Schwert und Zauberei

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Genre- und Subgenre-Labels gibt es aus gutem Grund – um die Leser mit der Art von Literatur zu verbinden, die ihnen gefällt. Zumindest heutzutage obliegt eine solche Kategorisierung eher den Vermarktern und Buchhändlern als einer tatsächlichen Unterscheidung durch Fans oder Autoren. Aber das war 1961 definitiv nicht der Fall, als Mitglieder der Robert E. Howard-Fangruppe, der Hyborian League, erkannten, dass sie einen Namen für jene besondere Art von Geschichten brauchten, die sie gerne lasen und schrieben. Die Frage, wie genau man diese Geschichten nennen sollte, stellte der junge Aufsteiger Michael Moorcock, und beantwortete der erfahrene Schriftsteller Fritz Leiber:

„Ich bin mir mehr denn je sicher, dass dieses Feld Schwert und Zauberei genannt werden sollte. Dies beschreibt die Punkte des kulturellen und übernatürlichen Elements genau und unterscheidet es auch sofort von Mantel und Degen (historischen Abenteuergeschichten) – und (ganz nebenbei) auch von den Mantel und Dolch (internationale Spionage)-Geschichten!“

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William Hjortsberg: Angel Heart

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Falling Angel

Zwei Dinge werden für immer rätselhaft bleiben: 1, was geht in Gehirnen vor, die einen englischen Titel (Falling Angel) mit einem anderen englischen Titel (Angel Heart) übersetzen. 2, Wie kommt es, dass Hjortsberg nie wieder etwas Vergleichbares geschrieben hat?

Die Antwort zu 1 (es scheint also doch nicht so rätselhaft zu sein): Die deutsche Verlagslandschaft hatte den sensationellen Roman bis zum Erscheinen des Films (1987) überhaupt nicht auf der Rechnung und schob dann schnell noch nach. Allerdings, das sei zugegeben, mit mäßigem Erfolg. Auch heute noch kennen jene, die überhaupt je davon gehört haben, in der Hauptsache nur den Film mit Mickey Rourke in der Hauptrolle. Zu 2: wir werden es nie erfahren.

1979 startete die Horrorliteratur so richtig durch. Die Autoren konnten plötzlich von ihrem Beruf leben. Stephen King hatte gerade Carrie, Brennen muss Salem, Shining und Nachtschicht veröffentlicht; The Stand kam gleichzeitig mit Fallen Angel (Angel Heart) heraus, Peter Straub legte mit Geisterstunde nach, Robert McCammon mit Baal. Charles L. Grant, Ramsey Campbell begannen ihre Karriere, Dean Koontz legte mit Phantoms seine beste Arbeit hin. Definitiv war das eine gute Zeit, ein Leser und Autor von Horrorliteratur zu sein.

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Die Geschichte der Vampire

Unheimliche Wesen

Die Geschichte der Vampire ist umstritten. Manche behaupten, sie seien „so alt wie die Welt“. Neuere Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass unser Glaube an Vampire und Untote in 18. Jahrhundert entstand, als die ersten europäischen Berichte über dieses Phänomen erschienen.

Wir wissen, dass 1732 das Annus Mirabilis des Vampirs war. In diesem Jahr wurden 12 Bücher und 4 Dissertationen zu diesem Thema veröffentlicht. Laut dem Gothic-Experten Roger Luckhurst taucht der Begriff „Vampir“ in diesem Jahr zum ersten Mal auf. Archäologische Funde ungewöhnlicher Bestattungen in Europa in den letzten Jahren legen jedoch nahe, dass der Glaube an Vampirismus und Wiedergänger die Menschen schon vor 1500 beschäftigte.

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Die seltsamen Geschichten des Robert Aickman

Robert Aickman ist selbst in seinem Heimatland England ein vergessener Autor. Der 1914 geborene und 1981 an Krebs gestorbene Schriftsteller ist für Peter Straub der “tiefgründigste Verfasser” von Horrorstories des 20. Jahrhunderts. Eine Leserschaft, die ihn über den Kultstatus hinaus brachte, fand er zu seinen Lebzeiten nicht. Der  renommierte britische Verlag Faber & Faber hat das zu Aickmans Hundertsten Geburtstag 2014 geändert und veröffentlichte eine Sammlung seiner lang nicht mehr in Druck befindlichen Erzählungen.

Robert Aickman
Robert Aickman; (c) R. B. Russel

Bei uns brachte der DuMont-Verlag zu Beginn der 1990er Jahre zwei schmale Büchlein mit willkürlich zusammengestellten Geschichten heraus und bis zum heutigen Tag galt es als ziemlich unwahrscheinlich, dass wir mehr von diesem brillanten Autor bekommen. Doch manchmal geschehen tatsächlich Wunder, und so hat sich der Festa-Verlag der Sache angenommen und bringt in 6 Bänden die Werke des englischen Genies heraus.

48 strange stories, wie er seine Geschichten selbst nannte, sind von Robert Aickman bekannt. Für seine “Pages from a Young Girl’s Journal” bekam er 1975 den World Fantasy Award.

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10 interessante Geschichten über das viktorianische Leben

Das viktorianische Zeitalter umfasste die 63 Jahre von 1837 bis 1901, in denen Königin Victoria über Großbritannien und Irland herrschte. Es war eine Zeit großer Macht und des großen Reichtums für Großbritannien, das sein Reich zu dieser Zeit über den ganzen Globus ausdehnte. Es war auch eine Zeit des raschen Fortschritts in Wissenschaft, Industrie und Kunst sowie vieler politischer und sozialer Reformen. Viele dieser Entwicklungen haben die Welt so geprägt, wie wir sie heute kennen.

