Eine Krone aus Korken

Dies sind die Nägel, die, mit
Kronkorken vernetzt, die Hütte bilden, in
Der Schweiß produziert werden kann; wie es
Der Hopfen zu etwas bringt, ist hier gewahr,

Ist hier ein Magnet für das vorbei
Kommende Wasser, in dem sonntags die Fische
Fehlen. Der Mund offen gehalten, die
Sensation im Luxus gefangen, aber Einfachheit

Kennt viele Namen. Iriswelten, wenn man
Das Auge sieht. Das Tremolo auf die
Seite gerutscht, aber vorhanden. Dort
Treiben die Genüsse ein Spiel mit

Haselnußzweigen. Da bist du hin, da
Bist du gewesen. Dort befindet sich Rost
An den Klinken & auf den Flaschenhälsen.
Dürre stoppt das Auslaufen einiger Stunden.

Auch die Tauchbecken wurden mit einem
Unsichtbaren Milieu gefüllt, um gemeinsam
Auf die Sonne zu warten. Du treibst Blüten,
Ein Ausnahmebezirk, Kreis der Geschehnisse

Am Apfelbaum, der Kerbe, zugeheilt in
Gedanken. Wohin mit der Streuung? Sie
Erteilt Aufmerksamkeit, gibt von
Ihrer Hingebung das Besondere aus.

Pechrabella

Langform

Esrabella Gräf hatte ihr Leben nie gelebt: sehr früh schon Magd am Hof des Vaters, wurde sie jung in die Ehe gegeben, vor der sie sich zu Recht gefürchtet hatte. Ihr zukünftiger Gemahl hatte einige recht merkwürdige Angewohnheiten und keiner konnte sagen, ob er sich die nach der Hochzeit abgewöhnen würde. Esrabella hätte gesagt, sie habe in die Abgründe eines Mannes geblickt, der als Säugling mit Schnaps ruhig gestellt, später der Gespiele seiner eigenen Mutter wurde, nachdem der Vater sich bei einem Jagdunfall den Hoden abgeschossen hatte. Er überlebte, aber vielleicht wäre es für die Familie besser gewesen, er wäre gestorben. (Gott verbiete mir mein Mundwerk!)

Weiterlesen

Esrabella

Langform

Horrido Krippner ging nicht gleich ans Telefon in seinem Haus, einem Waldchalet von einer Größe, als ob der fränkische Hubertus selbst drin residierte. Gerade noch durchwühlte er das Hirschfleisch und befingerte die perlmuttglänzenden Organe, ob er nicht eine Vision erhaschen könnte, wenn er, wie an der Wunderlampe, daran rieb. Er fand nicht gleich das Handtuch, um sich den roten Saft von den Fingern zu wischen. Verärgert über die Störung, die an diesem Tag nicht die letzte bleiben sollte, bellte er ins Telefon: »Ein Wolf? Warʼs nicht vielleicht ein Hund oder ein Fuchs? Die Sauferei macht dir die Augen fertig, dies ließ mich selbst schon manche Geister sehen, das Moosweiblein nicht zuletzt genannt.«

Weiterlesen

Ein Abendlicht, wie er dir schenkte

Ach, so ein Revier! Habichte klimben beflügelt
über den Tellerrand, zucken rostrot von den Bänken,
der Horizont erschallt in butterweichem Gelb. Ist
die Falle gestellt, ist es leicht, darauf zu warten.
Kuseln ploppen auf den übersäuerten Waldboden nieder,
hie und da ein salopper Wanderer, der seinen aus-
gewürgten Spazierstock streichelt, dann sich Blaubeeren
ansieht. Hochgeschossenes Lilablau, Lippen
violettschwarz, und Teekessel, die keine Ruhe geben.
Hübsch am Ofen den Arse gewärmt. Einer, der
Pferde stiehlt, seziert jetzt Schafe, rankende
Kühe, bespannt Äpfelkörbe, schießt scharf mit
Vogelbeeren. Ein stummer Gruß bleibt zu lokalisieren,
so ein Abendlicht, wie er dir schenkte.

Polka Dots

Langform

Da war diese Erscheinungen im Wald. Das konnte man vielleicht abtun. Man musste nicht alles glauben, solange man nicht selbst davon betroffen war. Aber es sprach sich herum. Ein Jux, sagte man, ein geschmackloser obendrein, aber nicht gar so geschmacklos, wie uns verkaufen zu wollen, dass da jemand auf dem Mond gelandet wäre, sagte man. Da kann man gar nicht hin, das kann man technisch gar nicht bewältigen, sagte man. Wo doch gar nicht einmal feststeht, ob es den Mond überhaupt gibt. Natürlich gibt es den Mond, was ist denn in dich gefahren? Man sieht ihn doch da oben! Ja, aber vielleicht ist das nur eine Täuschung, eine Luftspiegelung. Wie in einem Kabinett auf dem Wiesenfest; du denkst, du weißt, woʼs langgeht, du hast doch Augen im Kopf, und dann knallst du gegen die Scheibe! Du hast Recht, ich knalle auch immer gegen die Scheibe, aber die Russen waren doch auch schon oben! Also, ich glaube an die Russen. Ach ja? Du kannst ja mal rüber gehen, wirst schon sehen, wie sie dich empfangen! Und der Mond ist mal groß, mal klein, ist euch das noch nicht aufgefallen? Groß und dann wieder klein. Man hat doch, ich schwörʼs, diese runden Türme entdeckt, in welchen der Vollmond jeden Monat gegossen wird, um dann mit einem großen Katapult in den Himmel geworfen zu werden. Der Mond erkaltet unter der Erde, wird fest in den Tiefen, wird zu Basalt und Eisen.

