Jim Butcher: Grabesruhe (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 3)

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Eine mächtige Kreatur

Etwas bewegt sich in der Dunkelheit Chicagos, und es bringt allerlei Geister und Gespenster mit sich. Der professionelle Magier Harry Dresden ist es gewohnt, sich den übernatürlichen Gefahren zu stellen, die seine Stadt heimsuchen, aber noch nie hat er so viel Chaos erlebt wie jetzt, wo die Geisterwelt verrückt geworden ist. Mächtige Geister und gequälte Seelen tauchen überall in Chicago auf und lassen die Mauern zwischen unserer Welt und dem Niemalsland (der Geisterwelt) brüchig werden. Während Dresden herauszufinden versucht, wer oder was hinter dem aktuellen Aufschwung spiritueller Aktivitäten steckt, wird er von einer mächtigen, unsichtbaren Kraft angegriffen, die durch Albträume hindurch zuschlagen kann. Geschwächt und von Selbstzweifeln geplagt, ist Dresden fast machtlos, diese Kreatur aufzuhalten, als sie beginnt, seine Freunde und Familie ins Visier zu nehmen.

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Jim Butcher: Wolfsjagd (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 2)

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Wir kommen heute zum zweiten Teil der beliebtesten und wahrscheinlich besten Urban Fantasy-Serie der Welt. (Hier gehts zu Teil 1 – Sturmnacht). Es geht um die dunklen Fälle des Harry Dresden, im Original Dresden-Files. Der Titel: Full Moon, bei uns: Wolfsjagd. Blanvalet legt die Bände, die bei uns nie vollständig erschienen, wieder neu auf – und das ist ein echter Glücksfall. Auch wenn man ganz leicht in die Serie reinkommt, empfiehlt es sich doch, am Anfang anzufangen.

Bevor wir ins Geschehen hüpfen – möglichst Spoilerfrei, obwohl sich das nicht gänzlich vermeiden lässt – noch ein kleiner Nachtrag zum Autor selbst. Wer ist Jim Butcher überhaupt?

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Fantômas (Genie des Bösen)

Wenn es um Bösewichte geht, ist Fantômas selbst in diesem Kreis noch der Böse. Er wurde 1911 ins Leben gerufen und ist das, was man einen Gentleman-Ganoven nennen könnte, der grausame, sorgfältig geplante Verbrechen begeht, ohne ein klares Motiv zu haben. Manchmal hängt er sein Opfer an eine Kirchenglocke, damit beim Läuten das Blut auf die Gläubigen spritzt. Er versucht, den Detektiv Jove, der ihm auf der Spur ist, zu töten, indem er ihn in einem Raum gefangen hält, der sich langsam mit Sand füllt. Er häutet ein Opfer und macht aus den Händen des Toten Handschuhe, um die Fingerabdrücke der Leiche am Tatort zu hinterlassen.

Seine Schöpfer nannten ihn „Genie des Bösen“ und „Herr des Schreckens“, aber er blieb ein Rätsel mit so vielen Identitäten, dass ihn oft nur Jove erkennen konnte. Das Buch, das ihn vorstellt, beginnt mit einer Stimme, die fragt: Wer ist Fantômas?

Und es gibt keine echte Antwort:

„Niemand… Und dennoch, natürlich, ist er jemand.“
„Und was tut dieser Jemand?“
„Er verbreitet Angst und Schrecken!“

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Elfen

Unheimliche Wesen

Wenn die meisten Leute an klassische Fantasy denken, denken sie vielleicht an Tolkien, und bei weiterem Nachdenken wahrscheinlich an Elfen. Und das aus gutem Grund: Elfen gibt es in der Fantasy schon sehr lange. Aber wie viele Tropen und Wesen, die unsere Buchseiten bevölkern, stammen sie aus der germanischen Folklore. Die Elfen ließen sich davon allerdings nicht aufhalten und wanderten quer durch ganz Europa, nach Skandinavien und Großbritannien. Es ist jedoch Island, das die größte Population der Elfen beherbergt, besser bekannt als das vergessene Volk, das in Felsformationen lebt.