Wir schauen uns heute einmal zehn merkwürdige Dinge an, die es in dieser Epoche zu bestaunen gab.

Vignetten

Vignetten
Zwei Beispiele einer Vignette in der viktorianischen Zeit

Wenn wir darüber nachdenken, wie das Leben vor 150 Jahren aussah und welche Unterhaltungsmöglichkeiten die Menschen im viktorianischen Zeitalter hatten, ist die Liste ziemlich kurz. Es gab kein Fernsehen. Das Kino befand sich in einer sehr frühen Entwicklungsphase und war eine kommerzielle Einrichtung. Auch ein Radio gab es nicht. Eine beliebte Form der Unterhaltung war das Verkleiden in Kostüme und das gegenseitige Posieren in sogenannten Vignetten oder Tableaus vivants (lebende Bilder). Das klingt unschuldig, aber stellt euch vor: Könnt ihr euch eure Großmutter vorstellen, wie sie sich als griechische Waldnymphe verkleidet auf einem Tisch im Wohnzimmer räkelt und alle applaudieren? Die Vorstellung ist in der Tat etwas absurd. Für die Viktorianer war das jedoch völlig normal und ein angemessener Zeitvertreib.

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Niemals ist etwa Schreckliches geschehen

Victoria Amelina * 1.1.1986 in Lviv – † 1.7.2023 in Dnipro.

Ukrainische Phantastikautorin; getötet durch einen russischen Raketenangriff auf ein Restaurant. Sie sagte, kein Autor sei jemals wirklich vergessen, solange er gelesen wird – sorgen wir dafür, dass Amelina nicht in Vergessenheit gerät!

Victoria Amelina
Niemals ist etwas Schreckliches geschehen

Niemals ist etwas Schreckliches geschehen

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung Askold Melnyczuk, Arrowsmith Press.

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Stephen King: The Outsider

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Stephen King ist nicht der erste Schriftsteller, der ein Buch Namens „The Outsider“ geschrieben hat. Bevor wir das akzeptieren, müssen wir uns leider wieder einmal über die schlechte Übersetzungsqualität des Heyne-Verlags unterhalten. Es wäre einfach gewesen, den Titel im Original zu belassen, stattdessen zeigt man, dass man mit Sprache nun wirklich nicht mehr umgehen kann. Da wird dann aus „The Outsider“ „Der Outsider“, und jedem Leser, der noch ein bisschen was von Grammatik hält, dreht sich der Magen um. Die Idealform wäre „Der Außenseiter“ oder sogar „Der Fremde“ gewesen. Nun, nicht nur ideal, sondern RICHTIG. Auf die vielen Übersetzungsfehler im Roman gehe ich jetzt gar nicht ein.

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Harry Potter als Horrorthriller

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Die Harry-Potter-Reihe von J.K. Rowling hat die Fantasy-Welt im Sturm erobert. Die Bücher haben Leser aller Altersgruppen in ihren Bann gezogen, die sich einig sind, dass es sich um eine Fantasy-Serie handelt. Doch wenn man genauer hinschaut, erkennt man, dass Harry Potter eigentlich mehr Horror als Fantasy ist.

Natürlich gibt es viele Fantasy-Elemente in der Serie, wie Zauberer, Drachen und magische Gegenstände, aber es gibt auch viele Horror-Elemente, die die Serie zu einer spannenden und gruseligen Geschichte machen.

Schon im ersten Band wird uns Voldemort vorgestellt, der ultimative Bösewicht. Er ist nicht nur ein mächtiger und skrupelloser Magier, sondern ein wahres Monster, das vor nichts zurückschreckt, um seine Pläne zu verwirklichen, auch nicht vor dem Mord an Unschuldigen und dem Verrat an seinen eigenen Gefolgsleuten. Voldemort hat keinen Respekt vor dem Leben und nutzt die dunkelsten Formen der Magie, um seine Feinde zu vernichten. Das macht ihn zu einem schrecklichen Gegenspieler. Das allein würde ihn noch nicht zu einem Horror-Charakter machen, aber es gibt noch mehr. Die Serie ist voll von traditionellen Horror-Elementen. Es gibt Gespenster, verhexte Häuser und finstere Kreaturen, die nur einige Beispiele für klassische Horror-Themen sind.

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Stephen King: Später

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Später ist mittlerweile der dritte Roman, den Stephen King für den Spezial-Verlag Hard Case Crime geschrieben hat. Dieser Verlag lässt den Stil der Pulp-Taschenbücher der 40er und 50er Jahre erneut aufleben und ist im Grunde spezialisiert auf Hardboiled-Krimis, die zu dieser Zeit hoch im Kurs standen, hat sich also zur Aufgabe gemacht, die Lebendigkeit, die Spannung und den Nervenkitzel des goldenen Zeitalters der Taschenbücher wiederzubeleben.

Es versteht sich von selbst, dass die dort erscheinenden Bücher ein phantastisches Coverartwork haben, bei uns ist davon natürlich nichts zu sehen.

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Arthur Machen: Der große Gott Pan

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Arthur Machen

Arthur Machen veröffentlichte eine erste Version von Der große Gott Pan im Jahre 1890 im Magazin The Whirlwind; später schrieb er die Geschichte um und erweiterte sie, bis sie 1894 dann, zusammen mit der thematisch sehr ähnlich gelagerten Geschichte Das innerste Licht,  als Buch erschien. Es ist eine faszinierende Arbeit, die ihre beängstigende Stimmung hauptsächlich durch indirekte Hinweise speist. Von heute aus gesehen, entdeckt man eine sehr „viktorianische“ Einstellung gegenüber Frauen. Zur Zeit ihres Erscheinens löste die Geschichte durch die angedeutete Sexualität einen regelrechten Skandal aus.

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