From a Buick 8 und der Autounfall, der die Handlung von Misery (Sie) in Gang setzt. Autos gehören neben Jeans, Rock’n’Roll und Akne zu Kings amerikanischer Palette, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis King ein Auto zum Hauptthema eines Romans machen würde. Doch als das Buch erschien, war es nicht das, was man erwartet hatte. Es war ungewöhnlich, und sogar die Qualität überraschte. Holprig, schlampig und aufgeblasen – so lautete die Kritik.
Die Idee zu Christine entstand 1978, als King eines Tages nach Hause ging und an seinen langsam den Geist aufgebenden Pinto dachte, der auch den ersten Funken für Cujo lieferte. Aber 1978 lieferte sein Pinto keine inspirierten Romane, sondern nur Kurzgeschichten. “Wäre es nicht lustig”, erinnert sich King, “wenn die kleinen Zahlen auf dem Kilometerzähler rückwärts laufen würden, und wenn sie rückwärts laufen würden, würde sich das Auto dann verjüngen? Das wäre eine interessante Kurzgeschichte.” Dann kamen die 80er Jahre.