Jacob Grimm definiert in den 1830er Jahren Elfen als übernatürliche Wesen dritter Klasse in seinem Standartwerk „Deutsche Mythologie“. Es dauerte nicht lange, und sie erlebten in den USA der 1890er Jahre einen Aufschwung als fleißige Helfer des Weihnachtsmanns, die in Skandinavien lebten und ihre Magie zur Herstellung von Geschenken einsetzten. Die Elfen widmeten sich eifrig der Aufgabe und entwickelten schnell den Ruf, die beste Handarbeiter der Welt zu sein.

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Stephen King Re-Read: Brennen muss Salem

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In den agnostischen und sexuell freizügigen 1970er Jahren war der Vampir bereits seiner Mythologie beraubt und zu dem verkommen, was King „die Bedrohung durch das Lächerliche“ nannte. In deutlicher Abkehr von dieser Tradition reduzierte er den sexuellen Aspekt des Vampirs und verlieh dem Archetyp eine völlig neue Bedeutung, indem er seine Anziehungskraft auf den menschlichen Wunsch ausrichtete, seine Identität in der Masse aufzugeben.

Kings wichtigste Neuerung bestand jedoch darin, dass er eine mythische Kleinstadt im Sinne der amerikanischen Schauerliteratur imaginierte und diese Stadt selbst zum Monster machte; die Bevölkerung, normalerweise Opfer des Vampirs, wird hier als hirnlose Masse zur Bedrohung, als Pestwolke oder primitive Horde.

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Stephen King Re-Read: Wolfsmond

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Alte Sendung aus dem „Phantastikon-Podcast“

Im fünften Teil des Dunklen Turms befinden sich Roland Deschain und sein Ka-Tet in einer Stadt namens Calla Bryn Sturgis, einer friedlichen Talgemeinde von Farmern und Viehzüchtern im Grenzland von Mittwelt. Gleich hinter der Stadt liegt Donnerschlag. Dieses Land der Dunkelheit ist die Heimat einer Gruppe, die als die Wölfe bekannt ist und die sich vorgenommen hat, Schmerz und Trauer über Calla Bryn Sturgis zu bringen. Unser Ka-tet muss einen Weg finden, die Wölfe aufzuhalten.

Der Dunkle Turm verschmilzt zahlreiche Genres in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Leicht lässt sich feststellen, dass die Multiversen, die heute so einen großen Erfolg haben – wie etwa das Marvel Extended Universe und zahlreiche andere – alle ihren Ursprung bei King finden. Natürlich gab es schon früher andere Welten und fiktive Orte, an die man gelangen konnte, aber niemals vorher mit jener kompromisslosen Energie, die nicht nur die meisten von Kings Werken (manche sagen sogar alle) unter einen Schirm drängt, sondern außerdem noch alle „möglichen“ Welten.

Klar wird das in einer Szene aus „Wolfsmond“, wo Roland und Eddie verschiedene Arten von Geschichten diskutieren:

„In unserer Welt hat man seine Detektiv- und Kriminalgeschichten… seine Science-Fiction-Geschichten… seine Westerngeschichten… seine Märchen. Kapiert?«“
„Ja“, sagte Roland. „Wollen die Leute in eurer Welt immer nur einen Geschichtengeschmack auf einmal? Nur einen Geschmack in ihrem Mund?“
„So könnte man’s ausdrücken“, sagte Susannah.
„Isst denn niemand Eintopf?“ fragte Roland.

Der Dunkle Turm enthält Western-, Fantasy-, Horror-, Gothic- und Scifi-Elemente, gepaart mit einer postmodernen Sensibilität. Das Multiversum, auf dem die Serie basiert, liefert gemischte Ergebnisse. King greift auf Charaktere und Schauplätze aus anderen Werken zurück, unabhängig davon, ob er sie selbst verfasst hat oder nicht, um die von ihm gewünschte riesige Landschaft aufzubauen.