Weiterlesen

Sternucopia

Aus den fallenden Lidern eines Gottes
Ergibt sich die Blindheit eines ganzen Universums; ein
Saum wird getränkt, ein Ballkleid für die letzte Séance
Liegt im Koffer zerwühlt. Erscheint pünktlich die Nacht,
Ist unser Leben gerecht. Wir graben den Gedanken nach
Mit geläuterten Spitzhacken und kaum einer nennenswerten Rast.
Von wo wir stammen ist uns einerlei; nur gilt
Das nicht für ewig und nicht für diesen Tag.
Setzt das Wasser für die Segel und den Bottich,
Um den Mast.

Im Zweifel geselle ich mich zu meinem Spuk.
Ich klage ihm, was er des Tags nicht sehen kann.
Was war denn, während ich nicht existierte?
Wie ist es dir ergangen in dem Sonnenschein,
Der ausbrennt, was die Nacht dann wieder flicken darf?
Unter dem Dach riecht alles nach Geheimnissen, nach
Abgelegter Freude; und manchmal weht ein Kaffeeduft
Von unten hoch, doch der weckt kein Gespenst.

Dort beim Hexenkraut

Langform

Gerüchte ziehen durch das Land. Bodennah kriecht der feuchte Dunst, der von den Zungen platscht, über die Felder, und damit verderben sie dem Morgen die Schönheit der aufgehenden Sonne. Die Waldlaubsänger sirren in den frisch mit Tau bezogenen Baumbetten mit dem Zwielicht um die Wette, flappen um ihre Koje herum, bringen ihre Hymnen den Würmern dar, den großen Ernährern, die aus der Erde ragen, dem Humus, dem Sand.

Fressen oder gefressen werden.

Weiterlesen

Mad Max – Der Rächer im Outback

Die Idee, dass Überlebende in einer kargen Ödnis um Ressourcen kämpfen und ihre Fahrzeuge als Kriegsmaschinen einsetzen, wurde bis heute so oft kopiert, dass viele das Konzept für selbstverständlich halten. Genau genommen begann es aber erst mit “Mad Max 2 – Der Vollstrecker”. Es gab bereits früher Filme, die sich damit auseinandersetzten, wie z. B. „Der Junge und sein Hund“, aber die Elemente, die dazu führten, dass Mad Max so einflussreich wurde, kamen hier zum ersten Mal zur Geltung. Und es war dieser Film, der unzählige Nachahmer hervorbrachte. Da ging es diesem gerade entstehenden Genre nicht anders wie vorher dem Slasherfilm. Zahllose Low-Budgets-Filmer zeigten zerbeulte Autos und Dirtbikes, steckten ihre Schauspieler in Rüstungen und Lumpen, und hofften, von dem Trend zu profitieren. Die meisten dieser Filme sind lächerlich, manche zumindest halbwegs gut, aber sie alle verdanken Mad Max allein ihre Existenz.

Weiterlesen

Inspektor Jury schläft außer Haus / Martha Grimes

Bouquinist

In unserer Rubrik Buchbesprechungen kommen wir heute zu Martha Grimes und ihrem ersten Band der Inspektor Jury-Reihe: Inspektor Jury schläft außer Haus. Im Original „The Man with a Load of Mischief“. Das Buch erschien 1984 und die ganze Reihe ist in England angesiedelt, obwohl die amerikanische Autorin dort nie gelebt hat, aber begeistert ist vom englischen Flair.

Vielleicht ist es für einige Leser noch zu früh, Martha Grimes als klassische Autorin zu bezeichnen. Mit 84 Jahren ist sie immer noch sehr aktiv und veröffentlicht im Durchschnitt ein Buch pro Jahr. Für ihre Jury-Reihe wurde sie mit dem Nero Award des Wolfe Packs  ausgezeichnet, jener literarischen Vereinigung,  die sich den Arbeiten Nero Wolfes verpflichtet fühlt und ähnlich wie die Mystery Writers of America mit ihrem Edgar jährlich einen Preis vergibt. 2012 gewann sie eben dort den Edgar Grand Master Award. Sie hat allein in den USA rund 10 Millionen Bücher verkauft und ist in 17 Ländern veröffentlicht worden. In Deutschland ist sie sehr beliebt, denn dort wurde vor ein paar Jahren eine Fernsehserie ausgestrahlt, die auf ihrer Richard-Jury-Reihe basiert.

Weiterlesen

Harry Potter – Der Zauberlehrling

Auch wenn bei einer Abstimmung über die beliebtesten Charaktere in J. K. Rowlins berühmter Serie, die von dem Verlag Bloomsbury durchgeführt wurde, Serverus Snape vor Hermine Granger als eindeutiger Gewinner hervorging, darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass Harry Potter selbst zu einer der größten fiktionalen Popikonen aller Zeiten gezählt werden kann. Die Abstimmung – bei der er nur den vierten Platz belegte – zeigt aber eines: Wenn man von dieser unglaublichen Erfolgsgeschichte in Buch und Film spricht, dann ist das bei Weitem nicht Harry allein zu verdanken. Dumbledore, Ron Weasley, Sirius Black, Dobby – all diese Figuren bilden den Brunnen, aus dem eine jener Figuren erwuchs, die wie wenige andere die Popkultur veränderte.

Weiterlesen

Inhalte, Illustrationen, dargestellte Bilder & Fotos sind urheberrechtlich geschützte Werke ihrer jeweiligen Eigentümer*innen.

© 2026 DIE VERANDA | Alle Rechte vorbehalten.