Das Setting und die Genrefusion standen für King an erster Stelle; jegliche Implikationen für Genrekonventionen waren ein nachträglicher Gedanke, eine Folge seines Weltenbaus. King sah sich gezwungen, die Spannung zwischen einem Multiversum-Setting und der Tradition der Gothic Novel anzusprechen. Die Darstellung bestimmter schauerromantischer Ängste, einschließlich sexueller Normen oder des Glaubens an Gott, profitiert von der Mehrdeutigkeit und Ungewissheit, die von Parallelwelten ausgeht.

Wenn Autoren Geister in ihren Werken platzieren, wie in Shakespeares Hamlet oder Dantes Inferno, kann dies oft dazu dienen, die Handlung und die Atmosphäre voranzutreiben, aber es gelingt ihnen nicht, das Unheimliche im Leser effektiv zu evozieren. Solche Darstellungen können die Ungläubigkeit des Lesers nicht aufheben. Autoren wie King, die einen Schauplatz wählen, der der Realität entspricht, können hingegen wesentlich effektiver unheimliche Gefühle erzeugen, in dem sie die Machenschaften hinter der Welt verschleiern. Die Schauerliteratur ist dafür bekannt, dass sie Informationen vor dem Leser verbirgt, um ihn in die Irre zu führen. King verwendet oft die „gewöhnliche Realität“ als Kulisse und verändert nur ein oder zwei wichtige Aspekte. „Shining“ oder „Brennen muss Salem“ zeigen ein Amerika, das sich nur durch die Existenz von Telepathie oder Vampiren von einem anderen unterscheidet. Jeder weitere Aspekt dieser Romane arbeitet daran, eine gemeinsame Realität zu etablieren und ist somit ein Versuch, das Unheimliche heraufzubeschwören.

Obwohl die verschiedenen Welten des Dunklen Turms gelegentlich ziemlich weit von der Konsensrealität abweichen, fragmentiert King die genaue kosmologische Funktionsweise des Turm-Multiversums während der gesamten Serie und weigert sich, jede Frage darüber zu beantworten, wie das Multiversum funktioniert. Wenn King Welten einbezieht, die für den Leser kaum wahrnehmbar sind, knüpft er an die Tradition Freuds an. King bevorzugt zwei Ansätze, um diese Realitätsnähe herzustellen: erstens die Kenntnis der amerikanischen Städte und Staaten und zweitens die amerikanische Kultur, die sich in Musik, Währung oder sogar Softdrinks ausdrückt.

Die Reisen von Pater Callahan durch zahlreiche Amerikas unterstreichen das unheimliche Setting, das King erschafft, am besten. Callahan, der von Barlow in „Brennen muss Salem“ erniedrigt wurde, reist durch parallele Amerikas, bevor er sich in Mittwelt niederlässt. Nach einer Vampirjagd durch New York City muss Callahan ein weiteres Mal fliehen, diesmal auf einem Bohlensteg unter der George Washington Bridge. Einen solchen Steg gibt es nicht, aber unter der meistbefahrenen Brücke der Welt beginnt Callahan, die verborgenen Highways von Amerika zu bereisen, Straßen, die ihn von einem Amerika zum anderen führen. Callahans Reise beginnt hier.

Er kann anhand der Einrichtung seines Hotelzimmers oder der Gesichter auf seinen Dollarnoten erkennen, in welchem Amerika er gerade aufwacht. Schließlich verschwinden die Requisiten des Reisens hinter der Landschaft selbst:

„Wichtig sind der Anblick einer Wetterfahne vor einem knallrosa Sonnenuntergang, das Geräusch seiner Absätze auf einer einsamen Straße in Utah, das Heulen des Windes in der Wüste von New Mexico, der Anblick eines seilhüpfenden Kindes neben einem schrottreifen Chevrolet Caprice in Fossil, Oregon.“

Die Beschreibung ländlicher Szenen und eines stillgelegten Autos bedeuten, dass das Reisen dazu dient, das Land zu erleben, die Reise zu genießen. Durch die Verlagerung des Fokus von Orten und Gegenständen, die die Amerikas voneinander unterscheiden, beschwört King Bilder herauf, die dem Leser bekannt sind. Mit einem Epos, das parallele apokalyptische Landschaften, Monster und Multiversum-Reisen bietet, muss King die Verbindung zur gemeinsamen Realität gelegentlich aufrecht erhalten. Hier romantisiert King die Flucht von der Stadt aufs Land, um die unheimliche Verbindung zwischen den Universen zu stärken. Der Leser stellt sich nicht nur eine Wetterfahne oder den Straßenlärm vor, sondern fühlt mit dem Ruf der Straße und der Sehnsucht mit zurück nach einfacheren Zeiten. Die urbanen Merkmale von Universum zu Universum, wie z. B. die Lage von Coop City einmal in der Bronx und dann wieder in Brooklyn, ändern sich ständig, was auf die Ungewissheit und Wandlungsfähigkeit einer Stadt hinweist.

Indem er andere Werke der Popkultur in sein Turm-Multiversum einbezieht, definiert sich King selbst als Mitglied dieser Gemeinschaft. Die Wölfe ähneln den Doombots aus den Marvel-Comics, Andy der Roboter erinnert Eddie an C3PO, und der gesamte Handlungsstrang des Romans ist eine deutliche Anlehnung an „Die glorreichen Sieben“. Die mit Lichtschwertern und Schnaatzen bewaffneten Wölfe bedrohen die Gemeinschaft in jeder Generation, indem sie Kinder stehlen und sie später geistig und seelisch behindert zurückbringen, ein Zustand, der als „minder“ bekannt ist. Die Kinder der Calla wachsen nach ihrer Rückkehr nur noch körperlich. Die Wölfe haben den Kindern all ihre psychischen Fähigkeiten geraubt.

Ein Wort zu Randall Flagg

Flagg taucht erstmals leibhaftig in „The Stand“ auf und terrorisiert zahlreiche Welten des Multiversums. Seine Herkunft ähnelt vage der von Roland, was ihm in typischer Gothic-Manier einen Doppelgänger beschert. Sowohl Roland als auch Randall verließen ihr Zuhause in jungen Jahren, um sich Prüfungen zu stellen. Roland litt unter dem Verlust seiner Geliebten, und Randall, der damals Walter Padick hieß, lief mit dreizehn Jahren von zu Hause weg und wurde missbraucht.

Walter weigert sich, nach Hause zurückzukehren, und wird zu dem Bösewicht, der Kings Multiversum heimsucht. Dabei ist er unter zahleichen Namen bekannt: Marten Broadcloak, Walter O’Dim, Mann in Schwarz, Richard Fannin und, am berüchtigtsten, Randall Flagg. Walter verfolgt Roland schon sein ganzes Leben lang. Als Marten verführt Walter Rolands Mutter und bringt Roland mit einem Trick dazu, sie zu erschießen. In „Schwarz“ ermutigt Walter Roland, Jake Chambers in den Tod stürzen zu lassen. Text für Text arbeitet Walter gegen das Weiße, weil King ihn genau dafür braucht.

Um Mitternacht / Augusto Cruz

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Alte Sendung aus dem „Phantastikon-Podcast“

Augusto Cruz García-Mora hat mit diesem Roman Ehrgeiz und Mut gezeigt, der eine Mischung aus Detektivroman und kinematografischem Delirium mit einem Hauch Abenteuergeschichte darstellt, gespickt mit einer traumartigen Fantasie. Vielleicht finden Stummfilmliebhaber auf diesen seltsamen Seiten eine gewisse emotionale Komplizenschaft und wissen den Roman sogar noch mehr zu schätzen.

Das Objekt der Begierde

Der Film „London after Midnight“ (Nach Mitternacht) ist der erste amerikanische Film, der sich mit Vampiren beschäftigt. Nosferatu wurde 1922 veröffentlicht, ein weiterer seltsamer Film namens „Dracula Halla“ 1921, außerdem soll es noch einen geheimnisvolleren russischen Vampirfilm geben, über den absolut nichts bekannt ist. Das also sind die ersten Vertreter ihrer Art, aber in diesem Buch von Augusto Cruz geht es vor allem um die Suche nach dem als verschollen geltenden „London after Midnight“. Dass sich um diesen Film so viele Legenden ranken ist natürlich ein gefundenes Fressen für einen Schriftsteller. Schon die Entstehungsgeschichte ist merkwürdig. Lon Chaney war zu dieser Zeit der Horror-Darsteller Nr. 1. Sehr berühmt und zurückhaltend, galt dieser Darsteller als äußerst mysteriös, ging nie aus, bevorzugte die erbärmlichen, verkrüppelten und seelisch deformierten Charaktere, und als er starb, hielten alle Kinos des Landes für einen Moment inne und gedachten seiner. Um seine Augen tränen oder verschleiert wirken zu lassen, steckte er sich Drähte in die Augen oder träufelte sich Eiweiß hinein.

Das Buch

1927 wurde der Film „London after Midnight“ im MGM-Filmstudio veröffentlicht. Ein Stummfilm unter der Regie von Tod Browning mit dem legendären Lon Chaney. Der Film war nicht nur finanziell, sondern auch künstlerisch ein großer Erfolg, vor allem wegen Lon Chaneys beeindruckendem Schauspiel. Die letzte Kopie des Films ging bei einem Großbrand 1967 verloren. Seit dem Brand kursieren Gerüchte, dass sich noch immer eine Kopie des Films in den Händen eines unbekannten Sammlers befindet, was „London after Midnight“ auf die Liste der begehrtesten Filme aller Zeiten setzt.

Der exzentrische Artefaktsammler der Stummfilmära Forrest J. Ackerman ruft den pensionierten FBI-Agenten Scott McKenzie um Hilfe. Er beauftragt ihn, die einzige verbliebene Kopie des Films „London after Midnight“ zu finden. McKenzie, einst Vertrauter des FBI-Direktors J. Edgar Hoover, nimmt den Auftrag an und beginnt eine manchmal äußerst gefährliche Suche nach dem Heiligen Gral des Stummfilms. McKenzie hat nicht viel Zeit, denn Ackerman befindet sich im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit und beginnt, Dinge zu vergessen.

Halb verbürgte Realität, halb fiktionale Ambition, basiert „London after Midnight“ auf einer wahren Geschichte, denn der Film existierte und bleibt bis heute verschwunden. Die aufgeführten Personen in diesem Roman agieren lebendig, die gesamte akribische Dokumentation dieser Jahre, die gleich zu Beginn ein ausgeprägtes Stimmungsbild liefert, tut ihr Übriges. Cruz hat, ausgehend von einigen sehr mysteriösen Fakten, eine sehr konsistente Handlung um diesen Film herum konstruiert. Zu Beginn mag der Stil etwas eigenwillig erscheinen, weil er diese gewisse mexikanische Note besitzt, die den Rhythmus und die Kraft der Erzählung wie ein Destillat erscheinen lässt, wie ein Traum, der die Magie und das Geheimnis nur durch Andeutungen unterstützt.

In zwei temporalen Bögen entspinnt sich die Geschichte – einer beschäftigt sich mit der Suche nach dem Film, ein zweiter zeigt die Vergangenheit McKenzies als Hoovers Assistent – und der Roman arbeitet dabei wie ein Schweizer Uhrwerk, der die Handlung abwechselnd ineinanderschlingt. McKenzies Erinnerungen an den Direktor werden hier klassisch vorgetragen, während seine Suche mit seltsamen Geschehnissen gespickt ist. Da gibt es Schlösser, Monster, Geisterstädte, Schatten, Legenden, Erinnerungen, Träume in einem abenteuerlichen Setting, das nicht nur Freunde des frühen Films begeistern kann. In einem Kontrapunkt kreist die Erzählung um das Erinnern und das Vergessen. Hiervon zeugen einerseits McKenzies Erinnerungen an Hoover, aber auch an seine Frau und seine Tochter, die eines Tages unauffindbar verschwunden waren und blieben.

Augusto Cruz hat einen herausragenden ersten Roman geschrieben, der zwar etwas an Austers wunderbares „Buch der Illusionen“ erinnert, aber dennoch ganz eigene Wege geht.

Augusto Cruz García-Mora ist ein mexikanischer Autor, der 1953 in Tampico geboren wurde. Er studierte Kinematographie in Mexiko und an der University of California. Für seine filmischen Arbeiten erhielt er unter anderem Preise vom Instituto Tamaulipeco para la Cultura y las Artes und vom Centro de las Artes von Oaxaca. Cruz steckte viele Jahre Forschungsarbeit in den Roman, und kann als großer Kenner auf dem Gebiet des Films gelten. Er hat einen erstaunlich visuellen und farbenfrohen Schreibstil, der den Leser in die Welt des Stummfilms einführt. Jeder Schauspieler, von dem er spricht, hat wirklich gelebt, alle Geschichten, die um Filme herum kursieren, sind wahr, und das macht das Buch äußerst interessant. Der Autor hat sich in einem Fernstudium zum Privatdetektiv ausbilden lassen, bevor er sein Debüt zu Papier brachte. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass er alles, was er dabei gelernt hat, in diesem Roman ausbreitet.

Stilistische Bravour in Peter Straubs „Geisterstunde“

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Der umfassende Datenspeicher von Goodreads wirft Peter Straubs „Geisterstunde“ auf Platz 15 der größten Horrorromane aller Zeiten aus. Es gibt nur wenige Romane des Genres, die in den 70ern geschrieben wurden und den Test der Zeit so makellos bestehen konnten. Straubs großes Können und seine subtile Überlegenheit lässt fast alle Romanciers der düsteren Thematik ziemlich alt aussehen. Gegenüber den besten Horrorgeschichten haben Romane ganz allgemein kaum eine Chance, aber die Handvoll überragende Werke, die es da draußen gibt, stehen jeder Bestenliste gut zu Gesicht. So natürlich auch dieses, obwohl es nicht mein Lieblingsbuch von Straub ist.

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Jim Butcher: Sturmnacht (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 1)

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Sturmnacht

Harry Dresden ist zweifellos einer der besten Detektive aller Zeiten. Dass er auch noch Magier ist, mag ihm dabei helfen, tut es aber nicht. Jim Butcher hat Harry ins Leben gerufen, ohne zu ahnen, dass er damit die beste und erfolgreichste Urban-Fantasy-Serie aller Zeiten zu Papier gebracht hat. Inzwischen wurde sie zigfach kopiert, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Hierzulande hat die Veröffentlichungspolitik dieser über alle Maßen erfolgreichen Bücher leider einen unglücklichen Weg genommen, der nun aber beendet zu sein scheint. Die ersten Bände erschienen noch bei Knaur, bevor der Verlag das Interesse verlor und Harry zu Feder & Schwert wechselte. Wäre der Verlag nicht in Konkurs gegangen, hätte er es fast geschafft, alle 17 Bände zu veröffentlichen.

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So finster die Nacht

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In den letzten zwanzig Jahren waren Vampire sehr populär und allgegenwärtig, und sobald etwas populär ist, wird alles Mögliche daraus gemacht, bis jeder davon genug hat. Die jüngste Kritik an bestimmten Romanproduktionen lässt vermuten, dass die meisten von uns mit dem Vampirgenre in seiner heutigen Form nicht sehr zufrieden sind. Früher waren diese Kreaturen genau das: Kreaturen. Bösewichte. Monstrositäten. Sie waren keine hübschen vegetarischen Teenager. Sie waren dunkle, blutrünstige Mörder.

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